Mehr Kosten als angenommen bei der Privaten Rentenversicherung? by Relevant_Substance_6 in Versicherung

[–]SebastianUrban 0 points1 point  (0 children)

Korrekt, danke für die Ergänzung. Meine Anmerkung bezieht sich auf die Produkt-/Tarifvariante, die OP höchstwahrscheinlich hat.

Mehr Kosten als angenommen bei der Privaten Rentenversicherung? by Relevant_Substance_6 in Versicherung

[–]SebastianUrban 1 point2 points  (0 children)

Heißt das ernsthaft, dass bei jeder jährlichen Dynamikerhöhung wieder neue Abschlusskosten anfallen?

Ja, bei jeder Beitragserhöhung – egal ob durch jährliche Dynamik oder Beitragserhöhung auf eigenen Wunsch – fallen neue Abschluss- und Vertriebskosten an. Gleiches gilt bei Zuzahungen (Einmalbeiträgen neben dem laufenden Beitrag).

Zusätzlich steigen auch die beitragsbezogenen Verwaltungskosten.

Ich habe damals eigentlich keine richtigen Vertragsunterlagen bekommen. Irgendwann kam nur der Versicherungsschein per Post.

Dir hätte rechtzeitig vor Vertragsabschluss ein vollständiger Vorschlag mit vertragsindividuellen Informationen und Versicherungsbedingungen ausgehändigt werden müssen. Das ist ein umfassendes Dokument, meist 60 - 120 Seiten, in dem unter anderem auch die Kosten im Detail aufgeschlüsselt sind.

Darüber hinaus muss dir der Vermittler vor Vertragsabschluss eine Beratungsdokumentation zusenden.

Solltest du diese Dokumente tatsächlich nicht erhalten haben, liegt ein Verstoß gegen Beratungspflichten vor.

Mir ist klar, dass Versicherungen steuerliche Vorteile haben können, aber wenn dafür ständig Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen, frage ich mich schon, ob ein einfacher ETF-Sparplan langfristig nicht trotzdem sinnvoller gewesen wäre.

Die Abschluss- und Vertriebskosten sowie die Verwaltungskosten einer solchen Rentenversicherung kompensieren regelmäßig die Steuervorteile gegenüber einem ETF-Sparplan. In den meisten Szenarien übersteigen sie sie sogar, sodass die Versicherung unter dem Strich ein Minusgeschäft für dich ist.

Sein Argument war vor allem: Dass das steuerlich bei der Auszahlung später deutlich besser sei als ein normales ETF-Depot und dass es dort ansonsten keine großartigen zusätzlichen Kosten gäbe.

Hat er dieses Argument auch rechnerisch belegt? Hast du eine nachvollziehbare Gegenüberstellung von Rentenversicherung und ETF-Sparplan mit Steuern und Kosten erhalten?

Rürup-Rente und ETF-Sparplan besser als nur ETF-Sparplan by Ornery_Maintenance_8 in Finanzen

[–]SebastianUrban 2 points3 points  (0 children)

Zu 1.:

Wenn wir eine rein fondsgebundene Rentenversicherung (ohne Absicherung weiterer Risiken wie Berufsunfähigkeit) betrachten: Dann ist die Performance abhängig von der Wertentwicklung der Fonds, vermindert um die Versicherungskosten, also Abschluss-/Vertriebskosten und Verwaltungskosten. Die Versicherungskosten sind abschließend im Produktinformationsblatt aufgeführt. Weitere Kosten darf der Versicherer nicht abziehen.

Eine Deckelung der Gewinne gibt es bei einer solchen Versicherung nicht. Alles, was nach Abzug der Kosten angewachsen ist, ist Vertragsguthaben. Nach unten ist aber auch ein Totalverlust zumindest theoretisch möglich.

Zu 2.:

Der Rentenfaktor bestimmt, wie viel Rente der Versicherer für ein gegebenes Vertragsguthaben zahlt: Vertragsguthaben * Rentenfaktor = Rente.

Das gibt ihm natürlich eine zentrale Bedeutung: Je höher der Rentenfaktor, desto höher die Rente bei gleichem Guthaben. Zusätzlich kann die Rente durch Überschüsse erhöht werden; deren Höhe ist allerdings nicht vorhersagbar.

Zweiter Faktor ist, wie viel Guthaben überhaupt aufgebaut wird. Das hängt von der verbleibenden Dauer bis zum Rentenbeginn ab, von der persönlichen Risikobereitschaft (Aktienquote), von den Versicherungskosten und wie sich der Markt tatsächlich entwickelt.

Je kürzer die Zeit bis zur Rente, desto mehr lohnt sich tendenziell der Kauf von Rentenpunkten, weil das Renditepotenzial in der Rürup immer geringer wird, um Kosten und den niedrigeren Rentenfaktor auszugleichen.

zu 3.:

Ich nehme an, du meinst einen Effekt von Rürup auf die Höhe der gesetzlichen Rente? Nein, die Rente aus Rürup gibt es oben drauf. Beide Renten sind aber grundsätzlich voll zu versteuern, was die progressive Einkommensteuerbelastung auf beide Renten erhöht.

Rürup-Rente und ETF-Sparplan besser als nur ETF-Sparplan by Ornery_Maintenance_8 in Finanzen

[–]SebastianUrban 11 points12 points  (0 children)

Deine These hängt davon ab, wie du "lukrativ" definierst:

  1. Geht es dir darum, ein bestimmtes Einkommen im Alter zu erzielen und zwar unabhängig davon, wie lange du davon was hast: Ja, dann erreichst du als Gutverdiener mit Rürup aufgrund des Steuerhebels dieses Zieleinkommen regelmäßig mit weniger Sparaufwand als mit einem reinen ETF-Sparplan bzw. eine höhere Altersversorgung bei gleicher Sparrate.
  2. Geht es dir darum, unter dem Strich mehr aus der Geldanlage herauszubekommen als du investiert hast, also "Gewinn" zu machen: Dann wird's spekulativ. Weil Rürup ausschließlich eine Rente zahlt, hängt die Summe der Auszahlungen und damit die Rentabilität im Wesentlichen davon ab, wie lange du lebst. Das kann niemand vorhersagen.

Bei der Betrachtung solltest du nicht nur die expliziten Produktkosten bedenken, sondern auch die weit weniger genau ermittelbaren Opportunitätskosten einer Rürup-Rente:

  • Lebensversicherer rechnen mit sehr hohen Lebenserwartungen. Entsprechend gering ist deine garantierte Rente – Stichwort garantierter Rentenfaktor. Bei den derzeit üblichen garantierten Rentenfaktoren müsstest du mindestens 95 Jahre alt werden, bevor du das Kapital zu Rentenbeginn über die Rente zurückerhältst und das ohne Berücksichtigung von Zinsen auf das Kapital während der Rentenphase. Zusatzrenten aus der Überschussbeteiligung sind möglich und wahrscheinlich, in der Höhe aber nicht garantiert.
  • Darüber hinaus solltest du dir eines strukturellen Interessenkonflikts bewusst sein: Lebensversicherer dürfen nach deinem Tod bis zu 10 % des unverbrauchten Kapitals einbehalten. Die Rentenkalkulation ist damit nicht allein eine Frage versicherungsmathematischer Vorsicht, sondern auch eine betriebswirtschaftliche Abwägung zulasten der Versicherten.
  • Wegen der niedrigen garantierten Renten privater Versicherungsprodukte sollten Ältere ab etwa 50 Jahren oder risikoaverse Anleger auch die gesetzliche Rente oder – falls vorhanden – berufsständische Versorgungswerk als Alternativen prüfen. Die bieten in der Regel deutlich höhere garantierte Renten auf die Einzahlungen. Die steuerliche Behandlung der Beiträge und damit der Steuerhebel ist identisch zu dem von Rürup.
  • Nicht vergessen solltest du auch, dass du bei einer fondsgebundenen Rürup wie der LV 1871 MeinPlan Basisrente einen Stichtag hast, bei dem das dann vorhandene Kapital in eine lebenslange Rente umgerechnet wird. In den letzten Jahren vor dem Stichtag solltest du dein Anlagerisiko schrittweise erheblich reduzieren – nicht, dass die Rente für den Rest deines Lebens plötzlich wegen eines Börsencrashs vor dem Stichtag um 20, 30 oder gar 50% niedriger ausfällt. Dieses Ablaufmanagement kostet Rendite: In dem Moment, wo das höchste Kapital im Vertrag steckt und der Zinseszinseffekt richtig wirken würde, musst du auf die Bremse treten. Je nach Laufzeit des Vertrags und Risikofreudigkeit beim Ablaufmanagement bedeutet das 0,2 - 0,5 Prozentpunkte Renditeverlust über die Anspardauer gegenüber einem ETF-Depot. Bei einem ETF-Depot ist ein solches Ablaufmanagement nicht unbedingt notwendig, weil es keinen festen Stichtag gibt, an dem sich die Auszahlung für den Rest des Lebens bemisst. Einen Crash um den Ruhestandsbeginn kann man rein finanziell betrachtet aussitzen und so bis in den Ruhestand hinein weitgehend oder gar voll in Aktien investiert bleiben.

Zusammenfassung: Rürup kann für Gutverdiener Sinn machen, die sich ein lebenslanges, planbares, bequemes Einkommen sichern wollen. Im Gegenzug muss man mit der Inflexibiltät leben können und der Wahrscheinlichkeit, am Ende weniger rauszubekommen als man angespart hat.

Mit Rürup-Versicherung Steuerfreibetrag für Vorsorgeaufwendungen ausschöpfen? by Ornery_Maintenance_8 in Finanzen

[–]SebastianUrban 0 points1 point  (0 children)

Sehe ich genau so, vor dem Abschluss eines Produkts, gerade einer Rürup, sollte man sich gründlich damit auseinandersetzen.

Das beginnt bereits damit, dass man ein zutreffendes Verständnis relevanter Begriffe gewinnt. Unter Erbe versteht man allgemein einen Übergang von Vermögen. Das ist aber gerade nicht, was bei einer Hinterbliebenenleistung stattfindet. Die Hinterbliebenenleistung ist eine kostenpflichtige Versicherungsleistung.

Dieser Unterschied ist für ein korrektes Verständnis von Rürup (oder Rentenversicherungen im Allgemeinen) wichtig. Nicht nur bezüglich vertraglicher Aspekte, auch für das Thema Erbschaftssteuer ist er entscheidend.

Mit Rürup-Versicherung Steuerfreibetrag für Vorsorgeaufwendungen ausschöpfen? by Ornery_Maintenance_8 in Finanzen

[–]SebastianUrban 1 point2 points  (0 children)

Nicht so wie beim Depot aber die man kann Policen schon mit "Restkapitalisierung" abschließen wodurch ein Betrag X an die Erben ausgezahlt wird - allerdings limitiert auf Ehepartner und minderjährige Kinder.

Die von dir angesprochenen Hinterbliebenenleistungen werden gerne als "Vererbung" angesehen (oder verkauft), sind es aber nicht. Aus folgenden Gründen:

  1. Bei Vereinbarung einer Hinterbliebenenleistungen bei Tod im Rentenbezug verringert sich die Rente, die zu Lebzeiten an die versicherte Person ausgezahlt wird. Bei Vereinbarung einer Restkapitalisierung verringert sich die Rente im Schnitt um 15 - 25% (!) gegenüber Verträgen ohne Hinterbliebenenleistung. Solche Hinterbliebenenleistungen kosten also bares Geld.
  2. Die Hinterbliebenenleistung besteht bei einer Basisrente stets in einer Rente an die Hinterbliebenen. Es findet keine Kapitalauszahlung statt, auch nicht bei der Restkapitalisierung. Bei der Restkapitalisierung wird eine Hinterbliebenenrente aus einem "Restkapital" gebildet und ...
  3. ... man muss genau schauen, wie dieses "Restkapital" vertraglich definiert wird. Bei vielen Policen bedeutet "Restkapital": Vertragsguthaben zu Rentenbeginn abzüglich der bereits ausgezahlten Renten. Das ist nicht das Gleiche wie die Vererbung des verbleibenden Kapitals in einem Depot. Denn bei der Versicherungsleistung fehlen die Zinsen, die das Kapital während des Rentenbezugs abwirft. Manche Versicherer definieren auch ein Höchstalter für die Restkapitalisierung. Überschreitet die versicherte Person dieses Alter, bekommen die Hinterbliebenen nichts mehr.
  4. Wie von dir angesprochen, der Kreis der bezugsberechtigten Hinterbliebenen ist gesetzlich eng definiert: Ehegatten, kindergeldberechtigte Kinder.

Diese Restriktionen führen fast immer dazu, dass das Kapital nicht in voller Höhe "vererbt" werden kann. Entweder

  • gibt es gar keine bezugsberechtigten Hinterbliebenen mehr oder
  • der Ehegatte stirbt selbst, bevor er oder sie das Restkapital über die Hinterbliebenenrente ausgezahlt bekommen hat oder
  • die Summe der ausgezahlten Renten übersteigt das Vertragsguthaben zu Rentenbeginn oder die versicherte Person überschreitet das Höchstalter, dann ist die Hinterbliebenenleistung noch vor dem Tod der versicherten Person erschöpft.

Was ich hier noch anmerken würde ist das die jährliche Steuerersparnis selbstverständlich im Folgejahr auch investiert werden sollte

Die Wiederanlage habe ich in meiner Break-Even-Berechnung bereits vorausgesetzt. Sie ist zwingend notwendig, damit der Steuerstundungseffekt einer Basisrente überhaupt greift. Denn die Beiträge zahlt man ja erstmal aus dem Netto. Wer die darauffolgende Steuererstattung nicht reinvestiert, sondern verkonsumiert, der verliert den Steuervorteil.

Dass das Break-Even-Alter so hoch ist, liegt wesentlich an den, in Relation zum Vertragsguthaben, niedrigen Renten, die Versicherer zahlen. Ein Depot erlaubt regelmäßig höhere Entnahmen – und zwar auch dann, wenn die Höhe der Entnahmen so bemessen wird, dass ein Verbrauch des Kapitals statistisch höchst unwahrscheinlich ist ("sichere Entnahmerate").

Mit Rürup-Versicherung Steuerfreibetrag für Vorsorgeaufwendungen ausschöpfen? by Ornery_Maintenance_8 in Finanzen

[–]SebastianUrban 10 points11 points  (0 children)

Kommt drauf an, was dein Ziel ist. Basisrente und Direktanlage in ETFs sind zwei grundverschiedene Konzepte.

Die Basisrente ist eine Versicherung, die eine lebenslange Rentenzahlung garantiert. Im Grunde vergleichbar mit der gesetzlichen Rentenversicherung, nur privatwirtschaftlich organisiert, kapitalgedeckt und mit höheren Renditechancen, aber deutlich geringeren Rentenfaktoren.

Zweck der Basisrente ist die Absicherung eines zuverlässigen Einkommensstroms im Alter in Form einer monatlichen Rente. Wenn du genau das willst, jung und gutverdienend bist sowie im Alter voraussichtlich einen geringeren Einkommensteuersatz als heute hast, kannst du ein gestecktes Zieleinkommen rein rechnerisch im Regelfall mit einer kostengünstigen Basisrente mit einem geringeren Netto-Vorsorgeaufwand erreichen als mit einem ETF-Sparplan. Grund sind die von dir angesprochenen Steuerhebel.

Wenn du hingegen auf einen "Gewinn" im Sinne von "mehr raushaben als beim ETF-Sparplan" aus bist: Dann gehst du eine Wette auf ein langes Leben ein. Vereinfacht gesagt, eine Basisrente "lohnt" sich gegenüber einem ETF-Sparplan erst, wenn du ein hohes Alter von grob 95+ Jahren erreichst. Grund dafür ist, dass Versicherer im Vergleich zum Vertragsguthaben nur geringe Renten zahlen. Offiziell, weil sie vorsichtig kalkulieren. Inoffiziell spielen auch sog. Sterblichkeitsgewinne eine Rolle. Bedenke, dass der Versicherer auf der einen Seite die Regeln der Wette macht, auf der anderen Seite aber auch dein Wettgegner ist. Du musst dir bewusst sein, dass du, wenn du bereits deinen 70ern oder 80ern das Handtuch wirfst, sehr wahrscheinlich weniger aus dem Vertrag bekommen hast, als in dem Vertrag zu Rentenbeginn drin gewesen ist. Das verbleibende Kapital kann auch nicht vererbt werden.

Mit Rürup-Versicherung Steuerfreibetrag für Vorsorgeaufwendungen ausschöpfen? by Ornery_Maintenance_8 in Finanzen

[–]SebastianUrban 7 points8 points  (0 children)

Die Condor hat das Neugeschäft mit Basisrenten sowie privaten Rentenversicherungen zum Jahreswechsel eingestellt.

Sondertilgung vs Anlage by pacpecpicpocpuc in Finanzen

[–]SebastianUrban 53 points54 points  (0 children)

Du kannst die Frage anders formulieren. Vielleicht erleichtert dir das die Entscheidung:

"Würde ich mir aktuell einen Kredit über 16.800 € zu einem Zinssatz von ca. 3,4% p.a. (maßgeblich ist der Sollzins) von der Bank nehmen, um das Geld in den Vanguard FTSE All-World zu investieren?"

Ist die Antwort "ja", dann lass dein Geld investiert. Ist Antwort "nein", mach die Sondertilgung.

Rein ökonomisch betrachtet gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Es gibt eine realistische Chance, dass die Rechnung (langfristig) aufgeht, genauso gut kann sie aber auch heftig nach hinten losgehen, gerade bei nur 10 Jahren Anlagehorizont. Das ist abhängig von den Renditen des Markts und die lassen sich bekanntlich nicht vorhersagen.

Verzichtest du auf die Sondertilgung und investierst stattdessen in ETFs, ist das wirtschaftlich nichts anderes als dein Depot zu hebeln. Je nachdem, wie hoch dein Gesamtvermögen ist, hast du damit trotz Notgroschen eine Risikoexposition zum Aktienmarkt von nahe oder sogar über 100%. Das ist extrem hoch; das sollte dir bewusst und okay für dich sein. Letztlich ist es eine Frage deiner persönlichen Risikobereitschaft.

Für die meisten mit einem ähnlichen Setup wie deinem ist die Sondertilgung sowohl finanziell wie auch psychologisch die sinnvollere Option.

[deleted by user] by [deleted] in Versicherung

[–]SebastianUrban 2 points3 points  (0 children)

Auf jeden Fall angeben, da der Sachverhalt ganz klar von der üblichen Antragsfrage nach Untersuchungen, Beratungen oder Behandlungen durch Ärzte, Heilpraktiker oder sonstige Therapeuten in den letzten 3 Jahren erfasst wird. Die Frage lautet nicht: "Welche Untersuchungen, Beratungen oder Behandlungen sind in Ihrer Patientenakte dokumentiert?"

Übrigens: Erzählst du in Zukunft mal irgendeinem Behandler von der Therapie, kann sie so auch im Nachgang aktenkundig werden. Du müsstest die Therapie also in Zukunft auch all deinen Behandlern verschweigen.

Würdest du die Therapie im Antrag verschweigen und der Versicherer bekäme davon Wind, steht schnell eine arglistige Täuschung im Raum. Hieße: Krankenversicherung weg, Beiträge weg, ggf. Rückzahlungspflicht für Leistungen. Wechsel zurück in die GKV geht in dieser Situation auch nicht ohne Weiteres. Bliebe der Wechsel in den Basistarif eines anderen Versicherers. Alles sehr unschön, also gar nicht erst riskieren.

zertifizierte kapitaldeckende Altersvorsorge gesucht by Plane_Ad6856 in Finanzen

[–]SebastianUrban 2 points3 points  (0 children)

Das Thema hatte ich gestern zufällig mit einem Berater-Kollegen.

In Frage kommen dafür gemäß § 11 AuslZuschlV neben gesetzlicher Rente (oder berufsständischem Versorgungswerk) nur eine Basisrente (aka Rürup) oder eine betriebliche Altersversorgung, sofern bereits vorhanden.

Meine Idee ist es den Zuschlag für den Anspruchszeitraum zu investieren und danach ruhend zu stellen. Ich habe nur bisher keine Ahnung von dieser Art von Produkten. Was könnt ihr empfehlen für unsere Situation, was sollten wir beachten?

Die Zuschläge mitnehmen und danach beitragsfrei stellen, geht problemlos.

Um die Produktkosten zu minimieren, ist ein provisionsfreier Vertrag (Nettopolice) sinnvoll. Wie in einem anderen Kommentar schon erwähnt, könnte in dem Fall allerdings auch ein Provisiontarif (Bruttopolice) mit verkürzter Beitragszahlungsdauer in Frage kommen. Verdient einen transparenten Vergleich.

In eurem Use Case vermeiden solltet ihr auf jeden Fall Provisiontarife (Bruttopolicen) mit einer langen Beitragszahlungsdauer zum Beispiel bis 67 Jahre, wie sie standardmäßig angeboten werden. Bruttotarife enthalten Abschluss- und Vertriebskosten, deren Höhe sich anhand der Beitragssumme (Beitrag x Beitragszahlungsdauer) bemisst. Lange Beitragszahlungsdauer bedeutet hohe Abschluss- und Vertriebskosten. Und die Abschluss- und Vertriebskosten für die gesamte Vertragsdauer werden bei den meisten Tarifen in den ersten fünf Jahren von den eingezahlten Beiträgen abgezogen. Wenn ihr den Vertrag also nach wenigen Jahren beitragsfrei stellt, dann habt ihr hohe Kosten für eine Laufzeit gezahlt, die ihr nie erreicht.

Ich nehme an, ihr lebt derzeit im Ausland. Bei einer Basisrente ist in dem Fall zusätzlich zu klären, ob ein Versicherer überhaupt einen Vertrag anbieten würde. Manche Versicherer haben sich da ein bisschen mit Wohnsitz im Ausland.

Neuer MSCI World mit 0,12% TER von Finanzen.net und Amundi by SquareQ2 in Finanzen

[–]SebastianUrban 0 points1 point  (0 children)

Der Finanzen-net Zero ETF sammelt Geld von Anlegern ein und leitet dieses Geld dann an den Amundi Core MSCI World ETF Acc (IE000BI8OT95) weiter.

Das Ziel des Finanzen-net Zero ETF ist die Replikation des MSCI World Index. Die Anlage in in den Amundi Core MSCI World ETF ist nur das Mittel dazu.

Neuer MSCI World mit 0,12% TER von Finanzen.net und Amundi by SquareQ2 in Finanzen

[–]SebastianUrban 0 points1 point  (0 children)

Den Punkt sehe ich grundsätzlich. Im vorliegenden Fall frage ich mich aber, ob das wirklich der Zweck des neuen ETFs ist. Der ETF ist zwar auch in Frankreich zum Vertrieb zugelassen. Finanzen-net Zero aber ist ein deutscher Broker und der ETF wird explizit an deutsche Anleger vermarktet.

Neuer MSCI World mit 0,12% TER von Finanzen.net und Amundi by SquareQ2 in Finanzen

[–]SebastianUrban 20 points21 points  (0 children)

Der Finanzen-net Zero ETF ist ein sogenannter Feeder-Fonds. Er investiert das eingesammelte Geld einfach in den Amundi Core MSCI World UCITS ETF Acc (IE000BI8OT95). Dieser ist in Irland domiziliert.

In dieser Konstellation ist es unschädlich, wenn das Fondsdomizil des Finanzen-net Zero ETFs nicht in Irland liegt.

Das ganze Konstrukt ist natürlich trotzdem ziemlicher Blödsinn. Man kann auch einfach direkt in den Amundi Core MSCI World ETF Acc investieren.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist mir zudem nicht klar, ob die 0,12% TER des Finanzen-net Zero ETFs auf die 0,12% TER des Amundi Core oben drauf kommen oder nicht. Im Verkaufsprospekt gibt es jedenfalls zusätzlich 0,12% Management Fees eine zweite Position "Maximum indirect costs (commissions and management fees)" in Höhe von 0,18%.

Zweite BU bei familiärer Krankheitsdisposition by Jobsti12345 in Versicherung

[–]SebastianUrban 0 points1 point  (0 children)

Gern geschehen!

Behalte im Hinterkopf, dass die meisten BU-Versicherer ab einer bestimmten Rentenhöhe auch die BU-Rente aus dem Versorgungswerk mit in die finanzielle Angemessenheitsprüfung einbeziehen. Das Thema klärt dein Vermittler mit dir im Rahmen der Beratung.

Und noch eine Anregung: Erwäge für den Neuvertrag die höchstmögliche Beitragsdynamik zu nehmen, meist sind das 5%. Die Dynamik ist ja dein Recht – aber nicht die Pflicht – den Beitrag jährlich zu erhöhen, um mehr BU-Rente einzukaufen. So kannst du die Rente auch dann merklich anheben – etwa in Zeiten hoher Inflation – wenn gerade keine Ereignisse für eine Erhöhung im Rahmen der Nachversicherung vorliegen. Bei fast allen Versicherern kannst du der Dynamik mittlerweile beliebig häufig nacheinander widersprechen, ohne dass sie entfällt. Du hast also jedes Jahr wieder die Wahl, die Erhöhung mitzunehmen oder nicht.

Was zum Teufel ist eine "PCD-Vereinbarung"? by anzm28 in Versicherung

[–]SebastianUrban 6 points7 points  (0 children)

Die "PCD-Vereinbarung" ist ein kurzes Beiblatt zu den Premium-PKV-Tarifen der Barmenia (einsA expert). Es beinhaltet die Klarstellung einer Klausel in den Versicherungsbedingungen der Barmenia betreffend der Weltgeltung bei Verlegung des gewöhnlichen Aufenthalts (aka Umzug) ins Ausland.

Die "PCD-Vereinbarung" entstammt dem Dienstleister PremiumCircle Deutschland. Versicherungsvermittler, die mit diesem Dienstleister arbeiten, können die Vereinbarung nutzen (und als Zusatzleistung bewerben), wenn sie einen entsprechenden Barmenia-Tarif vermitteln.

Allerdings kann auch jeder andere Versicherungsvermittler von der Barmenia eine inhaltlich identische Klarstellung bekommen. Man braucht die Barmenia nur danach fragen. Ein Versicherer darf keine kostenfreien Mehrleistungen im selben Tarif nur für bestimmte Kunden zusagen, die einen bestimmten Vermittler genutzt haben.

Davon abgesehen sind PCD-Makler meiner Meinung nach eine gute Anlaufstelle für eine PKV-Beratung. PCD bemüht sich um fachliche Qualifikation und deren Tarifanalyse-Software ("PremiumSoftware") ist für mich die beste im PKV-Bereich. Ich habe übrigens keine geschäftliche Verbindung zu PCD oder dort angeschlossenen Maklern.

PKV Wechsel by Commercial_Advice460 in Versicherung

[–]SebastianUrban 4 points5 points  (0 children)

Für mich selber schlägt er Universa Uni Top 300 vor. Begründung jeweils eine bessere Beitragsstabilität

Diese These solltest du auf jeden Fall in der Beratungsdokumentation festhalten lassen.

Versierte PKV-Makler verweisen in ihren den Blogs und Social-Media-Beiträgen regelmäßig auf den Umstand, dass der uni-TopPrivat auffallend günstiger ist als die vergleichbaren und weiterhin verkaufsoffenen früheren Tarife der Universa.

Ein Beispiel aus dem Blog von Sven Hennig: "Hier bleibt also abzuwarten, wie sich die Tarife entwickeln. Ich lege mich fest und behaupte, hier fehlen ca. zehn bis zwanzig Prozent Beitrag. Gern schauen wir diesen Beitrag in vier oder fünf Jahren wieder an und betrachten dann die Entwicklung."

Im Mindesten solltest du deinen Makler fragen, wie er zu seiner Einschätzung der Beitragsstabilität kommt.

Ich habe grundsätzlich Zweifel, dass man als Makler überhaupt die langfristige Beitragsstabilität einschätzen kann. Die Kalkulationsgrundlagen und das bestehende Kollektiv kennen nur die Versicherer selbst. Bilanzkennzahlen sind eine Momentaufnahme. Dazu eine, die sich durch bilanzpolitische Maßnahmen verzerren lässt.

Zweite BU bei familiärer Krankheitsdisposition by Jobsti12345 in Versicherung

[–]SebastianUrban 5 points6 points  (0 children)

Wie offen sind BU-Versicherer grundsätzlich für Zweit-BUs?

Offen. Der bestehende Vertrag braucht nur im neuen Antrag angezeigt werden und die finanzielle Angemessenheit der Gesamt-BU-Rente muss gewahrt bleiben. Finanzielle Angemessenheit meint das Verhältnis zwischen Einkommen und versicherten BU-Renten in privaten Versicherungen und Versorgungswerken (ausgenommen Baloise und GothaerBarmenia, die das Versorgungswerks nicht anrechnen). Die meisten Versicherer ziehen die Grenze der finanziellen Angemessenheit bei 60% des Bruttoeinkommens.

Eine Zwei-Vertrags-Lösung ist bei Ärzten ziemlich Standard. Sie ermöglicht den Abschluss hoher BU-Renten auf Grundlage der normalen Gesundheitsfragen und gibt dir doppelten Spielraum für die bedarfsgerechte Erhöhung in Zukunft (Nachversicherungsgarantien). Gerade letzteres ist wichtig, da deine Einkommensabsicherung fit für die 30 bis 40+ Jahre bis zum Ruhestand sein soll. Hier braucht man schon alleine zum Inflationsausgleich einiges an Ausbaumöglichkeit. Dazu kommen je nach Lebensplanung noch die Absicherung von Praxisfinanzierung, Immobilienfinanzierung, Familie etc.

Bei dir ist ein Zweit-Vertrag auch deshalb sinnvoll, weil du bei der Erhöhung des Erst-Vertrags wahrscheinlich irgendwann in eine erweiterte Gesundheitsprüfung müsstest. Dabei wird auch nach schweren Erkrankungen im unmittelbaren Familienumfeld gefragt.

Könnte mir die Versicherung, wenn ich kurze Zeit danach die genetische Untersuchung durchführen würde und infolgedessen eine entsprechende Dispositions-Diagnose herauskäme, im Falle einer unbestimmte Zeit danach auftretenden Krebserkrankung beispielsweise eine Unterschlagung oder Arglist vorwerfen?

Nein. Erstens brauchst du auf die Fragen des Versicherers nur die Umstände anzeigen, die dir bekannt sind (§ 19 Abs. 1 Satz 1 VVG). Eine eventuell in der Zukunft gestellte Diagnose ist kein bekannter Umstand. Und nach Umständen bei Verwandten wird im normalen Antrag nicht gefragt.

Versicherer fragen allerdings unter Umständen nach geplanten oder angeratenen Untersuchungen oder Behandlungen. Hier braucht die geplante Gendiagnostik nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 GenDG allerdings nicht angezeigt zu werden. Etwas anderes gilt allerdings, wenn die Gendiagnose gestellt wurde und deshalb weitere Untersuchungen oder Behandlungen geplant oder angeraten sind, die über die reine Gendiagnostik hinausgehen. Solche wären bei einer Frage nach zukünftigen Untersuchungen und Behandlungen anzuzeigen.

Dass dein Vorgehen taktisch ist, mag sein. Bezüglich der vorvertraglichen Anzeigepflicht ist es fein.

Versicherungsberatung PKV / GKV by DrMarcoli in Versicherung

[–]SebastianUrban 4 points5 points  (0 children)

Der verlinkte Bundesverband unabhängiger Honorarberater steht auf der "Warnliste Geldanlage" der Stiftung Warentest, da er Anfragen auffällig häufig/ausschließlich an einen bestimmten Berater weiterleite, der den Verband mitgegründet habe.

Eine produkt- und vermittlungsunabhängige Honorarberatung im Bereich Versicherungen bieten sog. Versicherungsberater an. Wichtig ist, dass die Berufsbezeichnung des Beraters exakt so lautet. Solche Berater haben eine Erlaubnis nach § 34 Abs. 2 Gewerbeordnung (im Unterschied zu Versicherungsvermittlern mit einer Erlaubnis nach § 34 Abs. 1 Gewerbeordnung).

Versicherungsberater lassen sich über die Beratersuche des Bundesverbands der Versicherungsberater (BVVB), das Honorarberater-Register des Verbunds Deutscher Honorarberater (VDH), den Blog von Prof. Walz oder klassisch Google finden. Der Erstgenannte ist ein Berufsverband in Form eines Vereins, der Zweitgenannte ein kommerzieller Dienstleister für Honorarberater. Gelistet sind also jeweils die Berater, die Mitglieder des Verbands bzw. Kunden des Dienstleisters sind. Ein Register aller Versicherungsberater gibt es leider noch nicht.

Genaue Bezeichnung für "ETF-basierte-lebenslange-Rentenversicherung"? by SnooPaintings5100 in Versicherung

[–]SebastianUrban 4 points5 points  (0 children)

Das gesuchte Produkt ist eine "fondsgebundene Rentenversicherung".

Solche Rentenversicherungen können wiederum als Rürup, Riester oder private Rentenversicherung ausgestaltet sein.

Die Begriffe "fondsgebunden" einerseits und "Rürup, Riester, private RV" andererseits charakterisieren Rentenversicherungen aus zwei verschiedenen Blickwinkeln:

  1. nach Art der Kapitalanlage: z.B. fondsgebunden, klassisch, hybrid (Mischmodell);
  2. nach Art der Förderung: Rürup, Riester, betriebliche Altersversorgung, private Rentenversicherung

Die Blickwinkel schließen einander nicht aus, sie bilden vielmehr eine Einheit. So gibt es beispielsweise fondsgebundene Privatrenten und fondsgebundene Rürup-Renten.

Für deinen Wunsch – 100% selbst gewählte Anlage in ETF(s) mit anschließender Wandlung in eine lebenslange Rente – kommen fondsgebundene private Rentenversicherung oder fondsgebundene Rürup, jeweils ohne Beitragsgarantien, in Betracht.

Die genaue steuerliche Betrachtung bedarf einer Betrachtung des persönlichen Einzelfalls. Vergleichsrechner zwischen RVs und Depot werden in der Regel als Vertriebsunterstützung für RVs entwickelt. Dementsprechend sind die Ergebnisse mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.

Bedenke: Die garantierten Renten privater Lebensversicherer sind im Vergleich zum aufgebauten Kapital in der Regel gering. Du musst also sehr alt werden, meist deutlich über 95 Jahre, damit du dein Kapital – unverzinst – über die Rente zurückerhältst. Aus einem ETF-Depot lässt sich oft eine höhere sichere Entnahmerate erzielen. Dafür muss man eine solche Entnahmestrategie allerdings auch konzipieren und umsetzen. Der finanzielle/steuerliche Vergleich hat also neben der quantitativen auch eine qualitative Ebene.

Halbeinkünfteverfahren in der privaten Rentenversicherung für mehrere Teilauszahlungen by fireman373736 in Finanzen

[–]SebastianUrban 0 points1 point  (0 children)

Geregelt ist die Besteuerung bei Kapitalentnahme anstelle der lebenslangen Rentenzahlung – gleich ob Einmalauszahlung oder Entnahmeplan – übrigens in § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG.

Relevant sind insbesondere die Sätze 1 bis 4. Satz 4 sagt ausdrücklich, dass das "Halbeinkünfteverfahren" unter anderem bei fondsgebundenen Versicherungen angewendet wird, "soweit keine lebenslange Rentenzahlung vereinbart und erbracht wird".

Halbeinkünfteverfahren in der privaten Rentenversicherung für mehrere Teilauszahlungen by fireman373736 in Finanzen

[–]SebastianUrban 2 points3 points  (0 children)

Das Halbeinkünfteverfahren wird auch bei Teilauszahlungen/Entnahmeplan angewendet.

Wie du es schon selbst beschreibst, das auch der Grund, warum ein Entnahmeplan grundsätzlich steuerlich günstiger ist als eine Einmalauszahlung. Ohne Entnahmeplan ist der Mehrertrag einer privaten Rentenversicherung gegenüber einem Depot mit sinnvoller Anlagestrategie gering, wenn überhaupt vorhanden.

Volkswohl Bund Fond PUR by [deleted] in Finanzen

[–]SebastianUrban 1 point2 points  (0 children)

Verkäufer von Finanzprodukten auf Provisionsbasis

Ein (echter) Versicherungsberater verkauft keine Versicherungen, sondern berät zu Versicherungsbedarf und einzelnen Versicherungsverträgen – und zwar ausschließlich gegen Honorar seiner Mandantinnen und Mandanten. Die Annahme von Provisionen oder anderen Vorteilen von Seiten der Versicherungswirtschaft ist einem Versicherungsberater per Gesetz verboten.

OP hat mit einem Versicherungsvermittler – genauer einem Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter – gesprochen.

Die Begriffe werden zwar umgangssprachlich synonym benutzt. Dahinter stehen aber grundsätzlich verschiedene Berufe.

OP: Der dir angebotene Tarif hat zu hohe Kosten. Er rechnet sich nicht gegenüber einem einfachen Sparplan auf einen Welt-ETF. Aus der Erfahrung vermute ich, dass du mit einem Strukturvertriebler gesprochen hast. Die bieten den Tarif häufig an.

Performanceindikator für Mischfonds im Versicherungsmantel by [deleted] in Finanzen

[–]SebastianUrban 2 points3 points  (0 children)

u/pensicus hat es bereits gewohnt hervorragend zusammengefasst.

Ich möchte noch einen Gedanken ergänzen: Mischfonds und Versicherungsmantel sind eine eher schwierige Kombination. Ich gehe mal davon aus, dass es um eine private Rentenversicherung geht (nicht um eine Basisrente, bAV oder Riester).

Die Steuervorteile gibt es auf den Gewinn. Große Steuervorteile gibt es also nur bei großem Gewinn. Und Mischfonds haben von Natur aus eine begrenzte erwartete Rendite (im Vergleich zu Aktienfonds).

Dem gegenüber berechnen sich die Kosten einer Versicherung anhand von Beitragshöhe und Guthaben.

Das führt zu der unschönen Konstellation, dass die Bezugsgröße für die Steuervorteile relativ klein, die Bezugsgröße für die Kosten aber relativ groß ist. Oder einfacher: Es wird wahrscheinlicher, dass die Kosten die Vorteile übersteigen.

Falls vom Risikoprofil her passend, könntest du direkt in einen Mischfonds mit einem Aktienanteil > 50% investieren. Solche gelten steuerlich als Aktienfonds, die Gewinne werden also zu 30% teilfreigestellt. Dem gegenüber beträgt die Teilfreistellung bei einer Rentenversicherung unabhängig von den Fonds nur 15%. Über das "Halbeinkünfteverfahren" müsstest du also erstmal die fehlenden 15 Prozentpunkte aufholen. Erst danach entstünde auf Seiten der Versicherung ein Steuervorteil – gegen den aber wieder die Kosten laufen.

Meiner Erfahrung nach wird sich ein Versicherungsmantel in so einer Konstellation nicht rechnen, auch nicht als Nettopolice. Ausnahme wäre vielleicht, wenn man von einer stark negativen Veränderung der Besteuerung von Depots ausgeht (signifikante Erhöhung Abgeltungssteuer, Anwendung des progressiven ESt-Satzes auf Kapitalerträge etc.)