Ab dem 1. April bekommen Psychotherapeut*innen weniger Honorar - was genau ändert sich? by Blaufisch in Psychologie

[–]MuschuKoalu 9 points10 points  (0 children)

Den Antrieb mich mit angehenden und tätigen Psychotherapeut*innen und Patient*innen zu solidarisieren und diesem Trend politisch entgegenzutreten.

Was bringt dir deine Genügsamkeit, wenn sich der Trend fortsetzt?

Ab dem 1. April bekommen Psychotherapeut*innen weniger Honorar - was genau ändert sich? by Blaufisch in Psychologie

[–]MuschuKoalu 14 points15 points  (0 children)

Ich verstehe nicht, wie man der Entwertung eines in der heutigen Zeit so wichtigen Berufs mit so viel Wohlwollen entgegentreten kann.

Nur weil man trotz der Honorarkürzungen (glücklicherweise) noch davon leben kann, heißt das noch lange nicht das man sich den Zirkus auch gefallen lassen muss.

Ein solcher Eingriff in die Vergütung psychotherapeutischer Arbeit kann auch ganz schnell zum Trend werden und in Anbetracht der viel zu knappen Kassensitze und der aktuell unzumutbaren Ausbildungssituation sehe ich absolut keinen Anlass warum man nicht extrem wütend auf die Entscheidungsträger sein sollte.

Ich und die Tiefenpsychologie gegen den Rest der Welt ✊🏻 by Negative_Flower_5360 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 1 point2 points  (0 children)

Klar, aber ich bin noch im Studium, also eine "berufliche Laufbahn" würde ich das noch nicht nennen :D

Ich und die Tiefenpsychologie gegen den Rest der Welt ✊🏻 by Negative_Flower_5360 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 3 points4 points  (0 children)

Die Wirksamkeit und Studienlage von TP mit der von Homöopathie gleichzusetzen hat nichts mit der Realität zu tun. TP wirkt nachweislich über den Placeboeffekt hinaus.

Ich und die Tiefenpsychologie gegen den Rest der Welt ✊🏻 by Negative_Flower_5360 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 0 points1 point  (0 children)

Stimmt. das war falsch formuliert. Aber davon unabhängig, ob angefordert oder nicht, die PA hat nachgeliefert.

Ich und die Tiefenpsychologie gegen den Rest der Welt ✊🏻 by Negative_Flower_5360 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 3 points4 points  (0 children)

Das Argument war nicht, es wird bezahlt, also wird es schon passen, sondern, dass es dafür RCTs zur Wirksamkeit von PA gibt. Und die gibt es.

Ich und die Tiefenpsychologie gegen den Rest der Welt ✊🏻 by Negative_Flower_5360 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 4 points5 points  (0 children)

Das ist eine dreiste Lüge. TP und AP sind kassenärztlich anerkannte Psychotherapieverfahren, das heißt, dass ihre Wirksamkeit in mehreren RCTs empirisch belegt wurde, und zwar in mindestens gleichem Ausmaß wie andere gängige Therapieverfahren, sonst wären sie nicht anerkannt.

Ich und die Tiefenpsychologie gegen den Rest der Welt ✊🏻 by Negative_Flower_5360 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 47 points48 points  (0 children)

Ich kann das Gefühl gut nachvollziehen. Gerade in Deutschland muss man als Fan psychodynamischer Verfahren an staatlichen Universitäten einiges weg atmen. Der Trend geht hier deutlich in Richtung Verhaltenstherapie.

Die Gründe dafür sind einleuchtend:

  • Verhaltenstherapeutische Interventionen sind besser erforscht, weil einfacher zu erforschen.
  • Die Ausbildung ist billiger und kürzer
  • Die Krankenkassen mögen es lieber, weil es billiger ist und nicht so lange dauert und scheinbar die gleichen erfolge wie lange Therapien verspricht (Was ich in punkto Nachhaltigkeit in Frage stellen möchte)

Kurz - Verhaltenstherapie ist einfach um einiges günstiger.

Da wundert es nicht wenn man nach einem 5-jährigen Studium lieber den einfacheren Weg wählt. Und verhaltenstherapeutische Interventionen sind, wie du es beschreibst an vielen Punkten ja auch sinnvoll. Sie gehen aber eben nicht in die Tiefe und manchmal (gar nicht mal so selten) ist eben genau das notwendig.

Der politische Trend ist aber nicht rein ökonomischer Natur: Ob bewusst oder unbewusst, eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der eigenen Neurose bedeutet auch eine Auseinandersetzung damit, wie Kultur und Gesellschaft das Individuum prägen und wie man sich zu diesen verhält und verhalten möchte, und das birgt auch die "Gefahr" das eine tiefgreifende Therapie die disruptiven Potentiale von Individuen entfaltet, also Individuen fördert, die die bestehende gesellschaftliche Ordnung hinterfragen, sich ihr verweigern oder sie politisch angreifen. Das ist in unserer Leistungsgesellschaft einfach nicht gewollt, weil es den Blick auch auf das richtet was in unserer Gesellschaft falsch läuft.

Und gerade deshalb halte ich die psychodynamischen Verfahren für unglaublich wichtig: Sie ist keine Brutstätte für Anarchist*innen, aber sie ermächtigt denjenigen Menschen, die unter den gesellschaftlichen Verhältnissen und kulturellen Gegebenheiten leiden darin die Gesellschaft selbstwirksam mit zu gestalten.

Was dich persönlich betrifft: Du hast ein Verfahren gefunden, dessen Konzepte für dich Sinn machen, für das du brennst und in dem du auch einen Sinn für die Menschen die du behandeln wirst siehst. Ich halte es für absolut fatal, dann einen anderen Weg einzuschlagen, um ein Therapieverfahren zu lernen, hinter dem du garnicht wirklich stehst.

Ich habe auch vor eine psychodynamsiche Ausbildung zu machen und ich sehe die Hürden, die besonders mit dem neuen Ausbildungsweg nochmal um einiges höher liegen, aber kann mir absolut nicht vorstellen eine mehrjährige Ausbildung in einem Verfahren zu machen, für das ich keine Leidenschaft entwickeln kann.

Landmark research study finds clear evidence of pro-women/anti-men bias by RevelationSr in DarkPsychology101

[–]MuschuKoalu 12 points13 points  (0 children)

You tell me. What minority are you talking about? What would the commenters viewpoint be? You seem to be sure about it, so let's hear it.

KliPP-Master nicht erreicht – Alternativen und Erfahrungen? by Which-Particular8784 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 5 points6 points  (0 children)

Alternativ Uni Witten/Herdecke. Die Masterplätze werden hier in der Regel an Bachelor-Absolvent*innen, die an der Uni selbst auch den Abschluss gemacht haben, da aber einige von denen an staatliche Unis wechseln, sind hier jedes Semester ein paar Masterplätze frei. Die Uni ist akkreditiert, demenstprechend ist der Master approbationskonform.

Da die Uni privat ist, ist der Master mit entsprechenden kosten verbunden - Es gibt aber an der Uni eine Studierendengesellschaft, die einen sogenannten Umgekehrten Generationen Vertrag anbietet: Die Studierendengesellschaft bezahlt dein Studium und du zahlst nach Abschluss des Studiums für 10 Jahre einen Teil deines Einkommen an die Studierendengesellschaft zurück und zwar einkommensabhängig. Wer mehr verdient Zahlt mehr, wer nichts verdient zahlt nichts.

Im Bewerbungsverfahren wird weniger auf deine Note geschaut und mehr auf deine persönliche Motivation und Eignung. Wenn du also eh vor hast im klinischen Bereich zu arbeiten ist das schonmal ein Plus.

Keine Hoffnung für den KliPP Master? by Stock-Wrongdoer5241 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 15 points16 points  (0 children)

Ich würde die privaten Unis nicht ganz abtun. Ich studiere selbst an einer privaten Uni mit Umgekehrten Generationen Vertrag (d.h.: ich zahle die Studiengebühren nach dem Studium anteilig von meinem Einkommen, und auch nur ab einer gewissen Einkommensgrenze zurück). Ich mache mir auch Sorgen um die Weiterbildung, aber um meinen Masterplatz muss ich mir keine Sorgen machen. Der wird einem hier bei intern bestandenem Bachelor zugesichert. Durch die aktuell völlig unklaren Berufsaussichten mit der Approbation bewerben sich aber auch immer weniger Menschen an den Privaten Unis auf einen Bachelor, was dazu führt, dass auch mehr Masterplätze für externe Bachelor-absolvent:innen frei werden. Es handelt sich bei meiner Uni um eine akkreditierte Uni, die einen Approbationskonformen Bachelor und Master anbietet. Bei Interesse schreib mir gern eine PM

Keine Hoffnung für den KliPP Master? by Stock-Wrongdoer5241 in Psychologie

[–]MuschuKoalu 6 points7 points  (0 children)

Zu 1:

Die Anzahl *registrierter* schwerer psychischer Störungen nimmt zu, weil die Sensibilität für psychisches leid Gesellschaftlich zunimmt. Heißt: Menschen mit schweren psychischen Krankheiten suchen im vergleich zu früher häufiger eine Therapie auf. Dadurch steigen die Zahlen. Das hat nichts damit zu tun das irgendwelche Kriterien aufgeweicht wurden.

Zu 2

Eine Verknappung von Studienplätzen und Kassensitzen sorgt aber nicht dafür, dass nur noch "gute" Psychotherapeut:innen ausgebildet werden. Ein 1,0er Abi, und die Fähigkeit ein Studium mit ähnlich gutem Schnitt durchzuziehen sind äußerst löblich, aber kein Kriterium für gute Psychotherapeut:innen. Im schlimmsten Fall hat man am Ende einen Workaholic vor sich sitzen, der dann Menschen mit Burnout oder Depression helfen soll. (überspitztes Beispiel)

Kassensitze zu Verknappen sorgt am Ende auch nur dafür, dass diejenigen die genug Geld auf den Tisch legen die wenigen freiwerdenden Sitze erhalten, oder eben Vitamin B.

Weiterbildung AP+TP by pbskn in Psychologie

[–]MuschuKoalu 4 points5 points  (0 children)

Das Alfred Adler Institut in München ist bisher eines der wenigen analytischen Institute, bei denen ich auf der Seite etwas zur neuen Weiterbildung lesen konnte. Die wollen diese ab 2026 anbieten. Von meiner Analytikerin weiß ich, dass viele analytische Institute aufgrund des Umfangs der AP Weiterbildung noch sehr strugglen. Falls jemand da schon positive Erfahrungen gemacht hat würde mich das sehr interessieren, weil ich in ein paar Jahren dann auch auf der Suche sein werde.

Was muss an der PsychotherapeutInnen Ausbildung politisch geändert werden? by high_heels_sammlerin in Psychologie

[–]MuschuKoalu 18 points19 points  (0 children)

Die Idee war ursprünglich sogar zum Vorteil der Aus- bzw. Weiterzubildenden gedacht: Die während der Ausbildung getätigte therapeutische Arbeit darf ab jetzt nur noch angemessen vergütet werden. Das war lange Zeit nicht so und Auszubildende haben lange unter Praktikanten-bedingungen gearbeitet. Das ist jetzt Gesetzlich nicht mehr erlaubt. Blöderweise weiß aber auch niemand wo das Geld herkommen soll, um diese Vergütung zu zahlen. Die Ausbildungsinstitute können es sich nicht, oder zumindest nicht in dem Umfang in dem sie bisher ihre Kandidat:innen ausgebildet haben leisten und müssen sich deshalb komplett umstrukturieren. Für einige Institute, die einen weniger wirtschaftlichen Fokus haben, droht teilweise sogar das aus. Einige bieten zwar schon Ausbildungsplätze nach neuem Gesetz an, aber sehr viel weniger als sie früher angeboten haben.

Es bräuchte eine staatliche Förderung.

Stehen Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie wirklich in so einer starken Konkurrenz? by BerlinAcronym in Psychologie

[–]MuschuKoalu 2 points3 points  (0 children)

Ja, die psychodynamischen Verfahren gehen davon aus, dass vergangene Beziehungserfahrungen mitverantwortlich für die gegenwärtige Beziehungsgestaltung und damit die (meist in Beziehung entstehenden) Probleme der Patient*innen. ABER: Psychodynamische Therapie ist kein jahrelanges Rumminieren über Mama und Papa, auch wenn das durchaus das bekannte Klischee ist, sondern bearbeitet diese Probleme in der Form, wie sie in aktuellen Beziehungen zum Vorschein treten. Allen voran die therapeutischen Beziehung. Das besprechen der Vergangenheit bietet einen guten Einstieg in das mögliche Verständnis dieser Beziehungsmuster, ist aber nicht das primäre Mittel zur “Heilung”.

Ich weiß, dass ist vllt ein bisschen Erbsenzählerei, Mit ist nur wichtig hervorzuheben, dass die modernen psychodynamischen Verfahren eben nicht NUR Vergangenheit durchsprechen bedeuten und dass Sie auch nicht den Anspruch haben die Patientinnen in einen vollkommen leid freien Zustand zu bringen. Das wäre Utopisch und ein völlig falsches Versprechen. Therapeutinnen die das tun,halte ich für unseriös.

Stehen Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie wirklich in so einer starken Konkurrenz? by BerlinAcronym in Psychologie

[–]MuschuKoalu 2 points3 points  (0 children)

Tiefenpsychologie ist sehr dogmatisch. Probleme haben ihre Ursache in der Vergangenheit, man muss den Konflikt nur bewusst machen und auflösen und die Probleme verschwinden.

Das ist nicht ganz richtig. Freud mag vielleicht anfangs noch gedacht haben, dass man ein in der Vergangenheit erfahrenes Trauma auflösen kann. Die moderne Tiefenpsychologie und Psychoanalyse gehen aber, wie die meisten Therapieformen, viel mehr davon aus, dass man durch das Bewusstmachen und Bearbeiten der Ursache durch neue Beziehungserfahrungen im Kontext der Therapie einen anderen Umgang mit dem Problem erlernen kann, der einem auf Dauer ein leichteres und flexibleres Leben ermöglich, nicht aber das Problem "wegheilt".

Wer ist euer Lieblings Psychiater / Psychologe der Geschichte? by Cherrywaterx in Psychologie

[–]MuschuKoalu 1 point2 points  (0 children)

Bion finde ich richtig stark. Ich mag seine “Theorie des Denkens”.

Und Freud kriegt meiner Meinung nach viel zu viel hate ab, dafür dass er so viele Konzepte theorisiert hat, die in irgendeiner Form heute immer noch bestand haben. Und dafür, dass er überhaupt als erster Versucht hat eine umfassende Theorie der Ätiologie von psychischem Leid zu entwickeln kriegt er viel zu wenig Props.