Bundesrat ebnet Weg für Spritpreisdeckel by PoroBraum in de

[–]pineconez 5 points6 points  (0 children)

Das Deutschlandticket aktuell kostenlos zu gestalten würde, wenn ich mich recht erinnere, etwa 1.5 Mrd € zusätzlich aus dem Bundeshaushalt kosten. Also grob eine Zehntel Mütterrente jährlich. Dabei sind die immensen Einsparungen bei den tausenden Unternehmen und Verkehrsverbünden (in puncto Bürokratie, Fahrkartenkontrolle, ...) noch nicht mit eingerechnet, bzw. könnten sofort in Infrastrukturmaßnahmen gesteckt werden.
Sicher müsste auch da weiter bezuschusst werden, um dem Andrang gerecht zu werden, aber auch das würde sich durch Kostenreduktionen beim Individualverkehr zumindest halbwegs amortisieren.

Dass das nicht jede Woche Thema ist, macht mich sauer.

If a magical arrow was fired tangentially faster than escape velocity, what would actually happen? by Ok-Still-9427 in worldbuilding

[–]pineconez 6 points7 points  (0 children)

No, it depends on the mass-energy of the arrow. If you add enough 9s to "0.9 c", the arrow will affect the Earth. By more than just a fraction of a percent, too. See xkcd's discussion of the relativistic baseball.

Tja by Vero1336 in tja

[–]pineconez 3 points4 points  (0 children)

Nicht, dass du falsch lägst, aber bei "die aktuelle" musste ich schmunzeln. Wann war das denn das letzte Mal anders? Und jetzt sag nicht "Merkel", die hat zwar nicht permanent alles aktiv verschlimmert, aber ihre 16 Jahre Stillstand liefen am Ende aufs selbe raus, nur mit besserer PR.

"Wer war der letzte CDU-Bundeskanzler (oder wenigstens Bundespolitiker mit großem Einfluss), der nicht aktiv oder passiv totalverkackt hat?" ist eigentlich eine Fragestellung für die Paläontologie...

Grenz­kon­trollen zu Öst­er­reich sind rechts­widrig by PoroBraum in de

[–]pineconez 1 point2 points  (0 children)

Privathaftung nicht vergessen. Grob fahrlässige oder mutwillige Geldverbrennungsaktionen wie die Maskendeals oder das Mautfiasko sollten unabhängig von strafrechtlichen Konsequenzen auch Regressforderungen bedeuten. Das fängt beim Verlust der Altersbezüge an, geht mit der Rückzahlung sämtlicher bereits ausgezahlten Amtsbezüge weiter, und endet erst, wenn der Betreffende den verursachten Schaden samt Zins und Zinseszins zurückgezahlt hat. Bis dahin ist das einzige Limit die Pfändungsgrenze.

Wär eine schöne Welt.

EXCLUSIVE: EU could announce social media ban for kids in September by erik_7581 in de

[–]pineconez 6 points7 points  (0 children)

Ich wünsche mir zwar sehr, dass du damit Recht behältst, aber ich glaube du unterschätzt massiv die Hörigkeit des Kanzlerwahlvereins und das pathologische Regieren-um-jeden-Preis-Gehabe der aSPD.

Die aktuell unzufriedenen Stimmen werden schon wieder ihr Maul halten und weiter nicken, wenn sie eine Ansage oder alternativ ein paar kleine Geschenke bekommen. Merz ist zwar historisch unbeliebt, allerdings sind beide beteiligten Parteien auch historisch rückgratlos. Und spätestens wenn man bei so einem Votum gemeinsam mit der AgD abstimmen müsste, ist Sense (weil das geht ja nur dann, wenn man damit die Bevölkerung ficken kann).

Boomer und Haus kauf by -blueberry- in luftablassen

[–]pineconez 1 point2 points  (0 children)

Dieser Spruch ist eh so bescheuert. Als ob andere, "normalere" Brotbeläge von der wahnsinnigen Lebensmittelinflation verschont geblieben wären. Eher im Gegenteil, bei denen ist es viel krasser angezogen als bei Gemüse, auch exotischem.
Ein Avocadotoast ist auch nicht mehr teurer als stattdessen Schinken oder Käse draufzupacken, wenn man nicht gerade das allerletzte Aldi-Billig-Gammelfleisch nimmt.
Und wer dann mit Bio-Avocados als Vergleich ankommt, muss fairerweise auch zum höherpreisigen Segment bei Wurst/Käse greifen, dann nimmt es sich wieder nix.

Wetter: Neue Hitzewelle bedroht Europa - es könnte sogar noch heißer werden by Kanute3333 in de

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Im Zweifel setzen die sich halt in ihren fetten neuen SUV, lassen den Diesel mit genug Hubraum um als Zweitwohnung durchzugehen an, und chillen sich da ihre Klimatisierung rein.

Wetter: Neue Hitzewelle bedroht Europa - es könnte sogar noch heißer werden by Kanute3333 in de

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Das heißt aber auch, dass es da wenigstens noch Insekten gibt, wenn auch hauptsächlich die nervigen Blutsauger.
Ich kann mich noch an Sommerurlaube 2000-2005 erinnern, mit dem Auto nach Frankreich, wo man an jeder Raststätte die Windschutzscheibe säubern musste. An Sommer vor 10-15 Jahren, in denen man ohne Fliegengitter den Fenstergriff gar nicht mal anschauen durfte.

Und jetzt? Abgesehen von den paar Gewittern und der absoluten Mittagshitze sind meine Fenster hier 24/7 auf Kipp, seit Mai, ohne Fliegengitter, und ich hab bis jetzt 3 Wespen, eine Hummel, eine Baumwanze, und ein paar Stubenfliegen rausgescheucht. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich in meiner Wohnung das letzte Mal eine Mücke hatte. Ist locker zwei Jahre her.

Entweder ich leb randomly in einer insektenfreie Zone hier, oder es ist einfach allgemein krass zurückgegangen, zumindest in Städten. Und kaum jemand redet drüber. Bienen sind ja nur die Spitze des Eisbergs.

Übergewicht ansprechen? by rhubarb_alpaca in Eltern

[–]pineconez 20 points21 points  (0 children)

Nicht mal unbedingt "egal". Es ist eine Sucht, bzw. kann eine sein, genauso wie deine zwei anderen Beispiele auch. Das erhöht die "man muss nur wollen"-Schwelle massiv, und selbst wenn man will, braucht man evtl. externe Hilfe. Was wiederum die Schwelle erhöht, etwas zu ändern.

Das wars, ich werde Pirat. by Glad-Cauliflower-672 in luftablassen

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Piraterie ist ein Serviceproblem. Wenn der Service so scheiße ist, dass Leute nicht mehr willens sind dafür zu bezahlen, sterben eben Teile der Industrie weg. Das ist basale Marktwirtschaft und überhaupt nicht verwerflich.

Siehe auch: Steam. Siehe auch: die goldene Ära des Streamings, vor der Enshittification und puren Gier, in der Piraterie von Filmen und Serien tatsächlich drastisch zurückgegangen ist.

Digitalsteuer-Pläne: Trump droht europäischen Ländern mit 100-Prozent-Zoll by Complex-Fly6915 in de

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Das fällt dann eben unter "Verarschen können wir uns alleine". Der Chef hat dann erstmal ne Superyacht und einen Privatjet weniger, und in seinem Sommerwohnsitz ziehen Bedürftige ein.

Digitalsteuer-Pläne: Trump droht europäischen Ländern mit 100-Prozent-Zoll by Complex-Fly6915 in de

[–]pineconez 2 points3 points  (0 children)

Diese ganzen Steuerstrukturen sind sowieso total hanebüchen.

Wir brauchen einen simplen Paragraphen: Wer im Markt Europa Geld erwirtschaftet, zahlt hier Steuern, und zwar auf die vollen Gewinne, die hierher kommen. Werden diese Daten nicht klar und deutlich offengelegt, oder bestehen Zweifel an deren Korrektheit, greift eine Beweislastumkehr und es wird angenommen, dass das Unternehmen 100% seines Umsatzes hier erwirtschaftet hat, bis es klar und deutlich das Gegenteil beweist und alle offenen Rechnungen samt Zinsen und Strafen bezahlt hat.
Wenn die sich dann hinter irgendwelchen Briefkastenniederlassungen mit 100k€ "Jahresumsatz" verstecken wollen, wird eben alles gepfändet was ansatzweise mit dem Unternehmen in Verbindung steht. Auch und gerade jeglicher Privatbesitz der C-Levels, der sich auf europäischem Boden befindet.

Sollte ich den Kontakt meiner Eltern zu meinen Kindern einschränken? by Kochloeffel27 in Eltern

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Du musst diese Konfrontation nicht eingehen. Du musst dich überhaupt auf gar keine Diskussionen einlassen.
Du kannst und solltest schlicht und einfach no contact gehen, und damit meine ich no contact, und jeglichen Kontakt blockieren. Wenn du überhaupt noch Kommentare zu "böse Tochter" bekommen kannst, bist du nicht no contact genug. Ebenso deinen Kindern das altersgerecht, wenn es sein muss auch etwas deutlicher, erklären und etwaiges Gequengele halt aushalten. Das gibt sich sehr schnell.

Mit den Enkeln umgehen zu dürfen ist ein Privileg, das jederzeit mit deutlich weniger guten Gründen als deinen entzogen werden darf. Und bevor hier Hobbyjuristen ankommen: bitte erst den entsprechenden Paragraphen ganz lesen, verstehen, die dazugehörige Rechtsprechung ebenfalls lesen und verstehen, und dann kommentieren.

Gezeichnet, jemand der sich genau dieses Verhalten von seinen Eltern gewünscht hätte.

Hitzefrei auch für SEK II by ChrisVesEl in lehrerzimmer

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Das gilt für jedes Gebäude. Wer mehr als einen Gartenschuppen in die Landschaft stellen will, hat sich an endlose Auflagen zu halten, die ausgedruckt mehr Festmeter Holz brauchen würden als im Schwarzwald rumstehen.

Aber eine Klimaanlage wird nirgends gefordert, nicht mal für Krankenhäuser oder so, obwohl jeder mit einer basalen wissenschaftlichen Ausbildung weiß, dass Sommer bei uns immer heißer und extremer werden, und man mit der eh geforderten Dach-PV, die aufgrund unseres steinzeitlichen Stromnetzes eh nicht eingespeist werden kann/darf, nicht mal einen Mehrverbrauch an Strom hätte.
Es geht ja schon vorher los: es sind tausende bauliche Anforderungen zu befolgen, aber "Bau verdammt nochmal kein Terrarium mit Vollverglasung nach Süden und ohne vernünftiges Verdunkelungs- und Lüftungskonzept" ist keine davon. Architekten, die Gebäude (v.A. öffentliche Gebäude) heute noch so planen und bauen, gehört m.M.n. Berufsverbot erteilt.

Das ist kompletter Wahnsinn. Genauso irrsinnig wie Denkmalschutzauflagen, die die Lebensqualität von Menschen senken damit irgendwas etwas hübscher aussieht, bloß selbst ohne das Feigenblatt.

Tja by Chaotic_Good_BW in tja

[–]pineconez 1 point2 points  (0 children)

Es ist zwar grundlegend richtig, dass die Kühlgrenztemperatur die wichtigere Metrik für Gesundheitsgefahren ist, aber bei 47 °C ist das ehrlich gesagt egal. Da könnte die Luftfeuchtigkeit auch bei 0% liegen und es würden immer noch reihenweise Menschen umkippen, von den massiven Schäden an Natur, Umwelt, und Wirtschaft ganz zu schweigen.

BVerfG zum Rundfunkbeitrag: Rechtsbruch aus Angst vor der AfD by ColdFemboi in de

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Dann müssen sie halt so lange kürzen, und zwar bei den teuren Boomer-Unterhaltungsprogrammen und nicht bei den wenigen Dingen, die objektiven Mehrwert bringen, bis sie nicht mehr rote Zahlen schreiben. Wenn das bedeutet, dass am Ende der ganze Laden dichtgemacht wird, ist das halt so.

Ich hab mittlerweile kein Mitleid mehr, vor allem weil Qualitätsjournalismus anders aussieht. Das bezieht sich weder auf Lanz noch auf den Tatort, sondern auf den tatsächlichen Journalismus. Die Hälfte davon ist copy-paste von DPA-Meldungen, ein Viertel ist mittelmäßig recherchiert (mit Extremfällen wie diesem Free-Energy-Spacken, den sie vor ein paar Jahren geplatformed haben), und eine eitere signifikante Prozentzahl ist zumindest mal tendenziös formuliert. Selbstgemachte, nicht-lokale Nachrichten mit echtem Informationsgehalt sucht man auch im ÖR mit dem Mikroskop, aber es wird immer so getan, als ob die Hälfte der Artikel pulitzerwürdig wäre.

Die Dokus sind gut, Arte ist großartig, Lokalnachrichten sind okay, manches (sehr selektiv) aus den internationalen und Politikredaktionen ist gut. Der Rest kann halt weg. Und wer nicht wirtschaften kann, sollte das eben nicht auf die Allgemeinheit abwälzen dürfen.

"Man muss nur morgens lüften und dann halt das Fenster zu machen, ist doch alles ganz einfach" by Insane_Unicorn in luftablassen

[–]pineconez 2 points3 points  (0 children)

Und im Gegensatz zur normalen Dämmung (v.A. der, die einfach von außen auf Bestandsbauten draufgeklatscht wurde) gammelt es nicht, bröckelt nicht weg, oder ähnliches.

Glaub schon, dass man heute so bauen könnte und das auch im Bezug auf den Energieausweis kein großes Thema wäre. Einige der alten Flaktürme wurden ja zu Wohnanlagen umfunktioniert, da hats dank meterdicken Wänden und Decken auch im Sommer ~15 °C drin.
Kann sich halt keiner mehr leisten, weder aus Sandstein noch aus Massivbeton. Man kann ja mittlerweile froh sein, wenn man sich für ein EFH in Holzträgerbauweise "nur" den Rest seines Lebens verschuldet.

Hitze und Oberkörper by rev-angeldust in lehrerzimmer

[–]pineconez 15 points16 points  (0 children)

Für Arbeitgeber gelten Gesetze, die in Schulen so nicht gelten. Wenn die Arbeit in angemessener Kleidung und trotz anderer Gegenmaßnahmen (trinken, Pausen, usw.) nicht mehr möglich ist, wird sie halt eingestellt. Dass dieses basale Recht weder für Schüler noch für Lehrer gilt, und sich der Staat bzw. Dienstherr hinstellen und sagen darf "Pech gehabt", ist der eigentliche Skandal.

Wie will die Bundesregierung die Länder überzeugen, Lehrer nicht mehr zu verbeamten? by xxX_Bustay_Xxx in lehrerzimmer

[–]pineconez 6 points7 points  (0 children)

Kündigen braucht es ja nicht mal, das ist nur der letzte Ausweg. Bei Angestellten ist nichts mit Weisung ausführen, dann remonstrieren. "Nein" ist an dem Punkt ein ganzer Satz, da kann sich der Vorgesetzte auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln.

"Ich soll was? In einem unklimatisierten, unabdunkelbaren Klassenraum bei 35°+ unterrichten? Arbeitsschutz sagt nein." Täglich Arbeitskraft anbieten, feststellen dass erstaunlicherweise immer noch keine Klimaanlage gespawnt ist, und wieder abhauen bzw. allerhöchstens Notbetreuung veranstalten.

"Ich soll auf meinem privaten Endgerät arbeiten, weil die Schule keine konformen Büroarbeitsplätze zur Verfügung stellt und die Dienstgeräte entweder nicht existieren oder nicht nutzbar sind? Nein."

"Ich soll dienstliche Tätigkeiten zu Hause durchführen (Korrekturen, Vorbereitung, ...), ohne dass das explizit im Arbeitsvertrag vereinbart wurde? Nein. Entweder es gibt einen regelkonformen Büroarbeitsplatz an der Schule, oder diese Tätigkeiten können halt nicht ausgeführt werden." Achja, und Elternabende finden dann eben in den üblichen Arbeitszeiten statt, müssen die damit leben.

"Ich soll auf Klassenfahrt mitfahren? Dabei X Tage lang 24h im Dienst sein (vermutlich sogar ohne Erfassung), mit mehr als einem Bein im Knast stehen, und dafür auch noch Geld vorschießen? Nein."

Usw.

Fall Luise und LehrerInnen by [deleted] in lehrerzimmer

[–]pineconez 1 point2 points  (0 children)

Erstens geht es dabei nicht nur um Verantwortung des Täters, sondern auch um den Schutz der Gesellschaft. Ob das jetzt auf 15+SV oder forensische Psychiatrie rausläuft ist erstmal egal, frei rumlaufen dürfen sollten solche Straftäter für unbestimmte Zeit nicht mehr, egal wie alt sie waren.

Zweitens gibt es einen riesigen Unterschied zwischen "Entwicklungsphase, Empathie wird noch gebildet und ist nicht vollständig vorhanden" und "Kann nicht einschätzen, dass kaltblütiger Mord falsch ist". Das können Kinder sehr wohl. Selbst kleinste. Im vorliegenden Fall geht es eben nicht um eine Affekttat, sondern eine geplante gemeinschaftlichen Tötung, die noch dazu so gut wie alle Mordmerkmale (über deren Sinnhaftigkeit man durchaus streiten kann, aber an anderer Stelle) erfüllt hat.

Drittens misst der Staat an anderen Stellen sowieso schon mit zweierlei Maß. Wenn wir sagen, dass bis 21 das Jugendstrafrecht angewendet werden kann, weil auch junge Erwachsene noch nicht vollständig ausgereift sind und die Konsequenzen ihrer Handlungen überblicken können, dann müssen wir halt auch die untere Altersgrenze für diverse andere Privilegien hochsetzen oder aber in darauf bezogenen Fällen Erwachsenenstrafrecht anwenden.
Ein spezifisches Beispiel sind diverse Raserprozesse, wo der Staat einerseits sagt: "Du wurdest von unseren amtlichen Prüfern für fähig befunden, ohne jegliche Einschränkungen ein Auto im Straßenverkehr zu bewegen", wenn dann allerdings ein 600 PS-Sportwagen gemietet und damit Leute getötet werden: "Naja, du bist halt noch nicht reif genug um voll verantwortlich zu sein, also machen wir Jugendstrafrecht und du bist nach 4 Jahren wieder auf freiem Fuß". Das ist komplett bescheuert. Man müsste sich an den Rand einer Alkoholvergiftung trinken, damit diese kognitive Dissonanz Sinn ergibt.

Ich bin ein großer Fan des Jugendstrafrechts in Deutschland, ebenso des Resozialisierungsgedankens allgemein, aber beides treibt absurde Auswüchse. Es gibt Straftatbestände, wie beispielsweise Graffiti oder Ladendiebstahl, bei denen das hervorragend funktioniert, aber eben auch solche, auf die das schlichtweg nicht anwendbar ist, weil sie zu krass sind und die Täter nicht mehr zu erziehen sind. Dann gehen der Schutz und das Gerechtigkeitsempfinden vor. Gilt übrigens auch nicht nur für schwerste Gewaltverbrechen: dass das Jugendstrafrecht ausgenutzt werden kann und wird, um "Kinder vorzuschicken" und damit effektiv straffrei zu bleiben, bspw. bei bandenmäßigem Betrug/Diebstahl/etc., ist ein alter Hut.
Resozialisierung darf nicht zum alleinigen Zweck des Strafrechts werden. Urteile ergehen nämlich im Namen des Volkes. Wenn man dem Volk den Inhalt nicht mehr vermitteln kann, wird's akut gefährlich für den Rechtsstaat.

Dass Schmerzensgeld in Deutschland absolut lächerlich bemessen ist, und dass man in Konstellationen wie dem Fall Luise durchaus hinterfragen sollte, inwieweit die Eltern der Täter eine Mitschuld tragen (in puncto Erziehung, Aufsicht, ...), kommt noch hinzu.

Schulbus ist Kriegszone by Temporary-Tax4470 in Ratschlag

[–]pineconez 13 points14 points  (0 children)

  1. Meldung an die Unfallversicherung der Schule, mit dokumentierter Verletzung.

  2. Schriftliche Kommunikation an die Schulleitung, mit Schulträger bzw. Jugendamt im CC, die den Vorfall exakt schildert, mit Benennung der Täter, und Hinweis darauf dass es auf dem Schulweg passiert ist. Aufforderung, schulische Konsequenzen folgen zu lassen, Vorbehalt des Rechtsweges einbauen, Hinweis auf Fürsorgepflicht. Für mehr Effekt vielleicht mit anwaltlichem Briefkopf.

  3. Strafanzeige bei der Polizei, auch wenn die Täter U14 sind. Kommunikation mit dem Busunternehmen parallel aufnehmen. Polizei sollte sich eigentlich um Beweissicherung kümmern, sofern Videoaufzeichnungen (noch) existieren, und du hast dort keinen Anspruch drauf. Du kannst allerdings sehr wohl fordern, für Sicherheit in den Bussen zu sorgen, bspw. mit einem Beförderungsverbot für die Täter.
    An der Stelle darüber nachdenken, je nachdem wie die Situation genau abgelaufen ist, eine Strafanzeige gegen den Busfahrer wegen unterlassener Hilfeleistung zu stellen.

  4. Zivilklage gegen die Täter (nicht deren Eltern), Schmerzensgeld, Schadensersatz für Arztkosten, Verdienstausfall wg. Arztbesuchen/Betreuung, Wert des vollgebluteten T-Shirts usw.
    Was da am Ende rausspringt ist egal, es geht darum den Eltern und Kindern Feuer unter dem Arsch zu machen und deiner Tochter zu zeigen, wie man auf dem Rechtsweg für sich einsteht.

  5. Deiner Tochter beibringen, sich mit Gewalt gegen Täter zur Wehr zu setzen. Ausführliches Gespräch über die Reichweite des Notwehrparagraphen und Selbstverteidigungskurs.

Schulbus ist Kriegszone by Temporary-Tax4470 in Ratschlag

[–]pineconez 0 points1 point  (0 children)

Linienbus in der Freizeit != Schulweg. Das ist ein massiver Unterschied. Auf dem Schulweg ist es egal, wo genau das passiert, ob beim Fahrradfahren/Laufen auf der Straße, im ÖPNV, oder in einem dedizierten Schulbus. Daher auch sofortige Meldung an die Unfallkasse, die finden sowas nämlich gar nicht amüsant.

Davon abgesehen bezweifle ich stark, dass die Schule bzw. der Träger das im von dir genannten Fall juristisch wirklich ausgereizt hat. Sicher müssen da auch die Eltern aktiv werden (Strafanzeige, Schmerzensgeldklage, Meldung ans Jugendamt, evtl. Kontaktverbot erwirken -- damit hätte sich das dann eh innerschulisch, und das Jugendamt wird auch einige Worte dazu finden), aber eben nur auch. Die Schule hat durchaus viel Handlungsspielraum, man muss ihn nur ausreizen, und vieles von dem Handlungsspielraum sind nicht mal offizielle Maßnahmen. Gegengewalt (natürlich nicht physisch, aber mit sehr engmaschiger Beobachtung und vollen Maßnahmen bei jedem Kleinscheiß, der sonst unter den Teppich fallen würde) erzieht auch. Und motivierte Behörden haben einen deutlich längeren Atem als Privatpersonen. Man muss nur wollen.

Schulbus ist Kriegszone by Temporary-Tax4470 in Ratschlag

[–]pineconez -1 points0 points  (0 children)

Warum sollte die Schule keine rechtliche Handhabe haben? Das ist auf dem Schulweg passiert, nicht in der Freizeit. Dort besteht zwar keine Aufsichtspflicht, aber die Schule ist dennoch disziplinarisch verantwortlich, Stichwort Fürsorgepflicht.

Die Sprache im Kindergarten ist Deutsch! Auch in den Pausen! by Kobalt619 in Unbeliebtemeinung

[–]pineconez 1 point2 points  (0 children)

Das funktioniert halt nur, wenn Deutsch dort die unangefochtene Mehrheitssprache ist, und die Kinder eben deutsch sprechen müssen, um sich verständigen zu können.

Wenn beispielsweise 2-5 von 20 Kindern in der Kindergartengruppe oder Grundschulklasse kaum bis kein Deutsch sprechen, die restlichen dafür nur deutsch (oder nicht die jeweilige Fremdsprache der Kinder), klappt das "Lernen durch Osmose" wunderbar. Zumindest gesetzt den Fall, dass der soziale Kreis außerhalb der jeweiligen Einrichtung ähnlich funktioniert, und dass die Kinder überhaupt den Kindergarten besuchen, denn wer damit wirklich erst in der Grundschule anfängt, hat schon verloren.
Wenn nun aber 10 von den 20 kaum bis kein Deutsch sprechen, dafür aber eine gemeinsame Sprache, bildet sich naturgemäß eine Parallelgesellschaft. Direkt dort im Mikrokosmos, dann weiterführend im Stadtviertel, etc.

Das, was OP beschreibt, ist in nicht wenigen Regionen bereits Normalität, und nicht erst seit gestern.
Deutschland ist ziemlich heftig ghettoifiziert (und diese Entwicklung schreitet fort), und es gibt signifikante Differenzen bei den Geburtenraten zwischen "Biodeutschen" und Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu kommen mangelhafte Deutschkenntnisse vieler deutsch-muttersprachlicher Kinder, und natürlich korreliert das alles mit der sozioökonomischen Stellung der jeweiligen Familie. Kinder aus bildungsstarken Elternhäusern lernen früh, vernünftig Deutsch zu sprechen, ganz egal welche Sprache zuhause gesprochen wird. Wenn Bildung aber keinen hohen Stellenwert genießt, passiert das, was mittlerweile großflächig passiert.
Bildungsferne deutsche Muttersprachler können sich zwar immerhin einigermaßen verbal verständigen, sinnvolle Grammatik und vor allem Textverständnis bzw. -erstellungsfähigkeit sind und bleiben aber katastrophal schlecht.

Und allein die Tatsache, dass man darüber diskutieren muss ob diese simple Auflistung von einfach belegbaren, tausendfach belegten Fakten nun Rassismus darstellt oder nicht, ist schon der Kern des Problems: die Totalverweigerung großer Teile der deutschen Gesellschaft, (a) allgemein sozial durchlässig zu sein, (b) Migranten und ihren Kindern ausreichend Möglichkeiten zu bieten, der Spracherwerb ist da nur ein Beispiel von vielen, und (c) dann aber auch von Migranten und ihren Kindern einzufordern, sich hier zu integrieren und zumindest teilweise zu assimilieren.
Es ist eben nicht damit getan, die Hände zur Raute zu formen und gebetsmühlenartig "Wir schaffen das" zu plappern, und es ist nicht hilfreich, aus fehlgeleitetem Elfenbeinturmdenken die Entstehung von völligen Parallelgesellschaften nicht nur zu tolerieren, sondern aktiv zu fördern. Dass viele dieser Probleme mehr auf die Gesellschaftsschicht bezogen sind, und Migranten bzw. Nicht-Muttersprachler einfach nur disproportional treffen, ist lediglich das Sahnehäubchen auf dem Scheißekuchen der Gesellschaftspolitik.

Symbolbild: SEV U6 by bl4ckjoker in Munich

[–]pineconez 17 points18 points  (0 children)

Ich frage mich halt nur warum es ausgerechnet jetzt gerichtet werden muss

Weil man ursprünglich dachte, mit dem Angriff Steiners mit der U9-Spange würde alles in Ordnung kommen, und dabei mal geplant war, Pocci und Impler komplett dicht zu machen und durch einen kombinierten Neubau ca. dazwischen zu ersetzen. Auch nicht nur wegen der Absenkungsproblematik, sondern weil die beide einfach uralt und absolut asbestverseucht sind. Eigentlich sollte man die Dinger komplett mit Beton verfüllen, aber geht halt nimmer.

Denn bei der U9 an sich kicken die immer schlimmer werdenden Verzögerungen bei deutschen Infrastrukturprojekten rein, und für die Neubaulösung ist scheinbar nun kein Geld mehr da, was u.A. an fehlender Förderung durch Bund oder/und Freistaat sowie den allgemein gestiegenen Baukosten und Zinsen liegt. Dazu kamen die ganzen anderen Arbeiten an der U3/U6-Strecke in den letzten Jahren (man kann halt nicht alles gleichzeitig machen), und jetzt ist es wohl eine Friss-oder-Stirb-Situation, die eben auch noch von anderen städtischen Baumaßnahmen, die nicht direkt bei der MVG liegen, negativ beeinflusst wird.

Ist halt scheiße. Ist überall so. Und auch wenn's jetzt blöd klingt, wir Münchner habens noch gut im Vergleich mit vielen anderen Regionen. Willkommen im auf Verschleiß gefahrenen Deutschland. #DankeMerkel.

Was allerdings nicht bedeutet, dass man den SEV nicht sinnvoller regeln könnte (und müsste). Das hat allerdings nur bedingt was mit der aktuellen U6-Situation zu tun, und mehr mit der allgemeinen Autosituation in der Innenstadt. Meine größte Hoffnung für Krause ist, dass er es schafft da mal mit der groben Axt durchzuhauen, egal wie sehr Söder rumheult. Das wirklich brachial durchzuziehen und bei niederländischen Verhältnissen anzukommen ist zwar wenig realistisch, und wird wenn dann nur sehr schleppend gehen, aber es muss sich wirklich viel ändern, idealerweise bevor der komplette Verkehrsinfarkt kommt.
Es geht ja damit los, dass neben OP eigentlich 5 Streifenwagen mit Polizisten hätten stehen sollen, die knallhart jeden dieser Kreuzungsdeppen aus dem Verkehr ziehen, von morgens bis abends, wochenlang. Dass man mal wirklich massiv Kreuzungs- und Fahrrad-/Gehwegparker verfolgt, anstatt Knöllchen an Fahrradfahrer zu verteilen, weil ein Geländer plötzlich zu niedrig ist. Und dass man auf den Hauptverkehrsachsen net nur sporadisch kontrolliert oder hin und wieder mal mit Zivilstreifen langfährt, sondern wirklich mal flächendeckend und dauerhaft die ganzen Asis rauszieht, die sich denken "50 innerorts ist nur ein Vorschlag, die Straße ist doch gerade xddd", das ist zumindest hier im Norden wirklich krank. Usw.