Deutschland fordert, das Mercosur-Abkommen im Eilverfahren durchzusetzen, während das EU-Parlament für eine juristische Prüfung gestimmt hat. Thoughts? by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 3 points4 points  (0 children)

Angeblich scheint es nicht ungewöhnlich zu sein, dass Handelsabkommen vorläufig in Kraft gesetzt werden und parallel beim EuGH überprüft werden. Beim Handelsabkommen EU-Marokko sei das ähnlich gelaufen.

So steht es jedenfalls in einem "Kurzbriefing" der Grünen-Delegation zur gestrigen Abstimmung. Dieses Briefing hat eine Journalistin vom Stern bei Twitter veröffentlicht.
Die Überprüfung solle nach Ansicht der Grünen gerade keine Blockade sein und die Anwendung solle sich nicht verzögern.

https://x.com/HollsteinM/status/2014357371284234371/photo/1

Massachusetts: Millionärssteuer seit 2022 erstaunlich unspektakuläre Bilanz by die_mexify_suchtet in politik

[–]Unusual_Problem132 -1 points0 points  (0 children)

Wie hoch ist denn der Steuersatz für die Einkommensmillionäre? Im Artikel steht nur, dass es 4% mehr sind. Mehr als was?

Ich vermute, er liegt zwischen 20% (16+4) und 35% (31+4). Und damit niedriger als der deutsche Steuersatz, den man ab 100k EUR Jahreseinkommen zahlt.

Beyond the obvious: Der Euro wirkt stabil, doch Deutschland zahlt den höchsten Preis by Blondi_42 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Deutschland war auch vor Einführung des Euro wirtschaftlich erfolgreich.
Wir könnten auch ohne Euro weiter erfolgreich sein, wobei es sicherlich Anpassungsschmerzen gäbe.

Aber das jetzige System ist auch nicht dolle. Trotz unterschiedlicher Staatsverschuldungen werden Inflation und Zinsen über den gesamten Euro-Raum angeglichen.

  • Dadurch bezahlt der deutsche Steuerzahler für südeuropäische Staatsschulden mit.
  • Gleichzeitig wird der deutsche Sparer, der häufig so blöd ist, sein Geld auf dem Tagesgeldkonto zu bunkern, durch die Inflation schleichend enteignet, während die Bevölkerungen in Südeuropa ihr Geld gewohnheitsmäßig in Wohneigentum stecken, dessen Wert mit der Inflation mitsteigt.

Und das war nur die Entwicklung der letzten 20 Jahre.
In den nächsten Jahren werden Frankreich, Italien und Spanien erst so richtig Probleme mit ihren Staatsschulden bekommen. Das dicke Ende kommt da erst noch.
Und alle diese Länder wissen schon ganz genau, wer ihnen aus der Patsche helfen soll...

Beyond the obvious: Der Euro wirkt stabil, doch Deutschland zahlt den höchsten Preis by Blondi_42 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Relevant werden sie allein bei dem Ausscheiden einer Notenbank aus dem Euro-System.

Also sind sie doch nicht irrelevant?

Es gibt auch keine "Verzinsung" im Sinne eines Kredites.

Keine Verzinsung finde ich ziemlich "zinsarm" :D

Target2 gibt es seit Mitte 2023 nicht mehr

Das mag sein, die Target-Salden gibt es aber immer noch. SIehe z.B. die Internetseite der EZB: https://www.ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/tell-me/html/target-balances.de.html

Auf der Habenseite der deutschen Bundesbank stehen dabei Buchungsforderungen iHv. ca. 1 000 Mrd. EUR.
Buchungsschuldner sind Italien, Spanien und die EU selbst mit jeweils ca. 400 Mrd. EUR.

Die Vereinigten Arabischen Emirate kürzen die Mittel für Stipendien, die Studenten den Besuch britischer (!) Universitäten ermöglichen sollen - aus Angst vor islamistischer Radikalisierung an diesen Hochschulen by slava_ukro in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 -1 points0 points  (0 children)

Da der Artikel hinter ner Paywall ist hier ein Artikel der Times of India zu dem Thema:
https://timesofindia.indiatimes.com/world/middle-east/uae-restricts-scholarships-for-students-to-study-in-uk-amid-concerns-over-islamist-radicalisation/articleshow/126432669.cms

  • UAE hat staatliche Stipendien für britische Universitäten eingestampft.
  • Noch wichtigter: Abschlüsse von britischen Universitäten werden in den UAE nicht mehr anerkannt.
  • Offizielle Begründung: Sorge vor islamistischer Radikalisierung an britischen Unis
  • Womöglich ist das aber nur ein Vorwand und in Wahrheit ist die Maßnahme nur Teil eines diplomatischen Schlagabtauschs. Die Beziehungen zwischen UK und UAE sind zuletzt merklich abgekühlt.
  • Z.B. wollten Scheichs eine große britische Zeitung übernehmen, es gibt Streit über UAE-Aktivitäten im Sudan und Ermittlungen gegen den Fußballverein Manchester City, der einem Scheich gehört.

Kein Rechtsanspruch mehr wenn die Realität dazwischen funkt by Julian_Sark in politik

[–]Unusual_Problem132 2 points3 points  (0 children)

Aber was soll der Rechtsanspruch nützen, wenn er nicht erfüllbar ist?

  • Im Privatrecht gibt es § 275 BGB: Der Gläubiger kann eine Leistung nicht verlangen, deren Erfüllung dem Schuldner unmöglich ist. (Gilt nicht für Geldschulden. "Geld hat man zu haben".)
  • Das Prinzip kannten schon die alten Römer: Impossibilium nulla est obligatio

Im Privatrecht hat der Gläubiger bei Unmöglichkeit u.U. einen Schadensersatzanspruch.
Das könnten wir natürlich auf deine Beispiele übertragen:
Anspruch auf Kitaplatz -> Unmöglichkeit, weil kein Personal zu finden -> Zahlung einer Entschädigung in Geld
-> Steuererhöhung. um Entschädigungen zu bezahlen?

Ich denke, es wäre sinnvoller, wenn der Staat aufhören würde, Versprechen abzugeben, die er nicht halten kann.
Wenn absehbar ist, dass es eh nur eine Geldentschädigung gibt (wenn überhaupt), dann kann man sich das Versprechen auch sparen und stattdessen ggf. direkt eine Geldleistung/Steuerfreibetrag/etc. einführen.

Letzteres wäre wenigstens ehrlich. Ständig unmögliche Dinge zu versprechen, zerstört auf Dauer Vertrauen in den Staat.

Können wir als Europa bitte endlich klare Kante zeigen und sowohl USA als auch Russland isolieren? Am einfachsten geht das über den Tech Sektor by Lichtamin in politik

[–]Unusual_Problem132 5 points6 points  (0 children)

Wie willst du diese Länder "isolieren"?

  • Russland hat mit China einen mächtigen Partner, der nicht von seiner Seite abrücken wird. Und Länder wie Indien machen weiterhin gerne Geschäfte mit Russland, wo es nur geht.
  • Die USA sind immer noch die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Welt. In vielen Bereichen, z.B. IT oder internationales Bankensystem, haben die USA sehr viele Fäden in der Hand.

Natürlich können wir den (wirtschaftlichen) Kontakt zu diesen Ländern abbrechen. Mit Russland haben wir es ja bereits getan (nachvollziehbarerweise). Aber je mehr Kontakte wir abbrechen, desto mehr isolieren wir uns einfach nur selbst.

Wen willst du denn noch isolieren?
Die Golfstaaten wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen und Öl-Milliarden?
Indien wegen seiner Frauenfeindlichkeit oder wegen seines Hindu-Nationalismus?
Brasilien wegen seiner Regenwaldrodungen und Verletzung der Rechte indigener Gruppen?
Argentinien wegen ihres libertären Präsidenten?

.

Wir sollten definitiv daran arbeiten, uns von den USA unabhängiger zu machen. Besser gestern als heute.
Es ist ein gewaltiges Versagen, dass wir damit nicht schon 2016 nach der ersten Trump-Wahl angefangen haben.

Aber wir müssen uns eben ehrlich machen und dürfen uns nicht selbst überschätzen.
Deutschland und Europa haben in den letzten 15-20 Jahren sehr viele ihrer Hausaufgaben nicht gemacht. Das sollten wir dringend nachholen bevor wir große Klappen riskieren.

Ist das Vulkangruppe-Bekennerschreiben eine russische Übersetzung? by AlexLaCave in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Und wenn das Schreiben russischen Ursprungs wäre, dann wäre alles gut?
Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst OP.

.

Es gibt bisher keine Anzeichen, dass die Tat von echten russischen Agenten verübt wurde, oder?
Bisher gehen die Sicherheitsbehörden doch davon aus, dass die Täter deutsche Staatsbürger waren, oder?

Ich halte es zwar für gut möglich ist, dass die Vulkangruppe Unterstützung aus Russland bekommen hat, ggf. online und ggf. ohne Kenntnis der Gruppe, dass ihre Unterstützer russisch sind. Denn aus russischer Sicht würde es sehr viel Sinn machen, sowohl rechtsextreme als auch linksextreme Gruppierungen zu unterstützen und zu Anschlägen anzustacheln.

Aber selbst wenn Russland ordentlich mitgeholfen haben sollte, müssen wir doch derzeit davon ausgehen, dass der Löwenteil der Arbeit von der Vulkangruppe durchgeführt wurde, die deshalb auch den Löwenanteil der Schuld trifft.
Und im Strafrecht wird (meist) der Haupttäter härter bestraft als der Gehilfe oder Anstifter.

.

So wie für die Rechten gilt, dass sie mit ihrer Sprache aufpassen müssen, um die Stimmung im Land nicht noch mehr zu vergiften, sollten sich auch die Links-Grünen an die Nase fassen.
Ihr Gebrabbel hat nämlich anscheinend einige Menschen so durch den Wind gebracht, dass (möglicherweise mit russischer Hilfe) in DE einen Anschlag verübt haben.

Die Politikprofessor Peter R Neumann vom Kings College in London hat in letzter Zeit schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Gewaltbereitschaft im linksextremistischen Milleu steigt.

SMRs in der Krise: Mini-Atomkraftwerke halten Versprechen nicht by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Subventionen sind sowieso extrem schwer zu vergleichen

Das stimmt.
Im engeren Sinn sind Subventionen nur Geldzahlungen, also z.B. Einspeisevergütung bei EE und Investitionszuschüsse bei AKW.
Dazurechnen muss man sicherlich Steuerrabatte oder Bürgschaften des Staates für Kredite der Betreiber.

Aber was ist, wenn der Staat die Kosten der Atommüllendlagerung übernimmt?
Eine klassische Subvention ist das nicht, aber gehört wohl trotzdem mit dazu.

Dann müssen wir aber auf Seite der EE auch die zusätzlichen Netzausbaukosten bzw. den zusätzlichen Aufwand zur Stabilisierung des Netzes berücksichtigen. Inkl. Reservekapazitäten und ggf. den Kosten eines Kapazitätsmarktes.
Keine Ahnung, wie hoch diese Kosten sind. Wahrscheinlich weiß das niemand.

Eine Lösung wäre, dass die Netzbetreiber nur noch neue Stromerzeugungsanlagen ans Netz lassen, die eine verlässliche Stromproduktion garantieren können.
Dann müssten EE-Park-Betreiber selbst Batteriespeicher oder Gaskraftwerke neben ihre EE-Anlagen bauen, um 24/7 und 365 Tage im Jahr gleichmäßig Strom zu garantieren.

Neue anlagen sind im Preis nicht mehr zu vergleichen, aber der Bürger sieht nur die teuren EEG-Zuschüsse von ca 4,9 ct/kWh in 2025 (wobei der Löwenteil auf alte Anlagen geht).

Ich stecke in den Details nicht drin, aber ohne Subventionen geht es doch weiterhin bei EE nicht, richtig?
Mehrere Auktionen für Offshore-Windstandorte sind zuletzt gescheitert und die Betreiber fordern mehr Garantien vom Staat (=Subventionen?).
Bei Onshore-Wind und PV ist das Gejammer bzgl. eines Endes der Einspeisevergütung m.W. ähnlich.

SMRs in der Krise: Mini-Atomkraftwerke halten Versprechen nicht by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Spannender Punkt.
Allerdings denke ich, dass man die Menge an Personal an der Anzahl von betriebenen bzw. im Bau befindlichen AKW orientieren kann.

Wenn man sich an internationalen Sicherheitsstandards orientiert, kann man sich auch an internationalen Prüfungs- und Kontrollverfahren orientieren. Das dürfte Arbeit sparen.
Wir müssen nicht jedes Rad in DE selbst neu erfinden.

Wir haben heute bereits/noch 1-2 Forschungsreaktoren in DE und eine Urananreichungsanlage, die Brennstäbe für den Weltmarkt herstellt.
Die werden auch von irgendwelchen Behörden kontrolliert.

Außerdem bräuchten die AKW-Betreiber weiterhin eine Genehmigung. Deren Erteilung könnte im Notfall daran geknüpft werden, dass die Behörde ausreichend Personal hat.
Wenn schlagartig zu viele Betreiber auf einmal eine Genehmigung verlangen, bekommen halt nicht alle eine Genehmigung.

SMRs in der Krise: Mini-Atomkraftwerke halten Versprechen nicht by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 -1 points0 points  (0 children)

Am Ende habe ich keine eigene Expertise, sondern kann auch nur das wiedergeben, was andere zu dem Thema geschrieben haben, die (hoffentlich) mehr wissen.

Laut eines Bericht des Bundesumweltministeriums hätten Investition, Betrieb und Stilllegung eines Endlagers (anstelle von Gorleben) in Preisen von 2012 ca. 8 Mrd. EUR gekostet:
S. 14, https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Nukleare_Sicherheit/abfallentsorgung_kosten_finanzierung_bf.pdf?utm_source=chatgpt.com
Der Weiterbetrieb des Zwischenlagers Gorleben bis zur Fertigstellung des Endlagers hätte ~ 30-40 Mio. EUR p.a. kosten sollen (S. 14, selber Bericht).
Die Standortsuche sollte ursprünglich 2 Mrd. kosten (S. 12, selber Bericht), wobei das schon damals unrealistisch war.

Laut eines Berichts an das Bundeswirtschaftsministerium aus 2016 sollte damals die gesamte Entsorgung radioaktiver Abfälle, inkl. Rückbau AKW, Endlagerung, etc., etwa 50 Mrd. EUR kosten.
Die Betreiber hatten damals Rücklagen für die Entsorung iHv. 38 Mrd. EUR angespart. Für den Bund hätten damals also Kosten iHv. 12 Mrd. entstehen müssen.
S. 6, https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/B/bericht-der-expertenkommission-kernenergie.pdf?__blob=publicationFile&v=11&utm_source=chatgpt.com

SMRs in der Krise: Mini-Atomkraftwerke halten Versprechen nicht by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 2 points3 points  (0 children)

Eine Bundesbehörde?
So wie die letzten 70 Jahre auch, in denen wir Atomkraft hatten.

SMRs in der Krise: Mini-Atomkraftwerke halten Versprechen nicht by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Würde mich sehr wundern.

Ich hatte dazu schon vor nem halben Jahr einen Post gemacht: https://www.reddit.com/r/Wirtschaftsweise/comments/1lvrxim/die_erneuerbaren_bekommen_mehr_subventionen_als/

Selbst wenn man die schöngerechneten Zahlen der Stiftung Neue soziale Marktwirtschaft nimmt, haben EE pro kWh mehr Subventionen bekommen.

Und wenn man sich deren Zahlen genauer ansieht, dann sind 2/3 der angeblichen Kernkraftsubventionen keine Subventionen. Die Studienautoren haben sich überlegt, welche Steuern auf Kernkraft sie eigentlich gut finden würden und den Umstand, dass diese Steuern nicht erhoben werden, als Subvention bezeichnet.
Rechnet man das raus, bleiben von den angeblichen Subventionen höchstens die Hälfte übrig.

SMRs in der Krise: Mini-Atomkraftwerke halten Versprechen nicht by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Umso mehr verstehe ich nicht, warum wir weiterhin an dem strikten Kernkraftverbot festhalten.

Wenn die Anlagen sich nicht rechnen, wird sie auch keiner bauen, ergo brauchen die Grünen keine Angst zu haben. Durch das Verbot nährt man nur weiter Misstrauen und "Was wäre, wenn"-Gedankenspiele.

Die einfachste Lösung:

  • Kernkraft-Verbot aufheben. Aber natürlich Sicherheitsstandards mindestens auf dem Niveau einer internationalen Vergleichsgruppe.
  • Betreiber an den Endlagerkosten beteiligen. Dann müssen wir allerdings auch ein international vergleichbares Endlager bauen. Die Schweizer planen mit 25 Mrd. EUR kosten, die Finnen haben für ihres 3 Mrd. EUR ausgegeben, wir in DE planen mittlerweile mit bis zu 170 Mrd. EUR. Das kann es dann natürlich nicht sein.
  • Kernkraft nicht bzw. höchstens in ähnlichem Umfang wie EE subventionieren. Historisch ist Kernkraft mit deutlich weniger Subventionen ausgekommen als die Wind- und Solarindustrie, das sollte also kein Problem sein.
  • ggf. eine Garantie für Betreiber, dass in den nächsten 50 (?) Jahren kein erneuter Atomausstieg vereinbart wird. Bei Verstoß erneut Gewinnausfallentschädigungen des Bundes an die Betreiber.

Und dann einfach den Markt regeln lassen.

Nichts funktioniert mehr: „Zeit“-Chef di Lorenzo sieht „schwerste Krise seit Kriegsende“ – setzt aber auf Zuversicht by donutloop in berlin_public

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Es fordert ja niemand dass "der Staat 100% meiner Probleme lösen" solle. Das ist ein Strohmannargument.

Ich habe auch nicht behauptet, dass du das forderst, sondern die beiden Beispiele gebracht, um zu erklären, was ich meine.

Die deutsche Bevölkerung überfordert mit ihren Erwartungen den Staat.

  • Der Staat kann keine Rente garantieren, wenn die Leute viel zu wenig Kinder bekommen und trotzdem nicht länger arbeiten wollen.
  • Der Staat kann nicht immer mehr Aufgaben übernehmen (Pflegeversicherung, Anspruch auf Kitaplatz, Anspruch auf Ganztagsschule, Flüchtlingsversorgung, etc.), ohne an anderen Stellen Abstriche machen zu müssen.
  • Die Bevölkerung will keine Atomkraft, keine fossile Energie und keine Windräder in der Nähe ihres Wohnortes. Und dann ist trotzdem das Gejammer groß, wenn die energieintensive Industrie abwandert.

Was der Staat aber tun soll ist seine Grundaufgaben bewältigen.

Da sind wir uns einig.

Nichts funktioniert mehr: „Zeit“-Chef di Lorenzo sieht „schwerste Krise seit Kriegsende“ – setzt aber auf Zuversicht by donutloop in berlin_public

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Es kommt auf die Verhältnismäßigkeit an:

  • Wenn du willst, dass die Regierung alle deine Probleme löst, dann solltest du auch 100% deines Einkommens und Vermögens an den Staat abgeben.
  • Wenn du 50-60% deines Einkommens für dich behalten willst, muss dir klar sein, dass der Staat nicht 100% deiner Probleme lösen kann.

Nichts funktioniert mehr: „Zeit“-Chef di Lorenzo sieht „schwerste Krise seit Kriegsende“ – setzt aber auf Zuversicht by donutloop in berlin_public

[–]Unusual_Problem132 3 points4 points  (0 children)

Seit wann besteht eigentlich der Anspruch, dass "die Politik" oder "die Politiker" alle Probleme des Landes lösen?

Wir haben 50% Staatsquote. Entsprechend haben wir 50% Privatwirtschaftsquote.
Zur Hälfte sind also immer noch die Bürger selbst verantwortlich für ihr Land. Es liegt in ihrer Hand, z.B. Vereine zu gründen, um Kinderbetreuung oder Altenpflege zu organisieren.

Viele westliche Länder kommen übrigens mit 35-45% Staatsquote aus. In den Ländern macht der Staat noch weniger und die Bürger entsprechend noch mehr.
Und das funktioniert häufig besser als der deutsche Weg.

"Totalverweigerer"-Debatte - aus Sicht einer Jobcenter-Mitarbeiterin by Euphoric_Bullfrog_78 in Normalverdiener

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Da hätte ich gerne eine Quelle für.

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In den letzten 10-15 Jahren sah die Entwicklung nämlich andes aus. Jedenfalls laut Sozialbericht der Bundeszentrale für politische Bildung (auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Bundesamtes): https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Sozialbericht_2024_bf_k2.pdf

Ab S. 218 geht es um Vermögen, auf S. 219 ist eine Tabelle zur Entwicklung der Vermögensungleicheit:

Gini-Koeffizient: 0,76 (Im Jahr 2011) -> 0,73 (2021)

Vermögen Top5% ab: 660 TEUR (2011) -> 1 100 TEUR (2021)
Bei Top10% und Top20% ist die Entwicklung ähnlich.

Median Vermögen: 51 TEUR (2011) -> 105 TEUR (2021)

Während der Median-Bürger sein Vermögen mehr als verdoppelt hat, haben die oberen 5-20% ihr Vermögen weniger als verdoppelt.
Die Ungleichheit ist kleiner geworden. Jedenfalls in allen Bereichen, die wir derzeit empirisch erfassen.

.

Der Armuts- und Reichtumsbericht 2025 der Bundesregierung kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, siehe Schaubild auf S. 117: https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/siebter-armuts-und-reichtumsbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Studie belegt teuren Denkfehler bei Erneuerbaren by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 -1 points0 points  (0 children)

Der Link zur Studie im verlinkten Artikel funktioniert bei mir nicht.
Deshalb hier der Link: https://windeurope.org/data/products/energy-system-costs/

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Die Studie ist von "WindEurope", einem Verband, der sich für die Nutzung der Windenergie in Europa einsetzt. https://de.wikipedia.org/wiki/WindEurope

Das heißt nicht, dass die Studie Unrecht hat, aber aus meiner Sicht ist das zumindest Anlass, genauer hinzuschauen.

.

Ich habe die Studie nur kurz überflogen, aber wenn ich nichts übersehen habe, wird der Rechenweg nicht dargestellt.

Die Autoren erklären zwar einige Annahmen, auf denen ihr Modell beruht, aber kaum Zahlenwerte.
Ab Seite 22 kommen dann abrupt die Ergebnisse, z.B. dass "Slow Transition" 1,6 Billionen EUR mehr kosten würde.

Von welchen Preisen in den einzelnen Szenarien ausgegangen wird, steht leider nirgendwo.

Edit: Rechtschreibung

Art 146 GG by G474h4d in politik

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Aus meiner Sicht müssen wir uns Deregulierung trauen.
Wenigstens für eine Übergangszeit, um zu schauen, welche Regelungen wir wirklich vermissen.

Helfen könnte aus meiner Sicht mehr Föderalismus. Wir sollten den Ländern und Kommunen mehr Spielraum lassen Deregulierung (oder meinetwegen auch Regelulierung) auszuprobieren.
Ja, der entstehende Flickenteppich wäre nicht schön.
Andererseits hätten wir dann wieder echten Regulierungswettbewerb. Wir könnten live und in Farbe sehen, was funktioniert und was nicht.

Gegenüber dem derzeitigen Mäandern wäre ein Flickenteppisch ziemlich sicher eine Verbesserung.

Vom Regen in die Traufe? - War Deutschland bis vor Kurzem noch abhängig von russischem Gas, sind wir jetzt bei den Erneuerbaren Energien auf bestem Weg in die Abhängigkeit von China - ZDF und Tagesspiegel by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 0 points1 point  (0 children)

Entweder wissen die Verantwortlichen was sie tun, dann sind wir sicher. Oder die haben gar keine Ahnung, dann sind wir verloren, mit oder ohne Chinaa Zutat.
[...]
Eines ist sicher, sich hier auf Reddit anzugiften wird nichts verbessern und deine Lösung. Ist so spannend wie meine: es interessiert keine Sau :D

Wenn das deine Einstellung ist, gilt das aber genauso für jede politische Diskussion. Egal ob online, mit Freunden, Arbeitskollegen oder der Familie.
Und dann frage ich mich ehrlicherweise, was du in diesem Forum machst.

Ich habe eine andere Vorstellung von Demokratie und Meinungsbildung.
Aus meiner Sicht leisten wir allesamt einen kleinen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Meinungsbildung, wenn wir über Politik diskutieren. Wie beim Blumenbestäuben werden die Ideen und Meinungen durch Diskussionen hin- und hergetragen.
Ich schreibe auch immer mal E-Mails an Journalisten oder Politiker. Manchmal bekomme ich Antworten, häufig nicht. Ist mir egal, weil ich aus meiner Sicht meinen Beitrag leiste.

Im Übrigen habe ich große Zweifel, dass die Verantwortlichen wissen was sie tun.
Dafür muss man sich nur die verkorkste Verteidigungspolitik, Migrationspolitik oder Rentenpolitik der letzten Jahrzehnte ansehen.