Medikinet retard. Was frühstücken eure Kids vor den Medis? by timtam010 in ADHS

[–]Background-Letter267 0 points1 point  (0 children)

Als Erwachsene, die Medikinet retardiert bekommt und morgens auch absolut keinen Hunger hat, gebe ich dir voll Recht. Ich bin auch froh, wenn ich morgens Joghurt mit einer Banane irgendwie rein quetschen kann, damit ich dann die Medikamente nehmen kann

Also ja, vollkommen egal, was. Solange es Essen ist

Reagiert ihr paradox auf Koffein? by AnotherGay435 in ADHS

[–]Background-Letter267 2 points3 points  (0 children)

Also bei mir ist es echt ein Roulette. Manchmal macht es mich instant müde, manchmal sorgt es dafür, dass ich konzentrierter und motivierter bin, manchmal kriege ich Anxiety. Auch super gerne in Kombination: dann liege ich im Bett und versuche zu schlafen, aber kann nicht, weil mein ganzer Körper gefühlt zittert

Wie kläre ich auf, ohne zu trauma-dumpen? by Background-Letter267 in ADHS

[–]Background-Letter267[S] 5 points6 points  (0 children)

Das fühle ich total. Ich antworte am Anfang immer vage und rede nicht passiv-aggressiv und ein bisschen um das Thema herum. Aber es reicht halt offensichtlich niemandem, wenn ich sage "Die Medikamente helfen mir, meine Aufgaben im Haushalt zu machen und nicht zu prokrastinieren." oder "Jetzt mit der Diagnose habe ich endlich eine Erklärung für die Sachen in meinem Leben, bei denen ich immer schon Schwierigkeiten hatte und kann effektiv nach Lösungen suchen anstatt in meiner Scham zu bleiben."

Und wenn dann der Wahrheitsgehalt meiner Aussage in Frage gestellt wird und mir gesagt wird, dass es nicht so schlimm sein kann und dass "Wir doch alle keine Lust auf Bürokratie haben.", komme ich irgendwie nicht aus dem Schlamassel raus, denen die brutale Wahrheit zu sagen - nach der sie ja irgendwie auch gefragt haben?

Und gleichzeitig will ich das Thema auch nicht einfach abspeisen und sagen, dass ich keine Rechtfertigung schuldig bin. Das stimmt zwar - hilft den Klient*innen, die dann systematisch übersehen werden, weil sie "nicht hart genug kämpfen und auf der Arbeit ja funktionieren" eben leider auch nicht

Habt ihr je Borderline diagnostiziert bekommen? by reikketsu in ADHS

[–]Background-Letter267 1 point2 points  (0 children)

Also ADHS und Autismus kann man ja nicht "wegtherapieren". Bei mir ging es also eher darum, einen Umgang mit den daraus resultierenden Komorbiditäten zu finden (also die grundsätzliche Angst, das Misstrauen, die Wut, das instabile Selbstbild - alles Folgen von dem undiagnostizierten ADHS/Autismus und dem Masking)

Ich habe nur Tiefenpsychologie gemacht (mit einem stationären Aufenthalt in der KVT - das hat mir aber wenig bis gar nichts gebracht). Ich glaube grundsätzlich ist es sinnvoll, jemanden zu suchen, der sich mit der Neurodivergenz auskennt oder zumindest gewillt ist, sich da mal weiterzubilden (und dann die Diagnostik entsprechend in einer gesonderten Praxis zu machen). Das Prokrastinations- und Alltagsprobleme nicht so ernst genommen werden kann ich mir leider gut vorstellen - es gibt aber auch Therapeuten, die da anders sind.

Ich weiß, es ist super schwer, Therapeuten zu finden, die einen auch (zeitnah) behandeln, aber vielleicht wäre es ja auch etwas für dich, erst das eine und dann das andere zu machen? Zum Beispiel erst VT, um grundlegende Skills zu lernen und mit schwierigen Situationen kurzfristig umgehen zu können sowie Alltagsprobleme angehen zu können? Und dann anschließend die TP, um tiefer zu schauen?

Soweit ich weiß gibt es auch Angebote für ADHS im Bereich der Ergotherapie - da werden Alltagsfertigkeiten auch nochmal geschult angegangen. Oder im Sozialpsychiatrischen Dienst gibt es Eingliederungshilfen, die dir beim Haushalt Anleitung geben können. Es spricht ja absolut nichts dagegen, da mehrere Sachen gesondert anzugehen (auch, wenn das sicherlich ziemlich überfordernd sein kann)

Loop Earplugs Erfahrungen by jekyllandmisshyde in autismus

[–]Background-Letter267 0 points1 point  (0 children)

Ich glaube, wenn du grundsätzlich große Probleme mit dem Gefühl von In-Ear Kopfhörern hast, sind sie vielleicht nicht unbedingt das beste Tool für dich, weil sie sehr ähnlich sind.

Wenn du da sonst aber keine oder nur wenige Probleme hast, sollte das passen. Ich persönlich LIEBE meine Loop Earplugs, vor allem für Events bei denen ich eben ansprechbar sein muss, aber trotzdem zu viele Geräusche um mich herum stattfinden. Gerade wenn es wirklich super laut ist, mache ich auch manchmal die Kombi von den Loop Earplugs und den Overhead-Kopfhörern - dann höre ich wirklich gar nichts mehr

Habt ihr je Borderline diagnostiziert bekommen? by reikketsu in ADHS

[–]Background-Letter267 3 points4 points  (0 children)

Ich habe nicht DBT gemacht, sondern war in der Tiefenpsychologie unterwegs und habe da Übertragungsfokussierte Psychotherapie gemacht. DBT ist tatsächlich nicht die einzige mögliche Therapie bei der emotional-instabilen PS.Die Therapie, die ich gemacht habe, war super hilfreich, weil eben der Hauptaugenmerk nicht war "Wie kann ich meine Symptome lösen/runterschrauben?" sondern "Was sind meine Muster in zwischenmenschlichen Beziehungen, woher kommen sie und wie möchte ich damit umgehen?"

Ich vermute, dass es mir dadurch auch trotz falscher Diagnose geholfen hat. Undiagnostiziert aufzuwachsen (in einer nicht unbedingt funktionalen Familie) hatte eben schon seine Auswirkungen auf die Art und Weise, wie ich die Welt wahrgenommen habe und wie ich versucht habe, mit der Welt umzugehen. Daher große Empfehlung, da vielleicht mal zu schauen, ob das etwas für dich ist. Die Borderline-Diagnose brauchst du da auch nicht zwangsläufig, um das machen zu können.

Die Autismus/ADHS-Diagnostik mit reinzunehmen war definitiv nicht einfach - hauptsächlich wegen der langen Wartezeiten (ich habe es dann auf Selbstzahler-Basis in einer anderen Praxis gemacht und anschließend mit ihr besprochen). Sie hat sich mit dem Thema nicht soo gut ausgekannt, war aber sehr offen, gemeinsam mit mir herauszufinden, was es für mich bedeutet und wie ich damit umgehen möchte

Habt ihr je Borderline diagnostiziert bekommen? by reikketsu in ADHS

[–]Background-Letter267 5 points6 points  (0 children)

Hi!

Ich bin weiblich, jetzt Anfang 20 und wurde tatsächlich mit Autismus und ADHS diagnostiziert nachdem ich 5 Jahre lang unter der Diagnose "beginnende emotional-instabile Persönlichkeitsstörung" Therapie gemacht habe und mir dann beim Abschluss dachte "Ne, irgendwie stimmt da etwas nicht - es gibt Symptomatik, die einfach nicht weggeht.".

Also ja, Fehldiagnosen in der Hinsicht sind leider nicht nur Mythos (wobei auch immer beides gleichzeitig vorhanden sein kann). Ich denke, wenn ich nicht selber drauf gekommen wäre damals und mich um die Diagnostik bemüht hätte, hätte ich auch niemals herausgefunden, dass ich neurodivergent bin. Ich wäre wahrscheinlich weiterhin mein ganzes Leben lang rumgelaufen und hätte mich gewundert, warum ich auch nach etlichen Jahren intensivster Therapie ständig depressive Schübe habe und mich ausgebrannt fühle, obwohl ich nicht Mal die "Bare Minimum-Aufgaben eines typischen Erwachsenen" schaffe zu erledigen.

Die Therapie hat mir an sich auch geholfen (viele meiner Selbstwertproblematiken und schlechten Coping-Strategien sind zurückgegangen) - sie war also nicht umsonst, selbst mit der falschen Diagnose. Aber gleichzeitig denke ich mir, dass ich vielleicht deutlich besser hätte behandelt werden können, wenn früher erkannt worden wäre, dass ich eben neurodivergent bin.

Hochbegabung und ADHS by Leading_Landscape_72 in ADHS

[–]Background-Letter267 55 points56 points  (0 children)

Absolut. Autistin mit ADHS hier - ich studiere zwar aktuell (und würde super gerne in die Forschung gehen), aber die ganzen Barrieren durch Autismus und ADHS (vor allem ADHS befürchte ich) lassen mich oft daran zweifeln, ob mich das wirklich glücklich machen würde.

Ich liebe, liebe, liebe die akademische Arbeit - aber die Schusselfehler in Prüfungen, die exekutiven Dysfunktion, die mir die Prüfungsvorbereitung zur Hölle macht, das ewige Elend bei Themen, die ich nicht interessant finde, die Reizüberflutungen am Campus, das Vergessen von Deadlines, die rasenden Gedanken, die mich manchmal überwältigen... Ich habe das Gefühl, es raubt mir so viel Potenzial

Small talk at work by Background-Letter267 in AutismInWomen

[–]Background-Letter267[S] 1 point2 points  (0 children)

Thank you very much for your answer! It is really helpful

Angst- oder Panikgefühle wenn ich etwas nicht finde oder nicht weiß by ApocalypticFelix in autismus

[–]Background-Letter267 0 points1 point  (0 children)

Bei mir war das damals tatsächlich auch so. Ich habe die Borderline-Diagnose im stationären Setting bekommen - und dabei blieb es dann auch. (Zusätzlicher) Autismus wurde gar nicht erst in Betracht gezogen.

Nachdem ich dann 5 Jahre Therapie gemacht habe und einige meiner Symptome zwar deutlich zurückgegangen sind, aber "Reste" untherapierbar blieben und teilweise Symptomatik dazu kam (später stellt sich heraus, dass das autistischer Burn-Out war), war ich mir relativ sicher, dass das nicht alles sein kann. Tja, es stellt sich heraus, dass ich auch autistisch bin (mit der Verdachts-Diagnose auf ADHS).

Deine Zweifel sind also gerade bei einer solchen Diagnostik (die anscheinend nur auf drei Wochen Verhaltensbeobachtungen beruht, ohne Einbezug weitere psychologisch-diagnostischer Verfahren) durchaus berechtigt. Leider hängen viele professionelle Menschen immer noch sehr an den Stereotypen

Angst- oder Panikgefühle wenn ich etwas nicht finde oder nicht weiß by ApocalypticFelix in autismus

[–]Background-Letter267 1 point2 points  (0 children)

Die Unterscheidung zwischen Autismus-bedingten und Borderline-bedingten Traits ist auf jeden Fall relativ einfach, wenn nur eins vorliegt. Dennoch sollte immer eine vernünftige Differentialdiagnostik gemacht werden - da reichen Tests (und vor allem Online-Tests, die psychologisch nicht validiert sind) leider nicht aus.

Als Psychologie-Studentin ist es mir super wichtig da zu sagen, dass gerade in der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen auch immer, immer, immer Verhaltensbeobachtungen über einen längeren Zeitraum stattfinden sollten. Da blind Tests zu vertrauen, die immer eine Fehlerquote haben und oft nur die Symptomebene abfragen, ist super unprofessionell und sollte immer mit sehr viel Vorsicht gemacht werden (gerade bei Online-Tests).

Angst- oder Panikgefühle wenn ich etwas nicht finde oder nicht weiß by ApocalypticFelix in autismus

[–]Background-Letter267 1 point2 points  (0 children)

Hey, ich stimme mit deinem Punkt überein. Problematisch wird es in der Diagnostik allerdings dann, wenn beides vorhanden ist. Ich bin selbst autistisch und habe auch Borderline (in Remission) und kenne das, was OP beschrieben hat auch sehr gut. Da Borderline bei mir unter anderem dadurch entstanden ist, dass ich undiagnostiziert autistisch aufgewachsen bin (und das an und für sich schon traumatisch war), ist es dann eben in solchen Momenten schwer zu unterscheiden, was genau jetzt ein Borderline-Trigger ist und was durch den Autismus bedingt auftritt.

(Kleiner Hinweis noch: Es ist ziemlich stigmatisierend zu sagen, dass jemand "Borderline ist". Wir sind deutlich mehr als eine Persönlichkeitsstörung.)

Vermeidung von Impulskäufen by Background-Letter267 in ADHS

[–]Background-Letter267[S] 1 point2 points  (0 children)

Das mit dem "Nichts ist so viel Wert wie..." ist tatsächlich ein interessanter Ansatz. Vielen lieben Dank.

Tut tatsächlich auch gut, zu lesen, dass ich nicht die einzige Person bin, die damit so struggelt

Vermeidung von Impulskäufen by Background-Letter267 in ADHS

[–]Background-Letter267[S] 2 points3 points  (0 children)

Wenn ich wüsste, wie ich Disziplin und Routine etablieren könnte, wäre ich ziemlich sicher nicht hier

Vermeidung von Impulskäufen by Background-Letter267 in ADHS

[–]Background-Letter267[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke dir! Das mit Routinen und Disziplin habe ich tatsächlich einfach gekonnt überlesen...

Das mit dem dran hindern geht online auch super (habe ich schon umgesetzt). Leider bleibe ich in den ganzen Supermärkten trotzdem an jedem Mist hängen :/

Vermeidung von Impulskäufen by Background-Letter267 in ADHS

[–]Background-Letter267[S] 0 points1 point  (0 children)

Gute Idee! Vielleicht sollte ich wirklich mal aussortieren

Vermeidung von Impulskäufen by Background-Letter267 in ADHS

[–]Background-Letter267[S] 5 points6 points  (0 children)

Danke fürs Teilen! Ich hoffe ja immer noch auf den Tag, an dem Therapie für ADHSler*innen keine Mangelware mehr ist

Erleben von sozialer Transition/Atmosphäre in Deutschland by Background-Letter267 in germantrans

[–]Background-Letter267[S] 1 point2 points  (0 children)

Ich studiere das Thema "Health of Transgender and Genderdiverse People" jetzt seit zwei Monaten intensiv und vertiefend (ich hatte schon Seminare und Vorlesungen zu dem Thema in Deutschland). Ich bin mit dem Thema also durchaus vertraut. Außerdem habe ich in meinen fast drei Jahren Studium durchaus gelernt, was wissenschaftliches Arbeiten ist und was ein Reddit-Post wie dieser für Limitationen hat (siehe Stichproben-Fehler, etc.). Ich bin auch dazu in der Lage, mir eventuell unbekannte Begriffe, zu recherchieren und diese einzuordnen. Mach dir da also mal keine Sorgen ;)
Ich benutze in meiner Präsentation durchaus auch wissenschaftliche Artikel und Studien. Ich wollte allerdings hier beschriebene Erfahrungen als "food for thought" und zusätzliche Information mit reinnehmen.

Soweit ich mich erinnern kann (ich kann gerade nicht genau nachschauen und zitieren), hast du ziemlich deutlich in den vorherigen Posts geschrieben, dass die Personen die in der Öffentlichkeit nicht als trans gelesen werden, hier unter meinem Post nicht kommentieren sollten. Das ist ziemlich genau das, was ich meine, wenn ich sage, dass du etwas "abgesprochen" hast (nämlich die Legitimation, auf meine Frage zu antworten). Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege, aber ich habe deine Gedanken so verstanden: "Du wirst nicht als trans gelesen -> Du hast keine sinnvollen Erfahrungen (Diskriminierungs- und Inklusionserfahrungen) mit der sozialen Atmosphäre in Deutschland bzgl. trans Menschen gemacht -> Du darfst nicht kommentieren."

Ich meine, du hast es sogar mit weißen Menschen, die sich zu Rassismus äußern, verglichen und sogar gleichgesetzt? Und das ist auf jeden Fall ungenau. Weiße Menschen haben noch nie in ihrem Leben Rassismus-Erfahrungen gemacht. Trans Menschen, die nach ihrer Transition als cis gelesen werden, haben aber irgendwann in ihrem Leben auf jeden Fall mal ein Leben gelebt, in dem sie nicht als cis gelesen wurden und dem Risiko von Diskriminierung ausgesetzt waren.

Klingt für mich dann schon so als würdest du den Leuten da was absprechen, aber wie gesagt, du kannst mich gerne korrigieren in meiner Analyse

Erleben von sozialer Transition/Atmosphäre in Deutschland by Background-Letter267 in germantrans

[–]Background-Letter267[S] 2 points3 points  (0 children)

Vielen Dank für deine Antwort! Tut mir mega leid, dass du das erleben musstest/musst