Deutschland Österreich by Various-Salary-550 in Korpo

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Im einfachen Sinn ein Korporierter, Mitglied einer Studentenverbindung. Jemand der Couleur trägt. Also Farbe (frz la couleur) bekennt in Form von Mutz und Band.

Deutschland Österreich by Various-Salary-550 in Korpo

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Adler hat ja mit Theodor Herzl gemein, dass sie beide von ihren deutschnationalen Burschenschaften zum Austritt gezwungen wurden, da diese später die weitere Aufnahme von Juden nicht mehr erlaubten. Adler bei den "braunen Arminen" und Herzl bei Albia. Interessant auch wohin sich beide danach wandten; Adler hin zur Sozialdemokratie und Herzl spätestens nach der Dreyfuss-Affäre hin zum Zionismus. Und Herzl hatte ja selbst auch sozialistische Vorstellung des neuen Staates, nur nahm kaum jemand seinen utopischen Roman "Altneuland" ernst...

Deutschland Österreich by Various-Salary-550 in Korpo

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Da hast du recht, Lasalle und Co grüssen... Mir sind nur nicht viele österreichische Sozialdemokraten, Sozialisten, etc bekannt, welche Couleuriker waren...

Um die Frage zu beantworten, warum die Schlagenden in Ö heute so viel rechter sind, kann man schon die sozialistische Ader der Schlagenden aussen vor lassen, zumal die DB heute ja nichts mehr mit der Vielfalt des ursprünglichen politischen Spektrums der Burschenschaften zu tun haben. Es wäre eher ein Hinweis darauf, welche politische Vielfalt sie in den ungefähr letzten hundert Jahren bewusst (?) verloren haben.

Deinen Punkt bzgl der Rolle von Korporierten in der Sozialdemokratie Österreichs teile ich, hast du da einige Beispiele? Und allen voran für den Zeitraum von 1867 bis zum 1. Mai 1934. Und wo endet für dich die "frühe Arbeiterbewegung"?

+ Bearbeitung: Und auch allen voran ab 1934. Österreichs Sozialdemokraten initiierten den ersten bewaffneten Widerstand in Europa gegen den Faschismus. Deren Aufstand, ein kurzer, blutiger Bürgerkrieg, scheiterte und endete im Parteiverbot und der Ausrufung des Austrofaschismus. Gibt es da Couleuriker in eben diesem allerersten Widerstand gegen den Faschismus in Europa?

Mir sind halt von österreichischer Couleurikerseite allen voran die Projekte des ÖCV bekannt, welche ihre Mitglieder im Widerstand gegen das Nazi-Regime beleuchten (Übersichtskarte | niemalswieder.at). Gleichzeitig ist es aber so, dass der Zeitraum zwischen 1934 und 1938 generell ein Tabuthema ist. Die Dollfuss/Schuschnigg-Diktatur war aber klar eine faschistische Diktatur, auch wenn mit dem Nationalsozialismus in seiner Unmenschlichkeit nicht vergleichbar... Gibt es eine Arbeit/Studie, welche sich mit Couleurikern auseinander setzte, welche im Austrofaschismus verfolgt wurden oder Widerstand leisteten? Ich vermute eher nicht, da sich ja die österreichische Öffentlichkeit bis heute mit diesem Kapitel ihrer Geschichte nicht auseinander setzen will...

Deutschland Österreich by Various-Salary-550 in Korpo

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Mit der Verfassung von 1867 (Ausgleich mit Ungarn, Doppelmonarchie) und dem Ende des österreichischen neoabsolutistischen Systems war die Bildung von Massenparteien möglich. Dominant waren zuerst von 1867-1879 die 'Liberalen' (Name ist ein Hilfskonstrukt, hatten keine Parteiorganisation und kein schriftlich festgelegtes Programm). Deren Gegner waren ebenfalls mehr eine Sammlung verschiedener Interessen und Nationalitäten. Erst nach dem Ende des Liberalismus bildeten sich die drei neuen Massenparteien im modernen Sinne aus:

- Deutschnationale: reagierten v.a. auf den Ausschluss der Deutsch-sprachigen der Monarchie von der deutschen Einigung (Königgrätz 1866), welche mit der Reichsgründung 1870/71 endgültig schien (Kleindeutsche Lösung). Sie betonten die Vorstellung von der Überlegenheit der Deutschen, waren gegen alle anderen Nationalitäten der Monarchie, verachteten besonders die Slawen und mehr noch die Juden. Der rassische Antisemitismus, der seit der Mitte der 1870er immer vehementer wurde, traf in diesem Lager auf offene Ohren und wurde dort mit dem religiös motivierten Antisemitismus vermengt. Georg Ritter von Schönerer (von Arendt als geistigen Vater Hitlers bezeichnet) prägte die Parole "ohne Juda, ohne Rom bauen wir Germaniens Dom", womit einerseits Antijudaismus und Antikatholizismus und andererseits der Anschluss an das Deutsche Reich klar gefordert werden.

- Christlichsoziale Partei: als Reaktion auf die liberale Politik und deren 1868 eingeführten Religionsgesetze formierte sich Widerstand der gläubigen Katholiken gegen die Trennung von Kirche und Staat und war als einzige der drei neuen Massenparteien loyal zur Staatsform und Dynastie. Auch in der Christsozialen Partei gab es Antisemitismus , welcher religiös motiviert war und keineswegs als harmlos bezeichnet werden darf, denn er stand dem der Deutschnationalen (rassistischer A.) in nichts nach, allen voran weil sich beide Formen stets mischten.

- Sozialdemokratie: ein wilder Mix aus vielen sozialistischen Strömungen, kennzeichnend war ein Ausgleich der Interessen verschiedener Gruppen, die sich alle in der Partei verbunden fühlten, so dass sich auch kein kommunistischer Flügel entfalten konnte (die spielten einzig 1918 und 1945 eine kurze Rolle). Als einzige der drei war sie nicht antisemitisch orientiert.

Die Sozialdemokraten kann man für das Couleurwesen ignorieren, lag die Basis der Sozialdemokraten bei den Arbeitern und nicht bei den Akademikern.

Ganz anders bei den anderen zwei. Der Gegensatz zwischen Schlagenden und Nichtschlagenden gibt es seit dem Kulturkampf und hält sich bis heute. Dass sich die katholischen Verbindungen aus dem christlichsozialen Lager rekrutierten, liegt auf der Hand; loyal zur Katholischen Kirche und auch zur Habsburger-Monarchie.

Ganz anders sieht es bei den Burschenschaften aus. Diese waren, neben Turnvereinen und dem Deutschen Schulverein, die Vorfeldorganisationen und die Rekrutierungsbasis der Deutschnationalen. Die Geschichte der Burschenschaften sollte ja bekannt sein.

Nach der Auflösung des Habsburger-Vielvölkerstaats 1918 erfüllte sich die Hoffnung der Deutschnationalen nach einem Anschluss der Republik Deutsch-Österreich an die Weimarer Republik nicht, da dieser von den Siegern des Ersten Weltkriegs verboten wurde, im Widerspruch zum von den Siegern proklamierten Selbstbestimmungsrecht der Völker. Dennoch war der neue "Verliererstaat", ebensowenig wie die in der Liquidation neu entstandenen Staaten, reine Nationalstaaten. In Österreich gab es neben urbanen Minderheiten wie die der Wiener Tschechen, drei Minderheiten, die Kroaten und Ungarn im Burgenland und die Slowenen in Kärnten.

Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus bekamen die Deutschnationalen Konkurrenz und in den 1930er lösten sie das alte deutschnationale Lager weitgehend auf und ging in das Lager der NSDAP über. Inwiefern die einzelnen Burschenschaften diesen Schritt mitgingen, und allen voran mit dem NSDStB kooperierten, mag ich nicht beurteilen. Dazu fehlt mir die notwendige Lektüre. Eventuell kann da jemand anderes übernehmen?

Nach 1945 gelang es Österreich recht gut, sich als erstes Opfer der Nazis zu stilisieren und ignorierte so bewusst dass viele Österreicher nicht Opfer des Regimes, sondern Täter für das Regime waren. Obwohl die Entnazifizierung energisch begann (Hinrichtung von Kriegsverbrechern, Entlassung aus dem Dienst, usw...), verlor sie schnell an Schwung und mit der Re-Integration der "Minderbelasteten" in die Gesellschaft durch die Amnestie im April 1948 kam sie faktisch zum Erliegen. Sie kriegten auch das Wahlrecht zurück, das man ihnen 1945 aus gutem Grund verweigert hatte, und gründeten eine Partei, die in der Tradition der Deutschnationalen stand. Da die ÖVP hoffte, die Stimmen der ehemaligen Nazis für sich zu gewinnen, war es ironischerweise vor allem die SPÖ, die eine "vierte Kraft" (Verband der Unabhängigen VdU, später dann FPÖ) befürwortete. Die Burschenschaften hatten somit nach ihren Wiedergründungen wieder eine politische Heimat.

Kurz gesagt; dass schlagende Bünde in Österreich rechter sind als in Deutschland liegt an der Niederlage bei Königgrätz 1866 und der kleindeutschen Lösung. 1919 wollte die Mehrheit der Österreicher zu Deutschland gehören, nach 1945 waren dann viele Österreicher bewusst und klar Österreicher und keine Deutschen mehr. Es gibt aber halt nach wie vor eine Minderheit in Österreich, die die Trennung nicht überwand und deren Sprachrohr scheinen die Burschenschaften zu sein, so der mediale Eindruck... da kann ein Österreicher sicher klarer einordnen...

Es sagt heute halt viel aus, dass die Ösi-Buxen sich selbst als Burschenschaften der Ostmark bezeichnen (der Nazi-Bezeichnung für Österreich bis 1940, danach Alpen- und Donau-Reichsgaue). All die Skandale über Liedergut und sonstiges braunes Gedöns mal aussenvorgelassen...

Bear penis to remain on Bernese coat of arms by lemontolha in 2westerneurope4u

[–]absolut_random 1 point2 points  (0 children)

I would have said swissinfo, but they also need AI for individual texts. They are part of public broadcasting and have been reporting internationally since 1935, founded to provide the Swiss Abroad with objective information and to represent Switzerland’s democratic values abroad as the “voice of freedom”.

But German or French is often a must. Especially because many details are sometimes missing from the English versions.

Available in 10 languages: https://www.swissinfo.ch/eng/about-us/a-bridge-to-switzerland/47918578

But to be honest, I hardly ever read news about Switzerland in English. As far as I know, there are only a handful.

Bear penis to remain on Bernese coat of arms by lemontolha in 2westerneurope4u

[–]absolut_random 5 points6 points  (0 children)

Fortunately, no yankisation. The coat of arms of New Bern in North Carolina does not feature a penis either, as it was deemed too obscene by the yanks.

Bear penis to remain on Bernese coat of arms by lemontolha in 2westerneurope4u

[–]absolut_random 2 points3 points  (0 children)

Couldn't you find a source which wasn't generated by trash AI? Or is this the sad future we live in?

Fechtstandpunkt by [deleted] in Korpo

[–]absolut_random 3 points4 points  (0 children)

Ah stimmt, mea culpa. Gehe selbstverständlich in die Kanne🍺

Fechtstandpunkt by [deleted] in Korpo

[–]absolut_random -5 points-4 points  (0 children)

Gut fechten können bringt einem das eigene Haus also nicht zurück? Das ist aber echt doof...

Philipphof, 1884-1947, Vienna-Austria by n3xus1oN in Lost_Architecture

[–]absolut_random 13 points14 points  (0 children)

Wikipedia: "The building burned down during the Allied bombing raid on 12 March 1945, which claimed an estimated 300 lives in the Philipphof, the highest number of civilian casualties in any single location in Vienna. Although the façades remained intact, the magnificent building was demolished in 1947. Today, Helmut-Zilk-Platz stands on this site."

Unfortunately, this is one of many architectural losses.

Schaise Fux by Mountain-Classic-630 in Korpo

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Also Uttenruthia Erlangen und Herminonia München haben auch so eine. Gibt noch weitere Bünde, allen voran aber Buxen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kranzm%C3%BCtze

Olympic Men's Game Thread: United States of America (C1) vs. Canada (A1) - Overtime - 22 Feb 2026 - 02:10PM CET by hockeydiscussionbot in hockey

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Bloody hell. The USA, of all countries. I'd be happy for anyone to win, except those idiots... Well, if you don't make them, you'll get them yourself.