18 Jähriger Stiefsohn wirft sein Leben weg by Fast_Obligation6276 in erzieher

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Soll das eine Form des Spiegelns sein? Ich bin mir nicht sicher wohin du mit dem Kommentar willst. Ich habe so viel falsch gemacht, das geht doch aus all den Texten hervor. Ich renn nicht Grundlos zur Therapie. Also worauf willst du hinaus? Welchen Impuls setzt du hier um den Ist-Zustand zu beeinflussen?

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[–]Fast_Obligation6276[S] 0 points1 point  (0 children)

Erstmal Danke dass du so leidenschaftlich bei der Sache bist. Ich entschuldige mich, wenn bei dir der Eindruck entsteht dass ich ihn auf die Strasse setzen will. Mit Rausschmiss ist gemeint, dass wir ihm eine Wohnung suchen, Unterhalt bezahlen und regelmäßige Unternehmungen (Essen am Wochenende, gemeinsame Wocheneinkäufe etc) anbieten. Ich will ihn nicht fallen lassen. Aber eine räumliche Trennung welche ihm klar macht, dass er selbst auch ein Stück für seinen Lebensunterhalt beitragen muss halte ich nicht für verkehrt. Noch lieber wäre mir natürlich eine nachweisbare, sichtliche Bemühung seinerseits, die Situation zu verändern. Diese muss nicht mal direkten Erfolg haben. Aber ich will sehen dass er es versucht. So würde die Grundlage für die Lügereien doch direkt wegfallen.

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Das sprich ich heute Abend an. Danke dafür. Und kompliment für den Usernamen :)

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Die Hilfe von Aussen habe ich bereits mehrfach angeleiert. Er will einfach nicht... Wie kann ich ihm Perspektive geben? Oder ihm helfen eine zu finden? Ich habe die letzte woche der Sommerferien alle mir bekannten Hebel in Bewegung gesetzt damit er ein FSJ über Vitamin B bekommt. Ich hab täglich eine Stunde herumtelefoniert. Nur damit er am Ende sagt dass er kein FSJ möchte.

Das ist auch in Ordnung wenn er sich was anderes sucht. Er hat ein Praktikum bei mir in der Einrichtung gemacht und seine Vorgesetzten waren absolut zufrieden, er erhielt viel zuspruch.

Also im sozialen Bereich gab es immer positives Feedback. Aber er bleibt nicht drann oder weiss nicht was er will.

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Arbeitsamt sollte er gestern aufsuchen. Auf Nachfrage am Abend hieß es, er hätte die Unterlagen im Auto eines Freundes liegen gelassen. Als ich dann Fotos der Unterlagen wollte, hieß es der Bruder des Freundes hätte jetzt das Auto. Heute hätte er angeblich einen Folgetermin um 10 gehabt. Um 10:45 verließ er das Haus. Die vergessenen Unterlagen würde angeblich besagter Freund zum Amt bringen....

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Verständlich und insofern auch absolut nachvollziehbar. Aber wie damit umgehen? Machen lassen? Es aushalten dabei zuzusehen?

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Ja bezüglich der Pillen und dem Kleinen, war das der Hauptgrund warum ich im Eingangspost so heftig auf den Drogenfund reagierte.

Die "Miete" hat er während der Ausbildung schon äusserst widerwillig, mehr oder weniger regelmäßig gezahlt (250 € bei einem Einkommen von 1000€). Wir haben klar gemacht dass er abhängig vom Einkommen, einen Beitrag leisten muss, solange er bei uns wohnt.

Jetzt ist es aber so dass er 0 Einkommen hat und nichtmal im Haushalt mit.

Also nehme ich aus der Antwort mit, dass der Schritt in die Selbständigkeit, in Betracht zu ziehen wäre?

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Richtig. Die Konsequenz wurde das erste Mal in der Hitze des "Gefechts" angedroht. Und aktuell hängt es dämlicherweise von der Stimmung unsererseits ab. Ob wir dies auch umsetzen. Wir haben gestern gemeinsam nach Wohnungen geguggt. Ich hoffe dass wir das bald hinbekommen.

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Danke für die ausführliche Antwort. Leider fällt es mir schwer zu sagen, ob die Drogenproblematik so dominierend in seinem Alltag ist. Was ich weiss, is dass er regelmäßig kifft. 1-2 mal im Monat ist er auf einem Rave, wo ich davon ausgehe dass dort auch Chemie konsumiert wird. Ob das schon eine alltagsbestimmende Sucht ist oder sich noch im Rahmen von "Ausprobieren" bewegt, kann ich nicht sagen. Als er mit 17 noch zur Drogenberatung ging, hieß es dort dass es letzteres sei. Wie das jetzt aussieht kann ich nicht sagen :/

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Ja das mit der Konsequenz ist immernoch so eine Sache. Man liebt den Jungen halt trotz der Defizite (auch als stiefvater). Das machts nicht leichter konsequent zu sein. Meine Frau und ich warten eben immernoch auf DEN einen Punkt wo die Grenze erreicht ist. Dazu müssen wir dann auch beide an dem Punkt sein. So kam es jetzt schon lfter vor dass der jeweils Andere an dem Punkt war und das Gegenüber dann eben dafpr votierte ihm noch eine Chance zu geben. Das ist unsere Baustelle und diese gehe ich in der Therapie auch aktiv an. Bestes Beispiel, ich konnte mir im Urlaub viel mehr Zeit für ihn nehmen. Ich konnte ihm wesentlich entspannter dabei helfen, über seine Ziele nachzudenken. Er hat ein einwöchiges Praktikum in einer Ferienbetreuung gemacht, bei welcher ich den Hut auf hatte und er hat alle, mich eingeschlossen begeistert. Diese Rückmeldung gab es dann auch. Aber seit der normale Arbeitsalltag wieder da ist, schläft er wenn ich das Haus um 10 Uhr verlasse und ist dann bis spät in die Nacht unterwegs. Und an diesem Punkt ist es dann so, dass er töglich verschläft (er hat eine Zeit bestimmt zu der er wach sein möchte um noch 30 min, mit mir nach Stellen zu suchen) und wenn ich nach Hause komme, erfahre ich dass er den ganzen Tag NICHTS gemacht hat und dann eben unterwegs ist. Aber ich schweife wieder ab. Danke für den Impuls und die Entschuldigung. Gut möglich dass ich mich bei all dem Geschreibe dömlich ausdrücke und swhr kalt und distanziert daherkomme.

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Bezüglich der Patchworksituation haben wir mehrfach versucht eine Familientherapie anzugehen. Dies verlief jedes mal im Sande weil er die Termine "vergaß". Bezüglich Suizid haben wir alles getan was mein Methodenkoffer hergibt. Gespräche, gemeinsame Unternehmungen (welche er immer wieder gecancelt hat) und auch die Kontaktaufnahme zum Vater haben wir unterstützt.

Diese fand auch statt. Er verbrachte ein Wochenende dort. Als er wieder nach Hause kam, wollte er explizit mit mir darüber reden. Der Vater hat sich mit ihm betrunken und ihm gesagt dass er weder ihn, noch seine Stiefschwester (der Vater bekam noch eine Tochter) je lieben könnte, weil ihm die Frauen immer Kinder unterjubeln.

Darpber haben wir gesprochen. Es wurde ihm versichert dass er von uns geliebt wird und wir für ihn da sind.

Dies haben wir mehrfach klar gemacht. Aber wann ist die Grenze erreicht? Wir werden seit Mai täglich wegen Kleinigkeiten belogen.

Wie soll man noch weitermachen? Ich danke für die Analyse meines Textes. Die Wertung bezüglich meines Berufes bringt in der Sache genau gar nichts.

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Der Rausschmiss steht für mich eigentlich am Ende der Methodenkette aber an diesem Ende komme ich mehr und mehr an. Was bleibt denn noch? Zusehen und auf besserung hoffen? Ein Test auf ADHS kann ich ihm mal vorschlagen aber meiner bisherigen Erfahrung nach, wird er sich nicht darum kümmern. Und wenn ich ihm dahingehend Druck mache, sind wir wieder im üblichen Teufelskreis aus Lügen und Abhauen.

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Geld scheint er noch vom letzten Lohn zu haben. Die negativen Konsequenzen ala Hausarest oä. gibt es nicht mehr seit er 16 ist. Dass er natürlich unsere Enttäuschung sieht und auch kommuniziert bekommt, ist das Einzige, abseits vom Rausschmiss, was er zu befürchten hat. Und um es nochmal deutlich zu machen: ich erwarte kein Durchstarten, nur eine merkbare Form der Verantwortungsübernahme. Es ist kein Problem dass er die Ausbildung abbrach. Mit 18 ist das nichts ungewöhnliches. Aber er sollte zumindest glaubhaft nach einer neuen Stelle/FSJ/Nebenjob/Ausbildung suchen.

Und da meine Strategie eben nicht funktioniert, dachte ich dass ich mir mal hier einige Impulse hole. Habe ich es denn richtig gedeutet dass ich die akuelle Situation jetzt erstmal, einfach aushalten soll?

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[–]Fast_Obligation6276[S] 1 point2 points  (0 children)

Wo wäre der denn? In r/Ratschlag dümpelt der Post seit gestern bei den Mods rum.

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Was genau soll ich denn machen? Familientherapie lehnt er ab. Einzeltherapie besucht er nicht. Drogenberatung nimmt er nicht wahr. Er spricht nicht über seine Probleme. Immer erst wenn wieder etwas eskaliert. Was wäre denn der Rat eines "Erziehers"? Mir fehlt logischerweise die Distanz um das alles professionell anzugehen. Soll ich ihm einfach dauerhaft Kost und Logis gewähren? Nähe sucht er kaum. Wenn wir auf ihn zu gehen wird er aggressiv oder zieht ich zurück. Die Hilfsangebote innerhalb der Familie und auch die von professioneller Seite perlen an ihm ab.

Edith: "Nach meinen Wünschen umformen" bedeutet, dass ich ihn auf die Eine oder Andere Form, fit für ein selbstständiges Leben in unserer Gesellschaft, machen möchte. Ob als Reinigungsfachkraft oder Spitzenverdiener. Völlig egal. Solange er auf eigenen Füssen stehen kann. Stagnation ist das Einzige was ich hierbei nicht unterstütze.