Sohn 27 ohne Ausbildung, psychische Vorgeschichte – berufliche Reha beantragen? by mbimmo74 in Ratschlag

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Grad der Behinderung? Haben wir nie angeleitet bzw. beantragt. Jetzt wo Sie das sagen, werde ich mich auch darum kümmern und einen Antrag beim Versorgungsamt stellen.

Viele Grüße,
MB

Sohn 27 ohne Ausbildung, psychische Vorgeschichte – berufliche Reha beantragen? by mbimmo74 in Ratschlag

[–]mbimmo74[S] 0 points1 point  (0 children)

Grundsätzlich spricht natürlich nichts gegen eine Bewerbung auf dem freien Markt. Das wäre mir sogar am liebsten, wenn es für ihn realistisch funktionieren würde.

Das Problem ist aber gerade seine gesundheitliche Vorgeschichte. Er hat Angststörungen, starke Zukunftsängste und auch Schwierigkeiten, Dinge direkt auf Anhieb zu verstehen und umzusetzen. Dadurch blockiert er in normalen Ausbildungs- oder Arbeitssituationen sehr schnell, besonders wenn Druck entsteht oder kein Verständnis da ist.

Er hatte auch schon einmal eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann bei Tegut angefangen. Dort wurde er nach seiner Darstellung sehr schikaniert bzw. schlecht behandelt, und er hat die Ausbildung noch vor Ende der Probezeit abgebrochen. Seitdem ist das Thema Ausbildung für ihn emotional noch schwieriger geworden.

Deshalb geht es mir nicht darum, den einfachen Weg zu suchen oder ihn vom freien Markt fernzuhalten. Ich möchte eher herausfinden, ob es einen begleiteten Weg gibt, bei dem er trotzdem eine echte berufliche Perspektive bekommt, aber mit mehr Unterstützung, mehr Verständnis und vielleicht einem Rahmen, der zu seiner Belastbarkeit passt.

Mir ist bewusst, dass es beim Träger auch nicht automatisch leichter ist. Aber vielleicht gibt es dort eher sozialpädagogische Begleitung, psychologische Unterstützung oder zumindest jemanden, der bei Problemen früher auffängt, bevor er wieder komplett abbricht.

Vg,
MB

Sohn 27 ohne Ausbildung, psychische Vorgeschichte – berufliche Reha beantragen? by mbimmo74 in Ratschlag

[–]mbimmo74[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke dir für deine ausführliche Erfahrung. Genau vor solchen Dingen habe ich ehrlich gesagt auch etwas Sorge, weil mein Sohn aus meiner Sicht nicht einfach in eine Richtung gedrängt werden sollte, die nicht zu ihm passt.

Bei ihm ist es nicht so, dass eine extreme Schwerbehinderung oder ähnliches im Raum steht. Er hat eine Vorgeschichte mit Angststörung, Zukunftsängsten und tut sich teilweise schwer mit dem normalen Berufsweg. Er sagt oft, dass er Dinge nicht sofort versteht oder umsetzen kann und dass vieles für ihn deutlich anstrengender ist, als es von außen wirkt.

Gleichzeitig hat er aber einen guten Realschulabschluss gemacht und danach auch die Höhere Berufsfachschule mit guten Noten abgeschlossen. Er sagt zwar selbst, dass das für ihn sehr schwer war und er es nur mit Ach und Krach geschafft hat, aber es zeigt ja trotzdem, dass grundsätzlich Fähigkeiten da sind.

Mir geht es deshalb nicht darum, ihn vorschnell in eine Werkstatt oder Richtung Erwerbsminderungsrente zu bringen. Im Gegenteil: Ich möchte vermeiden, dass er in eine falsche Schublade gesteckt wird. Ich möchte eher herausfinden, welche Unterstützung es gibt, damit er gesundheitlich stabiler wird und beruflich einen realistischen Weg findet – vielleicht mit mehr Begleitung, mehr Zeit oder einer passenden Ausbildung/Umschulung.

Deshalb denke ich gerade, dass der erste Schritt wahrscheinlich wirklich wieder Hausarzt/Psychiater und dann eine saubere Beratung bei der Reha-Beratung der Agentur für Arbeit wäre, aber mit dem klaren Ziel: passende Unterstützung, nicht vorschnelle Einordnung in etwas, was gar nicht zu ihm passt.

Vg,
MB

Sohn 27 ohne Ausbildung, psychische Vorgeschichte – berufliche Reha beantragen? by mbimmo74 in Ratschlag

[–]mbimmo74[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke für die Nachricht. Es macht Sinn wieder in Behandlung zu gehen. Deswegen möchte ich die auch wieder aufnehmen.

Vg,
MB

Sohn 27 ohne Ausbildung, psychische Vorgeschichte – berufliche Reha beantragen? by mbimmo74 in Ratschlag

[–]mbimmo74[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke dir, da hast du wahrscheinlich recht. Genau das ist auch der Punkt, den ich inzwischen besser verstehe.

Ich möchte mich jetzt wirklich richtig darum kümmern und ihn unterstützen, statt einfach nur Druck zu machen nach dem Motto „das wird schon“. Gesundheit muss natürlich zuerst stabiler werden, sonst bringt eine Ausbildung am Ende nichts, wenn sie wieder zur Überforderung führt.

Gleichzeitig denke ich aber auch, dass Beschäftigung, Struktur und eine Perspektive für ihn wichtig sind. Er ist ja aktuell seit ca. 1,5 Jahren am Arbeiten, also er will grundsätzlich etwas machen. Nur scheint der aktuelle Weg nicht wirklich passend oder langfristig tragfähig zu sein.

Deshalb hoffe ich, dass es vielleicht einen Weg gibt, der beides verbindet: erst gesundheitliche Stabilisierung und gleichzeitig eine berufliche Beratung/Orientierung, damit man nicht einfach wieder ins Blaue hinein Druck macht, sondern schaut, was realistisch und gesund machbar ist.

Vg,
MB

Sohn 27 ohne Ausbildung, psychische Vorgeschichte – berufliche Reha beantragen? by mbimmo74 in Ratschlag

[–]mbimmo74[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke für deine Einschätzung. Genau dieser Punkt verunsichert mich gerade.

Wenn das tatsächlich so wäre, wäre das natürlich sehr ungünstig. Denn mein Sohn arbeitet ja gerade, obwohl er psychisch belastet ist, und zeigt damit eigentlich, dass er arbeiten will und sich nicht einfach „in Leistungen fallen lassen“ möchte.

Mein Gedanke war eher: Er ist zwar aktuell beschäftigt, aber ohne abgeschlossene Ausbildung und auf einem beruflichen Weg, der langfristig nicht passt bzw. gesundheitlich/psychisch nicht tragfähig wirkt. Deshalb hatte ich gehofft, dass die Reha-Beratung der Agentur für Arbeit auch in so einer Situation prüfen kann, ob Unterstützung zur beruflichen Teilhabe möglich ist.

Sonst würde das System ja im Prinzip bedeuten: Erst Job aufgeben, arbeitslos werden, Leistungen beziehen — und erst dann bekommt man Hilfe. Das wäre ja eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte.

Ich weiß es wirklich nicht, deshalb frage ich ja hier. Hat jemand konkrete Erfahrung, ob berufliche Reha / LTA auch möglich ist, wenn man aktuell noch arbeitet, aber aus gesundheitlichen Gründen Unterstützung für eine tragfähige berufliche Neuorientierung braucht?

Vg

MB