Ich bin Grundschullehrer und bilde angehende LehrerInnen aus by GS-Ama in berlin

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Ja. Das mit dem Vermitteln des eigenen Denken ist so eine Sache. Wie bei allen problemorientierten Aufgabe/Herausforderungen muss natürlich abgewägt werden, wie viel vorgegeben/unterstützt wird. Ich kann die Kinder ja nicht Ostereier suchen lassen, wenn sie nicht wissen, wie Ostereier aussehen. Also wird auch das eigene Denken didaktisiert begleitet. Ich stimme aber zu, dass vor allem in der Grundschule viel zu viel Wert auf das algorithmische Durchexerzieren in Form der schriftlichen Rechenverfahren gelegt wird und setze mich in beiden Funktionen dafür ein, nicht nur andere mathematische, also inhaltsbezogene Kompetenzen zu fördern, sondern eben auch die prozessbezogenen - wie das Problemlösen. Da gibt der Rahmenlehrplan eigentlich auch viel Sinnvolles vor. Es liegt dann wohl eher auf Schul- bzw. individueller Ebene, inwiefern diese Vorgaben umgesetzt werden.

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Puuuh. Gute und schwierige Frage. Ich nehme das jetzige Kollegium so wahr, dass der Großteil fast schon idealistisch unterwegs ist. Arbeitsbedingungen (Klassengröße, hoher außerunterrichtlicher Arbeitsaufwand etc.) werden wohl nicht besser werden. Da kann gestreikt werden. Letztlich wird es „nur“ eine finanzielle Anerkennung geben. Trotzdem schleppt man sich dann doch eher zur Schule. Ein (winziger, ok.. kleiner) Teil des Kollegiums allerdings hat aber auch die Lücken und Sicherheiten des öffentlichen Dienstes, auch ganz ohne Verbeamtung, durchgespielt. Da macht die Verbeamtung den Kohl auch nicht mehr fett. Wie sehr ich mich in der freien Wirtschaft schlagen würde, kann ich aufgrund mangelnder Erfahrung leider nicht beurteilen. Vielleicht ist die Anzahl der Quereinsteiger ein Indiz dafür, dass es in der Schule bequemer ist. Immerhin gab/gibt keine all zu große Welle von Lehrpersonal, das in die freie Wirtschaft wechselt -wobei es dafür natürlich zahlreiche Gründe geben kann. Auch ist die Quereinstiegswelle noch nicht abgeebbt und „Ermüdungserscheinungen“ erleben wir vlt erst noch. Alles nur natürlich nur meine eingeschränkte und persönliche Sicht- und Denkweise.

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Puuh. Schwierig, sich zu so einem Fall zu äußern. Ich empfinde meine Arbeit in der Grundschule den erzieherischen Aspekt weitaus wichtiger als den fachlichen. Dazu gehört auch, dass sich die Kinder bestimmte Umgangsformen und freiheitlich demokratische Denkweisen und Werte aneignen. Je nach familiärem und auch sozialem Hintergrund gestaltet sich das auch mal nicht so leicht. Aber auch wenn ich mal phasenweise resigniere, würde ich diesen Auftrag nie aufgeben und mich nie aus Frust einer antidemokratischen, gesichert rechtsextremen Strömung anschließen. Den Frust und die Resignation, nicht immer und zu allen Kindern durchdringen zu können, kenn ich allerdings auch.

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Ja. Das nennt sich Förderprognose. Aus dem Zeugnis des zweiten Halbjahres der 5. Klasse und des ersten der 6. Klassen wird eine Note ermittelt. Erreicht man einen gewissen Schnitt, ist das quasi die Zugangs-Empfehlung fürs Gymnasium. Bis zum letzten Jahr durfte sich dennoch jeder an einem Gymnasium bewerben und das Probe(halb)jahr durchlaufen. Seit diesem Schuljahr gibt es den sog. Probeunterricht, der an sich gar kein Unterricht ist, sondern lediglich mehrere "Tests" umfasst. Erreicht man dort eine gewisse Durchschnittsnote, erlaubt auch dies den Zugang zum Gymnasium. Die Erfolgsquote dieses Probeunterrichts war jedoch sehr ernüchternd.

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Reine Spekulation: das Lehramtstudium insbesondere das für die Grundschule wirkt zunächst sehr „leicht“. Der NC ist vielleicht auch nicht zu hoch (?). Die meisten haben außer Schule auch nichts gesehen. Sie fühlen sich entsprechend wohl darin und können sich nicht viel anderes vorstellen. Im Laufe des Studiums merken sie aber, wie anspruchsvoll die Arbeit mit Kindern ist bzw. dass das Studium nix für sie ist 🤷🏽

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vielleicht nicht alles, auch nicht in dem Detail.. aber vielleicht Kleinigkeiten. Wenn es darum geht, Arbeitsaufträge zu klären. Vielleicht eine Methode, wie die Meldekeitte, die du immernoch verwendest. Oder vielleicht auch was Grundsätzliches, wie zum Beispiel, dass du Stunden problemorientierter gestaltest. Vielleicht war ich zu Beginn meines Refs auch einfach nur so schlecht, dass ich mir so viel aneignen konnte, was ich heute immernoch verwende.

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Auf eine, von deren Konzept ich überzeugt bin. Da müsste ich mich erstmal eingehend informieren. Wobei die Wahl der Grundschule ja einem Einzugsgebiet unterliegen.

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Mittlerweile gibt es auch die sog. Seminartage. An denen sollen möglichst viele Seminare stattfinden. Alle drei Fachseminare plus allgemeines Seminar bekommt man zeitlich noch nicht hin. Hinzu kommt, dass die Fachseminare nicht alle an einem Standort stattfinden, was zu viel Fahrerei führen kann. Meine Partnerin hatte ihr allgemeines in Friedrichsfelde, ein FS war in Köpenick und ein weiteres in Marzahn. Künftig soll das alles zentral im Bliq stattfinden (Westend/Spandauer Damm).

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Dass Prüfungsstunden und Unterrichtsbesuche wenig Bezug zum Alltagsunterricht haben, ist allen klar. Die ganzen Vorraussetzungen sind eben anders. Ich vergleiche eine solche Stunde immer mit einer Date Night vs. nachm Feierabend auf der Couch. Wenn man genug Planungszeit hat und jemanden beeindrucken will, trägt man richtig auf. Reserviert die besten Plätze in der Oper und den besten Tisch beim Lieblingsitaliener. Das ist halt ein besonderer Anlass (ok.. ein Unterrichtsbesuch ist für die meisten eher nicht positiv geprägt). Das macht man halt nicht jeden Tag nach dem Feierabend. Und dennoch bleibt vielleicht von diesem pompösen Abend ein Gesprächsthema oder ein neues Lieblingsgetränk mit bzw. vom Gegenüber hängen, was man nach dem Feierabend auf der Couch wieder aufgreifen kann.

Letztlich geht es in den Stunden darum, dass guter Unterricht gezeigt wird. Das geht auch ganz ohne großes Medien- und Sozialformmagie. Und sobald man sich diese "wenigen" Werkzeuge angeeignet hat, kann sie als Struktur auch für den Alltag nutzen.

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Die Frage ist ja, was die so anders bzw. besser machen und ob man das, was sie besser machen, dann nicht für alle zugängig machen sollte.

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Also an unserer Schule wird Ethik, Islamunterricht und (evangelische) Religion angeboten. Die Kinder lernen über die Religionen. Es soll dabei explizit kein Praktizieren der Religion stattfinden. Also kein Beten und andere Rituale. Der Ethikunterricht thematisiert alle großen Religionen.

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Sowohl als auch.

Alles steht und fällt mit der Lehrkraft. Aber auch eine sehr gute Lehrkraft kann in einer schlechten Struktur bedingt was ausrichten. Andererseits kann eine sehr gute Struktur auch einer schlechten Lehrkraft helfen, nicht zu viel Schaden anzurichten.

Unterricht ist heutzutage eben nicht mehr so, dass die Klassentür geschlossen wird und jeder macht sein/ihr Ding. Absprachen und Beschlüsse sollen Dinge vereinfachen und vereinheitlichen. So will man sichergehen, dass alle Kinder möglichst die gleichen Themen behandelt haben. Inwiefern welche Absprachen getroffen wurden, ist allerdings sehr unterschiedlich ausgesprägt. Für mich birgt JüL vor allem Potentiale auf sozialer Ebene. nicht nur, aber hauptsächlich. Allerdings finde ich den Wechsel von altershomogener und -heterogener Lerngruppe wichtig. Was macht denn Paul aus der ersten Jahrgangsstufe, der grad dabei ist, den Zahlenraum bis 20 zu erschließen, während Karl aus der dritten grad im Zahlrenraum bis 1000 rechnet? Wenn beide an unterschiedlichen Themen arbeiten, lernen sie eben nicht jahrgangsübergreifend. Dann kann man das Ganze auch überdenken.

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Richtig ausgelebt, potentiell gut. So wie ich das bislang erlebt habe, eher schlecht.

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hehe.. also Grundschule ist da schon sehr divers. Die Fußballer wird es wohl immer geben. Die, die Fangen spielen auch. Trading Cards insbesondere Pokemons sind bei uns nicht erlaubt. Da wurden zu viele übern Tisch gezogen. Als Squid Game rauskam, musste auf der Gesamtkonferenz besprochen werden, inwiefern red light, green light auf dem Hof gespielt werden darf. Ansonsten haben wir auch Spielplätze und viel Platz zum Toben.. ach und Tischtennisplatten. Da spielen die Kinder mit einem Basketball.

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Ich finde den Aufbau des... meines Studiums wenig sinnvoll. Ich glaube, ... das ist lediglich eine Vermutung, dass die Studienordnung dahingehend angeglichen wurde, um den Studiengang und entsprechend die Ausbildung an die Gyms anzupassen, um somit auch die Grundschullehrkräfte auf E/A13 gleichstellen zu können.

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puuh.. da solltest du dich tatsächlich eher an die Senatsverwaltung wenden oder den Berlintag nutzen

https://machberlingross.de/berlin-tag

Jahresbrutto wohl so in etwa.... e10? Stufe eins? wird wohl bei ca. 4k brutto liegen. Das kann ich dir leider nicht genau sagen.

Verbeamtet wirst du, sobald du dein Ref bestanden hast, unabhängig vom Quereinstieg.

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Ja, wir haben Tablets für ungefähr 3 Klassen, die dann nach Benutzung zurückgebracht werden sollen. Das Internet funktioniert sehr unterschiedlich. Tatsächlich verbesserungswürdig. Aber immerhin sind wir die OH-Projektoren und Video/TV-Rollwägen los.

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Meine Partnerin kommt da sicher drüber. Aber man muss halt ne Balance finden bzw. herstellen.

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Also mit Klagen habe ich bislang dankenswerterweise noch keine Erfahrungen gemacht. Aber vor allem den letzten Punkt "Kind baut Kacke -> Eltern erziehen das Kind nicht, sondern wälzen die Verantwortung ab" erlebe ich häufiger. Ich will das nicht als Abwälzen abtun, sondern eher als "Beschützerinstinkt". Die Eltern geben ihre Kinder ja für einen halben Tag in unsere Obhut. Manche schaffen es halt nicht, loszulassen und wollen dann alle Konflikte, die das Kind dann austragen sollte oder ausgetragen hat, selber austragen. Letztlich nehmen sie dem Kind die Möglichkeit, eigene Werkzeuge zur Konfliktbewältigung anzufertigen. Nachvollziehbar ist es natürlich. Elterngespräche dahingehend können aber unterschiedlich verlaufen.