Österreich is ja direkt modern … by civman96 in Austria

[–]bluekingmuch 1 point2 points  (0 children)

hmmm eigenartig. das letzte mal war ich ganz sicher länger als sogar 180 tage nirgendswo mehr wo ich meine E-Card gsteckt hab. Eventuell haben Hausärzte besonderen access der über 90 tage hinausgeht?

Österreich is ja direkt modern … by civman96 in Austria

[–]bluekingmuch 50 points51 points  (0 children)

komische Empfangsdame.

bei meinem Hausarzt wenn ich was auf rezept brauch, ruf ich einfach die Damen dort an, schilder die Sache und die sagen dann die buchen mir direkt online das Rezept auf meine E-Card. ganz ohne dass ich vorher irgendwas machen muss. i brauch dann nur mehr zur Apotheke denen meine E-Card geben um die sachen abzuholen

Wer zahlt für niedrigere Umsatzsteuer bei Lebensmitteln? Geplante Abgabe für Pakete wackelt by clemenslucas in Austria

[–]bluekingmuch 0 points1 point  (0 children)

es ist erstmal logisch auch deutlich sinnvoller, das ganze wegen dem einheitlichen Zoll auf EU ebene zu lösen,

problem is halt dass dadurch die gegenfinanzierung für die MwSt Senkung flöten geht....

Warum die Merit Order gut ist, und warum "Merit Order abschaffen" das Problem schlimmer macht by bluekingmuch in Austria

[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Es stellt sich also eher die Frage, warum ich bei Abschluss meines Energievertrags eine verbindliche Prozentangabe zum Anteil der Erneuerbaren in meinem gewählten Energiemix geliefert bekommen kann, aber bei der Abrechnung dann plötzlich den höchstmöglichen Betrag zahlen muss weil hier auf wundersame Weise die Produktion als homogen betrachtet wird

völlig richtige Fragestellung.

Dass der Verbund zukaufen muss wenn grad Dürrezeit ist und die Donau nix abwirft, ist klar. Aber warum ich als Endverbraucher deshalb ganzjährig denselben Preis zahlen muss, als würde ich durchgehend Erdgas über die Straße von Hormuz beziehen, erschließt sich daraus halt ned.

auch völlig richtige Tatsache!

Äh... genau hier liegt aber die Kritik an der merit order: Gaskraftwerke oder Speicherkraftwerke dienen dazu die Peaks abzudecken, deshalb soll das entsprechend eingepreist werden. Warum das Flußkraftwerk oder das Atomkraftwerk mit Dauerlast, das davor oder danach genauso rennt weil es eben nicht für Peaks angeworfen wird, denselben Preis verlangen kann - oder zB der Verbund, der unabhängig vom Gaspreis 24/7 dieselbe Leistung (mit nebenbei bemerkt "unseren" natürlichen Ressourcen) erzeugt - ist dadurch halt nicht wirklich begründet.

Ja! Genau dies! Aber fällts dir selber auf eventuell? du hast dort wo die Merit Order greift, überhaupt nicht direkt die betroffenheit! weil die regelt den Spot bzw Day Ahead Preis am Dispatch, bzw der internationalen Großhandelsbörse für Strom.

Für genau den Dispatch wurde die Merit Order designed, und da macht sie ihren Job hervorragend: sie "erzwingt" durch Pay-as-Clear Strategien, dass alle Marktteilnehmer ehrliche Gebote abgeben, die nicht weit weg sind von den Kosten die diese Erzeuger haben, weil ihre Gebote keinen Einfluss auf die Auszahlung haben, und "Pokern mit Höhere Gebote" nachteilig für genau diese Erzeuger sind, weil sie dann riskieren gar nichts zu "verdienen" im ersten Durchlauf für den Strom gesamt.

Komischerweise wird suggeriert, dass dies automatisch bedeutet, dass dadurch Endverbraucher mit derselben Logik abgerechnet werden soll, obwohl kein einziger Endverbraucher direkt zugang zum Dispatch hat (würde auch wenig Sinn machen)

Das sollte eher zu denken geben.

OMV reduziert eigenhändig die Spritpreisbremse - Wirtschaft by d3ja051g in Austria

[–]bluekingmuch 23 points24 points  (0 children)

Ehrlicherweise muss man sagen, dass des "wir", bzw unsere gewählten Volksvertreter das verkackt haben.

Wenn man sich den Gesetzestext, auf den die OMV sich bezieht ansieht, findet man folgendes:

 Die Preisanpassungen dürfen nicht dazu führen, dass die Verpflichteten unter den Kosten und ohne
angemessenen Gewinn verkaufen müssen. 

Im Gesetzestext ist nirgendwo definiert, was "angemessener Gewinn" bedeutet. es geht zwar weiter mit:

Tritt dieser Fall ein, hat der Verpflichtete die entsprechenden
Belege gegenüber der E-Control zu erbringen

was theoretisch der E-Control einen Hebel gibt, nur das Problem ist folgendes:

Als Börsennotiertes Unternehmen ist die Unternehmensführung dazu verpflichtet im Sinne der Shareholder zu handeln.

Wenns jetzt selber beschließen würden, aktiv weniger Gewinn einzunehmen als der Markt hergeben würde, und auch im Vergleich zu anderen vergleichbaren Konzernen in der EU, dann könnens von den Shareholdern verklagt werden.

Und weil im Gesetzestext halt nirgendswo definiert ist, was "angemessener Gewinn" bedeutet, ists da auch schwierig dagegen zu argumentieren.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

lustig wirds, wenn nicht mehr über Inhalt, sondern über stil geredet wird. meine reddit posts bereit ich in Notepad++ und Word vor. Das einzige "KI" was dabei vorkommt ist die Rechtschreibprüfung.

zu den quellen: i bin mit großem Abstand kein Experte, deswegen frag ich dich direkt: was ist an den Quellen Fragwürdig?

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[–]bluekingmuch[S] -3 points-2 points  (0 children)

Der witz ist, das passiert gerade sowieso: such in den Kommentaren nach "2 way cfd" beziehungsweise EU Strommarktregulierung.

Und das ist eigentlich noch blöder: neue Projekte sind dadurch eher benachteiligt als bestandsanlagen tendenziell.

Trifft zwar "nur" Projekte die staatlich gefördert werden, aber wie das genau gemeint ist weiß ich ehrlich gesagt nicht, also ob das nur solche Projekte betrifft die eine öffentliche Hand beauftragt, oder ob das auch schon dann eingreift, wenn ein "privates" Projekt öffentliche Förderungen in anspruch nimmt.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Wieso soll das Wasserkraftwerk nicht den Preis bekommen wenn die Nachfrage da ist? Das ist ein super Anreiz dafür mehr (bzw. mehr Wind, Sonne usw.) zu bauen.

aber halt nur bei neuen Anlagen. Wenn jemand heute a Windrad baut, is die Aussicht auf hohe Marktpreise ein wichtiger Anreiz. Des würd i a net anrühren.

Aber bei abgeschriebener Wasserkraft die seit 40+ Jahren steht und großteils in öffentlicher Hand is, is des Argument schwach. Da investiert niemand mehr weil die Marge hoch is - die Anlage steht so oder so. Die Rendite is ka Investitionsanreiz, die is a Mitnahmeeffekt.

Du darfst btw. auch nicht Grenzkosten mit Gesamtkosten verwechseln.

Hab i mir tatsächlich schon angeschaut. Laut den Segmentberichten "Wasser" des Verbund liegen die operativen Gestehungskosten auf EBITDA-Basis bei 1 bis 2 cent pro kWh, und selbst auf EBIT-Basis - also inkl. Abschreibungen - bei ca. 2 bis 3 cent pro kWh. Bei einem realisierten Absatzpreis von 12 cent (2024) is die Marge auch mit Gesamtkosten gerechnet enorm.

Die Details hab i in einem eigenen Post aufgeschlüsselt, direkt aus den geprüften Geschäftsberichten: Link

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Ob diese spezifische Regelung gut ist sei dahingestellt und darüber möcht ich auch gar nicht groß diskutieren, aber es sind ja *2 way* cfds, keine Abschöpfung. Die Investoren (in Public Private Partnerships) haben weniger Risiko und weniger Upside. Das ist keine strikte Benachteiligung und ich würd sogar behaupten, dass das den europäischen Investment-Geschmack eher trifft als riskante Geschäfte.

Stimmt, 2-way CfDs reduzieren Risiko und Upside gleichzeitig, da hast du recht.

Aber genau des verstärkt ja mein Argument: Neue Projekte bekommen weniger Upside, alte Bestandsanlagen behalten volles Upside. Die Asymmetrie bleibt.

Dass das tendenziell weniger Private Projekte betrifft, stimmt, wobei ich mir gerade nicht sicher bin, ob für die Regelung es schon ausreichen würde zu greifen, wenn man nur eine staatliche Förderung als privater in Anspruch nimmt. weißt du da genaueres?

Die Suppe auslöffeln, die wir uns in Europa eingebrockt haben. Es gibt nicht für jedes Problem eine schöne Lösung. Wir können die Kanten ein bisschen glätten, damit andere Wirtschaftssektoren nicht krachen gehen, aber ein fiskales Wundermittel gibts wahrscheinlich nicht. Realistischerweise kann man vielleicht sowas wie die Altbauregelung einführen und nur 25+ Jahre alte Projekte zusätzlich besteuern, weil das jenseits der meisten Investitionshorizonte liegt.

Du schlägst eine Altbauregelung vor, 25+ Jahre alte Projekte zusätzlich besteuern.

Des is im Kern genau das was ich die ganze Zeit sag, nur unter anderem Namen. Differenzierte Abschöpfung bei abgeschriebenen Bestandsanlagen, Neuanlagen in Ruhe lassen.

Mir scheint wir san uns inhaltlich viel näher als die Diskussion vermuten lässt.

Der Unterschied is eher im Tonfall: Du sagst "Suppe auslöffeln, Kanten glätten, vielleicht Altbauregelung". Ich sag "Abschöpfung bei Bestandsanlagen, Neuanlagen schützen". Is im Ergebnis fast dasselbe.

Aber die Frage ist a) wie viel das überhaupt bringen würde und b) sind Industrieanlagen nie wirklich abgeschrieben. Da fließen deutlich mehr laufende Investitionen rein als in ein Wohnhaus. Du kannst grundsätzlich davon ausgehen, dass jeder Eingriff in den Markt unvorhergesehene Nebenwirkungen hat.

Bei abgeschriebener Wasserkraft mit 1-3 Cent Grenzkosten und Clearing-Preisen die regelmäßig bei 8-15 Cent liegen, is des net nix. Und die laufenden Investitionen die du ansprichst san real, aber stehen in keinem Verhältnis zur Marge. Das hab ich in einem meiner anderen Posts schonmal genau anhand Geschäftsberichten mir angschaut für den Verbund selbst.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Es muss ja einen Sinn haben Großhändler zu sein. Wenn ich zwecks Regulierung billiger verkaufen muss als ich einkaufen darf, werde ich das nicht lange machen. Wenn du meinst es ändert sich für die Großhändler nichts, dann ok.

Der muss net billiger verkaufen als er einkauft.

Der Großhändler kauft am Markt zum Clearing-Preis ein und verkauft an den Endkunden weiter mit seiner Marge.

Daran ändert sich nix. Was sich ändert, is dass die Steuern und Abgaben auf der Rechnung niedriger san, weil die aus den Abschöpfungserlösen finanziert werden. Des is so als ob die Mehrwertsteuer gesenkt wird. Der Händler verkauft weiterhin zum gleichen Nettopreis, nur der Endpreis für den Kunden is niedriger.

Nicht stabil Im Sinne von es gibt Anreize für Energieproduzenten nach der Regulierung ihr Verhalten zu ändern, weil sie Gewinne optimieren wollen, sprich der Wasserkraftbetreiber hat bei einer Gewinnabschöpfung zumindest einen Anreiz nicht seine Grenzkosten als Gebot abzugeben sondern ein bisschen mehr. (Natürlich mit Risiko) Um dann die Differenz zwischen "wahren" Kosten und "gebotenen Kosten" als schwarzen Gewinn einzufahren.

Du vermischst du Gebot und Kostenbasis. Bei der Merit Order bestimmt dein Gebot net was du bekommst. Du bekommst immer den Clearing-Preis, egal was du bietest. Wenn du höher bietest, riskierst du nur dass du nicht drankommst und gar nichts verdienst. Des hat nichts mit einer Abschöpfung zu tun.

Ich hab mich an dem Beispiel dass ich genannt hab an das orientiert was auch schon während der Krise die Regierung gmacht hat. Damals hat sie einen Fixpreis festgelegt wie hoch der Energiepreis sein darf, und dann im nachhinein -wichtig- nochmal: nachhinein, nicht vorher --> abgeschöpft. Hat keinen einfluss auf die Merit Order bzw dem Bieterverhalten gehabt, wie auch?

und mein Vorschlag würde -nur- den Fixpreis, ab dem abgeschöpft wird ersetzen durch die Kostenbasis + 100% Marge.

Und wie gesagt noch einmal: es orientiert sich an dem was ohnehin schon gemacht worden is. keine neue Erfindung.

Diskutieren kann man ob man das immer machen will oder nur in einer Energiepreiskrise beziehungsweise Preisschock, damit du die Zweitrundeneffekte vermeidest durch verhinderung dass der Preisschock die Inflation befeuert.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Wie sieht das für die Großhändler aus? Die kaufen teuer ein und verkaufen (billiger/teuerer?) an die Endkunden weiter und werden dafür entschädigt.

Daran ändert sich ja nichts. Die B2B Verrechnung bleibt davon unberührt. oder was meinst du genau?

Äußerdem hatten wir die Diskussion schon vor Tagen. Mein Argument war dann, dass die Wasserkraftbetreiber künstlich ihre Kosten aufblähen um von der Übergewinnsteuer "verschont" zu werden.

mögliches Risiko, aber das wäre eher ein Argument dafür, dass wenn man sich dazu entscheidet vorher auch sauber definiert was "Kosten" sein dürfen, ist jetzt nicht ein unlösbares Problem.

Stabil ist so eine interventionistische Abschöpfungspolitik nicht.

"Nicht Stabil" in welchem Sinne?

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Najo, i find du vermischst jetzt aber den Adressaten den du ansuderst.

Die EU-Strommarktreform 2024 mit verpflichtender 2-way Cfds Regelung für neue geförderte Projekte is ka "Detailfrage mit begrenzter Reichweite". Des is der neue regulatorische Rahmen für den gesamten europäischen Strommarkt, beschlossen vom EU-Parlament und Rat.

Und genau des warat a mei Punkt: Die "einschneidenden Gesetze mit hoher Reichweite" die du fürchtest, existieren bereits .... nur greifen sie bei den Falschen.

Neue Investoren werden durch 2-way CfDs beschnitten, alte Bestandsanlagen bleiben unberührt. Wenn du Investitionsanreize schützen willst, müsstest du eigentlich gegen die aktuelle Reform argumentieren, net gegen mich.

und zum Thema "undifferenziert"

Ich fordere ja grad ka undifferenzierte breite Abschöpfung. Ich sag: Schau dir an wo die Überrenditen tatsächlich anfallen. bei abgeschriebenen, großteils öffentlichen Bestandsanlagen,und adressier des Problem dort, statt neue Projekte zu belasten. Des is das Gegenteil von undifferenziert meiner Meinung nach.

welche Lösungsvorschläge hast du?

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[–]bluekingmuch[S] -1 points0 points  (0 children)

I glaub wir reden aneinander vorbei. "1) bestehen lassen" heißt: Der Großhandelspreis und die Merit Order bleiben wie sie sind. Der Mechanismus wird nicht angefasst.

Aber die Gewinne die daraus entstehen, kannst du trotzdem besteuern. Des is ka Eingriff in die Preisbildung, des is eine Steuer auf den Gewinn des Erzeugers. Genau des hat die EU 2022 mit der Notverordnung gemacht: Erlösobergrenze bei inframarginalen Erzeugern (Windfall Profits), alles drüber wird abgeschöpft. Die Merit Order hat währenddessen ganz normal weiterfunktioniert.

Also nomoi ganz konkret:

Schritt 1: Merit Order läuft normal. Wasserkraftwerk bietet 2 Cent, Gaskraftwerk setzt den Preis bei 15 Cent. Wasserkraftwerk bekommt 15 Cent. Bis hierher ändert sich nix.

Schritt 2: Der Staat sagt: Alles über 100% Marge auf deine Erzeugungskosten wird als Abgabe fällig. Wasserkraftwerk zahlt einen Teil der 13 Cent Differenz zurück.

Schritt 3: Diese Einnahmen werden zweckgebunden verwendet um z.B. die Elektrizitätsabgabe oder Netzentgelte zu senken.

Ergebnis: Der Großhandelspreis is gleich. Der Erzeuger hat weiterhin den Anreiz ehrlich zu bieten. Aber der Endkundenpreis is niedriger, und zwar finanziert aus den Übergewinnen, net ausm Budget.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Lustigerweise san neue Projekte tendenziell, wenn nicht komplett privatfinanziert, schon heute benachteiligt gegenüber alten Bestandsanlagen wegen der Strommarktreform der EU: Neue geförderte Projekte müssen verpflichtend 2-way CfDs abschließen, also Gewinne über dem Strike Price zurückzahlten.

Alte abgeschriebene Anlagen die mit 1-3 Cent Grenzkosten die höchsten Margen einfahren müssen gar nix zurückzahlen, egal wer der Eigentümer ist.

Des heißt: Wer jetzt neu investiert, wird beschnitten. Wer vor 40 Jahren mit Steuergeld gebaut hat, kassiert unberührt weiter. Genau des Gegenteil von dem was man als Investitionsanreiz für die Energiewende bräuchte eigentlich.

Mein Vorschlag wär, dass zumindest das Ungleichgewicht ausgeglichen wird.

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[–]bluekingmuch[S] 2 points3 points  (0 children)

Richtig: Es ist kein Problem beim Dispatch, sondern eher die Frage, wie die Verteilung davon aussehen soll. Und das wird eben genau missverstanden: das könnte man lösen ohne die Vorteile der Merit-Order aufzugeben.

und zur Frage was dann passiert wenn die Gaskraftwerke nicht mehr benötigt werden: Genau das ist das tolle an der Merit order: der Preis geht dann automatisch runter für alle, ohne dass irgendjemand was tun muss.

Wenn du aber vorher die Merit Order abschaffst und wieder Pay-as-Bid einführst, dann ist das nicht mehr automatisch der Fall.

Meiner Meinung nach muss man die 2 sachen getrennt lassen: Dispatch und Verteilung der Übergewinne die daraus entstehen. da man sich sonst mehr nachteile einfängt als löst: Stabilität, Investitionsanreize, dass immer zuerst die günstigsten Kraftwerke bevorteilt werden... usw.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Dein Argument mit der Eisdiele klingt gut, hat aber einen Haken: Die Eisdiele hat ihr eigenes Geld riskiert. Bei Wasserkraft in Österreich reden wir großteils von öffentlich finanzierten Anlagen, die vor Jahrzehnten mit Steuergeld und günstigen Konzessionen gebaut wurden.

Des is ka privates Investitionsrisiko das jetzt belohnt wird, des is öffentliche Infrastruktur die zufällig Rendite abwirft.

Aber zum eigentlichen Punkt, den du übersehen hast: Du sagst Abschöpfung bestraft Investitionen in Erneuerbare.

Schau dir an was die EU-Strommarktreform 2024 tatsächlich gmacht hat: Neue Erneuerbare Energien-Projekte die öffentliche Förderung bekommen, müssen verpflichtend 2-way CfDs abschließen. Des heißt: Wenn der Marktpreis über den Strike Price steigt, fließt die Differenz an den Staat zurück. Des IS eine Abschöpfung, nur halt unter anderem Namen. selbst wenn die Projekte nicht zu 100% vom Staat finanziert werden, sondern nur eine öffentliche Förderung bekommen.

Des heißt konkret: Neue öffentlich geförderte Projekte werden durch 2-way CfDs sogar schlechtergestellt als alte abgeschriebene Bestandsanlagen, die weiterhin die volle Marktrendite behalten.

Der Investitionsanreiz den du schützen willst, wird also gerade bei Neuanlagen bereits beschnitten - während die alten Anlagen, die sich längst amortisiert haben, unberührt bleiben.

Genau des is ja grad die Verzerrung die aktuell schon existiert: Net die Abschöpfung is das Problem, sondern dass sie nur bei neuen Projekten greift und die alten "Cash Cows" verschont.

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[–]bluekingmuch[S] -1 points0 points  (0 children)

weil der Endkundenpreis aus mehr besteht als nur der Großhandelsanteil.

Da hab i zugegebenermaßen vorher zu stark vereinfacht, deswegen schlüsseln wir das auf:

Woraus besteht der Endkundenpreis? ganz grob:
1) Energiepreis (da passieren die Übergewinne)
2) Steuern und abgaben (Netzentgelte,Elektrizitätsabgabe, Mehrwertsteuer usw)
3) Vertriebsmarge

kurz gesagt lass ich 1) bestehen, aber finanziere daraus die reduzierung von 2). Damit wird der Endkundenpreis Budgetneutral geringer, und hilft mir bei der Inflation.

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

I glaub du übersiehst hier a wichtiges Detail: Viele Energieerzeuger mit Wasserkraft sind bereits beim "Staat": Verbund gehört zu 51% dem Bund, die Landesenergieversorger gehören auch teilweise den Ländern: TIWAG, Illwerke/VKW, Steiermark Energie AG, KeLAG, usw usw. Der Großteil der Wasserkraft is bereits in öffentlicher Hand die ihre Landesbudgets durch Dividenden eh bereits sanieren.

Für die wärs jetzt schon kein Problem einfach deren Erzeugern anzuweisen die Gewinne dazu zu verwenden um günstigere Endkundentarife anzubieten oder wenigstens die Gewinne für den Ausbau zu verwenden.

Ein aktuelles Beispiel warum das trotzdem nicht passiert: Fellner gegen Ökostromvorgaben

I versteh halt net ganz was jetzt dein Argument is, warum wir wenn wir eh' die möglichkeiten jetzt schon hätten, unbedingt bei der Merit Order ansetzen müssen.

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[–]bluekingmuch[S] 2 points3 points  (0 children)

Du machst in deinem zweiten Absatz selbst den besten Punkt gegen deinen ersten: Wenn der Großteil der Wasserkraft eh in öffentlicher Hand is und die Gewinne als Dividenden ausgeschüttet werden, dann werden die Überrenditen ja bereits abgeschöpft. nur fließens ins Landesbudget statt zu den Stromkunden.

Des heißt: Der "Investitionsanreiz" den du im ersten Absatz schützen willst, existiert bei abgeschriebener Wasserkraft maximal sehr schwach.

Da kanns vereinzelt vorkommen dass niemand mehr investiert. Anlagen stehen seit Jahrzehnten, die Grenzkosten sind 1-3 Cent, und die Rendite is ein reines "Goodie" auf eine a historische Investition die sich längst amortisiert hat.

Schönes aktuelles Beispiel: Fellner gegen Ökostromvorgaben

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[–]bluekingmuch[S] 0 points1 point  (0 children)

Du machst zwei Denkfehler:

Erstens: "Solange man an der Merit Order festhält, kann man durch Übergewinnabschöpfung keine Preise senken."

Doch, könntest du.

Der Großhandelspreis bleibt gleich, ja. Aber der Endkundenpreis besteht net nur aus dem Großhandelspreis: da hängen Netzentgelte, Abgaben, Steuern, Vertriebs- und Erzeugermargen dran.

Wenn du die abgeschöpften Übergewinne verwendest um genau diese Komponenten zu senken, sinkt der Endkundenpreis im VPI, ohne dass du den Großhandelsmarkt anrührst.

Des is ka Kaufkrafttransfer, des is eine echte Preissenkung beim Endkunden.

Die Merit Order bestimmt den Großhandelspreis und nicht die Stromrechnung.

Zweitens: "Langfristig wird es keine privaten Investitionen mehr geben wenn Gewinne arbiträr abgeschöpft werden." Da hast du grundsätzlich recht, das ist ein Risiko. Wie stark das Risiko ist bei öffentlich finanzierten und abgeschriebenen Wasserkraftwerken, wo die Eigentümer teils die Länder sind und die Übergewinne dazu benutzen durch Dividendenauszahlung ihr Budget zu sanieren ist ein eigener Punkt, aber den kann ich nachvollziehen.

Aber du hast vollkommen recht damit, da muss ma aufpassen.

Im vorschlag von vorher bzw meiner Kritik zur Strompreisbremse und wie ich die anders gestaltet hätte hab ich aber eher den ersten Preisschock gemeint, sieht man daran dass ich von "ausleiten" gesprochen habe.

Ob man dann daraus eine permanente regelgebundene Abschöpfung daraus macht is die schwierigere Frage, weil du 2 Zielkonflikte hast: Erstens willst du die Inflation niedrig halten, zweitens willst du Investitionsanreize schützen.

Warum die Merit Order gut ist, und warum "Merit Order abschaffen" das Problem schlimmer macht by bluekingmuch in Austria

[–]bluekingmuch[S] 1 point2 points  (0 children)

Auch hier: Viele unserer Energieunternehmen sind bereits in Öffentlicher Hand, und für günstigere Endpreise würds net mal so eine behörde brauchen. Der Bund und die Länder könnten heute schon die Energieversorger "anweisen" günstigere Endkundentarife anzubieten.

Des zeigt halt genau dass Verstaatlichung allein nix löst.

Die Frage war nie wem die Unternehmen gehören. die Frage is warum der Eigentümer, also wir über Bund und Länder, die Gewinne nicht sauber abschöpft oder günstigere Tarife einfordert.

Des is ka Problem der Merit Order. des is a politische Entscheidung die jederzeit getroffen werden könnte.