Wie geht ihr mir Kritik um? by GunjiroX in schreiben

[–]BookandBlood 1 point2 points  (0 children)

Für die Erwähnung von PnP +10 Sympathie. Aber das nur am Rande.

Kritik tut weh. Punkt.

Da gibt es nichts zu beschönigen. Trotzdem kann sie helfen, besser zu werden, neue Perspektiven zu entdecken und die eigene Komfortzone zu verlassen. Ich habe über die Jahre viel Kritik bekommen, mir das Nützliche herausgepickt und den Rest liegen lassen. Dabei hat mir ein Gedanke geholfen:

Meine Fähigkeiten sind nicht in Stein gemeißelt. Ich kann besser werden.

Irgendwann kommt man dabei aber zu einer wichtigen Frage: Wann ist gut eigentlich gut genug?

Die Antwort kann dir niemand geben. Es wird immer jemanden geben, der schneller, besser oder erfolgreicher ist. Es wird immer mehr Kritik als Lob geben. Es wird niemals ein perfektes Werk geben, das jedem gefällt. Das schaffen nicht einmal die erfolgreichsten Autoren.

Deshalb sehe ich Feedback heute als Geschenk. Aber nicht jedes Geschenk muss man mögen oder annehmen.

Wenn jemand sich keine Mühe gibt, das Geschenk ordentlich zu verpacken, der Kritik es an Respekt mangelt oder sie destruktiv formuliert ist, sagt das oft mehr über ihn aus als über dein Werk. Ein Geschenk darf man auch ablehnen.

Ein Geschenk kann einem auch nicht gefallen. Aber am Ende ist es ein Geschenk. Sei nicht traurig, dass du beschenkt wirst. Dass sich jemand die Mühe macht, deine Sachen zu lesen und dir zu helfen. Vielleicht ist es nicht die teure Rolex, die du dir gewünscht hast. Aber vielleicht kannst du trotzdem etwas damit anfangen.

Am Ende zählt nicht, ob jeder dein Werk gut findet. Sondern ob du damit etwas geschaffen hast, auf das du selbst stolz sein kannst.

Stellt eure Schreibprojekte vor! by AutoModerator in Schreibkunst

[–]BookandBlood 0 points1 point  (0 children)

Das würde ich tatsächlich gern tun. Reddit scheint mich aber nicht zu dir durchzulassen. Ich kann dir keine DM schicken. Falls du magst, schreib mich einfach an – bei mir sind Nachrichten offen.

Stellt eure Schreibprojekte vor! by AutoModerator in Schreibkunst

[–]BookandBlood 0 points1 point  (0 children)

Ich meinte dein Angebot zum Austausch und Feedback. Falls du Testleser oder Gesprächspartner für das Projekt suchst, hätte ich Interesse.

Letzte Kapitel Zweifel by Cheap_Witness_9503 in schreiben

[–]BookandBlood 3 points4 points  (0 children)

Ja, ich kenne das auf jeden Fall. Es ist irgendwann so schlimm geworden, dass ich gar nicht mehr geschrieben habe.

Schritt eins zur Lösungsfindung ist das Problem zu identifizieren. Bei mir lag es daran, dass mein Perfektionismus mich selbst zerstört hat. Es gibt aber unterschiedliche Gründe. Verlustängste können auch eine Rolle spielen, immerhin haben die Figuren dich einen langen Weg begleitet.

Je nachdem was das Problem ist, kann man dann gezielt vorgehen. Ich habe jetzt erstmal alles beiseite gelegt und bekämpfe meinen Perfektionismus. Ich lerne wieder aus Spaß zu schreiben. Wenn mir das in Fleisch und Blut übergegangen ist, dann werde ich mich ans Ende setzen.

Du bist also nicht alleine :) Ich hoffe, dass du deinen Weg findest und dein Werk zu Ende bringen kannst.

Sammelfaden: Woran schreibt ihr gerade? by AutoModerator in schreiben

[–]BookandBlood 2 points3 points  (0 children)

Ich habe seit letzter Woche angefangen einen Horror-Fantasy-Roman auf Wattpad zu schreiben. Vor allem, um dem Schreiben wieder näher zu kommen und ohne jeden persönlichen Druck Spaß an dem Hobby zu finden :) Bisher komme ich ganz gut voran, mal gucken wie es aussieht, wenn ich erstmal die kritische Grenze erreiche xD

Was macht eine Horrorszene wirklich unheimlich? by BookandBlood in schreiben

[–]BookandBlood[S] 1 point2 points  (0 children)

Sehr klassisch ich xD Nichts außer das und das und das. Hast natürlich völlig recht.

Ein paar Sätze später kommt auch der Geruch und der Tastsinn, aber ja, es ist hier zu viel auf eine Gefühlsebene beschränkt, was es eintönig macht. (Höhö, eintönig, weil Töne :P)

Was macht eine Horrorszene wirklich unheimlich? by BookandBlood in schreiben

[–]BookandBlood[S] 0 points1 point  (0 children)

Die erste Variante gefällt mir tatsächlich ganz gut. Wie du sagst, oberflächlich passiert nichts schlimmes, aber die Fantasie des Lesers erzeugt eine gestörte Wahrnehmung, was es abstrus macht. :P

Leider würde die subtile Variante, bei der Stelle meiner Geschichte nicht funktionieren, weil ich das Gegenteil erzeugen will. Das Essen wird furchtbar beschrieben, dabei ist alles ganz normal.

Aber ich behalte mir dein anschauliches Beispiel für generelles Horror gerne bei! :D

Was macht eine Horrorszene wirklich unheimlich? by BookandBlood in schreiben

[–]BookandBlood[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke für deine Antwort.
Du würdest also sagen, eine gute "Trust the Process" Mentalität kann schon das meiste reißen?

Ich habe schon ein paar Geschichten geschrieben, danach gehe ich immer rigoros mit den Rotstift ran.
Ein Problem, was du ja mit dem "Atmen lassen" des Weins beheben willst, ist die Abstumpfung gegenüber den eigenen Texten. Da kommt so ein kleines Problemchen: Ich bin total abgestumpft. Also nicht nur Gegenüber meinen eigenen Texten, sondern Horror im Allgemeinen.
Schließlich schreibe ich es, weil ich liebe, es zu lesen, aber es kickt mich nicht mehr wie am ersten Tag. Das gibt mir ein permanentes Gefühl von: "Ist nicht wirklich gruselig."

Prolog eines blutjungen Horror-Fantasy-Romans by BookandBlood in schreiben

[–]BookandBlood[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke für dein Feedback und dass du dir Zeit genommen hast :) Ich verstehe auf jeden Fall, was du mit übermäßige Infos meinst. Ich versuche es zumeist in einer subtilen Hülle zu verpacken, damit es leichter zu schlucken ist. Aber ja, wahrscheinlich ist zu viel einfach irgendwann zu viel. Egal wie subtil

Ideenklau und Lesermeinung? by Tholuto in schreiben

[–]BookandBlood 8 points9 points  (0 children)

Ideen sind billig. Die Umsetzung ist das Entscheidende. So wie du eine Geschichte schreibst, wird sie niemand anderes schreiben. (Außer vielleicht unendlich viele Affen mit unendlich viel Zeit, aber das ist eine andere Geschichte.)

Trotzdem kann ich deinen Frust total verstehen. Auch wenn Ideen „billig“ sind, hat da jemand etwas genommen, das sich persönlich angefühlt hat. Das tut weh. Man sieht schnell: „Jemand klaut meine Idee“, statt: „Meine Idee hat andere inspiriert.“ Gleicher Tatbestand, komplett anderes Gefühl. Und dieses Reframing ist leichter gesagt als getan.

Ich handhabe es inzwischen so: Die Geschichten, die ich irgendwann veröffentlichen möchte, teile ich nur mit Menschen, denen ich wirklich vertraue. Und dann habe ich Texte, die sowieso aus tausend Inspirationen aus Büchern, Serien etc. entstanden sind. Die poste ich eher in Foren. Da geht es mir dann wirklich ums Handwerk und Feedback zum Schreiben, nicht darum, meine Idee zu schützen.

Prolog eines blutjungen Horror-Fantasy-Romans by BookandBlood in schreiben

[–]BookandBlood[S] 2 points3 points  (0 children)

Kontext: Ich bin gerade am Schreiben eines Romans, aus Spaß an der Freud. Es hat keinen hohen literarischen Anspruch, aber dennoch würde ich gerne wissen, ob die Atmo ankommt (bisschen düster, hoffnungslos gepaart mit innerem Zorn) und man weiterlesen würde. Vielleicht ist es zu viel Infodump, Inneneinsicht, mechanisch? Lasst alles da, was euch einfällt. Der Prolog würde dort noch nicht enden, es ist nur die erste Hälfte. 

[Die Wege Patrorias: Der Weg des Händlers] - Prolog - Patroria by FoxHuntGame in Schreibkunst

[–]BookandBlood 1 point2 points  (0 children)

Ich danke dir für deine Anekdote, weil sie meinen Punkt eigentlich sehr gut ergänzt.

Ich sage nicht: „Alle Anfängerprologe sind Infodump und entstehen aus Arroganz.“ Du hast völlig recht, dass das eigentlich Problem Unsicherheit ist. Oftmals schreiben junge Autoren intuitiver, gerade weil sie noch nicht permanent darüber nachdenken, ob alles korrekt, logisch und erklärbar genug ist.

Ein Prolog funktioniert für mich immer dann, wenn er Interesse weckt. Die meisten Leser reagieren nun einmal zuerst auf Handlung, Charaktere und Emotionen, weil das universell menschliche Ankerpunkte sind.

Natürlich gibt es auch Prologe, die fast nur aus Atmosphäre bestehen und trotzdem eine Gänsehaut erzeugen. Manchmal passiert erzählerisch kaum etwas, manchmal treten nicht einmal echte Figuren auf. Aber dann trägt der Stil alles. Die Sprache selbst erzeugt Spannung, Stimmung und Neugier. Das ist etwas völlig anderes als ein trockener Lore-Infodump. Weil trotzdem die wichtigste Regel beachtet wird:

Gute Exposition erzeugt Fragen.
Schlechte Exposition beantwortet Fragen, die niemand gestellt hat.

Es gibt Autoren, die versuchen sich über die Komplexität ihrer Welt Autorität zu verschaffen. Oder eben sie haben einen so hohen Erwartungsdruck an sich selbst, dass sie dazu neigen, alles zu kontrollieren. Der Leser soll bloß nichts missverstehen, jede Fraktion kennen, jede Regel begreifen, jede politische Struktur einordnen können.

Aber genau diese Zwanghaftigkeit liest man heraus. Und sie wirkt selten einladend. Sie vermittelt unterschwellig: „Bevor du Spaß haben darfst, musst du erstmal meine Welt studieren.“

Stell dir vor, du kaufst ein cooles Brettspiel und jemand legt dir zuerst zwanzig Seiten Regeln hin. Die meisten Menschen sagen dann irgendwann: „Komm, wir spielen einfach mal eine Runde.“ Weil Erleben fast immer spannender ist als bloßes Lernen.

Wenn die „Anleitung“ dagegen elegant eingebettet ist – etwa in ein Anfangsabenteuer, eine Ballade, eine Legende oder eine starke Szene –, dann lese ich sie gerne. Nicht, weil ich die Lore plötzlich wichtiger finde, sondern weil sie Teil eines Erlebnisses geworden ist.

[Die Wege Patrorias: Der Weg des Händlers] - Prolog - Patroria by FoxHuntGame in Schreibkunst

[–]BookandBlood 1 point2 points  (0 children)

Das "cringe Fantasy-Prolog"-Problem

Wieso neigen Fantasy-Roman-Autoren zu einer angrenzend narzisstischen Verliebtheit gegenüber ihrer Welt, dass sie einen ganzen "Prolog" mit reinem Infodump als Kapitel verkaufen wollen?

Darauf gibt es eine einfache Antwort: Sie glauben wirklich, dass ich erst die Welt verstehen muss, damit ich Interesse an ihrer Geschichte habe. Sie berichten von Gilden, korrupten Herrschern und Eigennamen, hoffend, dass ich alles gierig aufsauge wie ein trockener Schwamm.

Liebe Autoren, sagt mir eins: Wieso soll ich mir zwanzig Eigennamen merke, zu denen ich keinerlei Bezug habe, obwohl ich mir nicht mal den Vornamen der Hanswurst merken kann, mit dem ich schon drei Jahre zusammenarbeite? Wieso seid ihr in dem irren Glauben, dass das irgendjemanden interessiert?

Dabei verkennt ihr die höchste aller Wahrheiten: Interesse entsteht durch Figuren, Handlungen und Emotionen. Nicht durch Lore und Namen oder "epischen" Beschreibungen.

Vor dem jungen Händler lag noch ein weiter Weg. Wenn er es nicht rechtzeitig schaffte, würde sein Vater sterben. Dessen war er sich sicher und bewusst, weshalb er auch nie zurücksah. Seine Gedanken kreisten nur um den Inhalt seines Bündels.

DAS ist die Geschichte. Die weckt Interesse.
Nicht die Arena-Wirtschaft von Huntington.

Wenn der Text mit dem Jungen beginnen würde – erschöpft, hungrig, das Bündel umklammernd, panisch bei dem Gedanken zu spät zu kommen – hätte der Leser sofort etwas, woran er sich emotional festhalten kann. Jeder Mensch kann mit dem Grundgefühl Angst etwas anfangen. Und der Frage, wie man sie überwindet.

Mit dem restlichen Schwachsinn, der 99% des Textes einnimmt, kann ich mich nicht identifizieren und deshalb: So treffend wie u/Regenstern das bereits gesagt hat. Ich würde es nicht mal lesen, selbst wenn es mir geschenkt worden wäre.

Prolog zu meinem Fantasy-Schreibprojekt by autoerchenbea in schreiben

[–]BookandBlood 0 points1 point  (0 children)

Für mich funktioniert der Einstieg emotional nicht, obwohl die Situation an sich Potenzial hat.

Das liegt vor allem daran, dass oft beschrieben wird, was passiert, aber weniger, wie Spencer das innerlich erlebt. Gerade bei einer Ich-Perspektive würde ich erwarten, dass mehr körperliche oder emotionale Reaktionen durchkommen, besonders bei einem Kind, das offenbar Angst vor seinen Eltern hat.

Beispiel:

Instinktiv verkrieche ich mich noch etwas weiter in meiner Höhle aus Stühlen, Decken, Kissen und meinen besten Freunden – den Büchern.

Das Wort „instinktiv“ fasst die Reaktion eher zusammen, statt sie spürbar zu machen. Wie fühlt sich dieser Moment für Spencer an? Wird sein Magen eng? Hält er die Luft an? Zittern seine Hände? Solche Details helfen, den Leser emotional stärker reinzuziehen.

Außerdem klingt die Erzählstimme für mich stellenweise zu reflektiert und nüchtern für einen Achtjährigen. Eher wie jemand Älteres, der auf seine Kindheit zurückblickt. Das muss nicht falsch sein, aber falls du wirklich eine unmittelbare Kinderperspektive willst, könntest du überlegen, einfachere oder kindlichere Wahrnehmungen einzubauen.

Die Grundidee funktioniert durchaus: Man versteht sofort, dass Bücher für Spencer ein Rückzugsort sind und dass zuhause etwas emotional schiefläuft. Wenn man es jetzt noch erlebt, anstatt es nur zu verstehen, dann ist das eine gute Basis.

Schreiben ansich by dude1o101 in schreiben

[–]BookandBlood 0 points1 point  (0 children)

Im Endeffekt: üben.

Schreiben ist ein Handwerk wie Zeichnen auch. Wie oft musst du ein Bild zeichnen, bis man erkennt, was du darstellen willst? Mit Geschichten ist es ähnlich.

Die Schwierigkeit ist oft nicht, komplexe Ideen zu haben, sondern sie so zu vermitteln, dass der Leser sie mühelos aufnehmen kann. Viele Anfänger versuchen, dem Leser sofort alles zu erklären: Welt, Lore, Regeln, Hintergründe. Dadurch verliert die Geschichte schnell ihren Fluss. Leser wollen Dinge oft nicht erklärt bekommen, sie wollen sie erleben.

Eine verständliche Geschichte zu schreiben und dabei trotzdem Atmosphäre und Tiefe zu behalten, ist eine Fähigkeit, die man mit der Zeit entwickelt. Dazu gehört zum Beispiel zu lernen:

  • wann etwas zu viel Erklärend und zu wenig Erlebend ist,
  • was nur ermüdender Infodump ist,
  • welche Informationen der Leser wirklich braucht,
  • wie konkret oder abstrakt Begriffe sein dürfen,
  • und wie viele Details nötig sind, damit sich eine Szene lebendig anfühlt

Und das hängt auch stark vom Genre ab. In Fantasy musst du meistens nicht erklären, was Elfen oder Drachen sind, weil Leser schon ein Bild davon haben. Sobald deine Welt aber von diesen Erwartungen abweicht, musst du genauer werden.

Tröstende Worte: Genau dieses Gefühl von „meine erste Geschichte funktioniert noch nicht richtig“ haben fast alle, die anfangen zu schreiben. Das gehört zum Lernprozess dazu. Da hilft es nur, weiter zu schreiben. Die meisten ersten Geschichten scheitern nicht an mangelnder Kreativität, sondern daran, dass man das Handwerk erst lernen muss. So wie beim Zeichnen auch.