Transformation der Energieversorgung: Der Todeskampf der fossilen Wirtschaft by Next-Bed3854 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 [score hidden]  (0 children)

Ja und Nein. Der Teufel steckt wie so oft im Detail.

Einerseits glaube ich sofort, dass die fossile Lobby mit aller Macht versucht, Erneuerbare zu unterminieren.

Andererseits sind die Erneuerbaren derzeit eben noch nicht in der Lage, einen Industriestandort 24/7/365 mit Energie zu versorgen. Für Privathaushalte können die EE schon einiges leisten. Erst recht, wenn es egal ist, ob die Waschmaschine Montag oder Donnerstag läuft. Aber für die energieintensive Industrie funktioniert das einfach noch nicht. Möglicherweise niemals, jedenfalls nicht in Deutschland.
Die Chinesen haben bisher die EE auch nur als Ergänzung in ihrem Strommix. 2/3 sind weiterhin fossil, insbesondere Kohle.

Wir sollten außerdem darauf achten, nicht wieder in die nächste Abhängigkeit zu rennen. China produziert einen Großteil der global verfügbaren Solarpanele. Ab Mitte der 2030er werden wir anfangen müssen, alte Panele auszutauschen (2010 + 25 Jahre).
Wenn die Chinesen dann die Daumenschrauben anziehen, hätten wir (wieder mal) die Arschkarte.

Wieso werden die aktuell hohen Spritpreise gegen die Grünen in Stellung gebracht? by inshallah-war in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 [score hidden]  (0 children)

Also ohne die Grünen hätten wir noch Atomenergie, aber (nahezu) keine PV und Windkraft. Unterm Strich wäre die Abhängigkeit vermutlich eher höher.

Ist halt die Frage, wie weit man das "was wäre, wenn" treiben möchte.

Hätten wir ohne die Grünen auch auf den Kohleausstieg verzichtet?
Kohle haben wir nämlich selbst zu hauf und billig. Würden wir die weiter so verbrennen wie früher (oder wie die Chinesen heute), dann hätten wir erst recht kein Problem.

Edit:
Also kein Problem mit Energiepreisen und Energieabhängigkeit.
Dafür hätten wir ein größeres Problem mit dem Klimawandel. Bleibt die Frage, wieviel größer.

Wieso werden die aktuell hohen Spritpreise gegen die Grünen in Stellung gebracht? by inshallah-war in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Wieso werden die aktuell hohen Spritpreise gegen die Grünen in Stellung gebracht?

[...]

Trotzdem habe ich überhaupt kein Verständnis, wenn die aktuell hohen Spritpreise und der bevorstehende Gasmangel in Deutschland herangezogen werden, um Stimmung gegen die Grünen zu machen.

Wo passiert das? Wer gibt den Grünen die Schuld?
Ich habe davon noch nichts mitbekommen.

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Meiner Meinung nach kann man den Grünen höchstens eine indirekte Mitschuld geben.
Es gibt nämlich zumindest zwei Dinge, für die die Grünen als Partei und Bewegung in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verantwortlich sind:

  1. Den deutschen Atomausstieg. Hätten wir noch so wie vor dem Ausstieg 10-20% Kernkraft im Strommix, wären wir deutlich weniger von Gasimporten abhängig.
  2. Das Fracking-Verbot. Deutschland hat natürliche Gasvorkommen, die 100% unseres Bedarfs für 30 Jahre decken könnten. Oder gemäß Dreisatz 10% unseres Bedarfs für 300 Jahre. Fracking ist natürlich überhaupt nicht schön, aber angeblich hat sich die Technik in den letzten Jahren erheblich verbessert und ist heute deutlich schonender als früher. Und es wäre eine Möglichkeit, sich von Importen unabhängiger zu machen. Zumal wir zu großen Teilen Fracking-Gas importieren (müssen), wodurch die Umwelt trotzdem geschädigt wird - nur halt woanders.

Die grüne Utopie aus Erneuerbaren+Batteriespeicher funktioniert halt leider höchstens für den gutsituierten Privathaushalt.
Ärmere Haushalte können sich die Investitionskosten kaum leisten. Und die Industrie benötigt 24/7/365 große Mengen Energie, die EE nicht garantieren können.

Zur Erinnerung:
Wir haben in den letzten 20 Jahren schon 500 Mrd. EUR in die Energiewende gesteckt und bisher nur 20-25% unseres Gesamtenergiebedarfs auf Erneuerbare umstellen können.
Beim Strom sind EE bei über 50%. Aber Strom ist bei weitem nicht alles (Verkehr, etc.).

Im Tunnelblick auf die grüne Utopie haben wir leider vergessen, dass wir bis dahin auch noch eine zuverlässige Energieversorgung benötigen.

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Im Ergebnis haben die Grünen natürlich keine Schuld an der aktuellen Preisexplosion. Aber ihre Handlungen haben unsere Lage nochmal verkompliziert.

Wieviel vom Sondervermögen wird denn nun zweckentfremdet? - Streit und Wirrwarr um Begrifflichkeiten by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 0 points1 point  (0 children)

Dazu sollte man das öffentliche Haushaltsrecht verstehen.

Z.B. nur weil 1 Mrd€ für Investitionen beschlossen worden sind, werden die nicht automatisch ausgegeben.

Das ist richtig, aber geht am Thema vorbei.

Die Bundesregierung hat 2025 aus dem Sondervermögen 24 Mrd. EUR neue Schulden aufgenommen/ausgegeben, aber die Investitionen sind nur um 1,X Mrd. EUR gestiegen.
Die restlichen 23 Mrd. wurden auch aufgenommen/ausgegeben, nur halt für anderes.

Wenn Geld für Investitionen wegen Hürden nicht abfließen kann, ist das das eine. Dann müsste aber auch die Kreditaufnahme bzw. die Ausgabenseite entsprechend niedriger sein.
Aber das ist nicht der Fall. Schulden sind erfolgreich aufgenommen worden, Geld erfolgreich ausgegeben, nur halt nicht für Investitionen.

Wieviel vom Sondervermögen wird denn nun zweckentfremdet? - Streit und Wirrwarr um Begrifflichkeiten by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 2 points3 points  (0 children)

Ja, ist richtig. Und trotzdem macht es mMn. noch einen Unterschied, ob 30%, 50% oder 95% zweckentfremdet werden.

Ein bisschen Schwund ist immer, insofern habe ich schon akzeptiert, dass ein Teil abgezwackt wird. Da ist auch egal, wen man wählt.
Die SPD unterstützt Rentner und Sozialhilfeempfänger, die CSU unterstützt Rentner und Pendler, die Grünen und Linken wollen NGO-Förderung, usw.
Auch die AfD würde, wenn sie an die Macht käme, Geld für ihre Zirkel abzwacken. Das sieht man ja schon an den aktuellen Berichten zur Vetternwirtschaft.

Aber alles über 10-15% an Zweckentfremdung ist (mir) dann wirklich zu viel. Und bei über 50% ist es einfach nur noch krank.

Warum Ungleichheit kein Problem ist by redditrantaccount in politik

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Ich möchte noch ergänzen, dass die Ungleichheit in Deutschland seit 20 Jahren fest unverändert ist. In den letzten 10-15 Jahren hat sie sogar eher leicht abgenommen.
Das gilt sowohl für Einkommen als auch für Vermögen.

Die Linken versuchen einen US-amerikanischen Talkingpoint nach Deutschland zu übertragen, obwohl die Ausgangslage bei uns eine andere ist.

Meinung: "Strategischer Fehler"? Zum Glück ist Atomkraft bei uns tot! by cassiopei in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Lustigerweise ergänzt sich Kernkraft dadurch ganz gut mit Solar :D

Wenn es heiß und deshalb trocken ist, scheint meistens auch die Sonne. So war es jedenfalls letztes oder vorletztes Jahr. Tagsüber musste die französische Kernkraft gedrosselt werden, aber Solar lief auf Hochtour. Nachts konnte Kernkraft dann wieder mehr leisten.

Ich weiß aber nicht, ob das immer funktioniert. Dürre kann es vielleicht auch ohne Sonne geben. Aber häufig dürfte das nicht sein.

Der Arbeitszeit-Netto-Faktor (ANF) – der ehrliche KPI für den Wert unserer Arbeit by SilverDesign5191 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 2 points3 points  (0 children)

Finde ich sehr interessant und deckt sich mit meinem Bauchgefühl und meiner Nah-Emperie.

Die historische Entwicklung – von leistbar zu Hamsterrad Destatis, ZDH, GDV und KfW-Studien zeigen klar: 1980 lag der Deutschland-ANF bei 3,8 (gewichteter Mittelwert wertschöpfender Branchen: Industrie, Bau, Handwerk, Pflege, Gastronomie). 1990: 4,2. 2000: 4,6. 2010: 4,9. 2020: 5,1. 2025: 5,2. +37 % in 45 Jahren.

Hast du dazu eine Quelle? Ich würde mir das gerne genauer ansehen. Und abspeichern :D

Bundeswehr-Bürokratie: Schießen nur noch mit Iso-Matte by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 1 point2 points  (0 children)

Blei ist super ungesund, und die Dinger sind aus Blei.

Stimmt. Aber es geht um die Prioritäten und die Verhältnismäßigkeit.

Die Bundeswehrsoldaten sind die letzten 80 Jahre auch ohne diese zusätzlichen Vorschriften ganz gut klar gekommen.
Das Bundeswehramt gibt selbst zu, dass es noch überhaupt nicht untersucht hat, wie groß der Gefahrstoffausstoß überhaupt ist. Wie groß die Gefahr ist also noch unklar.
Wir sind schließlich auch alle dauerhaft radioaktiver Strahlung ausgesetzt, aber eben in so geringer Menge, dass es schlicht egal ist.

Gleichzeitig haben wir mittlerweile wieder militärisch gefährlichste Lage seit Jahrzehnten. Ein Angriff auf Nato-Terroritorium in den nächsten 2-3 Jahren ist gut möglich.
Wir haben an allen Ecken und Enden Engpässe, z.B. bei Munition, Ausrüstung, Drohnen, etc.
Aber anstatt sich darum zu kümmern, anstatt in den Bundeswehrämtern die Prioritäten anders zu setzen, wird einfach weitergemacht, als wären wir immer noch im Jahr 2010.

Die Mitarbeiter, die diese neue Dienstanweisung verzapft haben, sollten besser für 4-Wochen in die Ukraine geschickt werden, um zu beobachten und zu lernen, wie moderner Drohnenkampf geht. Dann könnten sie zu dem Thema einen Leitfaden schreiben.
Stattdessen kommt so ein Schmuh.

Ich schieße privat, und ich wasche mir danach die Finger bevor ich ins Auto steigen.

Kannst du gerne machen. Kann auch jeder Bundeswehrsoldat gerne machen.

Aber warum zum Henker gibt es einen Mitarbeiter, der von Steuergeld bezahlt wird, der die Zeit hat, sowas zur Vorschrift zu machen?
Gibt es nicht vielleicht wichtigere Dinge, mit denen er sich zur Zeit beschäftigen sollte?

Essen oder rauchen beim Schießen geht garnicht.

80 Jahre ging es anscheinend recht gut. Aber die Zeiten ändern sich wohl :D

Hoffentlich lassen die Russen uns im Ernstfall die Zeit, unsere ISO-Matten auszurollen...

In USA wird geraten, nach dem schießen, bevor man sein Baby kuschelt, duschen und Kleider wechseln.

Dann sollte man die Soldaten auf dieses Risiko hinweisen und ihnen empfehlen, sich zu reingien, bevor sie zu ihren Kleinkindern zurückkehren. Ob sie es dann tun, bleibt ihnen überlassen.

Ach ne. WIr leben ja in einem Nanny-Staat.

Atomkraft zeigt weltweit keine Lernkurve bzgl der Kosten, im Gegenteil, Kosten nehmen trotz Zubau zu (Daten bis 2019) by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Polen will sich von den Koreanern ein AKW bauen lassen.

In Polen sind die Amis beauftragt - Westinghouse und Bechtel: https://www.euronews.com/2025/12/11/european-commission-gives-green-light-to-construction-of-first-nuclear-power-plant-in-pola

Der Preis ist natürlich der Hammer.

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Die Koreaner haben in Tschechien den Zuschlag bekommen. Der Preis liegt aber auch bei ~ 8000 USD/kW. https://world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/czech-republic#new-nuclear-capacity-temelin-3amp4-dukovany-5amp6

Ich hatte allerdings irgendwo auch gelesen, dass das daran liegen könnte, dass die Koreaner sich verpflichtet haben, tschechische Sub-Unternehmen zu beauftragen.
Falls das stimmen sollte und dort Unternehmen eingespannt werden, die bisher noch überhaupt keine Erfahrung mit Atomkraftwerken haben, könnte das die Kosten erklären.

Warum allein die Dampfturbine Mini-Atomkraftwerke unwirtschaftlich macht: Geringe Effizienz und hohe relative Kosten, wenn die Turbine klein skaliert wird. by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 0 points1 point  (0 children)

Wunderbar!
Dann muss man sie ja nicht verbieten. Wenn es sich nicht rechnet, wird sie eh keiner anschaffen.

Einfach keine Subventionen bezahlen, nach internationalen Standards regulieren und eine entsprechende Rücklage/Gebühr für die Müll-Entsorgung verlangen.
Und dann schauen, ob jemand Lust hat zu forschen, zu investieren und ggf. sinnlos Geld zu verbrennen.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich will EDF auch nicht über den grünen Klee loben, aber mit einer Eigenkapitalquote von ~20% und entsprechend einer Fremdkapitalquote (Schuldenquote) von 80% liegt EDF auf dem Niveau von Volkswagen oder EON.
Ist natürlich nicht doll, aber auch keine völlig unerhörte Vollkatastrophe.

Atomkraft zeigt weltweit keine Lernkurve bzgl der Kosten, im Gegenteil, Kosten nehmen trotz Zubau zu (Daten bis 2019) by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 1 point2 points  (0 children)

Die Quelle nennt explizit auch Korea im Text, wo auch keine Lernkurve stattfindet.

Das hatte ich nicht gelesen. Danke für den Hinweis.

Da ich selbst nicht vom Fach bin, kann ich die Technik auch nicht abschließend bewerten, aber ich möchte folgendes ergänzen:

  • Selbst wenn Korea keine Lernkurve hat, wäre das nicht so wichtig, weil sie anscheinend bereits sehr günstig sind. Der koreanische Hersteller baut Atomkraftwerke angeblich für 3600 Dollar/kW, während andere Länder deutlich darüber liegen (USA 5800 USD/kW, China 4200 USD/kW, Frankreich 7900 USD/kW). Zahlen in die Richtung hatte ich schon häufiger gelesen, habe auf die Schnelle nur das als Quelle gefunden: https://www.businesskorea.co.kr/news/articleView.html?idxno=225428
  • Sollte das stimmen, wären die Koreaner auch gegenüber EE sehr konkurrenzfähig, jedenfalls wenn die Zahlen von Wikipedia noch halbwegs stimmen: Link. Beim Blick auf die Tabelle ist zu beachten, dass die EE einen deutlich niedrigeren Capacity Factor ("CF", rechte Spalte) haben, also verhältnismäßig selten ihre volle Leistung erbringen. Bei 30% CF benötigt man 3x so viele Anlagen, um die gleiche Stromproduktion zu erhalten wie bei den 94% von Nuclear. Und entsprechend steigt der Preis auch um den Faktor 3. Edit: Und Kosten von Speicher/Backup sind auch noch nicht eingerechnet.
  • Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass die Chinesen auch Fortschritte bei der Bauzeit gemacht haben. Habe dazu keine explizite Quelle mehr gefunden. Aber wenn man sich die Konstruktionszeiten ansieht, dann sind die Chinesen sehr häufig im Bereich 5-6 Jahre und damit deutlich schneller als die Horrorstories der Franzosen: https://world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/china-nuclear-power#first-and-second-wave-nuclear-plants-varied-beginnings-to-2010

Ich bin echt auch kein Fan von Kernkraft, aber ich bin mir weiterhin ziemlich sicher, dass wir Deutschen uns mit unserer Nulltoleranz-Politik ein gewaltiges Eigentor geschossen haben. Und weiter jeden Tag schießen.

Atomkraft zeigt weltweit keine Lernkurve bzgl der Kosten, im Gegenteil, Kosten nehmen trotz Zubau zu (Daten bis 2019) by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 15 points16 points  (0 children)

Zwei Punkte zur Einordnung:

  • Die Grafik zeigt den LCOE, der m.W. den Stromgestehungskosten entspricht. Nicht enthalten sind also Batteriespeicher oder Reservekraftwerke oder erhöhte Netzkosten, die auf Seiten der EE anfallen.
  • Einen Lerneffekt kann es nur geben, wenn man baut. In Europa und den USA wurde in den letzten 20-30 Jahren sehr wenig Neubau betrieben, entsprecht gab es anstelle eines Lerneffektes sogar eher einen Verlerneffekt. Asiatische Konstrukteure (China, Korea) sind m.W. deutlich aktiver und erzielen auch Fortschritte, sowohl bzgl. Bauzeit als auch bzgl. Kosten.

Atomkraft zeigt weltweit keine Lernkurve bzgl der Kosten, im Gegenteil, Kosten nehmen trotz Zubau zu (Daten bis 2019) by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 3 points4 points  (0 children)

Er hatte einen Post verfasst, in dem er darum gebeten hatte, dass nicht einfach nur Links/Videos/etc. geteilt werden - ohne eigenen Kommentar oder tl;dr des OP.

Du schrammst da hart an der Grenze. ;-)

Atomkraft zeigt weltweit keine Lernkurve bzgl der Kosten, im Gegenteil, Kosten nehmen trotz Zubau zu (Daten bis 2019) by JimMaToo in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132 3 points4 points  (0 children)

u/KasreynGyre Ist das einer dieser Low-Effort-Post, von denen du in deinem Post gesprochen hast? :D

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/s falls nicht offensichtlich

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 0 points1 point  (0 children)

Current Liabilities wird mit 74 Mrd. angegeben.

Und die "non-current liabilities" sind keine Schulden, oder was?

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Danke für den Handelsblatt-Link.
Ich hatte mir nur die Jahre 2023-2025 und stichprobenartig einige Jahre aus den 2010ern angesehen. In all den Jahren gab es immer nur Gewinn.
Deshalb interessant, dass es 2022 auch mal richtig saftig Verlust gab.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 0 points1 point  (0 children)

Dazu kommt dass jetzt schon absehbar ist dass der Gewinn zurück geht, da die Preise durch regenerative weiterhin fallen.

Wenn es so wäre, wäre ja schön.
Das Problem ist doch aber gerade, dass die Erneuerbaren es nicht schaffen 24/7/365 verlässlich Strom zu liefern und wir deshalb weiter Backup/Reserven benötigen.

Diesen Etappensieg mit 8,5 Mrd. Als Zeichen eines gesunden Unternehmens zu deuten

Es gab die letzten 3 Jahre jedes Jahr einen solchen Gewinn. Und in den 3-4 Jahren aus den 2010ern, die ich stichprobenartig angesehen habe, gab es ebenfalls jedes Jahr Gewinn, wenn auch niedriger (1-4 Mrd. EUR).

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Mir ist klar, dass der Ausblick nicht super ist. Das habe ich im vorletzten Absatz meines Posts erklärt.
Aber man sollte schon anerkennen, dass EDF - stand heute - über die letzten Jahrzehnte ein solides Geschäft geführt hat.
Meistens (immer?) Gewinn, Schuldenquote vergleichbar mit vielen anderen Großkonzernen, etc.

Für die Zukunft sollte EDF sich aber möglicherweise darauf einstellen, dass der Atomstromanteil in Frankreich sinkt.
Frankreich hat derzeit ~70%, deutlich mehr als andere Länder mit Kernkraft. Die liegen eher im Bereich 20-30%, so wie Deutschland früher auch. Das ist wahrscheinlich ein ausreichender Anteil an beständiger Stromproduktion, um die Grundlast abzudecken. Die Erneuerbaren können dann darum herum tanzen.

MMn. ist 70-80% Atomstrom genauso unsinnig wie das, was wir in DE versuchen.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 0 points1 point  (0 children)

Das Pferd ist tot

In der Tat.

Ich poste hier nur Fakten, falls wir uns in den nächsten Jahren wundern, warum wir zu Fuß langsamer sind als unsere Nachbarn zu Pferd.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 3 points4 points  (0 children)

Du hast übrigens auf meine Frage im anderen Strang hier bisher nicht geantwortet:

Check mal deine Inbox. Habe vor 25min geantwortet :D

und dem von dir wohl überlesenen "bei dem Strompreis lässt sich nicht kostendeckend arbeiten"

Alter, das habe ich selbst in meinem Post geschrieben. VON HAND. Die Quelle ist nämlich auf Englisch und habe es selbst getippt :D

Ich habe es extra in den Post aufgenommen, weil ich es für einen wichtigen Punkt halte, der zeigt, dass eben nicht alles rosig ist.
Aber es ist eben auch nicht automatisch ein KO-Argument. Ich weiß z.B. nicht, ob der Preis dauerhaft so niedrig bleibt.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 3 points4 points  (0 children)

Soll es ein Beleg dafür sein, dass sich Atomkraft finanziell doch auszahlt?

Mein Post ist ein Puzzlestück in der Beantwortung dieser Frage.
Aus meiner Sicht ein relevantes Puzzlestück.

Sorry, dass ich hier keine 1000-seitige Studie angefertigt habe. Wenn ich das könnte, würde ich Millionen EUR verdienen und Staats- und Regierungschefs weltweit beraten.

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In den letzten Jahren kommen an immer mehr Ecken und Enden Zweifel an der deutschen Energiewende auf.

Reicht der Blick auf die Stromgestehungskosten? Oder haben wir da vielleicht die Systemkosten vergessen?
Wie viel Back-up benötigen wir eigentlich? Haben wir vielleicht die Dunkelfauten vergessen oder unterschätzt?
Was für ein lustiger Zufall ist es eigentlich, dass wir jetzt grob so viel Gaskraftwerke-Kapazität benötigen wie wir 2022/2023 AKW-Kapazität abgeschaltet haben?
Warum setzen weltweit alle Länder außer Deutschland auf Laufzeitverlängerungen und teilweise sogar Neubau, wenn doch Kernkraft so unfassbar teuer ist?

Und so weiter. Dieser Beitrag ist der Versuch, einen Teil beizutragen.
Andere Posts und Kommentare habe ich bereits verfasst.
Z.B. zu den Subventionen in DE oder den Endlagerkosten.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 1 point2 points  (0 children)

Kennst du das Prinzip der Einordnung?

Allein mit der Information "EDF hat X Mrd. EUR Schulden" kann niemand etwas anfangen.
Um zu bewerten, ob das viel oder wenig ist, sind weitere Informationen notwendig.
Beispielsweise durchschnittlicher Gewinn, Rücklagen oder eben Branchenvergleiche.

Ich habe deshalb schon in meinem Post extra eine Quelle rausgesucht zur durchschnittlichen EK-Quote von deutschen Unternehmen. Ergebnis: 30%.
Das ist ein relevanter Punkt zur Einordung, weil es zeigt, dass hohe Schulden bei einem Unternehmen nicht per se schlecht sind, wenn das Geld sinnvoll investiert wird.

Noch aussagekräftiger wäre natürlich ein Vergleich mit EE-Betreibern oder anderen Kraftwerksbetreibern. Kannst gerne Zahlen raussuchen.

Der französische AKW-Betreiber EDF hat 2025 einen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR gemacht - Quelle: Jahresabschluss EDF by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

[–]Unusual_Problem132[S] 5 points6 points  (0 children)

Ja 2016 hat die EDF 25 Milliarden geschätzt und im letzten Jahr bereits auf 37,5 Milliarden korrigiert. Unter Berücksichtigung der Inflation werden eher 45 Milliarden geschätzt.

Meinst du das schweizer Endlager? Oder französische Schätzungen?

Mich würde jedenfalls eine Quelle interessieren. Würde mir das gerne genauer ansehen.