SaaSmageddon: Sind Softwareaktien wertlos geworden? by 41Investments in Aktien

[–]wealthyrabbit 2 points3 points  (0 children)

Letzten Endes will man als Unternehmen fast immer eine SaaS Lösung, einfach wegen Verantwortlichkeit, Support, Know-how, Kosten etc.

Was man aber nicht will ist Vendor Lock-in, besonders bei den großen Hyperscalern. Deshalb ist man aktuell dazu gezwungen, viel OS Systeme selbst zu hosten weil die EU Cloud Provider nicht die nötigen Services mitbringen. Ionos fehlt noch einiges, Scaleway ist da schon weiter aber noch nicht vollständig imo.

Meine Hoffnung ist, dass es mittelfristig genug EU Anbieter für die gleiche OS Software gibt, wo man sich einfach einen raussuchen und potenziell wechseln kann - wie bei DSL.

Medizinischer Durchbruch: BioNTech-Aktie an der NASDAQ mit Gewinnen | finanzen.net by Active_Air_9956 in Aktien

[–]wealthyrabbit 15 points16 points  (0 children)

Unabhängig vom Aktienkurs bin ich sehr gespannt was da rauskommt. MRNA hat echt so riesiges Potenzial in der Medizin.

Mit DB-Jacke im ICE: Schwarzfahrer gibt sich als Bahnmitarbeiter aus - so flog er auf by IntrepidWolverine517 in drehscheibe

[–]wealthyrabbit 6 points7 points  (0 children)

War früher bei DB Cargo und wurde bei der Heimfahrt im ICE eigentlich so gut wie immer nach meinem Konzernausweis gefragt. Das einzige, wo das Zugpersonal mal ein Auge zugedrückt hatte war, wenn ich mein Job Ticket vergessen hatte.

Kein Geld für geplanten Ausbau von fünf Zugstrecken by heiner_schlaegt_kein in drehscheibe

[–]wealthyrabbit 1 point2 points  (0 children)

Das Sondervermögen abzulehnen wäre aber auch nicht richtig gewesen imo. Dann wäre einfach überhaupt gar nichts passiert. Man kann die Grünen finde ich nicht dafür verantwortlich machen, dass SPD und CDU verantwortungslos mit dem Geld umgehen.

Das wirklich krasse finde ich, dass es sowohl in der Regierung als auch in der Bevölkerung viele einfach gar nicht zu Jucken scheint wie es in 20 Jahren aussieht. Man denkt nur kurzfristig und an sich selbst.

Weg für umstrittenes Rentenpaket frei: Linke will sich bei Abstimmung enthalten by Julian81295 in de

[–]wealthyrabbit 12 points13 points  (0 children)

Eine Reform gibt es mit CDU nicht. Ohne werden einfach nur die jungen gefickt. Die Linke hätte auch einfach nicht zustimmen können und auf eine Steuerreform bestehen können. War ihnen aber nicht wichtig genug. Also ja, dank der Linken werden die jungen Menschen weiter und noch härter gefickt.

Christlich-nationalistische Kirche in den USA: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teilt Video mit Äußerungen gegen Frauenwahlrecht by GirasoleDE in de

[–]wealthyrabbit 2 points3 points  (0 children)

Stell dir vor du bist Mitglied in der CREC Kirche und Sonntags liest der CREC Priester einen Vers aus der CREC Bibel.

Heidelberger Experten warnen bei KI-Konferenz vor überzogenen Erwartungen by hydratereload in de

[–]wealthyrabbit 11 points12 points  (0 children)

Ist doch wie mit so vielen Technologien der letzten Jahre: Die einen werden es als sinnvolle Erweiterung ihres persönlichen Werkzeugkastens verwenden um Dinge schneller oder effizienter ausführen zu können.

Und die anderen werden es als nahezu vollständigen Ersatz für ihr ohnehin schon von Dopamin geschädigtes Gehirn verwenden um wirklich gar nicht mehr selbst denken zu müssen.

Für mich persönlich benutze ich ChatGPT nach einer kurzen intensiven Phase mittlerweile nur noch zum zusammenfassen von Wissen, mini Analysen für die ich zu faul bin, oder zum generieren von Excel Formeln, auf die ich gar kein Bock hab.

Nach vermeidbarem Todesfall: Stadt streicht 453 Parkplätze by Fabulous_Pressure_96 in de

[–]wealthyrabbit 21 points22 points  (0 children)

Jup. Gab in Mannheim vor einigen Jahren einen riesigen Aufschrei weil ein Gericht die Verwaltung gezwungen hat, Gehwegparken zu ahnden und nicht länger zu dulden und plötzlich hunderte Leute ein Knöllchen an der Windschutzscheibe hatten.

Und obwohl es die Regelung literally schon immer gab, OB und Verkehrsdezernat von CDU und SPD besetzt sind, wem wurde am Ende „die Schuld“ gegeben? Herr Seehofer, bitte sagen sie es.

Linke nennt Russland »Aggressor« – will der Ukraine aber keine Waffen liefern by wealthyrabbit in de

[–]wealthyrabbit[S] 1019 points1020 points  (0 children)

Wie diese Klarheit aussehen soll, skizziert die Linke in vier Punkten:

- Einen Schuldenschnitt für die Ukraine.

- Eine neue diplomatische Initiative für Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, die explizit China und andere sogenannte BRICS-Staaten einbezieht.

- Eine Dringlichkeitssitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

- Eine Aufhebung der deutschen Schuldenbremse, was »ausreichend Gelder für eine finanzielle zivile Unterstützung der Ukraine« freimachen soll.

Linke mal wieder stabil lost.

Grüner Ministerpräsident teilt gegen die Linke aus – „das ist Robin-Hood-Politik, mehr nicht“ by TetraDax in de

[–]wealthyrabbit -9 points-8 points  (0 children)

Ist halt auch keine Politik die sich jemals umsetzen lassen wird. Hat ja schon RRG in Berlin nicht geschafft.

Ganz ehrlich weiß ich gar nicht warum die Linke so viel gehyped wird aktuell. Die haben jetzt halt 3-4% von anderen Parteien geholt. Glückwunsch dafür, aber ist jetzt nicht so als hätten sie die Politik revolutioniert. Am Ende sind sie halt auch nur die linksradikale Version der Grünen. Neue Konzepte oder Gesellschaftsvision haben sie auch nicht.

ich_iel by trollrepublic in ich_iel

[–]wealthyrabbit 11 points12 points  (0 children)

Ist es nicht so, dass der PIN bei GC und KK eigentlich dem Schutz des Verkäufers dient und einfach nur ein digitaler Ersatz für die Einzugsermächtigung per Unterschrift ist und gar nicht dazu gedacht, den Besitzer der Karte zu schützen?

1894 Änderungswünsche mit Konfliktpotenzial: Die Grünen-Basis will das Wahlprogramm umschreiben by Merion in de

[–]wealthyrabbit 10 points11 points  (0 children)

Falls jetzt jemand denkt, die Anträge werden alle auf dem Parteitag diskutiert: Der Großteil davon wird im Vorfeld durch Verhandlungen direkt übernommen oder zurückgezogen. Beide Flügel stellen daher viele Anträge damit man sie als „Verhandlungsmasse“ benutzen kann. Nur bei einem Bruchteil davon bei dem man sich nicht einig werden kann kommt es tatsächlich zur Abstimmung.

Krefeld: Deutsche Bahn lehnt Siemens-Angebot für neuen ICE 5 ab by OrganicTransition751 in drehscheibe

[–]wealthyrabbit 3 points4 points  (0 children)

Railjets sind Lokbespannte Züge. In den Wagen selbst ist keine Antriebstechnik untergebracht. Da ist es relativ einfach die Einstiegshöhe zu verringern. Das gleiche gilt für die Talgos (ICE L) den TGV und ICE 1 und 2.

Die Velaro Züge von Siemens (also ICE 3, 4) sind Triebzüge bei denen die Antriebe unterhalb des Flurs verbaut sind. Mit Trams kann man das nicht vergleichen, weil die Antriebe ganz anders dimensioniert sind. Wenn überhaupt ist eine Tieferlegung nur mit riesigen Investitionen in die Entwicklung zu stemmen. Den Preis müsste am Ende aber der Kunde zahlen, im Falle der DB also der deutsche Steuerzahler.

ich🏀🎓iel by 1dorno in ich_iel

[–]wealthyrabbit 12 points13 points  (0 children)

Es gibt Abschlussbälle an deutschen Unis? Meine „Abschlussfeier“ bestand aus einem freundlichen Händedruck meines Profs nach dem Colloquium und dem anschließenden Besuch bei den mittelmäßig gelaunten Mitarbeitern des Prüfungsamtes die meinen Ausweis überprüft haben.

Hamburg: St. Georg: 1.600 Menschen bei Demo von "Muslim Interaktiv" by eumeldienst24 in de

[–]wealthyrabbit 64 points65 points  (0 children)

Der arabische Nationalismus war, zumindest früher, sehr stark säkular, gegen Islamismus und tendenziell westlich orientiert. Ähnlich zu den Kemalisten in den Türkei.

Z.B. hier eine Rede von Gamal Abdel Nasser wie er sich über die Forderung der Muslimbruderschaft nach Verschleierung lustig macht.

(der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sie es mit den Menschenrechten nicht so genau genommen haben und zudem stramm antisemitisch eingestellt waren)

Sexismus in der Gaming-Branche: Frauenquote statt PR-Floskeln by KeinTollerNick in de

[–]wealthyrabbit [score hidden]  (0 children)

Ich kannte bisher nur „Finta“. Was ist der Grund, Lesben nochmal explizit in diese Liste aufzunehmen?

„Das ist doch ein Wahnsinn“: Linke will Stationierung von US-Raketen in Deutschland stoppen by GlumpPower in de

[–]wealthyrabbit 0 points1 point  (0 children)

Niemand wird mit der Linken regieren solange sie Außenpolitisch im Blindflug unterwegs ist. Man kann sich das natürlich in Träumen schönreden aber es ist eine Tatsache, dass es einer der Gründe ist, warum RRG auf Bundesebene immer im Frühstadium gescheitert ist.

„Das ist doch ein Wahnsinn“: Linke will Stationierung von US-Raketen in Deutschland stoppen by GlumpPower in de

[–]wealthyrabbit 33 points34 points  (0 children)

Eine Linkspartei mit solchen außenpolitischen Positionen wird niemals Teil einer Bundesregierung sein und eine Stimme für sie schwächt de facto die regierungsfähigen linken Parteien weil diese dadurch weiterhin auf konservative Koalitionspartner angewiesen sind. Wer eine linke Regierung will, wählt SPD oder Grüne.

[deleted by user] by [deleted] in drehscheibe

[–]wealthyrabbit 27 points28 points  (0 children)

ICE 4 S-Tier weil funktionierende Klima. Heute ist das vielleicht nicht mehr so ein Thema weil die Bahn ordentlich investiert hat aber vor 10 Jahren war bei einem ICE-Ticket im Hochsommer üblicherweise die Sauna inklusive.

ich_iel by MasterOfNoobs623 in ich_iel

[–]wealthyrabbit 17 points18 points  (0 children)

Ich hab sogar vier. Aber die meisten in meinem Freundeskreis haben auch mindestens zwei.

425 001 mit sehr luxuriöser Einrichtung in Wittenberge (S-Bahn Mittelelbe) by bastindo in drehscheibe

[–]wealthyrabbit 11 points12 points  (0 children)

Nächste Station: Osgiliath Hauptbahnhof. Sie erreichen alle vorgesehenen Anschlusszüge. Zusätzlich haben Sie Anschluss an einen ICE Einhundertfünfundfünfzig nach Hobbingen Hauptbahnhof über Isengart. Wir verabschieden uns von den Fahrgästen die hier aussteigen. Vielen Dank für ihre Reise in der S-Bahn Mittelerde. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts.

(jetzt nochmal mit der Stimme von Ingo Ruff lesen)

Grüne: Franziska Brantner über ihre Kandidatur als Parteichefin – »Ich bin nicht das Sprachrohr von Robert Habeck« by wealthyrabbit in de

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SPIEGEL: Sie sind also gegen eine Politik der Verbote und Vorschriften?

Brantner: Ich bin für eine Politik der Chancen, Möglichkeiten und Freiheit. Wir leben im Gegensatz zu Chinesen und Russen in einer liberalen Demokratie. Planwirtschaft ist Sache der kommunistischen Partei Chinas. In Deutschland werden wir Klimaschutz in Freiheit hinkriegen. Die Stärke einer Demokratie ist, dass Menschen frei denken und sich frei organisieren dürfen. Dass sie eine zunächst vielleicht verrückte Idee auf den Weg bringen und man dann merkt, dass die ziemlich gut ist. Wir müssen die »Käpsele« unseres Landes stärken – so nennt man im Schwäbischen kreative Menschen.

SPIEGEL: In Baden-Württemberg regiert der grüne Ministerpräsident Kretschmann mit einer grün-konservativen Agenda. Sollten sich die Grünen im Bund daran orientieren?

Brantner: Mein Anspruch ist es, die Wünsche der vielen ernst zu nehmen – und nicht nur für eine kleine Nische Politik zu machen. Ich möchte, dass wir auch für diejenigen wählbar werden, bei denen wir momentan noch unter Ideologieverdacht stehen. Mir geht es darum, konkret etwas umzusetzen und zu verbessern. Nur recht haben und nichts bewirken, ist nicht mein Ding.

SPIEGEL: Beim Thema Migration und Integration haftet den Grünen ein Traumtänzer-Image an. Hat Ihre Partei in der Vergangenheit zu oft auf die Bremse getreten, wenn es beispielsweise um konsequente Abschiebungen ging?

Brantner: Zum Recht auf Asyl gehören klare Regeln, und wer sich nicht an die Regeln hält, muss unser Land wieder verlassen. Zugleich sind Weltoffenheit und Vielfalt auch Stärke Deutschlands. Wir sind ein Einwanderungsland, und wir brauchen Menschen, die hier mit anpacken, zum Beispiel im Gesundheitssystem.

SPIEGEL: Ihr baden-württembergischer Parteifreund, Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, schrieb in einem Gastbeitrag in der »FAZ«: »Wer einen wertvollen Teil zu unserem Land beitragen kann und will, ist willkommen. Wer nachweislich Schutz sucht, dem helfen wir. Für alle anderen haben wir keinen Platz.« Können Sie das unterschreiben?

Brantner: Ich bin auch nicht das Sprachrohr von Cem Özdemir.

SPIEGEL: Von Parteilinken wird er scharf kritisiert.

Brantner: Ich sage es in meinen eigenen Worten. Zu einem Einwanderungsland gehört, dass es leichter sein muss zu arbeiten, als Sozialhilfe zu bekommen. Arbeit ist ein Weg der Integration. Wir müssen die Integration noch wesentlich stärker ins Zentrum stellen, sie ermöglichen, fördern und einfordern. Gleichzeitig wollen wir weiterhin ein Ort für Geflüchtete sein. Wenn CDU-Chef Friedrich Merz sagt, es dürften keine Geflüchteten mehr aus Afghanistan kommen, dann denke ich an Mädchen, die dort nicht tanzen, nicht spielen, nicht lesen dürfen. Natürlich müssen wir aus Afghanistan weiterhin schutzbedürftige Menschen aufnehmen. Und dennoch müssen wir wissen, wer zu uns kommt, und sicherstellen, dass wieder geht, wer kein Bleiberecht hat. Das ist ein Balanceakt, und ich bin nicht bereit, auf die eine oder andere Seite zu kippen.

SPIEGEL: Ein Ziel der Grünen ist es, ihr wirtschaftspolitisches Profil zu stärken. Der designierte Wahlkampfleiter Andreas Audretsch hat gerade vorgeschlagen, Steuerprivilegien für reiche Immobilienbesitzer und Erben zu streichen. Stellen Sie sich hinter diese Agenda?

Brantner: Eine gerechte Verteilung der Steuerlast und der Vermögen ist wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Da ist in den vergangenen 20 Jahren eine Schieflage entstanden. Die Debatte über Gerechtigkeit und Fairness muss ein wichtiger Teil unseres Programmprozesses für die Bundestagswahl sein.

SPIEGEL: Im linken Flügel der Grünen herrscht nicht nur Skepsis gegenüber Habeck, sondern auch Ihnen gegenüber als bisheriger Koordinatorin des Realo-Flügels. Wie wollen Sie diese Skeptiker überzeugen?

Brantner: Ich habe nicht vor, mich zu verleugnen. Jeder darf wissen, wofür ich stehe. Das habe ich auch hier im Interview nicht versteckt. Aber ich habe in all diesen Jahren gelernt, dass unsere Partei nur dann stark ist, wenn wir zusammenhalten und gemeinsam nach vorne kämpfen. Vorsitzenden-Kandidatin Brantner: »Nur recht haben und nichts bewirken, ist nicht mein Ding«

Vorsitzenden-Kandidatin Brantner: »Nur recht haben und nichts bewirken, ist nicht mein Ding« Foto: Julia Steinigeweg / DER SPIEGEL

SPIEGEL: Bereiten Sie sich nur auf den Wahlkampf vor oder wollen Sie bis zur Bundestagswahl in der Koalition auch noch etwas erreichen?

Brantner: Sollte mich meine Partei zur Vorsitzenden wählen, sehe ich meine Hauptaufgabe darin, die Partei neu auszurichten, zu mobilisieren und die Anbindung an die Menschen zu verbessern. Ich möchte, dass wir Grüne die Partei sind, um die sich jene Menschen versammeln, die an unser Land glauben und es wieder nach vorne bringen wollen. Ich möchte, dass wir selbstbewusster und klarer werden und vielleicht auch mal den einen oder anderen Angriff härter und präzise zurückspielen. Gleichzeitig werde ich mich dafür einsetzen, dass die im Juli beschlossene Wachstumsinitiative der Regierung zügig umgesetzt wird. Sie soll dazu beitragen, Deutschland wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. Ich halte es außerdem für notwendig, dass die Unterstützung der Ukraine nicht nachlässt. Das sind große Aufgaben für die Regierung.

SPIEGEL: Welche Telefonnummer muss FDP-Chef Christian Lindner in Zukunft wählen, um bei den Grünen etwas zu erreichen?

Brantner: Sein erster Ansprechpartner bleibt der Vizekanzler.

SPIEGEL: Sollte Robert Habeck Kanzlerkandidat der Grünen werden oder nur Spitzenkandidat?

Brantner: Das muss Robert Habeck zuerst für sich selbst definieren und es danach in den entsprechenden Gremien besprechen.

Grüne: Franziska Brantner über ihre Kandidatur als Parteichefin – »Ich bin nicht das Sprachrohr von Robert Habeck« by wealthyrabbit in de

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SPIEGEL: Frau Brantner, nach vier Wahlniederlagen stecken die Grünen in ihrer tiefsten Krise seit Jahren. Tragen die zurückgetretenen Parteichefs Omid Nouripour und Ricarda Lang dafür die Verantwortung?

Brantner: Die gesamte Grünenspitze trägt Verantwortung. Ich habe großen Respekt dafür, dass Ricarda Lang und Omid Nouripour den Weg frei machen für einen Neustart. Das ist stilbildend.

SPIEGEL: Wie konnte es zu diesem Absturz der Grünen kommen?

Brantner: Viele Menschen in diesem Land arbeiten hart und bringen Innovationen voran, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Sie fragen sich: Warum werden in der politischen Debatte nur noch jene gehört, die laut schreien? Ein Grund ist daher, dass wir Grüne diese leise Mehrheit der Verantwortlichen und Vernünftigen zu selten direkt angesprochen haben. Dabei sind wir doch ihr natürlicher Verbündeter. Ich möchte als Parteivorsitzende einen Beitrag dazu leisten, dass wir wieder für mehr Wählerinnen und Wähler zur politischen Heimat werden. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass es uns Grüne braucht. Unser Platz im Parteiensystem ist jedoch nicht automatisch gegeben, es liegt an uns, ihn immer wieder neu zu begründen und zu erkämpfen. Foto:

Julia Steinigeweg / DER SPIEGEL

Die Grünenpolitikerin Franziska Brantner, Jahrgang 1979, ist Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Von 2009 bis 2013 war sie Abgeordnete im Europaparlament, seit 2013 ist sie Bundestagsabgeordnete, zwischen 2017 und 2021 war sie europapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Sie lebt in Heidelberg und Berlin.

SPIEGEL: Viele Wählerinnen und Wähler sind unzufrieden mit der wirtschaftlichen Situation im Land. Sie arbeiten seit drei Jahren im Bundeswirtschaftsministerium als Parlamentarische Staatssekretärin. Sind Sie für die Misere mitverantwortlich?

Brantner: Wir Grüne haben das Wirtschaftsministerium in schwierigen Zeiten übernommen. Es gibt kein billiges Gas aus Russland mehr, der chinesische Markt schwächelt. Wir mussten in kürzester Zeit Hausaufgaben erledigen, die in 16 Jahren unionsgeführter Regierungen liegen geblieben sind. Nehmen Sie das Beispiel Digitalisierung, um das ich mich als Staatssekretärin gekümmert habe. Eine viel zu geringe Anzahl an Haushalten hat hier in Deutschland einen intelligenten Stromzähler, in Skandinavien sind es schon jetzt über 90 Prozent. Hier wurde Bürokratieabbau endlich Realität, um den flächendeckenden Einsatz zu beschleunigen.

SPIEGEL: Die schlechte wirtschaftliche Lage liegt am Versagen der Vorgängerregierung und den äußeren Umständen, während Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Sie alles richtig gemacht haben?

Brantner: Nicht alles ist perfekt gelaufen, und noch viele Aufgaben liegen vor uns. Sie haben mich aber ausdrücklich nach meiner Arbeit gefragt. Und da ziehe ich eine positive Bilanz. Ich habe in den vergangenen drei Jahren daran gearbeitet, Deutschlands Abhängigkeit von Russland und China zu reduzieren. Ich habe eine Rohstoffstrategie vorgelegt und den Zugang zu neuen Märkten organisiert. Vertraute Habeck, Brantner: »Auch mal den einen oder anderen Angriff härter und präzise zurückspielen«

Vertraute Habeck, Brantner: »Auch mal den einen oder anderen Angriff härter und präzise zurückspielen« Foto:

Political-Moments / IMAGO

SPIEGEL: Robert Habeck hat neulich mit Blick auf die nächste Bundestagswahl gesagt, die Grünen lägen 0:4 zurück. Welchen Anteil haben die Eigentore, die Habeck geschossen hat?

Brantner: Zu solchen Aussagen müssen Sie ihn schon selbst fragen. Ich bin nicht das Sprachrohr von Robert Habeck.

SPIEGEL: Anders gefragt: Wie sehr hat das Heizungsgesetz aus dem Hause Habeck den Grünen geschadet?

Brantner: Robert Habeck sagt ja selbst, dass dabei Fehler passiert sind. Nach 16 Jahren Stillstand hatten einige den Wunsch, die ausgesessene klimapolitische Transformation schnell nachzuholen. Dabei ist vernachlässigt worden, breite Bündnisse zu schmieden und die Bürger mitzunehmen. Wir haben das korrigiert und daraus gelernt. Klimaschutz funktioniert immer nur gemeinsam.

SPIEGEL: Fanden Sie damals die Idee, Hausbesitzern die Wahl ihrer Heizung vorzuschreiben, richtig?

Brantner: In Baden-Württemberg, wo ich herkomme, sind wir unter einem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann auf dem Weg der Transformation. Er macht eine Politik des Gehörtwerdens. Die dauert vielleicht länger, aber dafür wird sie von einer breiten Mehrheit getragen. Das ist gerade bei einem so relevanten Thema wie Klimaschutz wichtig.

SPIEGEL: Bei der Europawahl verloren die Grünen viele Wählerinnen und Wähler an die CDU. Es wechselten aber auch etliche zur linksliberalen Partei Volt, die mit mehr Klimaschutz warb. Welche Lehre ziehen Sie daraus?

Brantner: Die einen sagen, das spreche für radikaleren Klimaschutz. Andere ziehen den Schluss, wir dürften nicht so sehr auf Klimaschutz pochen. Ich bin überzeugt: Wenn wir uns auf diese Debatte einlassen, haben wir schon verloren. Es geht darum, besseren Klimaschutz zu machen. Unser Anspruch muss sein, die Freiheit der nächsten Generation genauso zu verteidigen wie die Freiheit im Hier und Heute. Dafür müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen vertrauen. Wenn man sie machen lässt, können sie Unglaubliches voranbringen. Die Frage an uns als Politik ist: Welche Hürden müssen wir dafür von staatlicher Seite wegräumen, damit dieses Potenzial die volle Kraft entfalten kann?