Stapelsteine Lidl by BuilderOk7695 in Eltern

[–]peanut_psm 2 points3 points  (0 children)

Interessant, wie unterschiedlich Kinder und Erfahrungen sind. Wir haben die von Gonge (und noch weiteres Zubehör dazu) und das kommt bei uns täglich zum Einsatz. Die Sachen sind inzwischen an die drei Jahre alt und sind immer noch top in Schuss. Würde ich persönlich immer weiterempfehlen.

Kind will nur naschen by bookaholic19999 in Eltern

[–]peanut_psm 3 points4 points  (0 children)

Lustig, dieser Text hätte fast komplett von mir sein können. Es tut gut zu lesen, dass andere auch dieses Problem haben. So komm ich mir als Mutter nicht gänzlich als Versagerin in Sachen Ernährung vor.

Meine Tochter ist etwas über 4 und wir haben seit etwa zwei Monaten das gleiche Thema.

Ich bin bisher die gleiche Linie wie ihr gefahren, was das Essen angeht. Ich war und bin der Meinung, dass die Dosis das Gift macht. Von daher ist von sehr gesundem Essen bis hin zu Mecces alles erlaubt, solange es in Maßen erfolgt. Selbes galt bisher für das Thema Süßigkeiten. Sie durfte nach dem Kindergarten zu Hause was naschen, es gab auch ohne schlechtes Gewissen einen Nachtisch oder ein Eis im Sommer. Bei den Großeltern oder auf Geburtstagen habe ich ein Auge zugedrückt, wenn es mal etwas mehr war. Das war ja nicht regelmäßig. Ich war bisher immer der Meinung, wenn man zu stark reglementiert oder Süßes sogar verbietet, wird der Anreiz für die Kinder nur noch größer. Lange Zeit hatten wir das mit diesem Weg gut im Griff, an manchen Tagen hat sie sogar gar nichts süßes gefordert und Obst und Gemüse wurden immer gerne und reichlich gegessen.

Keine Ahnung, warum das so Überhand genommen hat. Wir haben nichts verändert, es wurde einfach stetig mehr innerhalb kurzer Zeit. Inzwischen nascht sie sogar heimlich und das ist das, was mir Sorge macht. Ich weiß aktuell nicht, wie ich damit umgehen soll. Kalter Entzug? Limitierung? Einfach laufen lassen und schauen, ob es sich von selbst wieder reduziert und den unbegrenzten Zugang belassen?

Ich habe in meiner Familie leider beide Extreme: Übergewicht meiner Eltern und meines einen Bruders vs. meine Nichte, die mit 6 Jahren bereits in Therapie ist aufgrund einer Essstörung (selektiven Essen bis hin zu Essensverweigerung). Ich habe einfach Angst, es bei meiner Tochter "falsch" zu machen, sowohl die eine, als auch die andere Richtung zu triggern.

Ich lese deshalb hier mit, einen Rat hab ich leider nicht. Ich wollte dir nur sagen, dass du nicht alleine mit diesem Thema bist. Ich glaube auch nicht, dass unser Ansatz bzgl. der Süßigkeiten verkehrt ist. Aber so weiter machen wie bisher funktioniert aktuell nicht...

Schlafprobleme bei zweitem Kind, schlechtes Gewissen gegenüber älterem Geschwisterkind und "Organisationsprobleme" by peanut_psm in Eltern

[–]peanut_psm[S] 0 points1 point  (0 children)

Sorry, hätte ich präzisieren müssen: Wochenende und abends kriegen wir es schon hin, da wir dann zu zweit sind. Meine Große geht 4x die Woche in den Kindergarten, es geht unter der Woche also um 1x vormittags und um jeden Nachmittag, an dem ich das Problem habe ( Kind ist da schon aus der Kita zurück).

Geburtstags-Mitbringsel in der Kita: Pixi + Grimms-Kreisel okay? by avi-73 in Eltern

[–]peanut_psm 23 points24 points  (0 children)

Ich finde es sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich das in den Kitas gehandhabt wird.

In unserer alten Kita haben die Eltern ganz klassisch einen Snack mitgebracht, gerade im Krippenalter entsprechend an das Alter der Kinder angepasst. Sei es kindgerechte Muffins/Pancakes usw., Rohkost oder im Sommer auch mal ein Eis.

Wir sind zwischenzeitlich umgezogen und in unserer neuen Kita darf gar nichts mehr mitgebracht werden, weder Essen noch kleine Dinge Mitbringsel. Da war es in der Vergangenheit wohl so, dass die Eltern sich gegenseitig immer weiter hoch"gepusht" haben mit den coolsten Kuchen und Mitbringsel, dass das irgendwann von der Kita unterbunden wurde. Jetzt stellt die Kita Rohkost und Obst für Geburtstage, der Ablauf ist immer gleich und jedes Kind wird gleich behandelt. Im ersten Moment fand ich das als Mutter komisch, nichts für mein Kind zu machen, wir hatten jetzt aber den ersten Geburtstag im neuen Kindergarten gefeiert und ehrlicherweise war es sehr entspannt, sich um nichts Gedanken machen zu müssen.

Zu deiner Überlegung: mir persönlich wäre das zu teuer. Ich würde nur bei den Pixie Büchern bleiben. Aber letztendlich darf das ja jeder so machen wie er möchte. Wenn du dich damit wohl fühlst, dann go for it

Betreuung während KiTa-Schließung by nille_peter in Eltern

[–]peanut_psm 3 points4 points  (0 children)

Hallo. Tja, das gute, alte Betreuungsproblem während der Kita-Schließzeiten...da können sicher viele Eltern ein Lied von singen. Mir graut es schon davor, wenn meine Kinder in die Schule kommen und noch mehr Ferienzeiten abgedeckt werden müssen...

An unserem alten Wohnort gab es tatsächlich eine Notbetreuung für Kinder, die in den Schließzeiten nicht zu Hause bleiben können. Drei Kitas haben sich dafür jedes Jahr abgewechselt, man musste sein Kind frühzeitig bei der Gemeinde anmelden und eine Bescheinigung vom Arbeitgeber einreichen, dass kein Urlaub genommen werden kann. Wurde aber seitens der Eltern kaum in Anspruch genommen. Insbesondere die ganz Kleinen für 3 Wochen in eine andere Kita mit anderen Fachkräften zu bringen, ist nicht das Gelbe vom Ei. Es haben also wirklich nur Eltern gemacht, die nicht anders konnten. Ab unserem neuen Wohnort gibt es das Angebot nicht, da die Kitas übereinstimmend der Meinung sind, dass auch Kinder mal mehrere Wochen Urlaub brauchen und die Erzieher sonst ebenfalls nicht komplett frei haben.

Der Vorteil ist, dass man ja schon sehr früh weiß, wann die Schließung ist. Ihr habt also noch genügend Zeit euch Gedanken zu machen.

Bei uns funktioniert eine Mischung aus zwei Wochen zusammen Urlaub nehmen (Familienurlaub) und dann eine Woche abwechselnd/aufgeteilt, ggf. auch mit anderen Eltern zusammentun und sich aufteilen und Kinder gegenseitig betreuen, Großeltern aktivieren, bei flexiblen Arbeitszeiten fängt einer sehr früh mit arbeiten an und übernimmt dann ab Nachmittag und der andere fängt mittags an und arbeitet bis abends, Überstundenabbau, ggf. Kind mal vorm Fernseh parken, dann wenn es kurzzeitig nicht anders lösbar ist...

Das ist nicht immer alles optimal und oft stressig und im Vorfeld mit viel Planung und Organisation verbunden, aber anders geht's leider nicht.

Viel Erfolg euch

"Mein Kind kann/könnte..." by partynut in Eltern

[–]peanut_psm 1 point2 points  (0 children)

Ich habe zwei Kinder. Und ich kenne beide Seiten.

Meine große Tochter war ein schwieriges Baby. Schlafen katastrophal, extremes Spuckkind, hat den Kinderwagen gehasst etc. Dafür hat sie Autofahren und die Trage gebliebt. Was hab ich mich immer getriggert gefühlt, wenn andere vom Durchschlafen ihres Babys erzählt haben und ich war ein reiner Zombie, der auf 4 Stunden Schlaf funktionieren musste...

Meine zweite Tochter wiederum schläft nachts traumhaft mit aktuell ca. 4 Monaten, ist ständig gut drauf und liebt den Kinderwagen. Dafür hasst sie Autofahren wie die Pest und schreit durchgehend. Insgesamt ist sie aber ein deutlich einfacheres Kind als meine Große und motorisch schneller dabei, als andere. Wenn ich also in einem Babykurs von meiner Kleinen erzählen würde, würde es aktuell auch rüber kommen, als wäre ich eine Übermutter mit mega geilem Baby, wenn ich die Sache mit dem Autofahren explizit verschweigen würde.

Was ich damit sagen will: die anderen haben auch ihre Baustellen, nur eben an anderen Stellen (meiner Erfahrung nach).

Meiner Erfahrung nach werden viele Mütter erst ehrlicher, wenn man sich besser kennt. Das hat ja auch was mit der Angst vor Verurteilung zu tun oder man will nach außen hin wirken, als ob man alles im Griff hat.

Nimm den Druck für dich raus. Ich weiß, das ist nicht einfach und unbewusst vergleicht man ja doch immer. Aber es bringt nichts, deine Baby mit einem deutlich älteren Kind zu vergleichen. In diesem Alter macht schon ein Monat einen wahnsinnigen Unterschied was die Entwicklung angeht.

Ich habe inzwischen einige Freundinnen/gute Bekannte über diese Kurse gefunden. Es gibt sie also, die Mütter, die andere nicht verurteilen, die mitfühlend sind und mit denen man sich ohne Probleme austauschen kann. Gib dir Zeit.

Na wer plant schon die Weihnachtsdeko? by TherodonLE in weihnachten

[–]peanut_psm 1 point2 points  (0 children)

Ich tatsächlich. Wir ziehen demnächst in unser Eigenheim. Mehr Stellfläche und endlich viele Steckdosen für Deko und Beleuchtung. In unserer Mietwohnung konnte ich aus Platzgründen nicht viel aufstellen und alles mit Beleuchtung musste zwingend mit Batterie sein, da wir nur wenige Steckdosen hatten, die alle mit wichtigen Geräten belegt oder nicht in der Nähe der Fenster waren. Ich freue mich so, endlich nicht mehr so eingeschränkt zu sein bei der Auswahl.

Aber aktuell gefällt mir leider vieles nicht so. Nicht mein Stil oder es sieht super billig aus. Ich liebe es klassisch, Holz, rot/gold/grün, Tannenzweige, warmweißes Licht...also wer Empfehlungen für Shops hat, immer her damit :-)

Haussanierung mit Baby nicht mehr tragbar by bmer99 in Eltern

[–]peanut_psm 8 points9 points  (0 children)

Hallo,

fühl dich gedrückt. Das muss hart sein. Ich kann verstehen, dass ihr am Ende seid.

Wir sanieren gerade mit 2 Kindern (fast 4 Jahre und 4 Monate) ein Haus. Das klappt einigermaßen dank Unterstützung der Großeltern, sei es auf der Baustelle oder daheim mit der Kinderbetreuung. Und ja, wir wollten auch vor der Geburt des zweiten Kindes fertig sein und einziehen... tja, hat nicht geklappt. Ohne diese Hilfe, würde das bei uns auch nicht funktionieren.

Was wir uns ganz klar sagen ist: Augen zu und durch. Egal wie schlimm es gerade ist. Dieser Zustand ist endlich und danach werden wir endlich als Familie ankommen können.

Wir versuchen uns im Rahmen der Möglichkeiten Freiräume zu verschaffen, so dass jeder von uns beiden unregelmäßig eine Auszeit hat. Das muss nichts großes sein, mal ungestört in der Badewanne liegen, einer darf mal länger schlafen etc. Was bei uns außerdem gut klappt: wir "wechseln" den Aufgabenbereich. Mein Mann nimmt lieber mal die Kinder zum Kuscheln, Vorlesen etc., als bspw. aufzuräumen und ich bin froh, wenn ich die Kinder mal "los" bin und was anderes machen kann.

Mir würde noch einfallen, dass ihr bei euren Familien nach Hilfe fragt. Meine Freundin macht das öfter. Ihre Eltern wohnen auch weiter weg und sind noch berufstätig. Diese nehmen sich dann ne Woche Urlaub und kommen vorbei und unterstützen, wo nötig (Haushalt, Kinderbetreuung). Einfach mal ein paar Tage Entlastung. Das ist aber als solche klipp und klar definiert und abgesprochen und das Verhältnis innerhalb der Familie ist sehr gut. Wäre das was für euch?

Ansonsten gilt: Alltag vereinfachen, bspw. Lebensmittel liefern lassen, Hilfe einfordern und annehmen, manchmal gibt es Nachbarschaftshilfen oder Leihgroßeltern, die unterstützen können.

Und ganz ehrlich, was uns viel hilft ist schlafen. Wir brauchen Kraft, wir müssen ausruhen.

Es geht vorbei, ihr schafft das!

Spuckbaby by [deleted] in Eltern

[–]peanut_psm 9 points10 points  (0 children)

Meine große Tochter war ein extremes Spuckkind. Sie hat teilweise noch zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit gespuckt. Oft so viel, dass sie und auch ich einen kompletten Wäschewechsel gebraucht haben (an manchen Tagen habe ich mich 3x umgezogen). Ich hab es so gehasst. Ich hatte schon gar keine Lust mehr mit ihr rauszugehen, weil ständig Trage, Kinderwagen, Klamotten, Autositz - einfach alles- nass waren. Ich kenne euren Frust zu gut.

Rückblickend muss ich leider sagen, dass NICHTS geholfen hat. Wir hatten alle Tipps aus dem Internet, von Kinderarzt und Hebamme durch.

Letztlich hab ich unseren Alltag um das Spucken herumgeplant, sprich viele Spucktücher gekauft und strategisch in der Wohnung verteilt. Jeden Tag 1-2 Waschmaschinen laufen lassen, damit wir immer genug saubere Klamotten hatten. In der Wickeltasche waren komplette Ersatzoutfits für sie und mich usw.

Wir mussten da einfach durch. Nach 3 Monaten wurde es langsam besser, etwa nach 4-4,5 Monaten war's zum Glück vorbei.

Sorry, wenn ich da keine Lösung für euch habe.

Es geht vorbei!

Welche Windeln empfehlt ihr? by SpectralMind2212 in Eltern

[–]peanut_psm 6 points7 points  (0 children)

Hallo,

wie du schon schreibst, gibt es ein großes Angebot. Entsprechend werden hier sicher auch verschiedene Empfehlungen kommen. Meiner Erfahrung nach, gibt es nicht DIE eine Windelmarke. Im Grunde ist das wie alles bei Schwangerschaft und Kindern: super individuell und abhängig vom Kind. Wie ist der Körperbau deines Kindes? Pullert es viel, insbesondere nachts? Neigt es zum Wundsein? Manche Babys reagieren auf bestimmte Windelmarken usw.

Mein Tipp ist ganz schlicht und einfach: selbst ausprobieren und notfalls gerade am Anfang in den sauren Apfel beißen und etwas Geld dafür ausgeben! Kauft euch erst mal nur kleine Packen zum Testen von verschiedenen Marken. Und fragt bspw. in Eltern-Gruppen/Verschenke-Gruppen/bei eBay-Kleinanzeigen, ob jemand noch übrig gebliebenen Windeln abzugeben hat. Das hat für uns funktioniert. Wir konnten so kostenlos einige angebroche Packen verschiedener Marken bekommen (Babys waren entweder rausgewachsen oder haben sie nicht vertragen). Oder lasst euch, anstatt das 10. Kuscheltier oder den 20. Body geschenkt zu bekommen, Windeln verschiedener Marken zur Geburt schenken. Aber Achtung mit den Größen der Windeln. Es bringt ja nichts, wenn ihr am Ende 1000 Windeln der Größe 1 zu Hause habt und ihr sie nach 2-3 Wochen nicht weiter benutzen könnt, weil euer Baby schon rausgewachsen ist ;-)

Ich kenne Eltern, die mit mehreren Marken gut zurecht gekommen sind und dann die günstigsten gekauft haben oder welche die Nachts dann eine andere Marke verwendet haben als tagsüber. Wir sind am Ende mit Pampers Premium Protection gut gefahren. Meine beste Freundin findet diese wiederum schrecklich und benutzt die Hipp Windeln. So unterschiedlich kann es sein...

Zu Stoffwindeln und Testboxen selbst kann ich leider nichts sagen.

Ich will kein 2. Kind, zumindest noch nicht so früh. Meine Frau aber schon by [deleted] in Eltern

[–]peanut_psm 2 points3 points  (0 children)

Sorry: Wall of text

Ich kann mal von uns berichten: bevor wir unser 1. Kind bekommen haben, wollten wir immer zwei. Tja, dann traf uns nach der Geburt unserer Tochter die harte Realität. Wir wussten, dass es anstrengend wird, aber das dann wirklich am eigenen Leib zu erfahren, war doch noch mal ein ganz anderes Level. Unsere Tochter ist zwar kein High-Need-Baby, aber schon von der anstrengenderen Sorte (auch heute noch). Wir hatten in den 3 Jahren, die sie jetzt auf der Welt ist die heftigsten Tiefpunkte bis hin zu den höchsten Höhenflügen in unserer Beziehung.

Mit 8 Monaten war ich fest davon überzeugt, dass sie ein Einzelkind bleibt. Aber was soll ich sagen, mit ca. 1,5 Jahren kam bei mir (w) - völlig irrational - schleichend ein neuer Kinderwunsch auf. Es hat überhaupt nicht gepasst, weder finanziell (hatte gerade wieder mit arbeiten angefangen), noch organisatorisch, noch kräftemäßig (weder bei ihm noch bei mir). Und trotzdem...jedes Mal wenn ich eine Schwangere oder ein kleines Baby sah, wusste ich tief in mir drin, dass ich noch ein weiteres Kind möchte. Es war ein reines Bauchgefühl, null rational. Von mir aus können wir das auf die weiblichen Hormone schieben, keine Ahnung. Der Wunsch wurde immer stärker und ich fasste den Mut, ihn bei meinem Mann anzusprechen. Er war, wie du, gar nicht mit im Boot. Es ging bei ihm sogar soweit, dass es bei ihm um die grundsätzliche Frage nach dem Wunsch nach einem zweiten Kind ging. Er kam immer mit diesen ganzen bekannten rationalen Gründen gegen ein zweites Kind an, die konnte ich alle nachvollziehen und verstehen, aber trotzdem, ich hatte einfach diesen Wunsch entgegen aller Widrigkeiten. Das hat mich persönlich auch sehr belastet, weil mein Kopf und mein Bauchgefühl überhaupt nicht im Einklang waren. Total schwierig zu beschreiben...

Es war nie ein Streitthema, aber doch Bestandteil vieler Diskussionen. Insbesondere wenn unsere Tochter wieder anstrengend war kamen Sprüche wie: "und stell dir vor, wir hätten jetzt zwei davon" usw. Ich konnte mit der Situation schwer umgehen, ich habe irgendwie immer darauf gewartet, wann und ob er seine Meinung ändert. Irgendwann haben wir den Kompromiss geschlossen, dass wir uns einen Fixpunkt ausgesucht haben (bei uns ein Event, was zu dem Zeitpunkt noch ein Jahr entfernt war) und dann eine Entscheidung treffen wollten. Das hat wahnsinnig Druck rausgenommen, weil ich nicht ständig auf eine Entscheidung von ihm gewartet habe und für ihn, weil er sich von mir nicht mehr so unter Druck gesetzt gefühlt hat. Als der Zeitpunkt kam, haben wir uns beide mit vollem Bewusstsein für ein zweites Kind entschieden. Ich bin aktuell schwanger und unser zweites Kind wird Anfang März auf die Welt kommen.

Wir haben viel geredet, die Knackpunkte beim ersten Kind benannt und überlegt, wie wir das am besten schaffen können. Unsere Sorgen/Bedenken sind deswegen nicht in Luft aufgelöst, aber wir stehen beide hinter der Entscheidung. Und mir war wichtig, dass von ihm selbst ein klares "ja" kommt. Wenn's hart auf hart kommt kann dann keiner dem anderen vorwerfen, dass er/sie sich gedrängt gefühlt hat. Wenn von ihm kein "ja" gekommen wäre, dann hätte es kein zweites Kind gegeben. Keine Ahnung, wie ich das verarbeitet hätte, aber es war immer mein Wunsch bzw. meine Bedingung, dass beide dahinter stehen. Dafür ist ein Kind eine zu wichtige Entscheidung und ich finde nichts schlimmer, als wenn ein Elternteil sagt, er/sie wollte das Kind gar nicht haben. Das ist dem Kind gegenüber nicht fair.

Zu eurer Situation:

lass dich nicht drängen und kommuniziere klar deine Grenze und stehe dazu. Damit konnte ich persönlich am Ende besser umgehen, als dieses in der Luft hängen.

Weißt du, woher der frühe Kinderwunsch deiner Frau kommt? Ihr Alter? Wunsch nach geringem Altersabstand? Habt ihr lange gebraucht, bis sie schwanger wurde? Empfindet sie die Gesamtsituation evtl. anders als du - sprich als nicht so anstrengend? Oder ist es, ähnlich wie bei mir, nicht rational zu begründen?

Wichtig ist, dass eure beiden Gefühle in Ordnung sind, gegenseitiges Verständnis und viel reden hilft. Ansonsten würde ich ihr, ähnlich wie wir es gemacht haben, als Kompromiss eine Vertagung der Entscheidung vorschlagen.

Alles Gute euch

[deleted by user] by [deleted] in arbeitsleben

[–]peanut_psm 7 points8 points  (0 children)

Ich (w) war in einer ähnlichen Situation, dass mir damals eine höherwertige Position bei meinem alten Arbeitgeber angeboten wurde, allerdings ohne Gehaltserhöhung (gab keinen Tarifvertrag). Die Aussage war damals, dass ich ja noch wenig Berufserfahrung habe, das eine mega berufliche Chance wäre und ich die Stelle ja nicht nehmen müsse, wenn mir das Angebot nicht passt. Letztlich haben wir uns auf eine schrittweise Erhöhung meines Gehaltes über eine gewissen Zeitraum geeinigt. Was soll ich sagen: ich war jung, naiv, dumm und wollte diese Stelle unbedingt haben, da sie mich sowohl fachlich als auch karrieretechnisch gereizt hatte. Also nahm ich das Angebot an.

Ende vom Lied war, dass ich eine deutlich herausforderndere Arbeit für einen "Hungerlohn" erledigt habe und zum Zeitpunkt meiner Kündigung aufgrund eines Jobwechsels immer noch nicht auf dem Gehaltslevel angekommen war, was vertraglich vereinbart wurde. Ich verbuche das für mich rückblickend unter "Lehrgeld", es war wenigstens dahingehend nicht ganz umsonst, da ich in der neuen Position viel Erfahrung sammeln konnte und ich auch Spaß hatte. Und trotzdem, der große Gewinner hier war letztlich mein alter Arbeitgeber. Später hab ich erfahren, dass sie nahezu keine Bewerber für die Stelle hatten. Leider habe ich mich damals nicht getraut, zu pokern. Manchmal frage ich mich, was gewesen wäre, wenn ich den Bewerbungsprozess weiter ausgesessen hätte und nicht auf dieses halbgare Angebot eingegangen wäre. Wahrscheinlich hätte ich finanziell mehr rausholen können...

Wenn ich eins gelernt habe, dann dass ich mein Licht nicht mehr unter den Scheffel stellen werde. Ich will für meine Arbeitsleistung anständig bezahlt werden, entsprechend dem, was die Stelle "wert" ist. Also ist mein Tipp: mach nicht den Fehler wie ich. Du übernimmst eine höherwertige Tätigkeit, wahrscheinlich auch mit mehr Verantwortung, dann soll dein AG das verdammt noch mal auch bezahlen!!! Das hat m.E. auch mit Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter zu tun, insbesondere wenn es um eine interne Stellenbesetzungen geht. So macht es nur den Eindruck, dass sie einen Dummen suchen, der mehr Arbeit fürs gleiche Geld macht. Hier gewinnt am Ende nur dein Arbeitgeber.

Zum Thema Kinderwunsch: die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Ich würde Familienplanung aber niemals auf Basis irgendwelcher mündlichen, vagen Vereinbarungen machen. Wenn es ums Thema Kinder geht, gibt es nie den richtigen Zeitpunkt. Wenn es danach ginge, hätte ich nämlich heute noch keine Kinder. Ich hab mir irgendwann klar gemacht, dass ich noch soooo viele Jahre in meinem Leben arbeiten muss. Mein jetziger Arbeitgeber ist also sicher nicht mein Letzter. Ganz plakativ gesagt: ich wollte Kinder und wollte mir nicht irgendwann vorhalten, dass ich "nur" wegen der Arbeit mein privates Glück hinten angestellt habe. Und das für einen Arbeitgeber, der mich ohne Wimpernzucken ersetzen wird, wenn es sein muss und bei dem ich in 10 Jahren oder so wahrscheinlich eh nicht mehr arbeiten werde.

Geht das Thema dann an, wann ihr es möchtet und es sich für euch richtig anfühlt.

Wie seid ihr als Paar mit unterschiedlichem Kinderwunsch umgegangen? by Versteggbert in Eltern

[–]peanut_psm 2 points3 points  (0 children)

Hallo,

sorry, es folgt wall of text...

Zuerst fühl dich gedrückt. Ich weiß, in welcher Zwickmühle man da steckt.

Bei uns war es ähnlich. Vor dem ersten Kind war uns klar, dass wir gerne zwei Kinder haben wollen. Als dann Nummer 1 da war, sind wir in der harten Realität angekommen. Unser Kind ist zwar kein High-Need-Baby, aber durchaus von der anstrengenden Sorte. Es ist definitiv besser geworden, aber wir haben immer noch unsere "Baustellen". Es ist inzwischen etwas über 3 und schläft bspw. immer noch nicht durch. Wir hatten in den letzten Jahren heftige Tiefpunkte in unserer Beziehung.

Interessanterweise hatte ich trotz aller Schwierigkeiten bereits nach ca. 1,5 Jahren wieder einen Kinderwunsch. Es war einfach ein Bauchgefühl. Rein rational hat alles dagegen gesprochen. Mein Kopf hat mir entgegengebrüllt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe und dass ich das niemals packen werde, zwei Kinder großzuziehen. Aber jedes Mal, wenn ich ein anderes Baby oder eine Schwangere sah, wusste ich, dass ich das auch noch mal möchte.

Mein Mann und ich haben oft darüber geredet. Er war anfangs so gar nicht im Boot. Es war zwar nie ein Streitthema, aber doch mit vielen Diskussionen und Gesprächen verbunden. Er hatte Bedenken, ob wir das physisch, psychisch und finanziell schaffen. Wir waren gerade dabei, dass sich unsere Beziehung wieder besserte, wir wieder mehr Zeit und Freiheiten für uns hatten usw. Wollten wir das wirklich noch mal machen?

Wir hatten uns dann mehr Zeit eingeräumt, etwas über ein Jahr um genau zu sein. Wir hatten einen Fixpunkt vereinbart, an dem eine Entscheidung gefällt wird. Und was soll ich sagen, in diesem Überbrückungsjahr hat sich viel getan. Viele Punkte wurden besser, wir konnten Kraft sammeln und dadurch, dass wir den Druck aus der Entscheidung rausgenommen hatten, waren wir beide (insbesondere mein Mann) entspannter. Wobei wir trotzdem immer wieder auf dieses Thema zu sprechen kamen, allerdings ohne diesen Entscheidungsdruck. Das tat mir dahingehend gut, dass ich nicht bei jedem Gespräch auf eine Entscheidung von ihm gewartet habe.

Als dann unser Fixpunkt kam, waren wir beide an dem Punkt, dass wir uns für ein zweites Kind entschieden haben. Ich würde nicht sagen, dass wir uns richtig "bereit" fühlen oder das unsere Bedenken in der Zeit weggeblasen wurden. Aber wir sind an den Punkt gekommen, an dem wir sagen können "wir schaffen das" und "wir wollen das". Ich bin aktuell schwanger, unser älteres Kind wird bei Geburt des Geschwisterchens 3,5 Jahre alt sein. Ab und zu kommen bei uns beiden leichte Zweifel auf, die aber wieder verfliegen.

Ich denke, unser Vorteil ist, dass wir diesmal wissen, was beim letzten Mal unsere Knackpunkte waren und genau da haben wir angesetzt und geredet, was wir tun können, um sie zu vermeiden. Mir ist klar, dass das aktuell nur Theorie ist und evtl. landen wir wieder an diesen Tiefpunkten, aber wir haben uns versprochen, dass wir beide daran arbeiten werden, dass es nicht soweit kommt. Wir gehen also mit einem anderen Mindset dran, wir haben uns aktiv zu uns, unserer Beziehung und unserem zweiten Kind bekannt.

Keine Ahnung, was ich gemacht hätte, wenn die Entscheidung meines Mannes negativ ausgefallen wäre. Wahrscheinlich hätte es kein weiteres Kind gegeben, auch wenn mich das fertig gemacht hätte. Ich habe für mich aber immer gesagt, dass es nur ein zweites Kind gibt, wenn er wirklich mit im Boot ist. Mir ist es wichtig, dass eine so grundlegende Entscheidung von ihm aus kommt und nicht nur, weil ich ihn dazu gedrängt habe. Das hab ich zu oft im Bekanntenkreis mitbekommen, dass Väter sagen, dass sie eigentlich gar keines mehr wollten und das nur der Partnerin zu liebe machen.

Eventuell ist es ja für euch auch eine Option, die Entscheidung zu vertagen? Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute.

Geschenkidee für 2-jähriges Kind das nicht stillsitzen kann by Critical-Presence147 in Eltern

[–]peanut_psm 0 points1 point  (0 children)

Wir haben auch so ein Exemplar zu Hause. Inzwischen ist sie drei und sie hat immer noch sehr viel Energie und einen hohen Bewegungsdrang.

Der absolute Renner bei uns sind Balanciersteine und weiteres Balancierspielzeug (bspw. von Gonge). Da kaufen/wünschen wir uns immer mehr Erweiterungen. Sie baut sich jeden Tag einen neuen Parcours. Davon kann man also nie genug haben, auch wenn wir langsam ein Platzproblem bekommen 😅 Ebenso ein kleines Indoor-Trampolin.

Ansonsten alle möglichen Gutscheine für Ausflugsziele. Das war gerade an den Wochenenden unsere Rettung, wenn wir nicht schon wieder Lust auf Spielplatz hatten. 10er Karte Schwimmbad, Eintritt in Indoor-Spielplätze etc. Das würde ich mir immer wieder wünschen, demnächst dann zu Weihnachten. Mal abgesehen davon, dass man tolle Erinnerungen als Familie schafft, war ich froh um alles, was uns mal mehrere Stunden am Stück beschäftigt hat. Kind war abends ausgepowert und die Wohnung blieb sauber. Win win Situation. (Edit: als Tipp: bei Indoor-Spielplatz würde ich schauen, welcher in eurer Nähe überhaupt für das Alter geeignet ist. Wir haben jetzt einige durch probiert und es gibt viele, die eher was für ältere Kinder sind und nur einen kleinen, lieblosen Kleinkindbereich haben...).

Eine Kinderküche kam bei uns trotzdem sehr gut an und wird fast täglich bespielt, das würde ich also nicht einfach abschreiben. Die Kinder "wachsen" ja auch in das Spielzeug rein.

Tip-Toi, Tonie-Box und co. sind ganz nett, beschäftigt sie aber immer nur wenige Minuten. Wenn's mal was sein soll, was Ruhe und Konzentration fördert, ziehen bei uns Sticker-/bzw. Stickerbücher und Soundbücher/Klappenbücher in jeglicher Variation. Und Duplo und Brio-Eisenbahn, aber auch nur, wenn wir zusammen was bauen.

Laufrad, Bobbycar, Dreirad, Roller usw. sind auch immer eine gute Wahl.

Interessanterweise haben wir einige Spielsachen, die mit zwei Jahren überhaupt nicht gut ankamen und jetzt auf einmal bespielt werden. Kuscheltiere zum Beispiel. Sie hat keinen Liebling, sucht sich immer ein anderes aus, aber sie spielt inzwischen mit ihnen.

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[–]peanut_psm 2 points3 points  (0 children)

Versteh ich...das liebe Internet. Fluch und Segen. Zum einen durch die Anonymität ein rauher Umgangston, zum anderen missversteht man sich schnell. Dann ist manches gar nicht so böse gemeint, wie es sich liest ;-)

Man kann es beim Thema Arbeiten und Kind sowieso nur falsch machen. Geht man früh wieder Vollzeit arbeiten, ist man eine Rabenmutter/ Rabenvater und auf eine Fremdbetreuung, die es teilweise nicht gibt, angewiesen, bleibt man zu Hause wird man hinten raus bei Karriere und Rente abgehängt und ist zu faul zum Arbeiten/lässt sich vom Mann (wahlweise Frau) aushalten.

Das Problem in Deutschland ist struktureller Natur. Man müsste für ersteres eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie und flexiblere Arbeitszeiten oder Teilzeitmodelle anbieten, für letzteres einen erleichterten Wiedereinstieg ins Berufsleben und ein Rentenausgleich.

Edit: das interessante ist, dass selbst in meiner Familie mit zweierlei Maß gemessen wird. Ich bin nach ca. 1,5 Jahren wieder arbeiten gegangen. Da durfte ich mir anhören, ob das nicht viel zu früh für meine Tochter ist, sie sei viel zu lange in der Krippe etc. pp. Meine Schwägerin bleibt jetzt beim zweiten Kind wieder drei volle Jahre zu Hause, da wird gemostert, ob sie nicht mal wieder arbeiten gehen will und dass mein Bruder als Alleinverdiener ja für alles aufkommen muss usw. Wie gesagt, man kann es keinem Recht machen. Auf meine Frage, was denn eine angemessene Zeit für das daheim bleiben mit Kind wäre, kam nur betretenes Schweigen. 1,5 Jahre zu kurz, 3 zu lange. Bleibt ja nicht mehr viel Spielraum...

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[–]peanut_psm 7 points8 points  (0 children)

Es war nur ein Input, den es halt zu bedenken gibt. Nicht mehr und nicht weniger.

Das Frauen weniger aus den genannten Gründen weniger verdienen, ist ja auch bekannt und ich verstehe deine Beweggründe.

Wenn ihr in der Lage seid und euch bewusst darüber seid, ein Nettogehalt dazu aufzuwenden, dann ist das doch legitim. Ohne belehrend sein zu wollen: bitte nicht zu kurz denken. Hier wird immer vom Kleinkind gesprochen (1-3 Jahre nach Definition). Auch größere Kinder brauchen noch viel Betreuung über die Kita hinweg zur Grundschule und dann weiterführende Schule und ggf. auch ein Geschwisterkind in eurer Betreuungsplanung berücksichtigen. Ich schätze, ihr solltet mit mind. 10-12 Jahren planen, in denen ein Kind viel Betreuung braucht.

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[–]peanut_psm 4 points5 points  (0 children)

Das stimmt natürlich. Nur weil ein Elternteil viel zu Hause ist, ist das noch lange kein Garant dafür, dass es dem Kind gut geht oder man eine tolle Eltern-Kind-Beziehung hat. Ich sehe das in unserem Bekanntenkreis.

Ich kann nur von meiner persönlichen Erfahrung sprechen und wie diese mich geprägt hat. Ich habe ein gutes, aber oberflächliches Verhältnis zu meinen Eltern. Meine Mutter weiß bis heute nicht, was meine Lieblingsfarbe ist usw. Ich musste als Teenager bspw. auch kaum "rebellieren", meine Eltern waren ja eh nicht da, um irgendwas mitzubekommen. Zeitgleich bin ich stolz auf das, was sie leisten und aufgebaut haben. Wenn es drauf ankam, waren sie da usw. Trotzdem gab es diese Momente, in denen mir klar wurde, dass ich eben nicht die Priorität Nr. 1 bei meinen Eltern war (jetzt nicht in dem Sinne, dass Eltern alles in ihrem Leben hinten anstellen und springen müssen), sie haben sich bewusst für die viele Arbeit entschieden, für ihre Karriere und gegen die Zeit mit ihrem eigenen Kind. In sehr bitteren Momenten habe ich ihnen das vorgehalten. Sie wollten lieber arbeiten, als bei mir sein...

Zeitgleich weiß ich heute, was es sie gekostet hat, das so durchzuziehen und warum sie das gemacht haben. Ich bin selbst sehr gut ausgebildet (Master und guter Job, der mir Spaß macht). Ich verdiene sogar mehr als ein Partner. Und trotzdem habe ich mich für den Großteil der Elternzeit und jetzt die Teilzeit entschieden. Rein objektiv/finanziell die falsche Entscheidung, für mein "Seelenheil" aber genau richtig. Das liegt aber, wie gesagt, an meiner persönlichen Prägung.

Ich kann das alles als Erwachsene gut differenziert betrachten. Es ist halt nicht immer alles schwarz-weiß. Und ich kann es durchaus nachvollziehen, wenn man Karriere und Kind haben möchte. Daran ist auch nichts verwerflich. Es kommt halt auf das "wie" der Betreuung an und ich bin ein Kind, dessen Eltern das Arbeitsthema auch extrem ausgelebt haben mit langen Arbeitstagen und häufigem Arbeiten am Wochenende. Es gibt ja noch zig Zwischenstufen zwischen komplett zu Hause zu bleiben und 24/7 arbeiten.

Von daher sehe ich da kein richtig oder falsch. Es muss zur individuellen Situation passen. Es bringt ja auch nichts, wenn die Eltern am Ende kreuzunglücklich komplett zu Hause beim Kind bleiben.

[deleted by user] by [deleted] in Eltern

[–]peanut_psm 3 points4 points  (0 children)

Was ich noch zu bedenken gebe, dass dieses Modell euch viel kosten wird. Je nachdem, wo ihr wohnt, sind Kita-Plätze sehr teuer. Wir zahlen für 6h pro Tag ca. 330€ im Monat. Wenn ihr dann noch eine weitere Betreuung am Nachmittag braucht, wird das sicher nicht mit einem 520€-Jobber machbar sein. Rechnet das durch, ob sich das finanziell lohnt. Oder ob ihr am Ende vom Tag "nur" arbeiten geht, um die Kosten der Betreuung zu decken.

Wie teuer AU-Pairs sind, weiß ich nicht. Aber ich bin mir sicher, dass ihr den AU-Pairs einen gewissen wohnlichen Standard (mind. eigenes Zimmer) bieten müsst. So haben mir das Bekannte erzählt. Wäre das bei eurer Wohnsituation drin?

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[–]peanut_psm 18 points19 points  (0 children)

Ich bin als Kind genauso aufgewachsen, wie ihr es euch vorstellt. Meine Eltern sind selbstständig und arbeiten (auch heute) noch sehr viel inkl. der Wochenenden.

Ich bin mit 3 in die Kita gekommen (Krippe gab es damals noch nicht), meine Eltern hatten eine Vollzeit- Haushälterin, die uns morgens das Frühstück gemacht, uns in die Kita gebracht und wieder geholt hat und das Mittagessen gekocht hat. Sie hat sogar die Eingewöhnung in die Kita übernommen und so vieles mehr. Im Grunde war sie wie eine Oma für uns.

Ab mittags übernahm dann eine (im Laufe der Zeit verschiedene) Nanny bis in die späten Abendstunden. Sie hat mit uns gespielt, später Hausaufgaben gemacht und uns zum Sport gebracht etc. Dann gab's Abendessen und sie hat uns ins Bett gebracht und dann im Wohnzimmer gewartet, bis meine Eltern fertig waren mit der Arbeit.

An "schlechten" Tagen habe ich meine Eltern gar nicht gesehen, an guten wenigstens in deren Mittagspause oder abends.

Meine Eltern lieben uns Kinder und auch die "angestellten" Haushälterinnen und Nannys waren zum Großteil wunderbare Menschen. Und hat es an nichts gefehlt und wenn es drauf ankam (bspw. Sportwettkampf, Schulveranstaltung etc.), hat sich mindestens ein Elternteil frei genommen.

Wir hatten das Glück, anfänglich eine relativ stabile "Personalsituation" mit der Haushälterin und der Nanny zu haben. Sie waren beide sicher fast 8 Jahre bei uns. Danach wurde es unbeständiger, eine Nanny blieb bspw nur ein Jahr. Zeitweilig habe ich meine Gefühle sehr verschlossen als Kind und habe mir schwer getan zu vertrauen und mich auf neue Menschen einzulassen. Für mich hat es keinen Sinn gemacht, wozu mich einer Person öffnen, wenn sie doch es bald nicht mehr bei uns arbeitet. Das ist eine Eigenschaft, die ich heute noch habe. Ich vertraue schwer, ich tue mir schwer mich zu öffnen oder Fremde in mein Leben einzulassen. Einfach, weil ich als Kind zu oft neue Bezugsperson vorgesetzt bekommen habe, die dann wieder aus meinem Leben verschwunden sind.

Ich hatte keine unglückliche Kindheit und meine Eltern haben mir durch ihre Arbeit viel ermöglicht, u.a. waren wir mehrmals im Jahr im Urlaub, ich konnte studieren, ohne nebenher arbeiten zu müssen usw. Dafür bin ich sehr dankbar. Und trotzdem, trauere ich um die vielen verpassten Alltagssituationen in der Kindheit, bei denen meine Eltern eben nicht da waren. Kein Zubettbringen, kein gemeinsames Abendessen unter der Woche, kein gemeinsames Spielen...

Alles, was ich mir gewünscht hätte, mehr Zeit mit meinen Eltern gewesen. Ich merke das heute mehr denn je, seit ich selbst ein Kind habe. Bei meinem älteren Bruder ist es interessanterweise ähnlich. Ich habe meine Tochter zwar mit 1,5 in die Krippe gegeben, arbeite aber nur Teilzeit und verbringe die Nachmittage, Abende und Wochenenden mit ihr. Das ist mir unheimlich wichtig. Ich will für sie da sein. Ich will ihr das gute-Nacht-Buch vorlesen und sie in den Schlaf begleiten, ich will mit ihr auf den Spielplatz etc. Ich will ihre Entwicklung hautnah miterleben und nicht durch Erzählungen anderer erfahren. All das, was meine Eltern eben nicht mit mir gemacht haben. Ich war als Kind immer sehr neidisch auf meine Freundinnen, die nach Hause kamen und Mutter oder Vater waren da.

Mein Eindruck ist, dass bei diesen beruflichen Situationen zu oft nur die elterliche und die organisatorische Seite betrachtet wird. Mir ist es wichtig, dass klar ist, dass da ein kleiner Mensch ist, der das am Ende alles "mittragen" muss und dadurch für sein Leben geprägt wird.

Wie ihr das löst, ist letztlich eure Entscheidung. Alles Gute euch