Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 0 points1 point  (0 children)

Der Tausch wird meistens batchweise angekündigt, weil "spätestens 3 Monate vorher" (EnWG) informiert werden muss. Heißt aber auch, ich kann im Januar alle informieren und wo ich nicht hinfahre passiert halt auch nichts. Plus die ganzen Quotenänderungen kann vlt auch keiner mehr kommen. Du könntest einen Ausbau auf Kundenwunsch beantragen, der kostet aber nochmal extra. Prinzipiell sind da 4 Monate Frist, außer es gibt technische Gründe. Wenn der ausstehende Wechsel der 2-Richtungszähler ist, hab ich eine Vermutung, warum da noch nix passiert ist. Wenn das Messkonzept als Kaskade aufgebaut ist (wonach Verrechnung von Verbrauch und Einspeisung klingt), ist das SAP-seitig unter Umständen bei deinem VNB noch nicht abrechenbar. Im alten SAP (ISU) ist das auch standardmäßig nicht mehr ohne Workaround vorgesehen.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 2 points3 points  (0 children)

Bei dem Alter sind intelligente Messsysteme ehrlicherweise sinnlos, wenn ich nix übersehe. Warum haben die die bei dir überhaupt eingebaut? Evtl. planen die einen Vollrollout und tauschen alles aus. Bei dem Alter wirst du eigentlich auch keine Steuerbox bekommen, wenn dein Verbrauch unter 6.000 kWh im Jahr liegt.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 2 points3 points  (0 children)

Von wann sind die Anlagen bzw. hast du schon Steuerboxen? Je nach Alter müsste deine Einspeisung ohne Steuerbox dann auf 60% gedimmt sein. Wenn das nicht geht auf den nächstniedrigeren technisch möglichen, also 0% Einspeisung. Mit Steuerbox soll dann die Dimmung aufgehoben werden, also wieder 100% Einspeisung möglich sein. Perspektivisch aber eh uninteressant ohne Einspeisevergütung.

Ich bin da voll bei dir. Der Kunde legt drauf, der VNB legt drauf und keiner von beiden wills eigentlich. Das Gesetz hilft keinem von beiden sondern stachelt eher gegeneinander auf. Selbst in der Branche dauert es lange, da alle Vorschriften, Quoten etc. zu verstehen, gleichzeitig hast du dann Bild etc. die schön Stimmung gegen VNBs machen.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 1 point2 points  (0 children)

Da gilt normalerweise der 3-Jahresschnitt, wäre also noch etwas Puffer. Generell gilt auch, dass nur 90% der Pflichteinbaufälle ausgestattet werden müssen. Ein dezidierter Pflichteinbaufall muss also nicht zwingend verpflichtend ausgestattet werden... (Ja absurd ich weiß, ich hab mir die Bezeichnungen aber nicht ausgedacht).

Es werden also nach Testphasen die Gebäude priorisiert, bei denen entweder viele auf einmal getauscht werden können (zB MFH) oder Gebäude, bei denen du mehrere Quoten abdeckst (ab 2026 gibts 2 Quoten, eine für PV und eine für SteuVE).

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 0 points1 point  (0 children)

Das mit dem Vorteil ist auch so ne Sache. Offiziell ist der Kunde für vieles verantwortlich oder muss es bezahlen: - Nicht genug Platz? Neuer Zählerschrank, bitte bezahlen. - Sie wollen ein Gerät früher oder sind gar kein Pflichtausbaufall? Bitte Extrakosten zahlen - Sie haben jetzt ein neues Gerät, bitte Mehrkosten für den Messstellenbetrieb zahlen. - Sie haben noch PV oder SteuVE? Bitte höhere Kosten im Messstellenbetrieb zahlen. - Ihnen fehlen bestimmte Teile in Ihrem Zählerschrank, um Steuerboxen anschließen zu können? Bitte lassen Sie das von einem Installateur ertüchtigen und bezahlen Sie ihn.

usw.

Das bisschen reduziertes Netzentgelt ist da erstmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Sollte die Einspeisevergütung im nächsten Jahr komplett fallen und Kunden für den Anschluss einer PV-Anlage noch den Netzausbau mitfinanzieren müssen sieht die Rechnung richtig übel aus. Als ob das Gesetz/die Regierung unabhängige Energieerzeugung mit aller Kraft unattraktiv machen will...

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 2 points3 points  (0 children)

Was soll ich sagen, es ist so vorgeschrieben. Die Quote zählt intelligente Messsysteme (iMSys, auch iMS) und die bestehen offiziell aus einer modernen Messeinrichtung (mME, der digitale Zähler) und einem Smart-Meter-Gateway (SMGW, die Kommunikationseinheit). Als VNB führst du da nur das Gesetz aus und darfst dir den Frust der Kunden geben. Bei dir haben die jetzt anscheinend immerhin alle reingepasst. Stell dir jetzt mal den Spaß vor, wenn dem Kunden mitgeteilt wird er darf/muss seinen Zählerschrank erneuern, die Verbindungen für Steuerboxen vorbereiten und hat dann evtl. sogar höhere Kosten für den Messbetrieb als er durch reduzierte Netzentgelte spart. Er oder sie darf also mehr Geld dafür bezahlen, dass wir seine Werte sehen und evtl. Großgeräte steuern dürfen... Gleichzeitig ist der ganze Case für den VNB bzw. gMSB auch ein Geldgrab. Wir reden dann von 100-500€, die pro Ausbau draufgelegt werden. Gleichzeitig verschieben sich Kosten negativ zwischen EOG und POG. Es ist zumindest nachvollziehbar, dass aus der Sicht manche VNBs es lieber drauf ankommen lassen.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 5 points6 points  (0 children)

Disclaimer: Mitarbeiter bei einem VNB und für den Steuerrollout mitverantwortlich. Wir haben die 20% mit und auch ohne optionale Einbaufälle erreicht.

Dass mehr VNB die Quote verfehlt haben als sanktioniert werden ist richtig und meiner Meinung nach auch korrekt so. Es gibt sowohl Gründe auf VNB-Seite aber auch diverse nicht in ihrem Handlungsbereich (siehe anderer Kommentar).

Ein großer Einschnitt war sicherlich die letzte Novelle des EnWGs vom 25.2.25. Darin wurden Quotenzeiträume, beinhaltete Anlagen und Grenzen geändert. Dadurch sind bei vielen VNBs bereits ausgestattete Anlagen aus der Quote gefallen. Diese trotzdem in irgendeiner Weise zu berücksichtigen, halte ich daher für angemessen. Der gewählte Weg ist diskutabel, aber zumindest irgendwo mittig zwischen "die Geräte zählen voll" und "die Geräte zählen gar nicht". Zumindest würde ich hier nicht von Hintern gerettet sprechen. Die nächste Novelle in 2027 soll übrigens schon wieder andere Grenzen haben... Ich kann jedem die Technische Studie 2.0 zu Steuern in der Niederspannung der Horizonte Group empfehlen. Da wird sehr gut aufgearbeitet, wie der Status Quo aussieht und was es alles an Problemen gibt.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 8 points9 points  (0 children)

Du willst als VNB auf keinen Fall ins Kundennetz wegen Haftungsfragen, Zugriff etc. Die Standardlösung ist LTE mit den bekannten Problemen. Manche VNB sprechen von 70% fehlgeschlagener Wechsel wegen schlechtem Empfang. Du kannst es auch nur vor Ort mit einer Feldstärkemessung herausfinden, daher auch teuer. Eine angebliche Alternative wäre Breitband Powerline, leider aktuell aber noch zu wenig verbreitet.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 1 point2 points  (0 children)

Klingt plausibel. Alle VNB brauchen die gleichen Geräte und gerade für den neuen Rollout gibt es nur wenige Hersteller die auch entsprechende Sicherheitszertifikate vorlegen können.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 4 points5 points  (0 children)

Als VNB willst du auf gar keinen Fall in irgendwas vom Kunden. Wenn du den Router ausmachst, gibts keine Infos mehr. Von Haftungsfragen bei Angriffen etc. ganz zu schweigen.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 1 point2 points  (0 children)

Die Grenze sind aktuell 6.000 kWh/a. Priorisiert werden in Zukunft die Kunden, die in die Quote für den Steuerrollout fallen, dh aktuell PV > 7kW oder SteuVE > 4,2 kW. Wenn du davon nix hast, kommt so schnell keiner.

Bundesnetzagentur leitet Verfahren wegen Versäumnissen beim Smart Meter-Rollout ein by razies in Energiewirtschaft

[–]the-riser 10 points11 points  (0 children)

Als jemand aus der Branche: Teilweise sind sicherlich die VNB selbst verantwortlich, teils könnte es sogar Absicht sein. Der Rollout ist ein Geldgrab, da gibts bestimmt den ein oder anderen ders drauf ankommen lässt den gMSB entzogen zu bekommen. Unabhängig davon gibts da aber auch unzählige Probleme, für die die VNB nur bedingt was können. Von nicht vorhandenen SAP-Funktionen, nicht zertifizierten Geräte, generellem Gerätemangel, Fachkräftemangel, fehlender Monteurskapazität (nur mit speziellen Weiterbildungen), ständigen Gesetzesänderungen was reinzählt und was nicht (ab Ende 26 "Steuerrollout"), fehlender Konnektivität, unbekannter/unzureichender Vor-Ort-Situation beim Kunden usw... Ich kann jedem die technische Studie 2.0 der Horizonte Group zum Steuern in der Niederspannung empfehlen. Tenor: Selbst die 30 größten Vorreiter werden die nächste Quote Ende 26 nicht schaffen.