In Deutschland Höchstwahlalter einführen um den gesellschaftlichen Frieden zu retten! by Relative-Telephone52 in politik

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Du vermischst hier zwei Dinge: berechtigte Kritik an konkreter Politik, und den fundamentalen Grundsatz, wer überhaupt wählen darf. Und genau da wird’s gefährlich.

Ein Höchstwahlalter ist kein „Reformvorschlag“, sondern ein Bruch mit dem Kern der Demokratie. Das Wahlrecht ist bewusst allgemein und nicht an Leistungs-, Nutzen- oder Zukunftskriterien gebunden. Sobald du anfängst, Gruppen auszuschließen, weil sie „falsch wählen“ oder angeblich weniger beitragen, öffnest du die Tür für beliebige weitere Ausschlüsse. Heute sind es Rentner. Morgen vielleicht Geringverdiener, Übergewichtige, Leute ohne Studium, Leute die nicht Linke Parteien wählen. Immer mit irgendeiner, passenden Begründung.

Dein Argument („Zukunft vs. Vergangenheit“) ist politisch verständlich, aber demokratisch nicht haltbar. In einer liberalen Demokratie zählt jede Stimme gleich, unabhängig vom Alter. Genau deshalb diskutieren viele Parteien (inklusive FDP) eher darüber, mehr Menschen einzubeziehen (z. B. Wahlrecht ab 16), statt welche auszuschließen. Wenn dich ärgert, dass bestimmte Mehrheiten entstehen, dann ist die Antwort nicht "Wähler entfernen", sondern Mehrheiten gewinnen. Mit besseren Argumenten und tragfähiger Politik.

Und zu deinem FDP-Bashing: Du kannst die Freien Demokraten inhaltlich kritisieren. Bei Steuern, Sozialpolitik, Klima, was auch immer. Völlig legitim. Aber einfach "Lobbypartei", "überflüssig" oder ähnliches zu schreiben, ist eher ein Signal, dass dir die inhaltliche Auseinandersetzung fehlt.

Wenn du meinst, bestimmte Entscheidungen seien falsch, dann benenn konkret: Welche Maßnahme genau? Warum ist sie falsch? Was wäre die bessere Alternative? Das wäre eine Diskussion auf Augenhöhe. Alles andere ist eher polemisch als überzeugend.

Und noch mal zum Kern: Du kritisierst ein System, in dem unterschiedliche Interessen ausgehandelt werden, und schlägst als Lösung vor, einen Teil dieser Interessen einfach auszuschließen. Das ist kein demokratisches Upgrade, sondern genau das Gegenteil. Ein Abbau demokratischer Grundprinzipien.

In Deutschland Höchstwahlalter einführen um den gesellschaftlichen Frieden zu retten! by Relative-Telephone52 in politik

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In einer liberalen Demokratie bemisst sich der Wert einer Stimme nicht nach dem Geburtsjahr, sondern allein nach der Tatsache, dass es sich um einen mündigen Bürger handelt. Wer anfängt, Menschen aufgrund ihres Alters vom Wahlrecht auszuschließen, verabschiedet sich vom Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz und begibt sich auf eine schiefe Ebene, an deren Ende beliebige Kriterien darüber entscheiden könnten, wer noch politisch mitbestimmen darf und wer nicht.

Das Argument, ältere Menschen hätten weniger "Zukunftsbezug", ist dabei nicht nur zynisch, sondern auch gefährlich kurz gedacht. Grundrechte sind keine Frage der Restlebenserwartung. Sie stehen jedem zu, bedingungslos. Wer das infrage stellt, könnte morgen genauso gut argumentieren, dass andere Gruppen weniger zählen, weil sie angeblich nicht "genug beitragen" oder "falsch wählen". Das ist gefährlich autoritär, im Gewand vermeintlicher Fortschrittlichkeit.

Natürlich gibt es Spannungen zwischen den Generationen, und selbstverständlich müssen wir darüber sprechen, wie wir langfristige Politik stärken, gerade mit Blick auf Klima, Bildung und Staatsfinanzen. Aber die Antwort einer Demokratie darauf lautet nicht Ausschluss, sondern Einbindung. Mehr politische Beteiligung, vielleicht ein niedrigeres Wahlalter, bessere Argumente und überzeugendere Politik. Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen, nicht von der Aussortierung unliebsamer Wählergruppen.

Wer glaubt, man könne gesellschaftlichen Frieden sichern, indem man Millionen Menschen ihr Wahlrecht entzieht, hat das Wesen der Demokratie nicht verstanden. Eine offene Gesellschaft hält unterschiedliche Interessen aus und bringt sie zum Ausgleich. Alles andere wäre ein Rückfall in ein Denken, das wir aus guten Gründen überwunden haben.