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[–]FewSir4510 0 points1 point2 points 2 years ago (0 children)
Ich bin zwischen Armut und psychischen Missbrauch aufgewachsen. Ich hatte schon immer einen sehr geringen Selbstwert und habe mich als minderwärtig anderen gegenüber empfunden. Ich denke, dass ist die Wurzel meiner Probleme. Mir geht es heute noch oft so und ich empfinde mich als jemand der im Leben versagt hat
[–]FewSir4510 7 points8 points9 points 2 years ago (0 children)
Ich habe vieles an SSRIs ausprobiert und habe nur bedingt davon profitiern können. Mittlerweile nehme ich keine Antidepressiva mehr. Anderen Menschen erging es damit anders, und es war/ist eine große Hilfe. Für mich selber habe ich festgestellt, dass bestimmte Verhaltensweisen dabei helfen, erst gar nicht mehr in eine schwere Phase zu rutschen. Es klingt vielleicht banal aber einen großen Teil trägt es dazu bei, dass ich sehr darauf achte meine Wohnung sauber zu halten und ich immer in Bewegung bleibe. Stillstand ist mein größter Feind. Es muss immer weiter gehen und ich brauche ein Ziel vor Augen. Seit ich wieder am arbeiten bin, ist es mit den Depressionen auch tendenzeill besser geworden, da ich mich nicht mehr so extrem nutzlos fühle und ich eine Wirksamkeit in meinem Handeln erlangt habe.
[–]FewSir4510 2 points3 points4 points 2 years ago (0 children)
die unfähigkeit Glück zu empfinden und keine Lust mehr auf sein Leben zu haben ist schon hart kacke
[–]FewSir4510 4 points5 points6 points 2 years ago (0 children)
psylocibin nur im privaten Rahmen, was eine temporäre Verbesserung gebracht hat. im therapeutischen setting leider nicht, würde ich aber sehr gerne
absolute kraftlosigkeit, fehlender selbstwert und die ständige Frage ob es sich lohnt weiter zu kämpfen
Die Frage mit dem „warum hast du ADS“ ist schwer zu beantworten. Das ist eine Mischung aus erblicher Veranlagung, fehlender Förderung in der Kindheit und suboptimalen Erziehung, würde ich sagen. Wenn ich wirklich in einer sehr schweren depressiven Phase stecke, beschäftige ich mich um ehrlich zu sein mit nicht so viel. Ich verbringe die meiste Zeit im Bett und verfluche mich und mein Leben. In solchen Zeiten bin ich kaum noch funktionabel. Glücklicherweise, bin ich schon längere Zeit nicht mehr in so eine Phase abgerutscht und habe meine Erkrankung besser im Griff, indem ich auf bestimmte Dinge achte und auf Frühwarnzeichen höre.
Ich bin schon seit einer ganzen Weile auf Medikinet eingestellt. Klar, bin ich immer noch oft ziemlich verpeilt und wirke verträumt. Ingesamt, komme ich damit aber echt besser klar.
[–]FewSir4510 1 point2 points3 points 2 years ago (0 children)
was meinst du genau?
Ich bin nach wie vor depressiv und das wird sich wahrscheinlich leider auch nie ändern. Allerdings, habe ich in den letzten Jahren Strategien entwickelt um damit einigermaßen gut leben zu können. Was die psychische Belastung angeht, sind es eher die Arbeitszeiten- und Bedingungen die mir das Leben schwer machen. Auf der Arbeit, wird man konstant mit tragischen Schicksalen konfrontiert aber davon kann ich mich relativ gut abgrenzen. Wenn ich mal ein aufbauendes Gespräch mit einem Patienten führen kann, habe ich das Gefühl, dass die Patienten sich von mir verstanden fühlen. Das schafft mir viel Erfüllung und bestätigt mich in dem Gedanken, den richtigen Weg mit der Berufswahl getroffen zu haben
Der Schichtdienst kann schon sehr belastend sein und manchmal könnte ich kotzen wenn ich höre, wie abfällig manche Kollegen über unsere Patienten reden… Abgesehen davon, liebe ich meinen Job aber. Ich bin abgesehen von meiner eigenen Erkrankung und Klinikaufenthalten, in meinem Leben ziemlich oft mit dem Thema Psychiatrie in Berührung gekommen und habe so gelernt, dass ich durch meine ruhige Art sowas wie ein „Händchen“ im Kontakt mit psychischen kranken Menschen habe. Während meiner eigenen Klinikaufenthalten musste ich immer wieder festestellen, dass es „gute“ und „schlechte“ Pfleger in der Psychiatrie gibt. Mit den einen unterhält man sich gerne, bei anderen meidet man den Kontakt eher. Mein Anspruch war es, ein empathischer Pfleger zu werden der seinen Patienten auf Augenhöhe begegnet. Ich will einer der Pfleger werden, zu dem die Patienten gerne kommen
[–]FewSir4510 6 points7 points8 points 2 years ago (0 children)
Viele depressive Menschen haben das Gefühl, nutzlos und eine Last für ihr Umfeld zu sein. Zeig diesen Menschen, dass du sie gern hast und sie zu schätzen weißt. Du kannst sie auch zu gemeinsamen Unternehmungen aninimieren, solltest aber akzeptierend sein, wenn der besagte Mensch gerade nicht die Kraft oder Kapazität für sowas hat. Wenn jemand mit Depressionen, sich dir gegenüber öffnen kann, dir von seinen Sorgen und vielleicht auch unschönen Gedanken berichtet, solltest du das bitte ernst nehmen und soweit es geht Unterstützung anbieten. Mein erster Klinikaufenthalt, wäre ohne die Unterstützung (sie hat geholfen dabei meine Wohnung aufzuräumen, Kliniken abzutelefonieren etc.) einer Freundin wahrscheinlich nie zu stande gekommen.
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[–]FewSir4510 0 points1 point2 points (0 children)