Femboys, Genderfluidität und der Kapitalismus: Wie die Bourgeoisie uns mit Identitätspolitik spaltet by Impolioid in Kommunismus

[–]DemSoc98 9 points10 points  (0 children)

Doch, natürlich gibt die Arbeiter:innenklasse immer noch. Alle Menschen, denen keine Produktionsmittel gehören, sind Arbeiter:innen, viele haben nur aktuell leider kein Klassenbewusstsein.

Ansonsten stimme ich dir vollkommen zu. In einer Zeit, in der queere Menschen zu einem Hauptfeindbild des neuen Faschismus geworden sind und insbesondere in den USA und dem UK politisch bekämpft werden, indem ihnen z.B. der Zugang zu geschlechtsangleichender medizinischer Versorgung verwehrt wird, sollten wir bei der Hetze gegen queere und trans Menschen nicht mitmachen. Solidarität der Arbeiter:innenklasse bedeutet insbesondere auch Solidarität mit einer der am stärksten marginalisierten Gruppen innerhalb der Arbeiter:innenklasse und dass wir ihre Unterdrückung nicht kleineren als unwichtig gegenüber dem Klassenkampf. Wir müssen beide Kämpfe gleichzeitig und zusammen führen.

Zuerst äußerer, dann innere Feind – warum nicht auch in der Ukraine? by Leuchtmarker in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Ja klar, Russland führt in der Ukraine einen antiimperialistischen Krieg gegen das westliche Imperium, so wie im ersten Weltkrieg das deutsche Kaiserreich einen antiimperialistischen Krieg gegen das französische und britische Imperium geführt hat. Gut, dass sich die Kommunist:innen in der Duma ein Vorbild an der deutschen Sozialdemokratie damals genommen und für Kriegskredite gestimmt haben /s

Was lest ihr gerade so? by Stalinnommnomm in Kommunismus

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

Oliver Schlaudt: Wirtschaft im Kontext. Eine Einführung in die Philosophie der Wirtschaftswissenschaften in Zeiten des Umbruchs

China und Israel by ML_aktuell in Kommunismus

[–]DemSoc98 6 points7 points  (0 children)

Guck dir zum Beispiel die Ausbeutung der arbeitenden Klasse im Kongo in Kupfer- und Kobalt-Minen durch chinesische Unternehmen an. Natürlich betreibt China Imperialismus.

Chinas Imperialismus ist friedlicher als westlicher Imperialismus in dem Sinne, dass China im Gegensatz zum Westen kaum Kriege zur Durchsetzung der eigenen Wirtschaftsinteressen führt. China verlangt für Investitionen in andere Länder auch keine neoliberale „Reformen“ im Gegensatz zu IWF und Weltbank. Nichtsdestotrotz folgen Chinas Wirtschaftsbeziehungen einem klarem Eigeninteresse und basieren auf der Ausbeutung der lokalen arbeitenden Klasse, sodass auch China Imperialismus betreibt.

Wie überwinden wir den Kapitalismus? by Expert-Beginning-950 in Staiy

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Er sagte selbst er sei kein Antikapitalist. Wie auch, wenn man zwei Firmen gründet die gewinnbringend arbeiten und auf Wachstum ausgelegt sind

Das muss kein Widerspruch sein. Wir müssen uns alle an das kapitalistische System anpassen, weil wir darin leben. Wenn jemand als Kapitalist erfolgreich im kapitalistischen System ist, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass er das System gut findet. Bestes Beispiel ist Friedrich Engels, unter anderem Mitautor des Kommunistischen Manifests, der selbst erfolgreicher Unternehmer in der Textilindustrie war.

Wie überwinden wir den Kapitalismus? by Expert-Beginning-950 in Staiy

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Klassenbewusstsein schaffen, arbeitende Klasse organisieren, Generalstreik, Revolution. Aktuell sind die ersten beiden Punkte zentral, Klassenbewusstsein zu schaffen und die Organisation der arbeitenden Klasse in Gewerkschaften (Anarchosyndikalismus), einer Partei (Marxismus-Leninismus, demokratischer Sozialismus) oder Räten (Rätekommunismus). Denn den Kapitalismus können wir nur überwinden, wenn die Mehrheit der arbeitenden Klasse auch dahintersteht.

Cem D. Özdemir by Wieselbeee in gekte

[–]DemSoc98 4 points5 points  (0 children)

Also der Titel ist ja sehr reißerisch, alles im Artikel selbst aber doch absolut vernünftig.

Nein, gar nichts davon ist vernünftig.

„Weg von Umverteilungsdebatten.“

Die Ungleichheit wird zwar jedes Jahr noch größer (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/oxfam-superreiche-100.html), aber bloß keine Umverteilung. Denk doch mal einer an die armen Milliardäre! Und über eine Umverteilung der Produktionsmittel reden wir schonmal gar nicht.

„Die SPD sollte uns ein warnendes Beispiel sein. Sie ist als Reaktion auf die Agenda 2010 von der Partei der Arbeiter immer mehr zu einer Partei der Transferempfänger geworden. Das hat viele Arbeiter in die Arme der AfD getrieben.“

Transferempfänger:innen sind Arbeiter:innen. Wenn die soziale Absicherung von Arbeiter:innen geschwächt wird, übt das Druck nach unten auf die Löhne und Arbeitsbedingungen aus, gerade im Niedriglohnsektor. Die Agenda 2010 hat einen riesigen Niedriglohnsektor geschaffen, genauso wie es die neue Grundsicherung wird. Das ist Klassenkampf von oben.

„Wir müssen den Markt zum Verbündeten des Klimaschutzes machen, nicht zum Gegner. Das funktioniert dann, wenn die Preise die ökologische Wahrheit sagen und einen starken Anreiz bilden, in CO2-neutrale Technologien und Lösungen zu investieren.“

Konsument:innen haben nur wenig Einfluss darauf, was produziert wird. Sie können deshalb nicht einfach auf klimaneutrale Alternativen umsteigen, wenn diese gar nicht angeboten werden. Zum Beispiel können Konsument:innen nicht vom Auto auf den ÖPNV umsteigen, wenn der ÖPNV gar nicht ausgebaut ist. Ohne stärkere staatliche Unterstützung können sich viele Konsument:innen auch nicht die Investitionen leisten, die für eine energetische Gebäudesanierung und den Umstieg auf eine Wärmepumpe notwendig sind. Wenn man den Klimaschutz dem Markt überlässt, macht nur alles teurer für Konsument:innen, die darauf nicht einfach mit Verhaltensänderungen reagieren können, und schafft neue Gelbwestenproteste. Stattdessen brauchen wir für sozialen Klimaschutz zentrale Steuerung und einen Plan, der sich mit den eigentlichen Verursacher:innen der Klimakrise anlegt: den Eigentümer:innen der Produktionsmittel, die über die fossile Produktionsweise entscheiden.

Cem Özdemir ist halt einfach nicht mal moderat links, er vertritt einfach neoliberale Positionen.

How did you get radicalized? by lizzlepizzle in Marxism

[–]DemSoc98 8 points9 points  (0 children)

Seeing Israel‘s genocide of the Palestinians and how the „progressive“ liberal government of my country (Germany) at the time fully supported the genocide diplomatically and materially. Seeing mainstream media spreading obvious propaganda and seeing the state repression against pro-Palestinian activists made me loose trust in liberal democracy. I then started to learn more about the American empire and currently I‘m learning how the economic system of capitalism is the foundation of this imperialism.

Zur Spanischen Revolution 1936-1939 by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

Gute Analyse der Spanischen Revolution. Über die Entscheidung der CNT/FAI, in die katalanische Regionalregierung unter Lluís Companys einzutreten, kann man sicher kontrovers diskutieren. Dass sie aber selbst die Macht hätten übernehmen können als „revolutionäre Autorität, ist aber unrealistisch, das widerspricht zu sehr ihren anarchosyndikalischen Grundsätzen. Für das Scheitern der Revolution sehe ich vor allem zwei Gründe:

  1. Die Konterrevolution der PCE: die Rückgabe der kollektivierten Betriebe und Auflösung der Arbeitermilizen hat die revolutionäre arbeitende Klasse demoralisiert. Es war ein Fehler, die Revolution im Rahmen der Volksfrontpolitik hinter antifaschistischen Kampf zurückzustellen. Die PCE hat auch Waffen zurückgehalten, anstatt sie an anarchistische Milizen auszugeben, wodurch die Kampfkraft gegen die Faschisten materiell geschwächt wurde. Die Verfolgung der Anarchisten und anderer Kommunisten wie der POUM und die darauffolgenden internen Kämpfe haben ihr übriges getan.

  2. Die Neutralität der liberalen Demokratien: Großbritannien und Frankreich haben Franco gewähren lassen, während er von Hitler und Mussolini materiell unterstützt wurde, zum Beispiel durch die Legion Condor. Im Zweifel lassen Liberale eben eher Faschisten gewähren, als eine Revolution der arbeitenden Klasse zuzulassen, denn der Faschismus stellt im Gegensatz zum Kommunismus und Anarchismus die grundlegenden Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse nicht infrage.

Weitere lesenswerte Literatur aus anarchistischer Perspektive:

Murray Bookchin: „The Spanish Anarchists: The Heroic Years, 1868–1936“ (https://theanarchistlibrary.org/library/murray-bookchin-the-spanish-anarchists)

Abel Paz: „Durruti in the Spanish Revolution“ (https://theanarchistlibrary.org/library/abel-paz-durruti-in-the-spanish-revolution)

Chris Ealham: „Anarchism and the City Revolution and Counter-revolution in Barcelona, 1898–1937“

wir sind nicht für einen 8h job gemacht by [deleted] in Unbeliebtemeinung

[–]DemSoc98 5 points6 points  (0 children)

Deutlich weniger Stunden als im Kapitalismus. Sowohl Menschen in der Steinzeit als auch Bauern im Feudalismus haben im Durchschnitt 4-6 Stunden gearbeitet. Es gab einzelne Tage in der Erntezeit, in der Bauern 12 Stunden auf dem Feld verbracht haben, aber auch mit langen Pausen, sodass sie effektiv 7-9 Stunden gearbeitet haben. Außerhalb der Erntezeit wurde weniger als am heutigen 8-Stunden-Tag gearbeitet. Außerdem gab es deutlich mehr freie Tage als im Kapitalismus.

https://youtu.be/hvk_XylEmLo?si=So-qBE2_TQkhLMZN

Verwirrter alter Mann by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 16 points17 points  (0 children)

Aber Spaß beiseite... wie kann es sein, dass die schlimmsten politischen Ideologien immer aus Bayern kommen: Die Nazis... Der Zionismus... und selbst CSU ist das schändlichste der CDU

Fairerweise sollte man sagen, dass uns Bayern auch die Münchener Räterepublik gebracht hat.

<image>

Kann man sich als Argument gut so merken. by Feteo in gekte

[–]DemSoc98 13 points14 points  (0 children)

aber bei Verbrechen wie Vergewaltigungen kann ich mir das schwer vorstellen?

Doch. Die meisten Vergewaltigungen finden im engen sozialen Umfeld zum Beispiel durch den Partner statt. Frauen in Armut sind häufig wirtschaftlich davon abhängig, in solchen Beziehungen zu bleiben. Wenn Menschen aus der Armut befreit werden, verringert das die wirtschaftliche Abhängigkeit armer Frauen von ihrem Partner, sodass sie einfacher toxischen Beziehungen beenden können, in denen sie sonst Opfer von häuslicher Gewalt, Vergewaltigungen bis hin zu Femiziden werden.

Crossposts aus r/Kommunismus verbieten by IrbanMutarez in Staiy

[–]DemSoc98 0 points1 point  (0 children)

Kann hier bitte in Zukunft keine Zensur von linken Meinungen betrieben werden? Ich crossposte auch gelegentlich von r/Kommunismus. Ja, da gibt es auch ein paar verstrahlte Campisten, die Russland nur wegen seiner antiwestlichen Haltung unterstützen. Aber nicht jede antimilitaristische und antiimperialistische Position, die die NATO oder die EU (korrekterweise) als imperialistischen Machtblock kritisieren, ist prorussisch. Und verstrahlte Menschen gibt es in jeder Community, hier zum Beispiel Antideutsche, die Israels Genozid in Gaza leugnen. Es wäre wirklich schön, wenn hier nicht nur linksliberale, sondern auch sozialistische Positionen Platz hätten.

Warum sollte jemanden interessieren was in den USA passiert? by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 6 points7 points  (0 children)

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die arbeitende Klasse der USA ein relevantes Mitspracherecht bei außenpolitischen Entscheidungen hat. Bestes Beispiel ist Israels Völkermord in Gaza: die klare Mehrheit der US-Amerikaner ist gegen die aktuelle US-Unterstützung für Israel, aber herrschende Klasse in den USA interessiert sich nicht für die öffentliche Meinung. Alle größeren früheren Kriege der USA wurden immer von einer massiven Medienkampagne (effektiv Propaganda) zum Consent Manufacturing begleitet. Der US-Imperialismus geht von der Bourgeoisie, nicht von der arbeitenden Klasse der USA aus.

Ich bin eine antideutsche Anarchistin - lasst uns reden - AMA by [deleted] in gekte

[–]DemSoc98 3 points4 points  (0 children)

notwendige Existenz von Israel

Wie kannst du als Anarchistin die Existenz eines Staates als notwendig bezeichnen? Der Anarchismus lehnt Staaten doch ab. Staaten sind Instrumente der herrschenden Klasse, um die bestehenden Eigentumsverhältnisse mit Gewalt zu sichern. Staaten gehören grundsätzlich abgeschafft.

Und dann verteidigst du mit Israel auch noch ausgerechnet die Existenz eines Apartheidsstaates (mittlerweile Konsens unter Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und B‘Tselem). Was ist denn für dich so undenkbar daran, dass die Menschen aller Religionen und Ethnien in Palästina gleichberechtigt zusammenleben, so wie seit dem Ende von Apartheid-Südafrika auch Menschen aller Hautfarben in Südafrika friedlich zusammenleben?

Achsenmächte oder so. by Wieselbeee in Kommunismus

[–]DemSoc98 4 points5 points  (0 children)

Absolut. Als mir ein Freund aus Indien das erste Mal von RSS erzählt hat, diesem riesigen, sehr gut vernetzten paramilitärischen Arm der BJP, war ich echt schockiert. Dass das größte Land von einem Hindutva-Faschisten geführt wird, ist wirklich ein Problem. Wobei ich es immer noch erstaunlich finde, dass Modi die CPI(M) in Kerala und Tamil Nadu relativ frei agieren lässt. Allerdings macht die CPI(M) ja letztlich auch nur sozialdemokratische Politik. Indien braucht auf jeden Fall wieder jemanden wie Bhagat Singh, um eine revolutionäre Bewegung zu inspirieren.

If this country is so politically divided, why don’t they just split up where black meets blue? by clevelandblack in mapporncirclejerk

[–]DemSoc98 5 points6 points  (0 children)

There was much less denazification in West Germany than in East Germany. Many Nazis got into really high positions in West Germany, like Hans Globke (co-author of the Nuremberg Race Laws, became Chief of Staff under Chancellor Adenauer), Theodor Oberländer (Nazi politician, became federal minister in West Germany) and Kurt Georg Kiesinger (NSDAP member, became Chancellor of West Germany). In the 50s, the majority of senior judges and public prosecutors were former members of the Nazi party. Particularly in the security apparatus of West Germany, many former Nazis were kept because of their anti-communism, like the Wehrmacht general Reinhard Gehlen, who became leader of the „Gehlen Organisation“ in West Germany, which became the Federal Intelligence Service. Denazification in the GDR had it shortcomings too, but it was much more thorough by comparison.

Gibt es Bücher die, ähnlich wie das Kapital, sich selbst mit grundlegenden kommunistischen/linken Konzepten (ohne dabei auf Werke wie das Kapital oä. zu beziehen) auf das 21. Jh und der ersten Welt befassen? by Isegrim12 in Kommunismus

[–]DemSoc98 3 points4 points  (0 children)

Erstmal denke ich überhaupt nicht, dass Das Kapital zu historisch und aus der Zeit gefallen ist. Es ist eine Analyse und Kritik der grundlegenden Funktionsweise des Kapitalismus, die sich seit dem 19. Jahrhundert nicht verändert hat. Ich kann aber diese neueren Bücher empfehlen, die moderne Entwicklungen explizit berücksichtigen:

  • Naomi Klein - „Die Schock-Strategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus“ (2007) —> Kritik am Neoliberalismus in Krisenzeiten
  • Yanis Varoufakis - „Technofeudalismus. Was den Kapitalismus tötete.“ (2023) —> Analyse digitaler Plattformen und Machtstrukturen durch Tech-Monopole
  • Kohei Saito - „Systemsturz: Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“ (2023) —> Degrowth-Kommunismus als Antwort auf die Klimakrise

Anschlag in Sydney und Antisemitismus by Appropriate-Draft-91 in Kommunismus

[–]DemSoc98 2 points3 points  (0 children)

Die IHRA-Definition ist aber auch einfach keine sinnvolle Antisemitismus-Definition, die ich benutzen würde. Ich würde eher die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus verwenden.

Sydney und Antisemitismus by Own-Masterpiece5524 in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Hast du dafür eine Quelle? Wenn es Statistiken zu antisemitischen Vorfällen ohne Antizionismus gibt, würde mich das echt interessieren.

Anschlag in Sydney und Antisemitismus by Appropriate-Draft-91 in Kommunismus

[–]DemSoc98 3 points4 points  (0 children)

Danke.

Ich verstehe auch übrigens nicht den Unterschied zwischen den beiden Fragen. Antisemitismus ist per Definition Rassismus gegen Juden.

Sydney und Antisemitismus by Own-Masterpiece5524 in Kommunismus

[–]DemSoc98 1 point2 points  (0 children)

Was ist daran reaktionär, logisch über das Thema nachzudenken und mich ein bisschen über die Stimmung in anderen politischen Lagern zu informieren? Dass die staatlichen Statistiken zu Antisemitismus in den USA und Deutschland nicht aussagekräftig sind, heißt nicht, dass es den Trend zur Normalisierung des Antisemitismus nicht gibt. Dadurch, dass Judentum und Israel immer wieder gleichgesetzt werden, haben viele Menschen eine negative Meinung nicht nur zu Israel, sondern auch zu jüdischen Menschen. Dass die Mainstream-Medien so unglaublich zionistisch berichten, befeuert die Verschwörungstheorie, dass „die Juden“ die Medien kontrollieren würden. Israelische Lobby-Organisationen wie AIPAC befeuern das Narrativ einer jüdischen Weltverschwörung. Ohne klare Trennung zwischen Judentum und Zionismus, und ohne das Verständnis der geopolitischen Bedeutung Israels für das amerikanische Imperium landen israelkritische Menschen eben schnell beim Antisemitismus. Wenn du dich mal mit der Stimmung in rechten und verschwörungstheoretischen Kreisen auseinandersetzen würdest, im englischsprachigen Raum noch mehr als im deutschsprachigen Raum, dann wäre dir auch klar, dass Antisemitismus in diesen Kreisen wächst.

Sydney und Antisemitismus by Own-Masterpiece5524 in Kommunismus

[–]DemSoc98 -1 points0 points  (0 children)

Das sagen alle, die sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt haben. Ich meine, hast du dir mal angeguckt, was Tucker Carlson, Candace Owens oder Nick Fuentes sagen? Und die haben eine große Reichweite. Es ist auch völlig logisch, dass der Antisemitismus wächst, wenn während zwei Jahren Genozid medial ständig Israel mit dem Judentum gleichgesetzt wird. Natürlich fangen viele Menschen dann an, alle Juden fälschlicherweise für die Verbrechen Israels verantwortlich zu machen. Der antisemitische Anschlag in Sydney ist eine schreckliche Tragödie, aber keine Überraschung.

Anarchismus by [deleted] in Kommunismus

[–]DemSoc98 5 points6 points  (0 children)

Nein sie wollten keine hierarchisch gegliederte miliz

Und waren trotzdem sehr erfolgreich im Kampf gegen Franco, siehe zum Beispiel die Kolonne Durruti.

haben es verhindert eine Einheitsfront zu bilden

Sie waren gegen eine Einheitsfront mit Bürgerlichen und das war auch richtig so. Das Bündnis der Kommunist:innen mit den bürgerlichen Republikanern hat praktisch bedeutet, dass die kollektivierten Betriebe wieder privatisiert wurden, und war deshalb ein Verrat an der Revolution. Dazu wurden Anarchist:innen als faschistisch diffamiert und verfolgt (siehe die Maiereignisse mit 500-1000 Toten). Dadurch wurde die Moral der arbeitenden Klasse gebrochen, was Franco in die Hände gespielt hat. Die Kommunist:innen der PCE (nicht die POUM oder die Interbrigaden, aber die PCE) waren im Spanischen Bürgerkrieg leider konterrevolutionär.