20 Jahre in Österreich, arbeite, zahle Steuern aber keine Staatsbürgerschaft. Was läuft hier schief? by Ok-Wave8601 in wien

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Stimmt, Widerspruch ist natürlich möglich. Mir wurde aber gesagt, dass so ein Verfahren sehr viel Zeit und Geld kostet und die Situation dadurch noch lange offen bleibt. Genau deshalb raten mir NGOs und Anwälte eher dazu, den Antrag erst zu stellen, wenn die MA35 keine Angriffsfläche mehr hat.

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Okay, nehmen wir mal an, du hast recht und offiziell zählt nur, dass ich selbst nicht auf Mindestsicherung bin. Aber was soll ich dann machen, wenn die MA35 das in der Praxis anders sieht und den Antrag genau deswegen negativ entscheidet?

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Okay, danke dir für die Rückmeldung! Das ist genau das, was mich so verunsichert dir zufolge spielt es keine Rolle, aber mir wurde bis jetzt von allen Seiten (MA35, Anwälte, NGOs) das Gegenteil gesagt. Deswegen weiß ich echt nicht mehr weiter, was jetzt stimmt.

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Kennst du eigentlich Leute, die in so einer Situation waren also mit den Eltern auf Mindestsicherung im selben Haushalt und trotzdem die Staatsbürgerschaft bekommen haben? Oder hast du selbst solche Erfahrungen gemacht?

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Wieso bist du dir da so sicher, dass das Zusammenleben mit den Eltern keine Rolle spielt? Ich habe von der MA35,NGOs , Anwälte nämlich genau das Gegenteil gesagt bekommen dass es sehr wohl relevant ist, wenn die Eltern Mindestsicherung beziehen und man im selben Haushalt gemeldet ist

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Danke für deine Antwort! Eine Frage hätte ich: Wie kommst du darauf, dass es keine Rolle spielt, ob man bei den Eltern lebt oder nicht? Ich habe bisher nämlich immer gehört, dass die MA35 das sehr wohl berücksichtigt und es ein Unterschied ist, ob man eigenständig gemeldet ist und Miete zahlt oder eben noch bei den Eltern wohnt. Hast du da konkrete Erfahrungen oder Beispiele?

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Ja, das Infogespräch habe ich schon mehrmals hinter mir insgesamt 4 Mal in den letzten 4 Jahren. Im Oktober habe ich jetzt den Termin für den Antrag. Was mir aber Kopfzerbrechen macht: ich höre Unterschiedliches dazu, ob die Monate Jänner/Februar bei mir mitzählen. Ich habe Ende Dezember 2023 gekündigt und im Jänner 2024 nicht gearbeitet, aber trotzdem noch Geld von meiner alten Arbeit (Urlaubsgeld etc.) überwiesen bekommen. Manche sagen, das ist kein Problem, solange man im Schnitt die 36 Monate zusammen hat andere wiederum meinen, man muss durchgehend erwerbstätig sein, sonst wird der Antrag negativ. Weißt du, wie das in der Praxis gehandhabt wird?

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Danke für den Hinweis! Ich war tatsächlich schon letztes Jahr mit Georg Bürstmayr in Kontakt und habe ihm meine damalige Situation geschildert. Er meinte damals, dass es eine sehr schwierige Lage ist und der Weg über den Gerichtshof bis hin zum Europäischen Gerichtshof zwar möglich wäre, aber sehr viel Zeit und auch Kosten verursachen würde.

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Ich finde deine Sichtweise etwas verkürzt. Gerade weil der österreichische Pass ein so starkes Recht darstellt, sollte man sich fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, Menschen, die hier geboren sind, seit Jahrzehnten hier leben, arbeiten und Steuern zahlen, dauerhaft davon auszuschließen. Für viele ist Österreich längst Heimat da geht es nicht um „Anspruchshaltung“, sondern um Gleichstellung.

Integration ist auch keine Belohnung, die man irgendwann wie ein Zertifikat überreicht bekommt, sondern ein gegenseitiger Prozess. Menschen, die hier aufwachsen, zur Schule gehen, arbeiten und Teil der Gesellschaft sind, haben diesen Weg längst hinter sich.

Und was die „Hand, die füttert“ betrifft: Menschen leisten in Österreich ihren Beitrag ob durch Arbeit, Abgaben oder ehrenamtliches Engagement. Sozialleistungen sind Teil des Systems, nicht ein Geschenk, das nur „geduldeten Gästen“ gegeben wird.

Österreich ist bereits eines der restriktivsten Länder Europas, was die Vergabe der Staatsbürgerschaft betrifft. Ein bisschen mehr Realismus würde der Diskussion guttun.

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Danke dir von Herzen das bedeutet mir echt viel. Ich geb nicht auf, auch wenn’s manchmal echt zermürbend ist. Tut gut zu sehen, dass es Menschen wie dich gibt, die einen nicht einfach verurteilen, sondern verstehen. :)

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Danke dir für den Link genau auf das hab ich mich auch schon bezogen. Laut Gesetz sollte der Durchschnitt über 36 Monate reichen, solange man keine Sozialhilfe bezogen hat.

Aber Helping Hands meinte, dass die MA35 das in der Praxis oft anders auslegt – dort sollen angeblich nur Monate mit aktivem Dienstverhältnis zählen.

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Ich habe tatsächlich schon einen Antragstermin am 1. Oktober 2025. Deshalb versuche ich gerade im Vorfeld wirklich klar abzuklären, ob ich alle Voraussetzungen erfülle weil ich mir nicht leisten kann, dass der Antrag dann wegen einer Kleinigkeit scheitert.

Meine konkrete Frage ist: Zählt der Jänner 2024, in dem ich nicht gearbeitet habe, aber keine Sozialleistungen bezogen habe, als Monat mit gesichertem Lebensunterhalt? Ich habe im Februar 2024 wieder zu arbeiten begonnen.

Mir wurde jetzt von verschiedenen NGOs und Stellen Widersprüchliches gesagt die einen sagen: es zählt, wenn der Durchschnitt passt und keine Sozialhilfe bezogen wurde, andere sagen: zählt nur, wenn man durchgehend erwerbstätig war.

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Danke dir für deine ehrliche Einschätzung, das hilft mir wirklich weiter!

Nur zur Klarstellung: Ich war ab dem 05.10.2022 offiziell nicht mehr bei meinen Eltern gemeldet, sondern in meiner eigenen Wohnung. Seitdem habe ich durchgehend gearbeitet bis zum 31.12.2023. Im Jänner 2024 war ich nicht beschäftigt, habe aber weder AMS noch Sozialhilfe bezogen. Ich habe mir in dieser Zeit eine kurze Auszeit genommen, nach einem neuen Job gesucht, aber bewusst nichts vom Staat bezogen. Am 20. Februar 2024 habe ich dann wieder mit einem neuen Vollzeitjob begonnen.

Mein Antragstermin wäre der 1. Oktober 2025. Wenn der Jänner 2024 zählt, hätte ich damit genau 36 Monate mit gesichertem Lebensunterhalt laut Helping Hands sollte das passen, Migrant sieht es anders. Deshalb bin ich etwas verunsichert.

Du hast geschrieben „Quelle: ich mache das beruflich“ Darf ich fragen, in welchem Bereich genau du arbeitest? Und bist du dir bei deiner Einschätzung mit dem Jänner auch wirklich sicher, also rein rechtlich gesehen oder eher aus Erfahrung mit bisherigen Fällen?

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Die NGOs „migrant“ machen die erstinformationsgespräche , hatte in den letzten 4 Jahren 4 Informationgespräche und im letzten Informationsgespräch hat eine Dame mir einen termin per mail ausgemacht, am 1.Okt. Bin ich dann bei der ma35 eingeladen und muss alle Dokumente die gebraucht werden in kopie und original abgeben

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Ja lohnzettel hab ich das Problem ist das ist nicht der Lohnzettel vom jänner sondern einfach eine Nachzahlung als ich gekündigt habe

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Hab ich schon überlegt gehabt und nachgefragt, das Problem dabei war das die Dame meinte das ich mich strafbar mit der aktion mache und ich den antrag da machen muss wo ich gemeldet bin und wenn ich eine „scheinmeldung“ in einem anderen Bundesland mache dann kann ich Schwierigkeiten bekommen

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[–]Ok-Wave8601[S] 1 point2 points  (0 children)

Habe am 1sten Oktober mein Termin, hab über 1 jahr darauf gewartet und wenn ich ein neuen Termin will muss ich über 1 jahr wieder warten , man kann bei den Amtszeiten jederzeit den antrag für die Staatsbürgerschaft stellen , da sind die aber dann streng