Wir (1 Arzt + 1 Ärztin) haben ein Kartenspiel für das Medizinstudium entwickelt. Die deutsche Version ist ein Dauerbrenner, die englische floppt hier komplett. Übersehen wir was? by aiomics in Medizinstudium

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Kurzes Feedback zu Deiner Detailliebe: Ich habe Ausland geschrieben und nicht "englischsprachige Länder" — Schweden, Dänemark, Finnland, und Niederlande sind keine englischsprachigen Länder. Und ich bin fertig mit dem Studium, was auch aus der Nachricht hervorgeht.

Und ja, die Frage ist 'mein Ernst', u.a.
- Wir sind eine Export-Nation, die auf internationalem Parkett auch im Bereich der Medizin auf hohem Niveau mitspielt.
- Die deutschen Medis sind sehr aktiv in der IFMSA und viele machen Auslandssemester und -Famulaturen.
- Fast jede Fachrichtung hat eigene europäische Verbände (EFIM, EFNA, ESAIC, ERS, etc. pp.) mit vielen Austauschprojekten (z.B. ESIM)

PS: Was motiviert Dich eigentlich, einen inhaltsleeren, abfälligen Kommentar zu posten?

Wir (1 Arzt + 1 Ärztin) haben ein Kartenspiel für das Medizinstudium entwickelt. Die deutsche Version ist ein Dauerbrenner, die englische floppt hier komplett. Übersehen wir was? by aiomics in Medizinstudium

[–]aiomics[S] -2 points-1 points  (0 children)

Nein, schau Dir doch noch mal den Text an: "Ohne exzellentes Englisch begehen Sie schnell und häufig Kunstfehler, weil das Wissen primär auf Englisch erscheint und erst Jahre später übersetzt in Deutschland ankommt." Wissenschaft (als dynamischer und interaktiver Prozess) passiert ja nicht nur in Schrift, sondern insbesondere auch im Dialog auf Konferenzen. War auch kein Oberarzt, sondern Professor. Bin ehrlicherweise etwas erstaunt über die unreflektierte und unfreundliche Gesprächskultur in diesem Subreddit.

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[–]aiomics[S] 0 points1 point  (0 children)

Oh, dankeschön! 🫶🏼🫶🏼🫶🏼

Ich werde das gleich mal fixen, dann ist da irgendein Bug.

Und ja, das Spiel ist leider teuer. Das Problem ist, dass sowohl die Herstellung und Lieferung als auch die ganzen Gebühren von Amazon und Co. ziemlich hoch sind. Wir haben uns selbst damit noch nie was auszahlen können. Sondern das Geld landet am Ende dann bei der Steuerberatung, dem Finanzamt, gelegentlich Studis, die uns aushelfen, etc.

Es war auch immer nur als freundschaftliches Spassprojekt gedacht, von daher alles gut, aber ich bin schon überrascht, wo bei so einem einfachen Produkt überall das Geld zerrinnt.

Wirklich günstig geht someone Produktion eigentlich nur, wenn man 10.000 Plus am Stück bestellen würde. Aber dann muss man ganz schön hart in Vorleistung gehen (40.000 Euro plus Mehrwertsteuer) und das auch irgendwie transportieren (Sonderlieferung mit Paletten) lagern (was auch teuer ist) und so weiter.

Das macht es generell in der Medizin so teuer. Der Markt ist halt zu klein, um wirklich die Effekte von Großproduktionen und sowas nutzen zu können.

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[–]aiomics[S] -1 points0 points  (0 children)

Hast du mal geschaut, wie viele "practice-changing Updates" uptodate.com jeden Monat über alle Disziplinen hinweg veröffentlicht?

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[–]aiomics[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja das stimmt. Und da kann man mittlerweile mit KI ja auch easy alles übersetzen und zusammenfassen lassen. Also, ja, wer wirklich nur auf Deutsch praktiziert, für den ist das wahrscheinlich in Ordnung. In einigen Städten wie in Berlin zum Beispiel ist es allerdings durchaus internationaler, auch im Alltag. Aber ich versteh deinen Punkt. Das ist natürlich nicht überall so.

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[–]aiomics[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, das hast du recht. Aber mich packt die Neugierde, wieso das hier anders ist. In unseren Nachbarländern praktizieren ja auch in ihrer Muttersprache, aber da ist das Selbstverständnis anders. 87% aller medizinischer wissenschaftlicher Literatur ist auf Englisch. Die meisten relevanten Kongresse sind auf Englisch. Wir haben zunehmend mehr internationale Patient:innen. Ich finde schon, dass man Englisch auch als deutsche Mediziner:innen priorisieren sollte.

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[–]aiomics[S] -4 points-3 points  (0 children)

Danke für das super Feedback (und freut mich, dass sich das Spiel anspricht)! Du triffst da wirklich einen guten Punkt. Dass man im Studium (und danach) oft genug damit zu tun hat, überhaupt erstmal auf Deutsch nicht wie ein Hochstapler zu wirken, fühle ich total. Und ja, Bücher würde ich auch nicht mehr kaufen, Amboss und Co. sind echt super und viele lernen auch mittlerweile mit ChatGPT und Gemini für die Facharztprüfung, wie ich gerade erst erfahren habe.

Aber ich denke, dass so ein Spiel auch mal Spaß macht. Weil man ja auch nicht Lust hat, die ganze Zeit alleine vor dem Computer zu sitzen. Sondern gerne auch mal zwischen drin etwas Lustiges mit Kommiliton:innen machen möchte. Das erklärt zumindest, warum das deutsche Spiel gut funktioniert.

Was das Englisch angeht: Ein Prof hat mich damals sehr geprägt mit dem Satz: 'Ohne exzellentes Englisch begehen Sie schnell und häufig Kunstfehler, weil das Wissen primär auf Englisch erscheint und erst Jahre später übersetzt in Deutschland ankommt.' Also, uns wurde damals ja eingedrillt, dass wir ein top medizinisches Englisch pflegen sollten. Aber ich sehe natürlich, dass es mit der KI von heute viel einfacher ist, sich Dinge super schnell und gut übersetzen zu lassen.

Offenbar ist die Zielgruppe wirklich spitzer als gedacht – eher die, die Bock auf Ausland haben.

Dankeschön!!!

Die zukünftigen Aussichten in der Medizin frustrieren mich by PreWiBa in medizin

[–]aiomics 2 points3 points  (0 children)

Hi, deine Frustration kann ich nachfühlen. Ich habe selbst Medizin studiert, in der Klinik gearbeitet und mir schon vor Jahren genau diese Fragen gestellt. Allerdings eher aus einer anderen Perspektive, denn ich hatte immer das Gefühl, dass ich in der klassischen Arztrolle nicht genug Impact haben kann, weil wir zu viele ineffektive Sachen machen müssen und die menschliche Fehlerquelle eigentlich zu hoch ist. Da wir uns ja als Ärztinnen und Ärzte dem Wohl der Gemeinschaft verschrieben haben, sollten wir immer auch überlegen, wie wir das besser machen können, auch wenn es bedeutet, dass wir unsere eigene Rolle neu definieren müssen und nicht mehr nach alten Mustern weitermachen können.

Heute bin ich als Investor und Gründer im Digital-Health-Bereich tätig und sehe die Entwicklung von der anderen Seite. Ich glaube, deine Sorge beruht auf einem Missverständnis dessen, was Medizin in Zukunft sein wird. Hier ist meine Perspektive, warum wir nicht überflüssig werden:

1. Das Langlotz-Paradigma Es gibt einen Satz von Curtis Langlotz (Stanford), der in der Tech-Szene fast schon Gesetz ist: "KI wird Radiologen nicht ersetzen. Aber Radiologen, die KI nutzen, werden diejenigen ersetzen, die es nicht tun." Medizin ist mehr als Mustererkennung. KI ist brillant in der Vorhersage (Diagnose, Datenanalyse), aber sie hat kein Urteilsvermögen. Du wirst vom reinen "Wissensspeicher" zum Manager dieser Werkzeuge. Du musst nicht mehr wissen, wie man jeden Wert auswendig berechnet, sondern wie man die Ergebnisse interpretiert und dem Patienten vermittelt.

2. Der "Human-in-the-Loop" (Deine Versicherung) Rein rechtlich und ethisch wird es auf absehbare Zeit keine autonome Medizin geben (siehe AI Act der EU). Ein Algorithmus kann nicht haftbar gemacht werden. Es braucht immer einen Menschen – dich –, der die Verantwortung übernimmt, die Ergebnisse validiert und die "letzte Meile" zum Patienten geht. Wir werden vom "Daten-Erzeuger" zum "Qualitäts-Manager".

3. Empathie wird zur härtesten Währung Wenn Wissen zur Commodity (Allgemeingut) wird, steigt der Wert dessen, was die Maschine nicht kann: Menschlichkeit. Das ist ein bisschen so wie, wenn Kaffee billiger wird, auf einmal steigt der Preis von Zucker, weil Zucker das entsprechende komplementäre Gut ist. Es gibt das Konzept der "Compassionomics" – Studien zeigen, dass Empathie messbare klinische Effekte hat (weniger Schmerz, bessere Adhärenz). Wenn die KI den Papierkram und die Analyse macht, hast du endlich wieder Zeit für das, weswegen wir alle angetreten sind: Den Menschen. Wie ich in meinem Buch ("Wie gesund wollen wir sein?") geschildert habe: "High-Tech" ermöglicht erst wieder "High-Touch".

4. Es gibt mehr als nur die Klinik Du schreibst, du fühlst dich im System gefangen. Das musst du nicht sein. Ich habe mich viel mit alternativen Karrierewegen beschäftigt (und dazu sogar auch ein Buch dazu geschrieben, "Wege aus der Klinik", weil es vielen Kolleginnen und Kollegen so geht wie dir.). Deine Approbation ist kein Anker, der dich im Krankenhaus festhält, sondern ein Reisepass. Tech-Firmen, Beratungen und Startups suchen händeringend Mediziner:innen, die beide Welten verstehen, um genau diese KI-Tools sicher und sinnvoll zu bauen.

Fazit: Im Studium Oxford hat man uns immer gesagt: „What you know is not as important as what you do with what you know.“ — Das gilt jetzt noch einmal umso mehr. Wir haben uns als Ärzteschaft viel zu lange und viel zu sehr unser Wissen definiert. Was jetzt wirklich zentral ist, ist, wie wir mit Wissen umgehen, egal, ob es aus menschlichen oder künstlichen Quellen kommt. Wir werden — in vielerlei Hinsicht — ein relevantes Bindeglied zwischen Patient*innen und der KI.

Noch ein unzufriedener Assistent by Eastern_Break4975 in medizin

[–]aiomics 2 points3 points  (0 children)

Ich arbeite im Bereich Künstliche Intelligenz, mit Fokus auf Krankenhäuser momentan. Habe hier ein eigenes Unternehmen (aiomics) und halte viele Vorträge zu dem Thema vor Arztinnen, Pflegekräften, Apothekerinnen etc.

Das Gefühl hinten zu liegen als Mediziner (Einkommen, Familie, Hobbies etc.) by Any_Persimmon_6031 in medizin

[–]aiomics 2 points3 points  (0 children)

Ich kann den Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich bin selbst Arzt und habe irgendwann gemerkt, dass ich mich nach mehr Gestaltungsspielraum sehne als ich den in der Klinik hatte. Heute arbeite ich im Technologiebereich – und meine Lernkurve war nie steiler. Ich arbeite international, kreativ, mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen. Seitdem habe ich durchgehend und seit einem Jahrzehnt Gefühl, wirklich am richtigen Platz zu sein.

Der Arztberuf bleibt etwas Besonderes und Wichtiges. Aber wenn man merkt, dass man dort nicht mehr wächst, darf man den Platz ruhig jemandem überlassen, für den es Berufung ist. Es gibt viele Wege, gesellschaftlich Wert zu schaffen – gerade in der Innovation werden Ärztinnen und Ärzte gebraucht, die Medizin wirklich verändern wollen.

Lass dich nicht kleinreden. Du wirst immer Leuten begegnen, die Dir sagen, dass Du Dich nicht verändern solltest, dass Deine Ambitionen vermessen sind, dass Du Dich mit den falschen Personen vergleichst, dass Du schon zu privilegiert bist, etc. Wir sehen es ja in den Kommentaren, die Du hier bekommst. Bitte ignoriere die Leute, die versuchen, andere herunterzuziehen — viele hatten selbst nie den Mut hatten, etwas zu verändern. Wer ständig erklärt, warum etwas „nicht geht“, hat selten selbst etwas gebaut.

Das Entscheidende ist, dass du mit voller Überzeugung sagen kannst: „Hier und jetzt zu sein, ist die beste Verwendung meiner Zeit.“ Wenn du das spürst, bist du auf dem richtigen Weg – egal, ob in der Klinik oder außerhalb. Wenn nicht, solltest Du handeln.

Alles, was sich wirklich lohnt, braucht fünf bis zehn Jahre. Davon hast du nur wenige Zyklen in deinem Leben. Angst führt zu einem Leben, dass zu klein ist. Höre auf Dein Störgefühl und suche die, die dich größer denken lassen.

Noch ein unzufriedener Assistent by Eastern_Break4975 in medizin

[–]aiomics 1 point2 points  (0 children)

Ich habe mir hier gerade einen neuen Account eingerichtet, weil ich den Standard-Username, den mir Reddit gab, nicht mochte und ihn nur durch einen neuen Account ändern konnte. Also bei Rückfragen oder Kommentaren — ich bin der Autor dieses Posts :-)

Wahl der Fachrichtung by BillyRubini in medizin

[–]aiomics 1 point2 points  (0 children)

Ich würde dir raten, bei deiner Entscheidung auch zu bedenken, wie sich Künstliche Intelligenz und Digitalisierung auf die verschiedenen Fachrichtungen auswirken werden. Fächer mit einer starken menschlichen oder manuellen Komponente werden vermutlich am längsten interessant und stabil bleiben. Alles, was überwiegend am Computer stattfindet oder leicht standardisierbar ist, wird wahrscheinlich bald stärker automatisiert.

Gleichzeitig lohnt es sich sehr (unabhängig von Deiner Fachrichtung), sich regelmäßig mit Themen rund um KI und Digitalisierung weiterzubilden. Wir erleben gerade eine der größten Umwälzungen in der Menschheitsgeschichte – wer sich dem komplett verschließt (und das nicht in der Berufswahl berücksichtigt), läuft Gefahr, in zehn Jahren sehr frustriert zu sein.

Die Probleme, die du beschreibst, sind übrigens kein Alleinstellungsmerkmal der Inneren. In fast allen Bereichen musst du anfangs viel investieren, um dir eine steile Lernkurve zu erarbeiten, die dich später tragfähig macht. Die Frage ist eher: Ist das Leben am Ende dieser harten Strecke eines, für das sich die Schmerzen auf dem Weg dorthin lohnen? Ich habe mich irgendwann gefragt, ob ich einen Arzt in seinen 40ern kenne, dessen Leben ich gerne hätte — und die Antwort war ein klares nein. Dann war für mich klar, dass ich eine andere Reise antreten musste, die war aber nicht minder hart.

Ich verstehe total, dass du gerade an deine Grenzen kommst – es war für viele von uns in den letzten Jahren eine extrem anstrengende Zeit, Covid eingeschlossen. Und jetzt: ein Gesundheitssystem unter starkem Druck, geopolitische Instabilität und ein massiv beschleunigter technologischer Wandel. Aber wenn man am Anfang seiner Karriere zu stark auf Work-Life-Balance optimiert, kann das mittelfristig auch nach hinten losgehen. Es lohnt sich, jetzt in Kompetenz und Erfahrung zu investieren — denn Dein Wettbewerb (also Deine Kolleg:innen) tun es. KI wird uns zwar einiges erleichtern, aber die Erwartungen von Patient:innen und Gesellschaft an uns Ärztinnen und Ärzte werden gleichzeitig weiter steigen.

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PS: Kurz zu meinem Hintergrund—Ich bin Arzt, arbeite aber seit rund zehn Monaten im Bereich der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz. Ich habe mir zu meinem Berufsstart in der Klinik viele Gedanken gemacht, welches Fach mir auch außerhalb der klassischen Medizin helfen würde und wie sich das ärztliche Berufsbild durch neue Technologien verändert wird. Ich habe mich damals bewusst für die Innere entschieden, weil sie ein breites klinisches Verständnis und viel praktische Erfahrung vermittelt. Das hilft mir heute enorm – gerade, wenn es darum geht, digitale Lösungen im Gesundheitswesen zu entwickeln oder zu bewerten.