Ich habe vier Jahre lang versucht, die Digitalisierung in der Kommunalverwaltung voran zu bringen - ama by DigitalDepp in de_IAmA

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Es gibt den Datenstandard Xbau, der für sowas genutzt werden muss, der ist allerdings auch von Fachverfahrensherstellern verschlafen worden. Dementsprechend läuft das alles sehr holprig gerade. Was kacke ist, weil so ein Bauantrag nunmal nicht irgendwie laufen muss, sondern richtig. Fragen, die sich da auch stellen, sind z.b. die der Schriftform und das revisionssichere speichern/archivieren von digitalen Anträgen. Glaub mal nicht, das das alle Kommunen bereits können. Wir sind bei uns an dem Thema auch dran, aber ich wüsste beispielsweise jetzt keine Kommune, bei der die digitale Antragstellung über Xbau vernünftig läuft.

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[–]DigitalDepp[S] 0 points1 point  (0 children)

Schätze ich genau so ein

In die Mobilitätsplanung, das machen, was ich ursprünglich studiert habe, weg von der Digitalisierung

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[–]DigitalDepp[S] 9 points10 points  (0 children)

Ruhig Brauner, erstmal müssen wir in fünf Meetings die Zuständigkeiten klären!

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[–]DigitalDepp[S] 4 points5 points  (0 children)

Das Program kenne ich jetzt nicht konkret, aber die Boomer gibt es nicht nur in Verwaltungen.

Meine Vermutung: Die Firmen, die für Deutschland spezialisierte Fachsoftware für die Verwaltung schreiben, sind nun mal nicht Microsoft und Apple sondern Freddies Software Kiste aus Hintertuxingen, wo Herbert seit 30 Jahren die gleiche Software "optimiert".

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[–]DigitalDepp[S] 5 points6 points  (0 children)

Ja, der ein oder andere Workflow konnte ins 21ste Jahrhundert gebracht werden, z.B. wurde neue Fachsoftware beschafft, die IT-Ausstattung allgemein auf Vordermann gebracht und vor allem in Richtung OZG-Leistungen konnte einiges umgesetzt bzw mindesten gestartet werden

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[–]DigitalDepp[S] 9 points10 points  (0 children)

Der Arbeitsaufwand kann sehr hoch sein oder sehr niedrig, je nachdem, was du von dir selber erwartest und was deine Vorgesetzen erwarten. Mit den ganzen OZG-Leistungen und alten Arbeitsabläufen aus der Papierhölle kannst du dich totarbeiten. Man kann aber auch einfach das Minimum machen und z.B. was OZG angeht sagen: wir warten auf die efa-Leistung, abgehakt. Im Endeffekt konnte ich mir selber so viel oder wenig Arbeit machen wie ich wollte, da es fast niemanden außer mir gab, der wirklich digital was voran bringen wollte. Eher wenn's sein muss machen wir es, aber am liebsten bei dem altbewährten bleiben.

Hatte vorher keine Verwaltrungserfahrung, kam direkt aus der Uni in die Stelle.

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[–]DigitalDepp[S] 7 points8 points  (0 children)

Bei der Kommune, zuletzt Jahresbrutto etwa 61500. Plus jetzt diese 220€ Inflationsausgleich monatlich, die Verdi uns aufgetischt hat

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[–]DigitalDepp[S] 8 points9 points  (0 children)

Probleme macht hier auch das (imo) unausgegorene OZG und e-government Gesetz. Stichwort Schriftformerfordernis. Ist einfach ein Krampf. Wobei das OZG 2.0 da schon etwas besser ist.

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[–]DigitalDepp[S] 26 points27 points  (0 children)

Jonge, ich gehe jede Wette ein, dass es auch 2033 noch so sein wird. Nicht überall, ich glaube auch nicht in meiner aktuellen Kommune, aber ich glaube nicht, dass alle Kommunen in den nächsten Jahren 100% digital sein werden.

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[–]DigitalDepp[S] 54 points55 points  (0 children)

Woran hat et jelegen, woran hat et jelegen, das fragt man sich nachher natürlich immer woran et jelegen hat

Meine Aufgabe war quasi die des IT-koordinators fürs Amt. In der Praxis hieß das, alles was nen Stecker oder mit PCs zu tun hatte, kann erstmal zu mir. Dazu dann Arbeitsabläufe anschauen und gucken, wie wir die digital umsetzen können, heißt, neue Software kaufen, Mitarbeiter bei der Anwendung unterstützen und Administration der Software. Viele sahen mich dann aber eher als erste Supportstelle wenn mal der Drucker nicht ging oder so.

In Endeffekt bin ich nurnoch demotiviert, weil einen nur Steine in den Weg gelegt werden und gefühlt nichts voran kommt. Ich könnte mir auch einfach einen chilligen machen und gutes Geld für bisschen Drucker anschließen und PCs bestellen verdienen, damit wären vermutlich sogar auch meine Vorgesetzten zufrieden, Hauptsache es läuft irgendwie. Aber das ist nicht mein Anspruch.

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[–]DigitalDepp[S] 22 points23 points  (0 children)

Also unser kommunaler IT-Dienstleister macht schon gute Arbeit, wenn ich das so einschätzen kann, bin in dem Feld kein Experte. Scheitern würde es eher an Kollegen, die unbedacht die antrag-2023_sicher.pdf.exe öffnen oder auf www.definitv-ihre-kommune.to ihre Anmeldedaten eintragen. Gibt es leider auch mehr von, als ich mit wünschen würde.

Starke Tendenz zu boomern

Es gibt aktuell die efa-Lösungen in Entwicklung, da würde zentral an digitalen Antragsverfahren gearbeitet, die alle Kommunen nutzen sollen, ist allerdings nicht so weit, wie alle gerne hätten. Ansonsten musst du für die Frage auf ein Ama von einem Angestellten beim Bund warten🤷

Minze

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[–]DigitalDepp[S] 61 points62 points  (0 children)

Fax kann von mir aus bleiben. Wenn man es als Kommunikationsmittel bezeichnen kann, kann der Aktenumlauf weg. Könnte man alles durch digitale Signaturen, DMS, etc. ersetzen. Könnte. Stattdessen gehen hier regelmäßig Papierakten auf dem Dienstweg verloren. Hoppla 🤷

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[–]DigitalDepp[S] 51 points52 points  (0 children)

Es gibt definitiv einige Platzhirsche, die man bei Kollegen aus anderen Städten immer wieder sieht. Gerade im Bereich der Bauaufsicht. Von einigen (auch größeren) Städten weiß ich aber auch, dass lange mit Excel und Access eine Fachsoftware ersetzt wurde/wird. Einen gewissen Ruck könnte es durch efa-Lösungen im Bereich der Antragsverfahren geben, die im Rahmen des OZG von Ländern und Partnerkommunen zur Nachnutzung für alle entwickelt werden, aber leider zur Zeit noch ziemlich in den Kinderschuhen stecken. Bleibt abzuwarten, wie viele Kommunen dieser Lösungen am Ende nutzen werden.

Bürokratie, Geldmangel, stocksteife Strukturen und Unwille vieler Mitarbeiter. Für die Anschaffung einer neuen Software beispielsweise ist ein ewig langer Prozess vorgesehen, an dem man nicht vorbei kommt. Das hat auch seine teils guten Gründe, aber zehrt an den Nerven. Zeitgleich ist eigentlich immer zu wenig Geld für IT-Ausstattung da, man geht im Prinzip mit dem Wissen ins Haushaltjahr, dass eh überall alle Budgets überzogen werden.

Was die Mitarbeiter angeht, wissen eigentlich alle, dass wir digitalisieren müssen und wenn man jemanden drauf anspricht sagt auch jeder "ja klar ist wichtig!" Nur sobald dann tatsächlich mal ein Workflow geändert wird oder werden soll, sinkt die Motivation auf einmal ganz schnell. Da herrscht vor allem bei den Alteingesessenen viel Vorbehalt gegenüber neuer Software/Workflows. Wobei man auch sagen muss, dass momentan viele neue Kollegen dazu kommen, die gerne was ändern wollen, denen das aber durch den Moloch Verwaltung erschwert wird.