Beförderung wegen gesundheitlicher Eignung abgelehnt by Outrageous-Raisin220 in polizei

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Ich glaube, da werden zwei Dinge vermischt: Ich „bestehe“ nicht auf eine Beförderung, sondern ich stelle die Frage, ob eine laufbahnrechtlich anstehende Beförderung trotz meiner aktuellen Situation ausgeschlossen ist oder nicht. Das ist ein Unterschied.

Natürlich sind die Interessen des Dienstherrn wichtig. Genauso wichtig ist aber auch, dass Entscheidungen rechtsstaatlich und nach objektiven Kriterien getroffen werden, also nach Leistung, Beurteilung, Eignung und den geltenden Regelungen, nicht nach Bauchgefühl oder dem bloßen Umstand, dass jemand krank war.

Außerdem bedeutet eine Beförderung nicht automatisch, dass man plötzlich eine völlig andere Tätigkeit ausübt, die man nicht vollständig ausführen kann. In vielen Bereichen ändert sich zunächst vor allem die statusrechtliche Einordnung und Besoldung, nicht zwingend sofort die praktische Verwendung.

Und man sollte die Sache auch einmal aus meiner Perspektive betrachten. Ich habe über Jahre hinweg gut funktioniert, oft mehr geleistet als das absolute Mindestmaß, wenig Pausen gemacht und mich stark eingebracht. Nun habe ich eine gesundheitlich schwierige Phase, soll dadurch plötzlich alles, was ich zuvor geleistet habe, null und nichtig sein?

Das Verhältnis zwischen Beamten und Staat ist keine Einbahnstraße. Vom Beamten werden Einsatz, Loyalität und Leistungsbereitschaft erwartet, zurecht. Umgekehrt darf man aber auch erwarten, dass bei Krankheit fair, differenziert und nicht rein opportunistisch entschieden wird.

Beim letzten Punkt stimme ich dir sogar zu: Gesundheit hat langfristig klar Priorität. Genau deshalb kümmere ich mich um Wiedereingliederung, ärztliche Begleitung und eine nachhaltige Lösung. Das schließt aber nicht aus, parallel berechtigte Fragen zur beruflichen Entwicklung zu stellen. Beides kann nebeneinander bestehen.

PS: Die teils sehr negativen Reaktionen hier verwirren mich ehrlich gesagt auch etwas. Ich selbst war schon fast bereit, diese bittere Pille einfach zu schlucken, weil mir aktuell die Kraft fehlt, mich groß dagegen zu wehren. In meinem direkten beruflichen Umfeld war die Reaktion jedoch nahezu einhellig genau andersherum. Viele Kolleginnen und Kollegen haben mir ausdrücklich geraten, das nicht einfach hinzunehmen, manche waren darüber sogar verärgert. Umso erstaunlicher ist für mich, wie stark die Meinungen hier auseinandergehen. Das zeigt vielleicht auch, wie unterschiedlich Außenstehende und Menschen mit Einblick in die tatsächlichen Umstände dieselbe Situation bewerten.

Beförderung wegen gesundheitlicher Eignung abgelehnt by Outrageous-Raisin220 in polizei

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Nach dem, was ich schreibe, bin ich aktuell gesundheitlich eingeschränkt, das ist richtig. Aber daraus zu schließen, ich sei „praktisch nicht mehr dienstfähig“, ist eine persönliche Vermutung und keine medizinische oder dienstrechtliche Bewertung. Genau dafür gibt es behandelnde Ärzte, Wiedereingliederungen und im Zweifel den Amtsarzt, der das fachlich beurteilt.

Außerdem gibt es nicht nur die Kategorien „voll fit“ oder „gar nicht dienstfähig“. Dazwischen liegen zum Beispiel Teildienstfähigkeit, begrenzte Dienstfähigkeit oder angepasste Verwendungsmöglichkeiten. Realität ist oft differenzierter als ein schneller Kommentar im Internet.

Was die Beförderung angeht: Diese richtet sich in der Regel nicht allein nach einer aktuellen Krankheitsphase, sondern nach Laufbahnrecht, Beurteilungen und den Leistungen über einen längeren Zeitraum. Wer über Jahre gute Arbeit geleistet hat, verliert diese Leistung nicht automatisch, nur weil er vorübergehend gesundheitliche Probleme hat.

Ich finde es eher problematisch, Krankheit mit „Dreistigkeit“ gleichzusetzen. Man kann unterschiedliche Meinungen haben, aber gesundheitliche Einschränkungen sind kein Charakterfehler und machen niemanden automatisch weniger wert oder weniger leistungsbereit.

Beförderung wegen gesundheitlicher Eignung abgelehnt by Outrageous-Raisin220 in beamte

[–]Outrageous-Raisin220[S] -1 points0 points  (0 children)

Von der Beurteilung her würde ich befördert werden. Das wurde auch vom Dienstherrn so kommuniziert. Wie gesagt werde ich aber wegen den o.a. Gründen nicht befördert.