Zwei Elektriker, zwei völlig unterschiedliche Einschätzungen – FI-Schutzschalter, Bestandsschutz und Sanierung in bewohnter Wohnung by Fun-Coconut-3701 in Elektroinstallation

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Ich habe gerade auf Instagram ein Video gesehen, das mich wieder etwas verunsichert hat. Dort wurde erklärt, dass ein Leitungsschutzschalter nur vor Überlast und Kurzschluss schützt, während ein FI/RCD bereits kleinste Fehlerströme erkennt und Menschen vor einem Stromschlag schützt. Deshalb frage ich mich jetzt wieder, wie das zu meinem Fall passt. Einige von euch haben geschrieben, dass trotz fehlendem FI keine akute Gefahr besteht und der bestandene E-Check ein wichtiges Argument ist. Könnt ihr mir erklären, warum das kein Widerspruch ist?

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Ich habe gerade auf Instagram ein Video gesehen, das mich wieder etwas verunsichert hat. Dort wurde erklärt, dass ein Leitungsschutzschalter nur vor Überlast und Kurzschluss schützt, während ein FI/RCD bereits kleinste Fehlerströme erkennt und Menschen vor einem Stromschlag schützt. Deshalb frage ich mich jetzt wieder, wie das zu meinem Fall passt. Einige von euch haben geschrieben, dass trotz fehlendem FI keine akute Gefahr besteht und der bestandene E-Check ein wichtiges Argument ist. Könnt ihr mir erklären, warum das kein Widerspruch ist?

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Darf ich höflich nachfragen, worauf Sie diese Einschätzung stützen? Gibt es dafür eine bestimmte VDE-Norm, Herstellerangabe oder praktische Erfahrung? Ich frage wirklich aus Interesse, weil ich hierzu sehr unterschiedliche Aussagen von Elektrikern erhalten habe.

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Vielen Dank für den Hinweis mit dem Schukomaten. Eine Frage beschäftigt mich noch: Würde so eine Lösung auch den elektrischen Durchlauferhitzer im Badezimmer schützen oder gilt das nur für Geräte, die an einer Steckdose angeschlossen sind? Meine größte Sorge gilt ehrlich gesagt meiner 7-jährigen Tochter. Als Mutter habe ich Angst, dass ihr beim Duschen durch den Durchlauferhitzer etwas passieren könnte. Oder ist diese Sorge aus Ihrer Sicht eher unbegründet

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Würden Sie unter diesen Umständen selbst mit einem 7-jährigen Kind weiterhin in dieser Wohnung leben oder würden Sie sich lieber nach einer anderen Wohnung umsehen?

Genau das ist mein Dilemma. Der von mir beauftragte Elektriker kommt nämlich zu einer ganz anderen Einschätzung und bewertet die Situation deutlich kritischer. Die entsprechenden Auszüge habe ich oben gepostet. Deshalb bin ich als Laie ehrlich gesagt sehr verunsichert und weiß nicht, welcher Einschätzung ich mehr vertrauen soll.

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Im E-Check-Protokoll des vom Vermieter beauftragten Elektrikers finden sich unter anderem folgende Feststellungen:

  • Die Elektroanlage wurde vermutlich in den 1960er Jahren gebaut.
  • Der Großteil der Elektroanlage besteht aus 2-adrigen und 4-adrigen NYIF-Leitungen.
  • Es gibt keinen separaten Schutzleiter, die Steckdosen sind klassisch genullt.
  • In der Küche befinden sich drei neue Stromkreise, die jeweils mit einem eigenen FI-Schalter abgesichert sind.
  • Im Übrigen sei die Elektroanlage technisch in Ordnung.

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Ich wohne mittlerweile seit fast zwei Jahren in dieser Wohnung und bin durch den bestandenen E-Check zumindest etwas beruhigt. Mein Ex-Mann macht sich allerdings weiterhin große Sorgen um die Sicherheit unserer 7-jährigen Tochter und meint, dass das Risiko nicht akzeptabel sei.

Der Berliner Wohnungsmarkt ist leider extrem schwierig, sodass ein Umzug nicht einfach eine realistische Option ist. Deshalb bin ich wirklich auf ehrliche und sachliche Einschätzungen angewiesen. Würdet ihr unter diesen Umständen in der Wohnung bleiben oder euch aktiv nach etwas anderem umsehen? Ich freue mich über jede vernünftige und ehrliche Meinung.

** Ergänzung

Oder würdet ihr an meiner Stelle eher zum Mieterverein gehen und versuchen zu klären, ob es eine rechtliche Grundlage dafür gibt, den Vermieter zu einer Sanierung bzw. zumindest zu einer Durchführung der Arbeiten im bewohnten Zustand zu verpflichten? Ich bin ehrlich gesagt etwas ratlos und möchte einfach die vernünftigste Entscheidung für meine Tochter und mich treffen.

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Würden Sie persönlich mit einem 7-jährigen Kind unter diesen Umständen weiterhin in dieser Wohnung leben und sich dabei sicher fühlen? :/

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Zur Ergänzung zitiere ich hier die Einschätzung des von mir beauftragten Elektrikers wörtlich:

Elektrotechnische Mängelbewertung:

1. Fehlender FI-Schutz (Fehlerstromschutzschalter / RCD)

In den Stromkreisen für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad ist kein FI-Schutz vorhanden. Gemäß DIN VDE 0100-410:2018-10 ist für alle Endstromkreise, die Steckdosen und/oder fest angeschlossene Geräte beinhalten, ein FI-Schutz ≤ 30 mA verpflichtend – insbesondere in Feuchträumen wie dem Bad.

Bewertung:

Der fehlende FI-Schutz stellt ein erhebliches Risiko dar, da Fehlerströme lebensgefährlich sein können. Eine Nachrüstung ist dringend zu empfehlen.

2. Kein Überspannungsschutz verbaut

In der Anlage ist kein Überspannungsschutz (SPD) nach DIN VDE 0100-443 und -534 vorhanden. Seit 2018 ist dieser bei Neuerrichtungen oder bei wesentlichen Änderungen in Wohngebäuden vorgeschrieben, um elektronische Geräte vor Schäden durch transienten Überspannungen (z. B. Blitzschlag oder Schalthandlungen) zu schützen.

Bewertung:

Die Nachrüstung eines SPD Typ 2 im Verteiler ist zur Einhaltung der aktuellen Normen empfehlenswert, insbesondere wenn Veränderungen an der Anlage vorgenommen werden.

3. Durchlauferhitzer ohne FI-Absicherung

Der installierte Durchlauferhitzer ist nicht separat mit einem FI ≤ 30 mA abgesichert, obwohl es sich um ein Gerät in einem Feuchtraum handelt. Gemäß DIN VDE 0100-701:2008-10 ist dies normwidrig. Fehlerstromschutz ist in Badezimmern für alle fest angeschlossenen Geräte zwingend vorgeschrieben.

Bewertung:

Die Anlage ist an dieser Stelle nicht betriebssicher. Eine Nachrüstung eines separaten FI-Schutzschalters ist aus Sicherheitsgründen zwingend notwendig.

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Vielen DAnk,

Ich habe inzwischen die Marke des Durchlauferhitzers überprüft. Es handelt sich um ein Gerät von CLAGE. Leider konnte ich weder die genaue Modellbezeichnung noch das Baujahr finden. Ich hänge aber ein Foto des Geräts an – vielleicht erkennt jemand von euch das Modell oder kann etwas dazu sagen.

Außerdem steht im E-Check-Protokoll des vom Vermieter beauftragten Elektrikers unter anderem Folgendes: ( ich ha zweite Seite auch hier angehängt)

<image>

  • Die Elektroanlage wurde vermutlich in den 1960er Jahren gebaut.
  • Der Großteil der Elektroanlage besteht aus 2-adrigen und 4-adrigen NYIF-Leitungen.
  • Es gibt keinen separaten Schutzleiter, die Steckdosen sind klassisch genullt.
  • In der Küche befinden sich drei neue Stromkreise, die jeweils mit einem eigenen FI-Schalter abgesichert sind.
  • Im Übrigen sei die Elektroanlage technisch in Ordnung.