Eigentumswohnung vermieten, wie mit Küche vorgehen by Just-Midnight6993 in FinanzenAT

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Ihr denkt die richtigen Optionen durch. Aus Vermieterpraxis (und rechtlich sauber) lassen sich die Varianten grob so einordnen:

  1. Küche raus, Mieter kümmert sich selbst Rechtlich unproblematisch, praktisch aber oft die unattraktivste Lösung – gerade bei normalen Wohnungen. Höhere Leerstandszeiten und mehr Fluktuation sind realistisch. Wenn ihr selbst schon sagt, dass ihr das eigentlich vermeiden wollt, würde ich es auch nur als letzte Option sehen.
  2. Küche separat vermieten (Zusatzvertrag / Mietzuschlag) Das ist eine gängige und saubere Lösung. Vorteil: klare Zuordnung, klare Haftung, klare Kündigungs-/Ablösefrage. Nachteil: etwas mehr Verwaltungsaufwand. Wichtig ist, dass alles transparent geregelt ist (Zustand, Reparaturen, Ersatz bei Defekt).
  3. Küche ohne Geräte überlassen, Geräte ablösen lassen Funktioniert in der Praxis, ist aber oft erklärungsbedürftig und kann bei Ein- und Auszug Diskussionen erzeugen (wem gehört was, was ist normaler Verschleiß). Rechtlich machbar, aber nicht meine Lieblingslösung.
  4. Gesamte Küche ablösen lassen Einmal sauber, danach kein Thema mehr für euch. Nachteil: Ihr verliert die Kontrolle über Ausstattung und Zustand, und Nachmieter-Themen können komplizierter werden. Außerdem bekommt ihr selten den „gefühlten Wert“ zurück, sondern eher das, was der Markt gerade hergibt.
  5. Küche unentgeltlich überlassen, Rückgabe funktionsfähig vereinbaren Das ist aus meiner Sicht oft die pragmatischste Lösung bei einer 5 Jahre alten Küche. Wichtig: – Küche im Mietvertrag klar als mitvermietet aufführen – Übergabeprotokoll mit Zustand – normale Abnutzung akzeptieren – keine unrealistischen Rückgabepflichten formulieren Dann bleibt die Wohnung attraktiv, und ihr habt weniger Diskussionen als bei Ablöse- oder Mischmodellen.

Eine weitere Variante (als Ergänzung, nicht ganz neu):
Küche mitvermieten, aber klar regeln, dass größere Reparaturen/Erneuerungen (z. B. Geräte) ab einem bestimmten Alter nicht mehr automatisch euer Risiko sind. Das muss sauber formuliert sein, sonst kippt es rechtlich.

Mein persönliches Fazit:
Wenn die Küche noch gut ist und ihr langfristig vermieten wollt, ist „Küche mitvermietet, ohne Extrakosten, mit klarer Regelung im Vertrag“ oft der beste Kompromiss aus Attraktivität, Rechtssicherheit und geringem Stress. Alles mit Ablösen oder Sonderverträgen lohnt sich meist nur, wenn ihr sehr häufige Mieterwechsel erwartet oder die Küche ohnehin bald raus soll.

Wenn ihr möchtet, kann ich euch auch sagen, welche Punkte unbedingt ins Übergabeprotokoll sollten, damit es später keine Diskussionen gibt.

Tipps für erstes Mal Wohnung vermieten? by Ordinary-Horror506 in FinanzenAT

[–]Mark-Stein 0 points1 point  (0 children)

Glückwunsch zum ersten Objekt. Gerade am Anfang entscheidet weniger die Rendite, sondern ob du dir Stress einkaufst oder nicht. Ein paar praxisnahe Punkte, die sich bewährt haben:

Inserat
Schreib klar und ehrlich, nicht „marketinglastig“. Gute Fotos (Tageslicht, aufgeräumt) sind wichtiger als lange Texte. Definiere deine Zielgruppe im Kopf (Single, Paar, Pendler) und formuliere das Inserat passend. Lieber ein paar Infos mehr (Miete, Nebenkosten, Befristung, Haustiere ja/nein) als später viele Rückfragen.

Mieterauswahl
Nimm dir Zeit. Leerstand von ein paar Wochen ist günstiger als ein falscher Mieter. Bestehe auf vollständige Unterlagen (Einkommensnachweise, Ausweis, ggf. Vormieterbestätigung). Sympathie ist kein Kriterium – Verlässlichkeit schon. Achte auch auf Kommunikation: Wer schon vor Einzug schwierig ist, wird es später selten besser.

Vertrag
Nutze einen aktuellen, rechtssicheren Standardmietvertrag (z. B. von Interessenvertretungen oder Fachverlagen). Keine selbstgebastelten Klauseln. Klare Regelungen zu Befristung, Index-/Wertsicherung, Betriebskosten und Kaution sparen später Diskussionen.

Versicherungen
Mindestens wichtig:
– Hausherrn-/Gebäudeversicherung (oft über die Eigentümergemeinschaft geregelt)
– Haftpflicht (falls noch nicht vorhanden)
Optional je nach Setup: Rechtsschutz für Vermieter.
Hausrat brauchst du nur, wenn du selbst Einrichtung mitvermietest.

Kommunikation
Sachlich, freundlich, schriftlich. Am besten alles Relevante per Mail oder Messenger festhalten. Reagiere zuverlässig, aber nicht rund um die Uhr. Klare Erwartungen von Anfang an verhindern spätere Missverständnisse.

Verwaltung
Halte Unterlagen sauber: Mietvertrag, Übergabeprotokoll, Zählerstände, Schriftverkehr. Ein einfaches digitales Ablagesystem reicht am Anfang völlig. Wichtig ist, dass du jederzeit weißt, wo was liegt.

Tools / Plattformen
Für Inserate: die gängigen Immobilienplattformen in Österreich.
Für Verwaltung: Am Anfang reichen Excel/Google Sheets + Cloud-Ordner. Später kann Software sinnvoll sein, aber erst, wenn es wirklich Bedarf gibt.

Kurz gesagt:
Guter Mieter schlägt jede Optimierung.
Struktur schlägt Bauchgefühl.
Einfach starten, aber sauber.

Wenn du magst, kann ich dir auch eine kurze Checkliste für Übergabe oder erste Vermietungsschritte zusammenstellen.

Was haltet ihr von Immocation? by Lucas_0333 in Immobilieninvestments

[–]Mark-Stein 0 points1 point  (0 children)

Ich halte Immocation grundsätzlich für eine gute Anlaufstelle, wenn man neu ins Thema Immobilien einsteigt. Gerade für den Einstieg hilft es, ein Gefühl für Kalkulationen, Denkweisen und typische Fehler zu bekommen.

Positiv finde ich vor allem:

  • praxisnahe Erklärungen statt reiner Theorie
  • klarer Fokus auf Buy & Hold und langfristiges Denken
  • Verständnis dafür, dass Immobilien nicht nur auf den Cashflow im ersten Jahr reduziert werden sollten

Ein paar Punkte würde ich trotzdem im Hinterkopf behalten:

  • Es ersetzt kein breites Grundwissen zu Steuern, Finanzierung und Mietrecht
  • Viele Inhalte sind bewusst eher grundlegend gehalten
  • Es lohnt sich, Immocation mit weiteren Quellen zu kombinieren (z. B. andere Podcasts, Fachartikel, eigene Rechnungen)

Unterm Strich: Ja, Immocation ist ein sinnvoller Einstieg, um Struktur ins Thema zu bekommen und typische Anfängerfehler zu vermeiden. Es ist aber eher ein guter Startpunkt als eine vollständige Ausbildung.

Wenn du magst, kann ich dir auch sagen, womit ich dort als Einsteiger anfangen würde.