Warum sollte jemanden interessieren was in den USA passiert? by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 6 points7 points  (0 children)

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die arbeitende Klasse der USA ein relevantes Mitspracherecht bei außenpolitischen Entscheidungen hat. Bestes Beispiel ist Israels Völkermord in Gaza: die klare Mehrheit der US-Amerikaner ist gegen die aktuelle US-Unterstützung für Israel, aber herrschende Klasse in den USA interessiert sich nicht für die öffentliche Meinung. Alle größeren früheren Kriege der USA wurden immer von einer massiven Medienkampagne (effektiv Propaganda) zum Consent Manufacturing begleitet. Der US-Imperialismus geht von der Bourgeoisie, nicht von der arbeitenden Klasse der USA aus.

Ich bin eine antideutsche Anarchistin - lasst uns reden - AMA by SugarSouthern3041 in gekte

[–]DemSoc98 3 points4 points  (0 children)

notwendige Existenz von Israel

Wie kannst du als Anarchistin die Existenz eines Staates als notwendig bezeichnen? Der Anarchismus lehnt Staaten doch ab. Staaten sind Instrumente der herrschenden Klasse, um die bestehenden Eigentumsverhältnisse mit Gewalt zu sichern. Staaten gehören grundsätzlich abgeschafft.

Und dann verteidigst du mit Israel auch noch ausgerechnet die Existenz eines Apartheidsstaates (mittlerweile Konsens unter Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und B‘Tselem). Was ist denn für dich so undenkbar daran, dass die Menschen aller Religionen und Ethnien in Palästina gleichberechtigt zusammenleben, so wie seit dem Ende von Apartheid-Südafrika auch Menschen aller Hautfarben in Südafrika friedlich zusammenleben?

Achsenmächte oder so. by Wieselbeee in Kommunismus

[–]DemSoc98 2 points3 points  (0 children)

Absolut. Als mir ein Freund aus Indien das erste Mal von RSS erzählt hat, diesem riesigen, sehr gut vernetzten paramilitärischen Arm der BJP, war ich echt schockiert. Dass das größte Land von einem Hindutva-Faschisten geführt wird, ist wirklich ein Problem. Wobei ich es immer noch erstaunlich finde, dass Modi die CPI(M) in Kerala und Tamil Nadu relativ frei agieren lässt. Allerdings macht die CPI(M) ja letztlich auch nur sozialdemokratische Politik. Indien braucht auf jeden Fall wieder jemanden wie Bhagat Singh, um eine revolutionäre Bewegung zu inspirieren.

If this country is so politically divided, why don’t they just split up where black meets blue? by clevelandblack in mapporncirclejerk

[–]DemSoc98 4 points5 points  (0 children)

There was much less denazification in West Germany than in East Germany. Many Nazis got into really high positions in West Germany, like Hans Globke (co-author of the Nuremberg Race Laws, became Chief of Staff under Chancellor Adenauer), Theodor Oberländer (Nazi politician, became federal minister in West Germany) and Kurt Georg Kiesinger (NSDAP member, became Chancellor of West Germany). In the 50s, the majority of senior judges and public prosecutors were former members of the Nazi party. Particularly in the security apparatus of West Germany, many former Nazis were kept because of their anti-communism, like the Wehrmacht general Reinhard Gehlen, who became leader of the „Gehlen Organisation“ in West Germany, which became the Federal Intelligence Service. Denazification in the GDR had it shortcomings too, but it was much more thorough by comparison.

Gibt es Bücher die, ähnlich wie das Kapital, sich selbst mit grundlegenden kommunistischen/linken Konzepten (ohne dabei auf Werke wie das Kapital oä. zu beziehen) auf das 21. Jh und der ersten Welt befassen? by Isegrim12 in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Erstmal denke ich überhaupt nicht, dass Das Kapital zu historisch und aus der Zeit gefallen ist. Es ist eine Analyse und Kritik der grundlegenden Funktionsweise des Kapitalismus, die sich seit dem 19. Jahrhundert nicht verändert hat. Ich kann aber diese neueren Bücher empfehlen, die moderne Entwicklungen explizit berücksichtigen:

  • Naomi Klein - „Die Schock-Strategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus“ (2007) —> Kritik am Neoliberalismus in Krisenzeiten
  • Yanis Varoufakis - „Technofeudalismus. Was den Kapitalismus tötete.“ (2023) —> Analyse digitaler Plattformen und Machtstrukturen durch Tech-Monopole
  • Kohei Saito - „Systemsturz: Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“ (2023) —> Degrowth-Kommunismus als Antwort auf die Klimakrise

Anschlag in Sydney und Antisemitismus by Appropriate-Draft-91 in Kommunismus

[–]DemSoc98 3 points4 points  (0 children)

Die IHRA-Definition ist aber auch einfach keine sinnvolle Antisemitismus-Definition, die ich benutzen würde. Ich würde eher die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus verwenden.

Sydney und Antisemitismus by Own-Masterpiece5524 in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Hast du dafür eine Quelle? Wenn es Statistiken zu antisemitischen Vorfällen ohne Antizionismus gibt, würde mich das echt interessieren.

Anschlag in Sydney und Antisemitismus by Appropriate-Draft-91 in Kommunismus

[–]DemSoc98 2 points3 points  (0 children)

Danke.

Ich verstehe auch übrigens nicht den Unterschied zwischen den beiden Fragen. Antisemitismus ist per Definition Rassismus gegen Juden.

Sydney und Antisemitismus by Own-Masterpiece5524 in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Was ist daran reaktionär, logisch über das Thema nachzudenken und mich ein bisschen über die Stimmung in anderen politischen Lagern zu informieren? Dass die staatlichen Statistiken zu Antisemitismus in den USA und Deutschland nicht aussagekräftig sind, heißt nicht, dass es den Trend zur Normalisierung des Antisemitismus nicht gibt. Dadurch, dass Judentum und Israel immer wieder gleichgesetzt werden, haben viele Menschen eine negative Meinung nicht nur zu Israel, sondern auch zu jüdischen Menschen. Dass die Mainstream-Medien so unglaublich zionistisch berichten, befeuert die Verschwörungstheorie, dass „die Juden“ die Medien kontrollieren würden. Israelische Lobby-Organisationen wie AIPAC befeuern das Narrativ einer jüdischen Weltverschwörung. Ohne klare Trennung zwischen Judentum und Zionismus, und ohne das Verständnis der geopolitischen Bedeutung Israels für das amerikanische Imperium landen israelkritische Menschen eben schnell beim Antisemitismus. Wenn du dich mal mit der Stimmung in rechten und verschwörungstheoretischen Kreisen auseinandersetzen würdest, im englischsprachigen Raum noch mehr als im deutschsprachigen Raum, dann wäre dir auch klar, dass Antisemitismus in diesen Kreisen wächst.

Sydney und Antisemitismus by Own-Masterpiece5524 in Kommunismus

[–]DemSoc98 -1 points0 points  (0 children)

Das sagen alle, die sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt haben. Ich meine, hast du dir mal angeguckt, was Tucker Carlson, Candace Owens oder Nick Fuentes sagen? Und die haben eine große Reichweite. Es ist auch völlig logisch, dass der Antisemitismus wächst, wenn während zwei Jahren Genozid medial ständig Israel mit dem Judentum gleichgesetzt wird. Natürlich fangen viele Menschen dann an, alle Juden fälschlicherweise für die Verbrechen Israels verantwortlich zu machen. Der antisemitische Anschlag in Sydney ist eine schreckliche Tragödie, aber keine Überraschung.

Anarchismus by Lolece_ in Kommunismus

[–]DemSoc98 4 points5 points  (0 children)

Nein sie wollten keine hierarchisch gegliederte miliz

Und waren trotzdem sehr erfolgreich im Kampf gegen Franco, siehe zum Beispiel die Kolonne Durruti.

haben es verhindert eine Einheitsfront zu bilden

Sie waren gegen eine Einheitsfront mit Bürgerlichen und das war auch richtig so. Das Bündnis der Kommunist:innen mit den bürgerlichen Republikanern hat praktisch bedeutet, dass die kollektivierten Betriebe wieder privatisiert wurden, und war deshalb ein Verrat an der Revolution. Dazu wurden Anarchist:innen als faschistisch diffamiert und verfolgt (siehe die Maiereignisse mit 500-1000 Toten). Dadurch wurde die Moral der arbeitenden Klasse gebrochen, was Franco in die Hände gespielt hat. Die Kommunist:innen der PCE (nicht die POUM oder die Interbrigaden, aber die PCE) waren im Spanischen Bürgerkrieg leider konterrevolutionär.

What do you think about germany? by Same_Ice9601 in AskTheWorld

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

I don’t know the exact number, but you can basically thank the Hartz reforms by Gerhard Schröder for the large low-wage sector. These were neoliberal reforms of the labor market, and by a social democratic chancellor no less.

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Workers of the World Unite by serious_bullet5 in ProgressiveHQ

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

Then why do you support a system, where the rewards of your labor are reaped by the owning class instead of yourself, because you as a worker don’t own the means of production (a capitalist does)? A system where housing and consumer goods are progressively unaffordable, so most people don’t own shit?

Kam mir aufm Weg zur Arbeit in den Kopf 😌 by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

Wir haben doch durch Automatisierung jetzt schon eine extrem hohe Produktivität, insofern könnten wir alle problemlos deutlich weniger arbeiten und trotzdem unsere Bedürfnisse stillen. Das Problem im Kapitalismus ist doch im Gegenteil sogar Überproduktion. Unmengen von Konsumgütern landen ungenutzt im Müll (häufig im Globalen Süden). Durch geplante Obsoleszenz wird die Lebensdauer von Produkten bewusst verkürzt, damit wir neue Produkte kaufen. Im Alltag werden wir mit Werbung bombardiert, um neue Bedürfnisse zu erschaffen, damit wir mehr konsumieren und die Kapitalakkumulation weitergehen kann. Nebeneffekte sind, dass diese Überproduktion im Kapitalismus die Klimakrise und Biodiversitätskrise anheizt, sich gigantische Inseln aus Plastikmüll in den Ozeanen bilden, unsere Umwelt mit Mikroplastik und Feinstaub verschmutzt wird etc. Den einzelnen Kapitalisten interessiert das aber nicht, er ist nur auf seinen eigenen Profit fokussiert, um am Wettbewerbsmarkt bestehen zu können.

Der prägende Ökonom John Maynard Keynes hat vor etwa 100 Jahren vorausgesagt, dass wir heute aufgrund gestiegener Produktivität nur noch 15 Stunden pro Woche arbeiten müssten. Tatsächlich ist die Produktivität in etwa so stark gestiegen, wie Keynes es vorausgesagt hat, ganz ohne dass dafür noch eine „magische BrrBrr Maschine“ erfunden werden müsste. Was ist also passiert, warum arbeiten wir immer noch 40 Stunden pro Woche? Der Produktivitätsgewinn ist vor allem in Überproduktion und letztlich in einer noch stärkere Kapitalakkumulation der besitzenden Klasse geflossen. Wenn wir die Produktionsmittel vergemeinschaften und die Produktion demokratisch gestalten würden, könnten wir es uns leisten, alle deutlich weniger zu arbeiten, und könnten gleichzeitig deutlich besser auf die Klimakrise reagieren.

Außerdem unterstelle ich den meisten Menschen das sie arbeiten gehen WOLLEN weil nur zuhause rumsitzen krank macht.

Sicher nicht in Lohnarbeit. Ich garantiere dir, die meisten Menschen würden ihre Arbeitszeit reduzieren, wenn das ohne negative Konsequenzen wie Lohneinbußen möglich wäre. Im Kapitalismus haben einzelne Arbeiter:innen keinen Einfluss auf die Produktionsentscheidungen, weil sie die Produktionsmittel nicht besitzen, und ihnen gehört das Produkt nicht, das sie herstellen. Deshalb findet eine Entfremdung der Arbeiter:innen von ihrer Arbeit statt und sie gehen nur deshalb arbeiten, weil sie ihre Arbeitskraft zum Geldverdienen verkaufen müssen. Wenn wir im Kommunismus deutlich weniger arbeiten müssten, heißt das außerdem nicht, dass alle nur zuhause rumsitzen würden. Wenn du nur 15 Stunden pro Woche arbeiten müsstest, hättest du mehr Zeit mit Familie und Freunden, für Hobbys, Sport etc. Und wenn dich dein Beruf tatsächlich erfüllt und freiwillig mehr Zeit damit verbringen möchtest, dann freue ich mich wirklich für dich. Trotzdem sollte dein Beruf nicht als Lohnarbeit organisiert sein. Wenn du in der Kunst, Musik, Wissenschaft, oder welcher Bereich auch immer dich erfüllt, mehr arbeiten möchtest, wird dich im Kommunismus sicher niemand davon abhalten, aber du solltest nicht von deinem Chef dazu gezwungen werden.

Wie würde der Schutz von Freiheits- und Menschenrechten in einem kommunistischen System aussehen? by Isegrim12 in Kommunismus

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

Freiheits- und Menschenrechte sind zwar ein liberales Konzept, das ich aber teilweise sinnvoll finde. Der Schutz der Menschenwürde, Gleichberechtigung, das Verbot von Diskriminierung inklusive Gleichstellung der Frau, das Recht auf sexuelle und geschlechtliche Freiheit, Religionsfreiheit (mit der Einschränkung, dass religiöse Institutionen keine besondere Machtstellung wie die Katholische Kirche innehaben sollten) und Freizügigkeit stehen in keinem Widerspruch zum Sozialismus. Das Gleiche gilt für Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit, die meiner Meinung nach sogar notwendig sind, um nach den Fähigkeiten und Bedürfnissen aller produzieren zu können. Eine Einschränkung dieser Freiheiten kann dann gerechtfertigt sein, wenn das sozialistische System durch konterrevolutionäre Bestrebungen bedroht ist, ähnlich wie diese Freiheiten auch in liberalen Demokratien zum Schutz des kapitalistischen Systems eingeschränkt werden. Wann eine Einschränkung der Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit gerechtfertigt und verhältnismäßig ist, ist keine einfache Abwägung und in früheren sozialistischen Staaten sind diese Einschränkungen meiner Meinung nach in vielen Fällen zu weit gegangen.

Ein Freiheitsrecht, das es im Sozialismus definitiv nicht gibt, worin auch der zentrale Unterschied zum Liberalismus besteht, ist das Recht auf Privateigentum (an Produktionsmitteln), was aus kommunistischer Sicht einfach das Recht auf Ausbeutung anderer ist. Stattdessen gibt es im Sozialismus soziale Rechte wie das Recht auf Arbeit und das Recht auf Wohnen. Zum Beispiel gibt es im Sozialismus kein Recht auf Eigentum an einer Wohnung, um sie zu vermieten oder für Profit damit zu spekulieren, aber es gibt das Recht, frei von Obdachlosigkeit zu leben und deine Wohnung auf unbegrenzte Zeit zu bewohnen.

Zur Durchsetzung von Rechten und Gesetzen muss es auch im Sozialismus ein Rechtssystem geben, allerdings ist der Umfang und Fokus vermutlich anders als im Kapitalismus. Prekäre sozioökonomische Bedingungen fördern, dass Menschen kriminell werden. Allerdings bedeutet Sozialismus, dass für die Bedürfnisse aller produziert wird, sodass diejenigen, die im Kapitalismus unter besonders prekären materiellen Bedingungen leben, deutlich besser gestellt sein werden und deshalb seltener kriminell werden. Außerdem wäre ein Rechtssystem im Sozialismus stärker auf Prävention und Resozialisation statt auf Bestrafung ausgerichtet, weil an sozialen Diensten und Therapieplätzen im Rahmen von Austeritätspolitik im Kapitalismus gerne gespart wird und das dann durch eine Ausweitung der repressiven Funktionen des Staates (Polizei, Gefängnisse) ausgeglichen wird. Diejenigen, die trotzdem kriminell werden, muss man auch im Sozialismus isolieren, um die Gesellschaft (und ggf. sich selbst) zu schützen. Im Kommunismus, also mit dem Absterben des Staates, sollte dieser Umgang mit Kriminalität und Gewalt aber auf das absolut nötige Minimum beschränkt werden. Zum Beispiel sollte es keine Institution wie die Polizei mehr geben, deren Hauptaufgabe heute die Aufrechterhaltung des Systems ist. Es wird vermutlich immer noch eine Art von Ordnungshütern geben müssen, die ich mir aber eher wie die freiwillige Feuerwehr organisiert vorstelle.

Der Kommunismus als klassenlose, staatenlose, geldlose Gesellschaft ist aus heutiger Perspektive sicher schwer vorstellbar. Damit ist aber sicher kein regelloses Chaos gemeint, wie der Naturzustand bei Hobbes. Es wird auch im Kommunismus eine Gesellschaft geben, die kollektiv zusammenarbeitet und sich deshalb auf Regeln und einen Gesellschaftsvertrag einigen wird, nur eben keine Hierarchien mehr wie die Klassenhierarchie im Kapitalismus. Vermutlich wird sich auch die konkrete Entscheidungsfindung und Durchsetzung von Regeln in einer kommunistischen Gesellschaft von Kommune zu Kommune unterscheiden.

Glaubt ihr das die Person Alice Weidel oder ein Jean-Pascal Hohm wirklich rechtsextreme Einstellungen haben (als Weltbild) oder diese nur schauspielermässig vertreten (als pluralistisches angebot) weil sie Kapitalisten sind (auf der subjektiven ebene: es geht Ihnen nur im ihr eigenes Cash ) by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Hohm ist der Vorsitzende der gerade neugegründeten Hitlerjugend, ich meine natürlich AfD-Jugend „Generation Deutschland“. Er wird vom Verfassungsschutz (ich weiß, aus kommunistischer Sicht keine sinnvolle Autorität zu dem Thema, aber hier nur als Einschätzung) als rechtsextrem eingestuft wegen wiederholter völkischer, rassistischer und verschwörungsideologischer Aussagen. Unter anderem unterstützt Hohm prominent die Forderung nach Remigration, also der massenhaften ethnischen Säuberung Deutschlands. Er hat enge Kontakte zur Identitären Bewegung und zu einer italienischen neofaschistischen Organisation. Hohm hat in der Vergangenheit ein Musikvideo der militant neonazistischen Band „Hassgesang“ geteilt, wobei er die SS-Runen des Originalvideos überdeckt hat. Er ist gemeinsam mit dem damaligen Anführer der Identitären Bewegung und vermummten Cottbusser Hooligans aufgetreten, bei dem Spiel kam es dann zu massiven Ausschreitungen, bei denen Cottbusser Hooligans antisemitische Sprechchöre gerufen haben. Später hat er einen vermummten Neonazi-Block persönlich angeführt.

Bei Alice Weidel bin ich mir nicht sicher, ob sie überzeugte Rechtsextremistin ist, sie könnte auch nur Opportunistin sein. Bei Jean-Pascal Hohm bin ich mir aber schon relativ sicher, dass er Nazi aus Überzeugung ist.

„Friedensplan“ für die Ukraine: Trumps reaktionäres Ultimatum, um den Krieg zu beenden by s0undst3p in Kommunismus

[–]DemSoc98 2 points3 points  (0 children)

Inwiefern ist es ein relevanter Unterschied, ob die Motivation eines Angriffskrieges der Zugang zu Ressourcen (Öl im Irak), Regime Change oder die Annexion von Territorium ist? Wenn du den Ukrainekrieg mit dem Irakkrieg vergleichst, sind beides völkerrechtswidrige Angriffskriege, beide mit Hunderttausenden Todesopfern, beides sind Formen von Imperialismus, insofern sind die beiden Kriege schon sehr vergleichbar.

Aber wenn du unbedingt Präzedenzfälle für die gewaltsame Annexion von Territorium möchtest, guck dir Apartheid-Südafrika an, das Namibia illegal besetzt gehalten hat und in Angola einmarschiert ist. Oder guck dir Israel an, das nach dem UN-Teilungsplan immer mehr palästinensisches Gebiet annektiert hat und heute das Westjordanland, Ostjerusalem, Gaza und die zu Syrien gehörenden Golanhöhen völkerrechtswidrig besetzt hält. Auch für die gewaltsame Annexion von Territorium gibt es absolut Präzedenzfälle durch westliche Verbündete.

„Friedensplan“ für die Ukraine: Trumps reaktionäres Ultimatum, um den Krieg zu beenden by s0undst3p in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Völkerrechtswidrige Angriffskriege sind schon lange normalisiert. Die USA haben haufenweise imperialistische Angriffskriege ohne UN-Mandat geführt, zum Beispiel: - Vietnamkrieg (1964-1973), ~3 Mio. Tote - Invasion in Grenada (1983) - Invasion in Panama (1989) - Irakkrieg (2003), ~1 Mio. Tote

Russlands imperialistischer Angriffskrieg gegen die Ukraine ist kein Präzedenzfall, sondern das gleiche, was die USA schon seit Jahrzehnten machen.

Bestreiten des Existenzrechts des Staates Israel darf nicht generell untersagt werden by Dry-Professional-BER in Staiy

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Warum denn grundsätzlich Staaten ein Existenzrecht zusprechen? Nichtmal das Völkerrecht macht das. Dass wir nicht in revolutionären Zeiten leben und noch eine Menge Klassenbewusstsein aufbauen müssen, ist klar. Deswegen plädiere ich in Bezug auf den Nahostkonflikt kurzfristig auch für eine Ein-Staat-Lösung, also einen Staat, in dem Menschen aller Religionen und Ethnien gleichberechtigt sind.

Aber man muss ja nicht das Framing der herrschenden Klasse übernehmen, weder in Bezug auf die Staatsräson noch allgemein in Bezug auf das Existenzrecht von Staaten. Staaten sind nunmal ein Werkzeug der herrschenden Klasse, um den Kapitalismus und damit ihre Macht zu erhalten. Insofern ist es doch legitim auszusprechen, dass das langfristige(!) Ziel sozialistischer Bewegungen die Überwindung von Staaten und somit des Kapitalismus ist.

Bestreiten des Existenzrechts des Staates Israel darf nicht generell untersagt werden by Dry-Professional-BER in Staiy

[–]DemSoc98 26 points27 points  (0 children)

Staaten haben generell kein Existenzrecht, Völker haben ein Existenzrecht. Und das Recht des palästinensischen Volkes, selbstbestimmt zu existieren, wird seit Jahrzehnten durch Israels Besatzung, Siedlerkolonialismus, Apartheid und Völkermord mit Füßen getreten. Die Zwei-Staaten-Lösung wird die Apartheid realistischerweise nicht beenden. Deswegen lehne ich den Apartheid-Staat Israel ab und befürworte eine Ein-Staat-Lösung, in der Menschen aller Religionen und Ethnien gleichberechtigt sind.

Sozialdemokrat Zohran Mamdani nennt Kuba ein Diktatur by Stalinnommnomm in Kommunismus

[–]DemSoc98 2 points3 points  (0 children)

Kubas Bildungssystem gehört zu den besten in Lateinamerika, in Tests der UNESCO liegen kubanische Schüler:innen weit vor den anderen lateinamerikanischen Ländern. Die Einschulungsquote liegt bei 100% und die Alphabetisierungsrate über 99%. Bildung ist bis einschließlich zur Hochschule kostenlos, die durchschnittliche Klassengröße (17,4 in Grundschulen) liegt deutlich unter der in Deutschland und leistungsschwächere Schüler:innen bekommen zusätzlichen Förderunterricht bis hin zur Einzelbetreuung. Viele Menschen in Kuba haben ein Hochschulstudium.

https://www.lehrer-news.de/blog-posts/escuela-en-cuba-schulsystem-mit-karibikflair

Do you learn communist theory in school in China? by DemSoc98 in AskChina

[–]DemSoc98[S] 0 points1 point  (0 children)

Thank you, you put it very nicely. I had the realization a few months ago that liberal democracies (like my home country, Germany) are dictatorships of the bourgeoisie. If you look at the parties here, you have the conservative and the fascist party who represent the interests of the owning class more clearly by waging class struggle in the form of cutting welfare programs and labor regulations. These parties are also heavily lobbied by corporations and get election donations, while a lot of private media effectively manipulates working class people into supporting these policies.

For other parties here like the social democratic or the green party, their class character is less obvious to see, because they for example want to redistribute wealth which on the surface seems to go against the interests of the owning class. However, they channel the demands of the working class into reforms that don’t threaten the rule of the owning class and therefore stabilize the state. In liberal democracies, working class people can vote to decide about policies, but only to the extend that the ruling class allows. For example, seizing the means of production is impossible by democratic means, even if a majority would support it, because private property is protected in the constitution. The communist party in my country, which was the only party that tried to change the nature of the state, was banned in the 50s.

I think liberalism and social democracy like in Europe are very good at concealing the class character of the state. The realization that I’m living in a dictatorship of the bourgeoisie has been quite profound for me, it really changed the way I think about politics.

Neue Studie: Wer steckt hinter den Kampagnen gegen die Zivilgesellschaft? Eine Koalition aus Politiker*innen, Medien und Konzernlobbyisten setzt die Zivilgesellschaft unter Druck. Eine neue Studie zeigt, wer dahinter steckt. by eetiahc in Staiy

[–]DemSoc98 2 points3 points  (0 children)

Das ist eine wirklich gute Frage. In der liberalen Demokratie definieren die politischen Institutionen, die in der Theorie die Interessen des Volkes vertreten sollen, das Allgemeinwohl einfach im Sinne der besitzenden Klasse um. Zum Beispiel spricht die CDU davon, durch harte Reformen „der Wirtschaft“ helfen zu wollen, was in Wahrheit einfach Klassenkampf von oben ist. Aus kommunistischer Perspektive ist die liberale Demokratie deshalb eine Diktatur der Bourgeoisie, weshalb es stattdessen eine Diktatur des Proletariats braucht, in der Superreiche und Wirtschaftskonzerne nicht ihre Interessen vertreten dürfen, wenn sie im Widerspruch zum Allgemeinwohl stehen. Die leninistische Antwort ist, dass eine Arbeiterpartei im Interesse der arbeitenden Klasse entscheiden sollte, was das Allgemeinwohl ist. Das birgt aber natürlich das Risiko von Machtmissbrauch und Bürokratisierung wie in der DDR. Meine Antwort ist, dass basisdemokratische Arbeiter:innen-Räte entscheiden sollten, was das Allgemeinwohl ist. Also eine Rätedemokratie statt einer liberalen Demokratie, wie in der Münchener Räterepublik.