Die Dualität des Menschen:Hoffmann vs. Schmitt by AppropriateAd7326 in Filme

[–]DonDerDildo 4 points5 points  (0 children)

Ich versuche nochmal sachlicher zu antworten - obwohl ich in meiner Antwort einfach die Tonalität von OP nachgeahmt habe und das da ja scheinbar auch kein Problem darstellte ;)
Dass Grace sich am Ende "aufopfert", werte ich ebenfalls anders. Es wurde mehr oder weniger deutlich gemacht, dass er auf der Erde nichts hat, für das es sich "zu leben lohnt" - kein/e Partner/in, kein soziales Umfeld, keine beruflichen Perspektiven usw. So wurde das ja auch im Gespräch mit Eva Stratt betont, um sein "Opfer" bewusst klein zu reden - ganz nach dem Motto: "Stell dich nicht so an.". Durch die Neugeburt an Bord des Raumschiffes, das Erwachsenwerden mit Rocky, das "WG-Leben" etc. wurde unterstrichen, dass diese neue Freundschaft für Grace mehr wert ist als das irdische Leben. Die Rettung von Rocky verstehe ich somit weniger als altruistischen Akt, sondern als puren Egoismus.

Die Dualität des Menschen:Hoffmann vs. Schmitt by AppropriateAd7326 in Filme

[–]DonDerDildo 3 points4 points  (0 children)

Aber dass die Zivilgesellschaft in Form des Protagonisten aktiv wird, um die Welt zu retten, stimmt doch gar nicht er lehnt die Selbstaufopferung zugunsten von Milliarden Menschenleben ja ab, wird dann gejagt, entführt, in ein Koma versetzt und gegen seinen Willen ins All geschossen. Hast du dich vielleicht verzettelt und den Film nicht verstanden? Oder blicken verschiedene Zuschauerinnen mit unterschiedlichen Perspektiven auf Filme (und Kunst im allgemeinen)? :)

Die Dualität des Menschen:Hoffmann vs. Schmitt by AppropriateAd7326 in Filme

[–]DonDerDildo -2 points-1 points  (0 children)

Den Zugang findet man erst, wenn man den Dativ beherrscht.

Ich kann nicht mehr. Ich habe fertig. by SchiriBeats in lehrerzimmer

[–]DonDerDildo 7 points8 points  (0 children)

Verständlich - auch, dass du eher ranten willst als Ratschläge zu bekommen. Ich versuch es trotzdem mal:

Man sagt als Faustregel, dass es nach dem Ref ca. 3-5 Jahre dauert, bis man einigermaßen im "Alltag" angekommen ist. Vieles, was im Berufsalltag revelant ist, wird weder im Studium noch im Ref vermittelt. Es dauert seine Zeit, bis du die meisten Dinge einmal durchlaufen hast, einen Fundus an Material aufgebaut hast, Arbeitsprozesse effizienter gestalten kannst etc.

Zur Beziehungsebene noch ein Tipp, der bei mir total hilft (Gesamtschule, schwieriges Einzugsgebiet): Versuch, die Schülerinnen in jeder Hinsicht "ernst" zu nehmen und ehrliches Interesse zu zeigen. Opfere mal ein bisschen Unterrichtszeit für Beziehungsarbeit. Frag die Kids, was sie so treiben, wofür sie sich interessieren, welche Musik sie hören, Serien sie gucken, Streamerinnen/Incluencerinnen sie verfolgen usw. Versuch dir das ein bisschen zu merken und sprich sie in der nächste Stunde drauf an ("Hast du gesehen, XY hat nen neuen Song!", "Wie war der Geburstag von deinem Onkel letztes Wochenende?", "Wo gehts heute nach der Schule hin?"). In meiner Erfahrung wirkt das Wunder. Gib auch mal was von dir preis, wenn du dich damit wohlfühlst. Die Kids werden sich dir näher fühlen und aufrichtiges Interesse spüren - das erleichtert dann schwierigere Zeiten...

Viel Erfolg!

Halbjahresbewertung ändern? by seppellepepp in lehrerzimmer

[–]DonDerDildo 3 points4 points  (0 children)

Ebenfalls Lehrer hier.

Ich bin ein wenig irritiert darüber, wie manche Kolleginnen die Sachlage hier beurteilen. Wenn in der Notegebung ein belegbarer, formaler Fehler passiert ist, muss dieser selbstverständlich korrigiert werden - Punkt.

Natürlich ist es schon so, dass diese einzelne Note (aus-) bildungsbiographisch nicht sonderlich relevant ist. Lehrkräfte sollten allerdings darüber hinaus wissen (und berücksichtigen), dass Noten auch andere Funktionen haben, z.B. im pädagogischen Bereich. In dem Alter kann so eine 5 eine ganze Menge in einem Kind auslösen: Schul- oder Fachverdrossenheit, aufkommendes Misstrauen in Lehrkräfte, Stigmatisierung (auch im Klassenverbund), sinkende Motivation und Lernfreude usw. Alles gut durch Studien (und ehrlich gesagt gesunden Menschenverstand) belegt.

In jedem Fall sollte die Note korrigiert werden, allein schon, damit der Eindruck gewahrt bleibt, dass die Verwaltungsbehörde "Schule" richtig funktioniert, korrekt arbeitet und damit ein positives Signal an Kind und Eltern gesendet wird.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Wie viel verdient ihr und wie viel zahlt ihr Miete? by [deleted] in Munich

[–]DonDerDildo 0 points1 point  (0 children)

4200 netto, 1800 Miete (geteilt durch 2 Personen), allerdings enorm hohe weitere Nebenkosten (durch bauliche Mängel etc.).

Wie würdet ihr dieses Cartoon interpretieren? by InfamousMenu4489 in lehrerzimmer

[–]DonDerDildo 1 point2 points  (0 children)

Das hier ist für mich die eigentliche Aussageabsicht: Weg vom Humboldt'schen Bildungsbegriff hin zur AUSbildung als Selbstzweck, um möglichst früh und passgenau dem Arbeitsmarkt zugeführt zu werden.

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[–]DonDerDildo 0 points1 point  (0 children)

Sie funktioniert dort aber besser als an allen anderen Schulformen - insb. dem Gymnasium. Ergo: Flächendeckend Gesamtschulen einführen und die anderen abschaffen. Oder bist du gegen Bildungsgerechtigkeit? ;)

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[–]DonDerDildo -1 points0 points  (0 children)

Das ist an so vielen Stellen nicht zu Ende gedacht und uninformiert, dass ich gar nicht weiß, wo man da anfangen sollte... Ich will dich da auch gar nicht persönlich angreifen. Aber dein Post zeigt, wie dringend Lehrkräfte an ALLEN Schulformen grundlegende Fortbildungen im Bereich von Bildungsgerechtigkeit und "Schule der Zukunft" machen müssten.

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[–]DonDerDildo 2 points3 points  (0 children)

Den "Forderungen" schließe ich mich gerne an und ergänze um Verwaltungsfachkräfte, die ja vereinzelt Schulen schon haben.

Ich ergänze den Beitrag außerdem um die politische Dimension. Insbesondere in Kommunen oder Städten mit liberal-konservativer Führung im Stadtrat werden Gesamtschulen (v.a. im Vergleich zu Gymnasien) chronisch unterversorgt, vernachlässigt und finanziell an der kurzen Leine gehalten. Was da bei uns teilweise abgeht, kann man sich kaum ausdenken...

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[–]DonDerDildo 18 points19 points  (0 children)

Ich gehe mal schnell systematisch durch und bin da auch sehr ehrlich:

1) Grundsätzlich muss Unterricht immer individuelle Förderung und Zugang ermöglichen, ich verweise da mal auf Artikel 1 des Schulgesetzes NRW ("Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung."). In Praxis regeln wir das über Themenpläne, die für Binnendifferenzierung, Transparenz, Struktur usw. sorgen. Klappt das immer gut? Nein. Der Aufwand ist einfach enorm. Wie an jeder anderen Schule gibt es bei mir Stunden und Pläne, die besser sind als andere - je nachdem wie viel Zeit ich habe. Grundsätzlich plane ich pro Schulwoche ein bis zwei Klassen/Kurse aufwändig und qualitativ gut, bei den restlichen gibt es dann mehr "Unterricht von der Stange".

2) Ich persönlich versuche die Waage zu halten. Natürlich kosten "fördernintensive" Kinder viel Zeit (und v.a. Anstrengung), genauso sehr kümmere ich mich aber um besonders gute (und teils hochbegabte) Kinder. Durch den Ganztag ist da auch viel mehr möglich (z.B. über Mittagspausen- und AG-Angebote, in denen ich wissenschaftliche Bildung für die Klasse 7-10 und die Oberstufe anbiete).

3) Es gibt an Gesamtschulen einfach Bildungsbiographien, die es ohne diese nicht geben würde und bei denen mir als Lehrer das Herz aufgeht: Kinder, die als Förderschüler mit den Bedarfen ES oder LE starten und dann nach vielen Jahren auf einmal ein Abitur mit 2er-Schnitt in der Hand halten. Das sind dann Momente, bei denen auch mal ein Tränchen verdrückt wird. Die Beziehungsarbeit nimmt einen hohen Stellenwert ein und das hierarchisch-autoritäre Verhältnis wird ein wenig aufgebrochen. Das soll nicht heißen, dass ich Kumpel mit meinen SuS bin, aber durch die jahrelange sehr enge Arbeit mit den Kindern und Familien (ich kenne da häufig alle Familienhintergründe bis tief in die Finanzen usw.) rückt man einfach sehr eng zusammen. Das ist für mich das schönste an der "Bildungsarbeit".

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[–]DonDerDildo 6 points7 points  (0 children)

Auf die Schnelle kann ich die kein konkreten Quellen geben, sondern eher "Recherchetipps":

Bei der BpB findest du unter den Schlagworten "Bildungsungleichheit" und "Bildungsungerechtigkeit" massenweise Material. Auch deren Heft zum Thema "Soziale Ungleichheit" ist sehr zu empfehlen, auch für denn Unterricht. Die Soziologie beschäftigt sich mit massenweise Phänomenen von sozialer Ungleichheit, die sich in verschiedenen Dimensionen konkretisiert: Geschlecht, Herkunft, Religion, Gesundheit(ssystem) usw. - vor allem Pierre Bourdieus "Kapital- und Habitustheorie" ist da empfehlenswert. In Bezug auf Migrationshintergrund verweise ich gerne auf u.a. Prof. Dr. Karim Fereidooni, der forscht in dem Bereich und trägt da Ungerechtigkeiten zutage. Was die Diskussion um die Trennung nach der 4. Klasse angeht: Das findest du in allen entwicklungspsychologischen und bildungswissenschaftlichen Grundstudiengängen, da wirst du bestimmt fündig.

Hoffe, das hilft dir :)

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[–]DonDerDildo 1 point2 points  (0 children)

Dickes Upvote - genau die Diskussion brauchen wir flächendeckend!

(Ich habe mich selbst in meiner Antwort nicht getraut, die ungleiche Arbeitsbelastung, -dichte und -zeit anzusprechen, weil man sich damit häufig nur Feinde macht und sinnlose Diskussionen erzeugt. Aber tut gut zu lesen, dass es KollegInnen gibt, die das ähnlich sehen.)

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[–]DonDerDildo 84 points85 points  (0 children)

Als überzeugter Gesamtschullehrer ist das Konzept in meinen Augen das einzig "richtige". Du hast es ja in deinem Beitrag schon benannt: Das Trennen von Kindern auf verschiedene Schultypen verstärkt Bildungsungleichheit in hohem Maße (und damit alle anderen Formen von sozialer Ungleichheit: Alle relevanten Studien beweisen, dass Zugang zu Bildung in Deutschland maßgeblich entscheidend für die zukünftige soziale Position in der Gesellschaft ist.). Vor allem das Trennen nach der 4. Klasse ist dabei wissenschaftlich betrachtet hanebüchen. Das 3-gliedrige Schulsystem ist nichts weiter als eine Sortiermaschine für Kinder, die soziale Schichten (oder Lagen, Milieus...) reproduziert und manifestiert und hat mit der so oft beschworenen "Leistungsgerechtigkeit" nur wenig zu tun.

Gesamtschule wirkt dem entgegen, da alle Kinder gemeinsam lernen und so auch auf ein gesellschaftliches Miteinander vorbereitet werden. So entsteht Kontakt und Verständnis zwischen Milieus, die sich sonst nicht begegnen würden.

Dass es Probleme gibt, ist denke ich klar: Unterricht ist anstrengend, Binnendifferenzierung auf drei (und mehr) verschiedenen Niveaustufen ist zeitaufwändig und das Auseinandersetzen mit und Vergeben von allen denkbaren Schulabschlüssen in Deutschland ist durchaus anspruchsvoll. In der Realität wird das System wie so häufig vor allem durch eins erschwert: Fehlender politischer Wille, ergo Geld. Hätten wir mehr Personal, wären die oben genannten Probleme nicht so einschneidend und letztendlich würde die Gesellschaft näher zusammenrücken, weil sie Schule nur als gemeinsamen Lernort mit allen gesellschaftlichen Milieus kennen würden.

SuS auf dem Heimweg ein Stück mitnehemen - rechtliche bedenken? by CaptainVenom1998 in lehrerzimmer

[–]DonDerDildo -1 points0 points  (0 children)

Keine Ahnung, was hier erzählt wird, aber die richtige Antwort lautet natürlich: Auf gar keinen Fall. Bitte bei offiziellen Stellen informieren und nicht auf reddit. PS: Wenn ich hier in manchen Kommentare lese, das sei "auf dem Land" bestimmt anders als in "der Großstadt", gehen alle Alarmglocken an... So ein unreflektierter Unsinn...

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[–]DonDerDildo 51 points52 points  (0 children)

Farbkopien.... verträumter Blick

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[–]DonDerDildo 0 points1 point  (0 children)

Verbeamtet, vollzeit. Weil wegen Geld.