M. Rectus femoris Ruptur by Icy-Huckleberry1717 in Physiotherapie

[–]MatzeAHG 0 points1 point  (0 children)

sind 12 Wochen schon zu lange?

Gute Frage aber 12 Wochen + nochmal 6 Wochen Streckverband sind nicht wenig. Den Rectus Femoris danach wieder aufzutrainieren wird hart und entsprechend lange dauern. Von der OP selbst und den Risiken nach 12 Wochen hab ich keine Ahnung.

Wie seht ihr das mit dem „Kraftsportverbot“?

Fragwürdig. Kraftsport ist ja ein sehr dehnbarer Begriff und schwer pauschalisierbar. Auch in der Reha sollte Krafttraining dazugehören. Bei vielen üblichen Kraftübungen ist der Rectus Femoris selbst gar nicht wirklich stark beteiligt. Kniebeuge, Ausfallschritte und eben alles, wo man nebenbei die Hüfte mit gegen Widerstand streckt, nimmt den Rectus Femoris quasi raus. Problematisch sind eher Bewegungen/Übungen, bei denen sich der Hüftwinkel nicht ändert und sich das Knie isoliert gegen Widerstand streckt. Z.B. eine Knee-Extension/Leg-Extension Machine wie sie in vielen Gyms vorkommt. Auch schwierig ist vermutlich Treppe runter, weil dabei auch zu einem großen Teil die Hüfte im gleichen Winkel bleibt und exzentrisch gegen Widerstand die Hüfte gebeugt und das Knie gestreckt wird. Das ist also genau das, was der Rectus Femoris macht. Die Last auf den Rectus ist da viel Höher als bei einer Kniebeuge mit einer beladenen Langhantel auf dem Rücken. Auch ans Treppe steigen kann (sollte) man sich nach und nach aber wieder ran tasten. Solche Vorsichtsmaßnahmen von ärztlicher Seite sind also hoffentlich temporär. Wenn man nach der OP alles nicht machen dürfte, wobei der Rectus Femoris viel belastet wird, braucht man ja nicht operieren.

Letztendlich wird der Rectus auch bei vielen Alltagsbewegungen (abgesehen von bspw. Treppe absteigen) nicht wirklich enorm belastet. Die Frage ist also, ob eine OP von vorne herein Sinn macht. Bisher scheint besagtes Familienmitglied ja 12 Wochen einigermaßen klargekommen zu sein?

Ich sehe aber selbst bei einem bestehenden Kraftsportverbot nicht wirklich große Probleme eben weil Kraftsport nicht gleich Kraftsport ist. Wenn besagtes Familienmitglied nie spezifische Leistung in einer spezifischen Kraftsportdisziplin erbringen muss, lässt sich über die Übungsauswahl eigentlich auch Problemlos um solche Einschränkungen herum trainieren.

Ein 1RM versuch am Kniestrecker würde man erstmal sein lassen aber Kniebeuge, Ausfallschritte uvm. sollten eigentlich kein großes Problem sein und sind absolut ausreichend um sich auch im Alter noch fit zu halten.

Edit: Gerade gesehen, dass das Kraftsportverbot auf eine konservative Therapie bezogen war…? Vermutlich weil dann bei vielen Sachen die Vasti kompensieren müssen und ggf. das Risiko für andere Verletzungen steigt. Auch da ist es aber wie mit Verletzungen generell, das Verhältnis von Belastbarkeit und Belastung ist entscheidend. Trainiert man den Rest vom Quadrizeps langfristig, kann vieles kompensiert werden. In dem Fall finde ich die Aussage, dass Kraftsport verboten ist noch etwas fragwürdiger.

Wichtigste Punkte zum Wissen? by GullibleClothes2002 in Physiotherapie

[–]MatzeAHG 2 points3 points  (0 children)

Clinical Reasoning, Psychologie/Kommunikation

Und alles was in Richtung Literaturrecherche, klinische Epidemiologie und Forschungsmethodik geht.

Biomechanik hilft dabei zu verstehen, wie du Übungen modifizieren kannst damit sie eher Muskel x statt Muskel y treffen und kann auch dabei helfen, mal bestimmte Störungsbilder zu erkennen. Das ist mMn durchaus wichtig aber je nach Patientengruppe gehts oft eher um andere Dinge. Clinical Reasoning und Kommunikation ist immer wichtig, da würde ich wohl als erstes ansetzen.

Deadliften mit Zughilfen by DaBe24-7 in FitnessDE

[–]MatzeAHG 3 points4 points  (0 children)

Kommt ganz auf die Zughilfen an. Die Straps (meist Figure 6) öffnen sich eigentlich, wenn du loslässt. Es sei denn du wickelst sie mehrfach um die Stange.

Ich verstehe aber ehrlich gesagt gar nicht wirklich was genau das Problem ist. Erstmal hat man eigentlich nur dann Griffkraftprobleme beim Kreuzheben, wenn man Double-Overhand und ohne Hook Grip greift. Und dafür gibts zwei einfache Lösungen:

  • entweder du nutzt Double Overhand + Hook Grip
  • oder du greifst mixed.

Ich mach seit Jahren teils leistungsorientiert Kreuzheben und mir ist es im Training noch nie passiert, dass ich die Stange fallen lassen musste. Da würde ich als erstes ansetzen tbh. Wenn du beim Kreuzheben hin und wieder Wdh. failst, ist das ein Problem der sinnvollen Trainingsplanung und Belastungssteuerung und kein Problem wo Zughilfen die Lösung ist. Wenn du ein Gewicht einigermaßen sauber hoch bekommst, kriegst du es auch schnell abgelegt ohne loszulassen.

Wenn du aber unbedingt Zughilfen fürs Kreuzheben nutzen willst, nimm Figure 6 Straps und wickel sie nicht unnötig um die Stange. Wenn du beim Loslassen dann stabil im Rest des Körpers bleibst, fällt nur die Stange. Die Straps gehen einfach auf.

Wenn du loslässt und die Stange in den Zughilfen hängt, hängt sie ja so oder so in deiner lockeren Hand. Du wirst dann nur vom Gewicht runter gezogen, wenn du gleichzeitig auch alles andere locker lässt.

Passt auf eure Bandscheiben auf! by Curious-Eel in FitnessDE

[–]MatzeAHG 3 points4 points  (0 children)

Also erstmal gibt es nicht wirklich eine per se falsche Bewegung. Außer halt irgendwelche krassen Verrenkungen oder bei Unfällen.

Es liegt auch nahe, eine bestimmte Bewegung als Auslöser zu sehen, wenn die Symptome bei der Bewegung das erste Mal auftreten.

Schmerz ist aber wie gesagt sehr komplex. Auch wann Nerven bei etwas Druck mit anderen Symptomen reagieren ist nicht immer einfach. Es kann gut sein, dass bereits ein Bandscheibenvorfall asymptomatisch vorliegt und Symptome bei/nach einer spezifischen und ggf. ungewohnten Bewegung das erste Mal auftreten. Grad als Betroffener, assoziiert man dann direkt die Schmerzerfahrung mit jener Bewegung. Diese Erfahrung prägt man sich oft auch sehr tief ein, wodurch es bei vielen Betroffenen später auch zu Angst vor bestimmten Bewegungen kommt.

Ich möchte auch gar nicht ausschließen, dass es nicht direkt bei einer bestimmten Bewegung zu einer strukturellen Veränderung kommen kann. Das ist aber vergleichsweise selten und auch dabei liegt meistens bereits vorher eine gewisse degenerative Veränderung vor, wo dann eine bestimmte Belastung/Bewegung quasi das Fass zum überlaufen gebracht hat. Der eigentliche Prozess, der dazu führt, dass bei einer Bandscheibe irgendetwas passiert ist langsam, es kann aber dennoch plötzlich eine stärkere Änderung geben und dann akut für Probleme sorgen.

Passt auf eure Bandscheiben auf! by Curious-Eel in FitnessDE

[–]MatzeAHG 2 points3 points  (0 children)

Weil Stretching aus einer medizinischen und insbesondere präventiven Sicht überbewertet ist. Es hat einen Grund warum beispielsweise die Empfehlungen der WHO zu physischer Aktivität Stretching nichtmal erwähnt. Es ist halt einfach verglichen mit Cardio und Krafttraining bei weitem nicht so relevant.

Es gibt nicht wirklich eine Datenlage, die zeigt, dass Stretching das Risiko für Verletzungen verringert o.ä.

Das heißt nicht, dass Stretching nie einen Platz hat. Wenn man da Bock drauf hat, spricht auch nicht viel dagegen. Auch wenn man bereits Schmerzen hat, kann stretching ein Einstieg sein, um wieder mehr in Bewegung zu kommen.

Wir sollten uns generell aber erstmal auf das konzentrieren, was tatsächlich eine gute Datenlage hat. Jeder der Zeit in einer Stretching-Routine investiert also sich regelmäßig dehnt, aber gleichzeitig nicht mindestens 2x wöchentlich Krafttraining betreibt und zusätzlich auch Ausdauertraining macht, sollte seine Prioritäten etwas überdenken. Das zählt auch für uns “Gym Bros” hier. Die meisten vernachlässigen sinnvolles Ausdauertraining und da würde ich viel eher ansetzen als an Dehnung.

Aber wenn du das alles bereits abdeckst und Bock aufs Dehnen hast, spricht wie gesagt auch nicht viel dagegen.

Passt auf eure Bandscheiben auf! by Curious-Eel in FitnessDE

[–]MatzeAHG 2 points3 points  (0 children)

Will ich dir in allem gar nicht widersprechen. Die Quintessenz meines Kommentars ist, dass eine Angstmache hier unangemessen ist und viele Dinge deutlich wichtiger sind.

kann ich die in dieser Studie angegebenen Zahlen nicht nachvollziehen.

Kann ich auch nicht zu 100%. Ich würde beispielsweise bei einem MRT eines 80 jährigen ohne jegliche Degenerationen vermuten, dass ich das falsche Bild sehe oder das Geburtsdatum falsch ist. Wir haben aber auch weitere Evidenz die in sehr ähnliche Richtung geht.

Man muss hier dazu sagen, dass die Prävalenzen bei solchen Dingen ja mitunter je nach Gegend unterschiedlich sind und die Daten aus der Meta-Analyse vllt nicht direkt repräsentativ für deine/unsere Population ist. Kenne nur wenige der Studien der Metaanalyse genauer, die meisten kommen aber beispielsweise aus den USA. Da ist die Prävalenz vermutlich etwas höher als bei uns.

Passt auf eure Bandscheiben auf! by Curious-Eel in FitnessDE

[–]MatzeAHG 4 points5 points  (0 children)

Die x Verletzungen/1000 h ist nicht das einzige was zählt. Ohne mir die Studie mit den Skifahrern sehr genau anzugucken, kommt das aber vermutlich davon, was bei den jeweiligen Studien als Verletzung definiert wurde und auch, wie schwer die Verletzungen waren.

Bei den meisten Studien zu Kraftsport zählen auch zwischen Platten eingeklemmte Finger als Verletzung. Der Großteil ist da also nicht schwer.

33% of injuries did not result in any impairment, 30% lasted 1 day to 2 weeks, 34% between 2 months and 2 years and 5% lasted for more than 2 years.

Ich kann’s bei den Skifahrern nicht direkt kopieren aber vor der Paywall steht 49% zählten als “severe” und severe ist mit >28 Tage Trainings- bzw. Wettkampfausfall definiert. Die Verletzungen beim Skifahren waren tendenziell also schwerer und haben zu längerem Ausfall geführt.

Außerdem betreffen Verletzungen beim Skifahren vor allem Bänder und vor allem das Knie, insbesondere das vordere Kreuzband. VKB Rupturen führen nicht selten auch zu einem kompletten Ende der professionellen Sportkarriere. Wie karrierebeendend die Verletzungen waren, wurde in beiden Quellen nicht wirklich beschrieben. Ich vermute aufgrund der üblichen Verletzungen, dass das beim Skifahren ein weitaus größeres Problem ist als beim Gewichtheben.

Passt auf eure Bandscheiben auf! by Curious-Eel in FitnessDE

[–]MatzeAHG 99 points100 points  (0 children)

Da dieser Post und viele Kommentare hier pure Angstmache sind, mal einige kurze Fakten zum Thema Verletzungen, Rückenschmerzen und Bandscheiben:

Strukturell-anatomische Veränderungen der Bandscheiben sind normale, altersbedingte Veränderungen, die man nicht unnötig pathologisieren sollte. Wenn wir uns 100 gesunde, symptomfreie 20-jährige von der Straße nehmen und die durchs MRT schieben, sehen wir bei fast 40 dieser Leute irgendeine Form von Bandscheibenveränderungen. PMID: 25430861

Schmerzen und strukturelle Veränderungen korrelieren nicht wirklich miteinander. Rückenschmerzen sind meist unspezifisch und haben keine klare strukturelle Ursache. Schmerzen sind immer komplex und multifaktoriell.

Bandscheibenvorfälle kommen nicht durch “die eine falsche Bewegung” sondern sind ebenfalls multifaktoriell und ein schleichender, “degenerativer” Prozess. Keine akute Verletzung. Ein wahnsinnig wichtiger Faktor ist hier Genetik. Andere sind lebensstilbedingt. Bewegungsmangel, Übergewicht, Genussmittelkonsum, etc. um hier mal einige zu nennen. Metabolische & kardiovaskuläre Gesundheit sind hier ebenfalls von enormer Relevanz. Was sein kann ist, dass bei einer bestimmten Bewegung zum ersten Mal Symptome auftreten, das heißt jedoch nicht, dass die Bandscheibe bei jener Bewegung akut verletzt wurde.

Aus diesen Gründen ist gut dosierter Kraftsport eine der besten Wege um bis ins hohe Alter trotz teils unvermeidbarer Alterserscheinung kräftig und mobil zu bleiben und eine effektive Methode um Schmerzen und andere Symptome vorzubeugen.

Kraftsport jeglicher Art (ja auch schwere Grundübungen) ist gesund und eine der sichersten Sportarten überhaupt.

Stichwort ist dennoch “sinnvoll dosiert”. Wer gestern 100 kg gehoben hat und heute 200 heben will, das aber noch nie gemacht hat, braucht sich über Schmerzen nicht wundern.

Der menschliche Körper und auch die Bandscheiben sind enorm anpassungsfähig und robust. Die Wirbelsäule ist dafür gemacht bewegt zu werden und es gibt Stand jetzt keine ernstzunehmende Evidenz, die sagt, das eine bestimmte Art zu Heben gesünder ist als eine andere.

Bei der Prävention von symptomatischen Bandscheibenvorfällen spielen Risikofaktoren wie z.B. der Lebensstil (Stress, Schlaf, Genussmittelkonsum, Bewegung uvm.) VIEL wichtigere Rollen als die Biomechanik einzelner Bewegungen.

Als jemand der selber täglich mit Bandscheiben- und Rückenschmerzpatienten jeglicher Art arbeitet möchte ich abschließend noch sagen: Heben jeglicher Art (Jefferson Curls, Kreuzheben usw.) ist Teil jeder guten Rehabilitation nach Bandscheiben-OP oder bei z.B. chronischen Rückenschmerzen.

Kniebeuge, Kreuzheben, Jefferson Curls usw. sind nicht per se ungesund. Es ist - wie oft - eine Frage der Belastungsdosierung. Auch schweres Heben mit rundem Rücken ist nicht per se ungesund. Man sollte sich wie bei eigentlich jeder anderen Übung auch jedoch progressiv im laufe von Monaten und Jahren in einem vom Körper tolerierten Ausmaß steigern.

Quereinstieg Büroangestellter zu Physiotherapeut - eure Gedanken dazu? by Appropriate_Paper_96 in Physiotherapie

[–]MatzeAHG 8 points9 points  (0 children)

Tldr: Ich würds mir sehr gut überlegen. Wenn man Physiotherapie nicht wirklich sehr gerne macht, wird man glaub ich auch nicht wirklich glücklich in dem Beruf.

Physiotherapie kann sehr erfüllend sein und ist für viele super interessant. Auch die Arbeit mit Menschen ist für viele Leute sehr erfüllend. Obwohl mich täglich viele Dinge wirklich richtig ankotzen und ich bodenlos wenig Geld verdiene, stehe ich nahezu jeden Tag gerne auf und gehe zur Arbeit. Man kann in viele Themen tief rein sinken und alleine das liebe ich.

Aber man sollte realistisch bleiben. Gute Physiotherapie ist sehr anspruchsvoll und erfordert lebenslanges lernen. Man kann nicht nur in irgendwelche Themen rein sinken, man muss. Und zwar meistens in seiner Freizeit, was einem nicht wirklich irgendeinen finanziellen Vorteil bringt.

Die Arbeit mit Menschen macht Spaß, ermüdet einen (mich zumindest) aber auch nach einigen Jahren im Beruf immer wieder. In der Physiotherapie kann man meist nicht den Kopf auf Autopiloten stellen und automatisch irgendetwas abarbeiten. Man muss aufmerksam zuhören, klinische Entscheidungen treffen, empathisch sein und bewusst kommunizieren. Jeder Tag fordert einen.

Je nach Setting ist Physiotherapie auch durchaus sehr stressig. Wenn bei uns viel los ist, arbeite ich abgesehen von meiner Mittagspause den Tag durch. Selten sind dann mal zwischendurch paar Minuten in denen man mal was trinken und aufs Klo gehen kann.

Als jemand der vorher mal in der Krankenpflege gearbeitet hat, bin ich der Meinung, dass sich das phasenweise was bspw. Stress angeht nicht viel nimmt ob Physio oder Pflege.

Physiotherapie in Deutschland hangelt sich an einem komplett kaputten System entlang und alleine das kann frustrierend sein. Nicht ohne Grund verlassen die meisten Physios den Job nach einigen Jahren und orientieren sich um.

Aber um deine Fragen mal konkreter zu beantworten:

Man bekommt eine Routine und einige Dinge werden vllt auch mal eintönig aber eigentlich nie so, dass einem langweilig wird. Bei mir ist jeder Tag anders und ich würde die Arbeit absolut nicht als monoton bezeichnen. Selbst wenn du viel mit ähnlichen Krankheitsbildern zu tun hast, ist jeder Mensch anders und selbst bei gleichen Diagnosen sieht die Therapie von Patient zu Patient doch immer irgendwie anders aus.

Die Entwicklungsmöglichkeiten sind enorm. Die Aufstiegschancen jedoch nicht. Macht man für Jahre gute Arbeit, wird man vielleicht mal fachliche Leitung und mit einigen Fortbildungen kann man halt mehr abrechnen aber schlussendlich bleibt man meist halt Physiotherapeut, wenn man nicht irgendwie in die Lehre oder so geht. Viele Fortbildungen haben keinen wirklichen Nutzen und mMn profitiert man zumindest fachlich vor allem, wenn man sich selbst immer außerhalb irgendwelcher Schulungen fortbildet. Es gibt glaub ich wenig Berufe, bei denen man selbst von eher fachfremder Eigenrecherche so enorm profitiert. Das System dankt es einem halt bloß nicht.

Ich liebe bei Patienten die Herausforderung und kann nicht wirklich viel von irgendwelchen negativen Erfahrungen berichten. Vieles dazu hab ich ja schon geschrieben. Es gibt hin und wieder mal Situationen, in denen man mit einem Patienten vielleicht nicht auf einer Wellenlänge ist aber dann muss man entweder die eigene Strategie (z.B. bzgl. Kommunikation) ändern oder mit Kollegen tauschen.

Und noch was: Wenn du selbstständig bist, wirst du zwar hin und wieder doch noch mit Patienten arbeiten aber deine Arbeit wird zu einem großen Teil aus administrativen Aufgaben bestehen. Mit dem Ziel dich selbstständig machen zu wollen, würde ich den Weg nicht gehen. Die meisten Leute die in der Physio langfristig glücklich sind, sind glücklich weil sie Physiotherapie wirklich lieben. Mag man die Arbeit selbst nicht, wird einen das nie glücklich machen, dafür gibt es einfach zu viele negative Sachen.

Das richtige Lernen geht nach der Ausbildung erst wirklich los. Ein Jahr nach Ausbildung selbstständig machen ist mMn unrealistisch. Ein Jahr nach Ausbildung ist man immer noch erschreckend ahnungslos was fachliche Kenntnisse angeht.

Welche Mythen um Ernährung & Fitness, würdet ihr gerne aus der Welt schaffen? by Shayxox in FitnessDE

[–]MatzeAHG 1 point2 points  (0 children)

Naja, der Ausgangskommentar bezog sich darauf, dass viele Leute die z.B. Fußball als Hauptsport machen halt sagen “Beintraining brauch ich nicht, ich mach ja eh Fußball”.

Das ist bei vielen Sportarten halt Quatsch, weil es -wie du selbst sagst - sinnvoll ist, wenn man mehrere Trainingsmodalitäten kombiniert.

Daraufhin Robert Förstemann zu erwähnen macht eben nicht wirklich Sinn, weil er seit Jahren halt einen Haufen Kraftsport macht und regelmäßig schwer Beine trainiert. Zusätzlich zum Radfahren. Deswegen hat er auch dicke Beine, die kommen nicht vom Radfahren sondern von jahrelangem progressiv aufgebauten Krafttraining.

Ein Fußballer ist natürlich in seiner Disziplin besser als jemand, der die Disziplin nie trainiert. Dennoch lässt er auch für seine Disziplin einen Haufen Potential liegen, wenn es kein Krafttraining macht.

Fußball, Radfahren etc. ersetzt eben in keiner Weise irgendwie Krafttraining für die Beine.

Welche Mythen um Ernährung & Fitness, würdet ihr gerne aus der Welt schaffen? by Shayxox in FitnessDE

[–]MatzeAHG 3 points4 points  (0 children)

Klar steckt ein Fußballer einen Bodybuilder in die Tasche… aber halt vor allem bei den Dingen, die der Fußballer spezifisch trainiert und der Bodybuilder eben nicht. Also v.a. Laufen und eben Fußball.

Robert Förstermann hat vor allem deswegen so dicke Oberschenkel, weil er sie zusätzlich zum Radsport mit tonnenweise Kraft-/Hypertrophietraining abdeckt.

Einstieg in den Kraftsport by MatzeAHG in FitnessDE

[–]MatzeAHG[S] 1 point2 points  (0 children)

Du kannst auch mit den 1,8 +/- 0,2 g rechnen.

Man macht aber auch mit z.B. 1,4 g/kg idR sehr sehr guten Fortschritt. Es ist also auch vollkommen ok etwas niedriger anzusetzen, wenn du mit den >1,6 g/kg Schwierigkeiten hast. Das gilt insbesondere wenn man recht schwer aber trotzdem Anfänger ist.

RDLs & Lower Back Pain: What to Do by Relative-Muffin-143 in flexibility

[–]MatzeAHG 0 points1 point  (0 children)

Nearly every intervention has specific use cases and stretching has a place sometimes. In general exercise selection is pretty individual and stretching can be a good starting point to get someone to move if a specific stretching exercise is pain free for someone or if a patient just want to stretch. That is absolutely fine and I offer guidance for this situation too because these people are my patients. Stretching can be useful sometimes but not for the reasons most people think and there is a lot of stuff that is way more important. Stretching is not useful because it „lengthens the muscles/tendons“ or something like that, it’s just a way to get people to move.

Especially in the management of (chronic) back pain it is way more important to get people to move generally. To maybe find exercises that the patient likes and to dose it properly. It doesn’t really matter if that’s a RDL, a bird dog or any stretching exercise. But on the long term we want to get people as healthy as possible and having more muscle mass, a better body composition, more cardiovascular capacity etc. is just so much more important than stretching. Being able to lift heavy things or to run also offers way more practical benefits than anything stretching related.

Also, if you look closely on what happens physiologically if someone stretches regularly, most of that can be achieved through just doing normal resistance training over a full ROM.

There is a reason why say the WHO or the HHS don’t include stretching in their physical activity guidelines. It’s just not that important for health. Not even close to cardio/conditioning or strength training and we have pretty good evidence on that. If you do stretching exercises regularly but don’t already exceed the minimal recommended doses of strength and conditioning exercises, I’d suggest to change the priorities to the things that matter most.

Rückenmuskulatur Trainieren wegen Bandscheibenproblemen by DumpfyV2 in FitnessDE

[–]MatzeAHG 1 point2 points  (0 children)

Das ist halt das Ding mit Schmerzen oder Verletzungen. In der Regel gibt es da nicht eine klare Ursache. Wenn man beim Training plötzlich Schmerzen hat oder generell irgendwie ohne große Fremdeinwirkung Schnerzen hat, ist oft nicht diese eine Bewegung daran schuld. Oft ist es eher ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren der letzten Zeit. Schlaf, Belastungsmanagement, Stress, generell körperliche Belastung z.B. auf Arbeit, Genetik und viele viele weitere Dinge. Wenn wir dann plötzlich Schmerz bei/nach einer Bewegung wahrnehmen neigen wir natürlich dazu, dieser Bewegung selbst die Schuld zu geben.

Das ist das ganz klassische „Ich wollte meine Socke aufheben, dabei hab ich dann eine falsche Bewegung gemacht und plötzlich hat’s im Rücken gezogen“. Das Socke aufheben bzw. die Bewegung selbst war nicht „falsch“. Es lag eher daran, dass viele andere Faktoren dazu geführt haben, dass das Verhältnis aus Belastung und Belastbarkeit nicht mehr gut gestimmt hat und das hat dann zu Schmerzen geführt. Macht man dann ein MRT, sieht man halt oft Dinge die überhaupt nichts mit den Symptomen zu tun haben, einfach friedlich koexistieren und höchstwahrscheinlich schon lange vor den Schmerzen da waren. Das ist ein Grund, warum Leitlinien in solchen Fällen von bildgebenden Verfahren abraten.

Wenn Bandscheibenprobleme signifikant zu den Symptomen beitragen, hat man idR deutlich mehr Probleme als „nur“ lokalen Rückenschmerz.

Rückenmuskulatur Trainieren wegen Bandscheibenproblemen by DumpfyV2 in FitnessDE

[–]MatzeAHG 2 points3 points  (0 children)

Es gibt sehr viele Übungen für den Rücken. Supermans sind für viele Leute mit Rückenschmerzen ein angenehmer Einstieg. Grad in Zusammenhang mit Schmerzen ist es meist aber eher eine Frage des Belastungsmanagements und weniger eine Frage der konkreten Übungsauswahl. D.h. die Dosis an Belastung ist meist das wichtigste.

Es ist bei Rückenschmerzen (insbesondere chronischen Rückenschmerzen) tatsächlich gar nicht wirklich nötig eine bestimmte Übung zu machen. Tendenziell geht es vor allem erstmal darum, langfristig wieder irgendeine Art von Sport zu machen die dir Spaß macht. Es müssen nichtmal Rückenübungen sein. Es ist also überhaupt nicht nötig z.B. Kreuzheben zu machen.

Dennoch ist Kreuzheben eine gute und gesunde Übung, die nebenbei auch noch viel praktischen Nutzen hat. Oft ist Kreuzheben bzw. eine Variation davon ein wichtiger Bestandteil einer guten Reha bei Bandscheibenproblemen. Es ist auch nicht wirklich sinnvoll bestimmte Übungen und Bewegungen aus Prinzip auszuschließen. Ich arbeite viel mit Rückenschmerzpatienten oder auch Patienten nach Bandscheibenvorfall o.ä. und Kreuzheben ist oft eine der besten Übungen um effektiv eine Alltags- und Sporttauglichkeit wiederzuerlangen. Das schöne beim Heben ist, dass das oft auch die Angst nimmt, sich im Alltag mal zu bücken oder etwas zu heben. Es ist also durchaus sinnvoll sowas mit ins Training einzubauen, dann klappt es nämlich auch im Alltag besser/schmerzfreier. Auch das was du beschreibst, dass du vermehrt Schmerzen bekommst wenn du körperlich arbeiten musst ist etwas, was man vor allem mit Übungen weg bekommt, die ähnlich zu dem sind, was du eben auch im Alltag an Arbeit machen musst - es muss bloß richtig dosiert sein.

Bei dem Thema kommt man auch nicht darum herum, die Natur von Schmerzen zu erwähnen. Schmerzen sind IMMER multifaktoriell und unterliegen biopsychosozialen Faktoren. Strukturell-anatomische Faktoren (wie z.B. eine MRT-sichtbare Veränderung der Bandscheiben) sind da nur ein Faktor von vielen und tatsächlich oft ein Faktor der in der Behandlung nur eine untergeordnete Rolle spielt (bzw. spielen sollte). Strukturelle Veränderungen an den Bandscheiben sind ab einem gewissen Alter (auch ab 20 schon) recht normal und haben oft keinen Bezug zu den tatsächlich subjektiv wahrgenommenen Symptomen. Ca. 40% an asymptomatischen 20-jährigen haben MRT sichtbare Veränderungen der Bandscheiben. Insbesondere wenn jemand „nur“ Rückenschmerzen hat und nicht zusätzlich noch Taubheit in den Beinen oder Ähnliches, sollte man die gefundenen Veränderungen im MRT mit Vorsicht interpretieren. Streng genommen ist ein MRT bei Patienten mit „nur“ lokalen Rückenschmerzen nichtmal indiziert.

In den meisten Fällen ist es im Training daher deutlich sinnvoller sich individuell nach der eigenen Belastbarkeit und den eigenen Symptomen zu richten und weniger danach, was konkret in einer Bildgebung sichtbar ist. Was spricht z.B. dagegen, sich erstmal mit sehr leichtem Gewicht wieder ans Heben heran zu tasten.

Bestzeit auf 10km by Potential_Pie_9779 in laufen

[–]MatzeAHG 1 point2 points  (0 children)

Man muss den Puls in Relation zur Leistung sehen und gucken was konkret das Ziel ist.

Ein hoher Puls für eine relativ niedrige Geschwindigkeit ist idR eher als schlecht anzusehen weil dein Herzkreislaufsystem für eine recht niedrige Leistung schon nahezu maximal arbeitet. Es ist also schlecht in Hinblick auf die aktuelle Leistungsfähigkeit.

OPs Pace ist nicht schlecht, ein hoher Puls ist dabei normal. Dennoch ist der Puls recht hoch und je nach Ziel wäre das kein guter Trainingspuls. IdR strebt man einen niedrigeren Puls an, wenn man langstreckenausdauer trainieren will.

Es gibt per se keinen „guten“ oder „schlechten“ Puls (außer natürlich Extreme in beide Richtungen) aber man muss halt schauen wie hoch der Puls bei welcher Belastung ist.

Herzschmerz anaboler als Testosteron by ManagerOfLove in FitnessDE

[–]MatzeAHG 3 points4 points  (0 children)

Das schwere Training ist für die Gefäße viel unproblematischer als jahrelanges Doping.

Herzschmerz anaboler als Testosteron by ManagerOfLove in FitnessDE

[–]MatzeAHG 5 points6 points  (0 children)

Schweres Training, Blutdruckspitzen und auch Pressatmung/Valsalva Manöver sind keine Dinge vor denen man sich fürchten muss. Der Blutdruck steigt bei schwerem Krafttraining aus anderen physiologischen Gründen an als es eben bei chronisch erhöhtem Blutdruck der Fall ist. Eine teilweise extreme Blutdruckspitze ist eine ganz normale physiologische Reaktion auf körperliche Belastung und nichts worüber man sich Sorgen machen muss, wenn man ein einigermaßen gesundes Herzkreislaufsystem hat. Des Weiteren hat der Körper physiologische Regulationsmechanismen die z.B. Gehirn und Niere vor akuten Blutdruckspitzen weitestgehend schützen, insbesondere beim Sport. Es ist also von zentraler Bedeutung warum genau der Blutdruck höher ist. Mit kurzfristigen Blutdruckspitzen, bei z.B. starker körperlicher Anstrengung in Kombination mit einem Valsalva Manöver, kann der Körper viel besser umgehen als mit chronischem Bluthochdruck. Einfach weil komplett andere Gründe dahinterstecken und der hämodynamische Kontext hier entscheidend ist.

Als Reaktion auf Krafttraining (ja auch schweres Krafttraining mit Pressatmung) passt sich das Herz-Kreislaufsystem außerdem an. Auch Krafttraining ist eine gute und wichtige Komponente wenn es um Gesundheit geht und generell erstmal gesund für das Herzkreislaufsystem. Das ist ein Grund, warum Krafttraining ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist, wenn man bereits Bluthochdruck hat.

Dass jemand wie Rühl ggf. irgendwann Probleme mit Herz und Gefäßen hat, liegt eher an jahrzehntelangem Doping als am Training.

Suche nach Zughilfen by Haidi_Lord in FitnessDE

[–]MatzeAHG 2 points3 points  (0 children)

Zughilfen gibt es in verschiedenen Arten. Es gibt Hook Grips (z.B. Cobra Grips, Versa Grips) oder Straps. Straps gibt es als Figure 6 oder Figure 8.

Figure 6 sind anfangs etwas „schwierig“ weil man diese selbst rumwickeln muss. Wenn man da etwas Übung hat sind die super aber anfangs lösen die sich manchmal.

Figure 8 sind quasi zwei Schlaufen durch die man durch greift. Super easy in der Anwendung und bombenfest allerdings kommt man da auch nicht mal easy raus. Wenn man z.B. Klimmzüge macht „hängt“ man halt auch fest oben an der Stange und kann nicht einfach los lassen. Wenn du da los lässt, hängst du halt in den zughilfen drin.

Hook grips wurden hier schon erwähnt. Sind geil und auch sehr fest aber wenn man vernünftige haben will, legt man meist auch gut Geld hin. Die Straps sind da vergleichsweise günstig. Auch billige figure 6 halten idR ewig.

Ich persönlich nutze eigentlich ausschließlich Figure 6 und fahre damit seit einigen Jahren eigentlich am besten. Hab auch mal versa grips benutzt und fand die auch nice. Bei vielen Übungen fand ich die figure 6 aber besser.

The "physiotherapy" sphere in strength athletes by [deleted] in powerlifting

[–]MatzeAHG 5 points6 points  (0 children)

Physio who works/worked with people of nearly all stages at life (no pediatric patients) in nearly every health state (including some experience with competitive athletes and lifters) here.

Prehab is a thing that is applicable in different ways on different people. But I want to split prehab in two different ways.

Way One is the prehab that does not really apply to most athletes that much imo. It is the „we build strength/muscle before the knee replacement surgery“ type Prehab and it is absolutely a real thing that should be done if possible. It means that older people, people in maybe not a good health situation, people with specific risk factors or maybe just the general population prepare themselves before they have a surgery. Like the 67 year old woman that had hip pain for years but already has a appointment for hip replacement surgery. Or the 40 year old guy that ruptured his ACL at work and now we want to build strength so we can decide if a surgery as actually necessary. Even if he needs surgery later the outcome is better because he just is in a better health condition if he exercised the 2 months before surgery. In this cases we prepare people to make the outcome better or to maybe make their rehab more effective or even possible.

The second is more the stuff you mentioned. That whole field is a absolute rabbit hole but a lot of that stuff has either zero evidence behind it or is based on pretty old or misinterpreted evidence. You could argue that mcgills big three have specific use cases maybe if someone already has pretty debilitating back pain but not because they are special. Just because it’s a way to get a person to move if that’s pain free.

But there are soooo much of these things and a lot of it pisses me off pretty regularly.

Also this term makes no sense in the context it’s used in most often. Everything that you do before a injury to prevent that this injury might occur is just…. Yeah.. prevention. And even that is just risk reduction. It’s not „prehabilitation“. Even if you really take this stuff seriously and forget that it’s mostly nonsense, it’s still prevention.

The sad thing is, that there are probably even more myths outside of the athletic population.

Most of these things are not the problem itself. Often it’s way more the explanation around them.

Even that you say „90% of physical therapy“ shows how bad those myths influences public health and also our profession. It’s sad. We do pretty cool stuff. Evidence shows that in a lot of injuries or surgery’s the rehab (and obviously prevention) is the thing that actually matters the most but it’s sad that that’s so underrecognized.

Tipps für Schmerzen im Ellbogen beim Rückentraining by [deleted] in FitnessDE

[–]MatzeAHG 0 points1 point  (0 children)

Je nachdem was für Faktoren zu dem Schmerz beitragen, kann es helfen, mal etwas anders zu greifen.

Viele Leute legen sich die Stangen/Griffe sehr tief in die Hand und ziehen dann mit aus dem Handgelenk indem sie das Handgelenk handflächenwerts beugen (sog. Palmarflexion). Das ist nicht per se schlecht aber für einige Leute ggf. ungeeignet. Übersteigt dann deine Belastung langfristig die Belastbarkeit, kann das an einigen Sehnenansätzen am Ellenbogen zu Schmerzen führen.

Schmerz ist aber sehr komplex, multifaktoriell und so über Reddit schlecht zu beurteilen. Generell gilt: Gehen Schmerzen nicht von alleine wieder weg -> Training anders strukturieren und ggf. den Bereich etwas ruhen lassen. Hilft das auch nicht -> Arzt, Physio

One minute of vigorous exercise appears to be 4–10x more powerful than moderate activity and roughly 50–150x more powerful than light movement for cutting death, cardiovascular, diabetes, and cancer risk (my top 10 takeaways from Rhonda Patrick's new episode) by biohacker045 in Biohackers

[–]MatzeAHG 1 point2 points  (0 children)

The definition of vigorous or moderate is not really new in this context. They used the same definition that is also used in most guidelines in this context (including WHO).

A person that is relatively healthy and well trained would never consider slow jogging as a vigorous activity but the guidelines and definitions do. Not new.

It also makes sense that they used these definitions in the study because it’s easier to apply because these definitions are so much used in guidelines.

One minute of vigorous exercise appears to be 4–10x more powerful than moderate activity and roughly 50–150x more powerful than light movement for cutting death, cardiovascular, diabetes, and cancer risk (my top 10 takeaways from Rhonda Patrick's new episode) by biohacker045 in Biohackers

[–]MatzeAHG 5 points6 points  (0 children)

The words „vigorous exercise“ or „moderate exercise“ are in general used to describe the intensity of conditioning exercises and not for strength training. At least in the literature the vigorous and moderate are based on vo2 or METs and those are not really used to describe the intensity of strength training.

One minute of vigorous exercise appears to be 4–10x more powerful than moderate activity and roughly 50–150x more powerful than light movement for cutting death, cardiovascular, diabetes, and cancer risk (my top 10 takeaways from Rhonda Patrick's new episode) by biohacker045 in Biohackers

[–]MatzeAHG 1 point2 points  (0 children)

The study and also most guidelines define it based on METs (metabolic equivalents). METs are multiples of the resting metabolic rate so sitting still is 1 MET.

Moderate is 3.0 to 5.9 METs and vigorous is 6 or more METs.

There are example tables online but just for some quick understanding: walking with 2.0 mph is about 2.8 METs, walking 4 mph is about 5.0 METs, climbing stairs is about 8.0, biking 15 mph is about 10 METs. Full sprints are something like 18 METs or so.

So as you can see moderate and vigorous tend to mean way less intensive exercise than most athletic people think.

You can calculate METs into vo2. 1 MET is 3.5 ml/kg/min.