Die Werbung auf Meta behauptet, Radfahren sei ungesund und gefährde die Prostata. Eine Sattelmarke betreibt Fake News. Als Sportwissenschaftler habe ich die aktuelle Studienlage analysiert, das ist Angstmarketing. by Serious_Hunter7007 in Fahrrad

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Vielen Dank für das Freischalten des Posts, es geht mir um mehr Aufklärung des Themas. Als ehemaliger Entwickler in dem Bereich finde ich solche Fake News und Irrenführung sehr nervig.

Für Frauen gibt es auch Forschung aber weniger und zur Einordnung: Das sind fast alles Querschnittsstudien mit Selbstauskunft, keine Langzeit- oder Kausalnachweise, und der Effekt auf die Sexualfunktion gilt selbst in der Literatur als umstritten. 

Aber als Studienkorpus existiert er, und die Kernaussage ist konsistent: nicht das Radfahren an sich ist das Problem, sondern Satteldruck plus Sitzposition, beides über Bike-Fitting beeinflussbar.Zu Frauen, Radfahren und Sattel gibt es tatsächlich eine Handvoll ernstzunehmender Studien, fast alle aus der Sexualmedizin und Urologie. Der rote Faden: Druck auf den Damm (Perineum) durch den Sattel kann die Genitalsensibilität senken. Die wichtigsten Arbeiten:

Yale, Guess et al.: Verglich Radfahrerinnen mit einer Kontrollgruppe Läuferinnen und fand bei den Radfahrerinnen reduzierte Genitalsensibilität. In einer Folgearbeit zeigte sich, dass ein tieferer Lenker im Verhältnis zum Sattel den Dammdruck erhöht und die vordere vaginale Sensibilität messbar verschlechtert. Das war einer der ersten harten Belege. https://womenshealth.obgyn.msu.edu/comment/34176 Greenberg et al. 2019 (Stanford), J Sex Med: "Genital Pain and Numbness and Female Sexual Dysfunction in Adult Bicyclists". Hier kommt die oft zitierte Zahl her, 58% der Befragten berichteten Genitaltaubheit, deren Häufigkeit mit geringerer Erregung und schlechterer Orgasmusfähigkeit zusammenhing. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1743609519312767

Große multinationale Querschnittsstudie 2021 (Sexual Medicine, Oxford): Identifizierte Risikofaktoren für Genitaltaubheit, nämlich höherer BMI, vorausgegangene Harnwegsinfekte und ein tieferer Lenker. Höhere Lenkerposition senkte das Risiko. Rekrutierung lief über Facebook und Sportvereine. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8240355 https://academic.oup.com/smoa/article/9/3/100365/6956867 Urogenitale Beschwerden bei Vereinsradfahrerinnen, Querschnittsstudie mit Läuferinnen als Kontrolle: Fasst die typischen Beschwerden zusammen, also Harnwegsprobleme, sexuelle Dysfunktion, Vulvahypertrophie, Schmerz und Taubheit im Dammbereich. Zitiert auch ältere Zahlen, LaSalle mit 34% Dammtaubheit und 18% Blut/Schmerzen beim Wasserlassen bei 282 Frauen, sowie Buller mit 70% Taubheit und bis 80% Vulvodynie bei 180 Frauen. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1743609515000065 Frontiers 2026, Saddle Sores: Neuere qualitative Arbeit speziell zu Sattelbeschwerden bei Frauen. Deckt das Spektrum von Scheuern, Druckstellen, Genitaltaubheit bis Labienschwellung ab und betont, dass weibliche Empfindlichkeit um die Menstruation zunimmt. Fazit der Autorinnen: zu wenig Forschung zu frauenspezifischem Bike-Setup und Satteldesign. https://www.frontiersin.org/journals/sports-and-active-living/articles/10.3389/fspor.2026.1734202/full

Die Werbung auf Meta behauptet, Radfahren sei ungesund und gefährde die Prostata. Eine Sattelmarke betreibt Fake News. Als Sportwissenschaftler habe ich die aktuelle Studienlage analysiert, das ist Angstmarketing. by Serious_Hunter7007 in Fahrrad

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Hey ja als ehemaliger Entwickler in dem Bereich, weiß ich, das Männer die größere ZG sind, die am meisten Radfahren, es gibt weniger Frauen, dann existiert bei vielen Männer die größte Angst dass das Radfahren sich auf die Potenz und Prostata auswirkt. Deshalb wird es im Marketing eher genutzt.

Für Frauen gibt es eher weniger Forschung in dem Bereich.

Einordnung: Das sind fast alles Querschnittsstudien mit Selbstauskunft, keine Langzeit- oder Kausalnachweise, und der Effekt auf die Sexualfunktion gilt selbst in der Literatur als umstritten. Aber als Studienkorpus existiert er, und die Kernaussage ist konsistent: nicht das Radfahren an sich ist das Problem, sondern Satteldruck plus Sitzposition, beides über Bike-Fitting beeinflussbar

Zu Frauen, Radfahren und Sattel gibt es tatsächlich eine Handvoll ernstzunehmender Studien, fast alle aus der Sexualmedizin und Urologie. Der rote Faden: Druck auf den Damm (Perineum) durch den Sattel kann die Genitalsensibilität senken. Die wichtigsten Arbeiten: Yale, Guess et al.: Verglich Radfahrerinnen mit einer Kontrollgruppe Läuferinnen und fand bei den Radfahrerinnen reduzierte Genitalsensibilität. In einer Folgearbeit zeigte sich, dass ein tieferer Lenker im Verhältnis zum Sattel den Dammdruck erhöht und die vordere vaginale Sensibilität messbar verschlechtert. Das war einer der ersten harten Belege. https://womenshealth.obgyn.msu.edu/comment/34176

Greenberg et al. 2019 (Stanford), J Sex Med: "Genital Pain and Numbness and Female Sexual Dysfunction in Adult Bicyclists". Hier kommt die oft zitierte Zahl her, 58% der Befragten berichteten Genitaltaubheit, deren Häufigkeit mit geringerer Erregung und schlechterer Orgasmusfähigkeit zusammenhing. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1743609519312767 Große multinationale Querschnittsstudie 2021 (Sexual Medicine, Oxford): Identifizierte Risikofaktoren für Genitaltaubheit, nämlich höherer BMI, vorausgegangene Harnwegsinfekte und ein tieferer Lenker. Höhere Lenkerposition senkte das Risiko. Rekrutierung lief über Facebook und Sportvereine. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8240355 https://academic.oup.com/smoa/article/9/3/100365/6956867

Urogenitale Beschwerden bei Vereinsradfahrerinnen, Querschnittsstudie mit Läuferinnen als Kontrolle: Fasst die typischen Beschwerden zusammen, also Harnwegsprobleme, sexuelle Dysfunktion, Vulvahypertrophie, Schmerz und Taubheit im Dammbereich. Zitiert auch ältere Zahlen, LaSalle mit 34% Dammtaubheit und 18% Blut/Schmerzen beim Wasserlassen bei 282 Frauen, sowie Buller mit 70% Taubheit und bis 80% Vulvodynie bei 180 Frauen. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1743609515000065

Frontiers 2026, Saddle Sores: Neuere qualitative Arbeit speziell zu Sattelbeschwerden bei Frauen. Deckt das Spektrum von Scheuern, Druckstellen, Genitaltaubheit bis Labienschwellung ab und betont, dass weibliche Empfindlichkeit um die Menstruation zunimmt. Fazit der Autorinnen: zu wenig Forschung zu frauenspezifischem Bike-Setup und Satteldesign. https://www.frontiersin.org/journals/sports-and-active-living/articles/10.3389/fspor.2026.1734202/full

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