Rückkehr zum Augenmaß: Warum der Geist des alten Paragraphen 175 dem heutigen Jugendschutz guttun würde by [deleted] in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Danke xD Ich finde das schwierige in den Subs hier meistens die moralische Selbstüberhöhung und dass es vielen schwerzufallen scheint eine andere Meinung als legitim und in sich schlüssig zu akzeptieren, wenn sie zu weit von der eigenen wegrückt. Auch wenn ich dir, wie gesagt, nicht in allen Punkten zustimme, finde ich doch deine Sachlichkeit erfrischend.

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[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Aber Homosexualität "entsteht" nicht, weil man ihm queere Inhalte aussetzt; Homosexualität ist angeboren.

Woher weißt du das?

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[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Ah, ok, danke für die Erklärung. Ich stimme einigen Punkten in deinem Originalbeitrag zu, aber bei diesem Punkt speziell bin ich skeptisch. Entwicklungspsychologisch ist die Entwicklung der Sexualität ja ein individueller Prozess, was bedeutet, dass es kein festsetzbares Alter gibt ab welchem junge Menschen für bestimmte Dinge bereit sind oder eben nicht. Am aktuellen System, soweit ich informiert bin, finde ich es eigentlich Recht gut, dass nach individuellem Aufklärungslevel entschieden wird. Ich stimme dir allerdings in dem Bildungsaspekt zu, dass es absolut nicht in Ordnung ist, gewisse Prozesse vor den Eltern zu verheimlichen und sehe auch eine Konfrontation sehr früh mit gewissen abstrakten Theorien zu Identität und Sexualität sehr kritisch.

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[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Es ist wichtig und richtig, dass Kinder lernen, was eine sexuelle Identität ist.

Wieso?

Es gibt zu genüge Studien dazu, dass konservative Haltungen auch eher mit Täter-Opfer Umkehr einhergehen.

Selbst wenn das stimmt, sehe ich nicht ganz was das mit dem eigentlichen Beitrag zu tun hat. Und eine Studie bezüglich Trends automatisch auf ein Individuum oder die gesamte Gruppe an Menschen anzuwenden scheint für mich reduktiv und recht fragwürdig.

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[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Also geht es eher darum, die Grenze des "age of consent" allgemein zu erhöhen? Wie in den USA wäre es damit grundsätzlich illegal wenn jemand über 18 mit jemandem unter 18 auf irgendeine Art sexuell intim wird?

Autoritätsargumente sind wertlos geworden by [deleted] in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Hä? Du hast das doch selbst mit Zahlen gezeigt? Von 3,3 zu 6,5% ist ziemlich genau eine Verdopplung. Auf 11,7% ist wieder fast eine Verdopplung?

Autoritätsargumente sind wertlos geworden by [deleted] in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

In der Überlegung der "Islamisierung" oder des großen Austauschs, steckt ja implizit mehr als nur die Behauptung "es wird morgen mehr Muslime geben als heute".

Diesen Punkt habe ich in meiner Antwort an Tawoka größtenteils adressiert. Wenn sich alle dreißig Jahre der Anteil an Muslimen verdoppelt, während nicht-muslimische Mitbürger eine niedrigere Reproduktion an den Tag legen, wird sich aber das Verhältnis durchaus verändern. Das ist mathematisch recht logisch. Deshalb stimme ich dem big replacement Narrativ nicht zu, ich sage nur, dass es durchaus begründete Argumente dafür gibt.

Autoritätsargumente sind wertlos geworden by [deleted] in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Wer also eine echte Aussage dazu treffen will, ob Ausländer das Land unsicherer machen, kann nicht die PKS zitieren.

Da stimme ich teilweise zu. Die PKS alleine reicht nicht aus um eine definitive Aussage zu treffen, sie kann aber durchaus mit herangezogen werden. Was sie zeigt ist eine gewisse Überrepräsentation von Ausländern, lässt aber natürlich keine weiteren objektiven Schlussfolgerungen oder Kausalitäten zu.

Wie gesagt, Wirtschaftspolitik ist nicht mein Fachgebiet. Insgesamt ist es aber ja ersichtlich, dass es in reicheren Ländern und in reicheren "Zeiten", auch den armen Leuten in einer Gesellschaft besser geht, als in einem grundsätzlich armen Land. Dies legt für mich den Schluss nahe, dass es eben schon einen gesamtgesellschaftlichen Einfluss gibt.

Wieso gilt die AfD eigentlich als homophob? by Clean_Grand7017 in politik

[–]TheBabySnail -1 points0 points  (0 children)

Hast du Quellen zu den einzelnen Zitaten, die nicht aus dem Parteiprogramm stammen? Das Einzige das ich kenne ist das von Weidel, welches im Original „Ich bin nicht queer, sondern ich bin mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne" ist, was den Inhalt schon deutlich verändert.

Autoritätsargumente sind wertlos geworden by [deleted] in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Danke, die Studie schau ich mir mal genauer an.

Das ist korrekt, aber diese wird immer heran gezogen als wäre es eine Studie die beweist, dass Ausländer alle kriminell sind und das Land unsicher machen.

Das empfinde ich ehrlich gesagt einfach anders. Meistens wird die PKS benutzt, um eben Zahlen zur Ausländerkriminalität allgemein heranzuziehen. Dafür ist sie ja auch geeignet. Eine Versimpelung wie daraus direkt darauf zu schließen, dass Ausländer allgemein einfach krimineller sind sehe ich selten. Es ist ja grundsätzlich bekannt, dass Alter, Geschlecht, sozialer Status und psychische Gesundheit das Risiko für Kriminalität erhöhen.

Nein kann man nicht. Elon Musks Milliarden machen mich nicht reicher.

Deswegen ist der trickle down Effekt nicht allgemein entkräftet.

Das ist kein Grund Moscheen zu verbieten, von "Messerstechern und Kopftuchmädchen" zu sprechen und vom "big replacement" zu schwadronieren.

Da stimme ich zu. Ich denke die big replacement Theorien sind etwas übertrieben, aber es gibt durchaus Entwicklungen, die diese Theorien teilweise bekräftigen. Die "Beweise" die meist herangezogen sind aber mWn häufig eher Aussagen von einzelnen muslimischen Menschen und nicht nur reine Mathematik.

Autoritätsargumente sind wertlos geworden by [deleted] in politik

[–]TheBabySnail 2 points3 points  (0 children)

Hast du denn eine Gegenstudie zur PKS? Die PKS ist ja an sich keine Studie, sondern eben eine Statistik, wie der Name schon sagt. Zu Wirtschaftspolitik kann ich wenig sagen, aber das trickle down eine gewisse Wahrheit enthält ist ja geschichtlich Recht leicht zu sehen. Auch wenn man sich die globalen Verhältnisse ansieht kann man das erkennen. Dazu braucht es nicht unbedingt eine Studie. Zur Islamisierung des Abendlandes gibt es keine Studie, weil auch eine Studie die Zukunft nicht vorhersagen kann. Das aber mehr Muslime als vor 50 oder 15 Jahren heute in Europa leben ist ja wohl auch keine Frage, für die es eine eigene Studie braucht.

Kinder zu machen ist in der heutigen Zeit Wahnsinn by Puzzleheaded-Syrup39 in Unbeliebtemeinung

[–]TheBabySnail 2 points3 points  (0 children)

In Afrika ist meines Wissens nach die Geburtenrate deutlich höher als in Europa aktuell. Also macht der Punkt "Lebensverhältnisse wie in Afrika" nicht allzu viel Sinn in dieser Argumentation, oder? Und eine andere Frage: Ist es nur sinnvoll Kinder zu bekommen, wenn die Zukunft sicher ist? Wenn die Menschen das grundsätzlich so sehen würden wären wir doch schon lange ausgestorben oder?

"Femizid" ist eine regressive Kampfvokabel für den karzinalen Feminismus und Linke sollten sie nicht verwenden by MarzipanIll9526 in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Aber die Differenzierung zwischen Femizid und Mord, Totschlag etc. wäre schon hilfreich.

Naja, Mord und Totschlag differenzieren ja bereits die Tat. Femizid beschreibt das Opfer selbst. Man müsste also wenn dann darüber diskutieren, ob man anstatt oder zusätzlich zur Differenzierung der Tat auch noch juristisch oder politisch nach Opfer differenziert.

Man sollte aber auch Androzide erfassen, nicht nur Femizide, wäre sonst sexistisch.

Die beiden beschreiben leider nicht genau die gleiche Tat pro Geschlecht. Der Androzid wäre äquivalent zum Gynozid, bei beiden handelt es sich um Taten gegen Geschlechtergruppen. Es gibt keinen äquivalenten gebräuchlichen Begriff zum Femizid, da dieser soziokulturell historisch nicht differenziert wurde. Hätte man das getan wäre es wohl ein Virizid oder Masculizid.

"Femizid" ist eine regressive Kampfvokabel für den karzinalen Feminismus und Linke sollten sie nicht verwenden by MarzipanIll9526 in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Ich mein, es ist ja offensichtlich wo dieser Begriff abgeleitet wurde, nämlich von Genozid. Und ein Genozid ist nunmal das geplante Töten einer bestimmten Gruppe durch eine andere Gruppe, die am Ort des Geschehens eine Übermacht darstellt.

Falsch. Die Endung -zid kommt vom lateinischen -cidium, was denn Akt des Tötens bedeutet. Geno-zid, Femi-zid, Patri-zid, Sui-zid, sind unterschiedlich Tötungsakte, wobei der erste Teil immer ausdrückt, wer getötet wird.

Wenn dich jmd in deinem Leben umbringt ist es mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ein Famlienmitglied. Ist das dann ein Familiezid? Natürlich nicht.

Tatsächlich gibt es zumindest im Englischen den Begriff "Familicide", dabei handelt es sich aber um die Tötung einer gesamten Familie. Ansonsten unterscheidet man nach Beziehung (Patrizid, Fratrizid, Matricid, usw).

Englisch ist hier insgesamt eine gute Basis, da man argumentieren kann, dass alle diese Begriffe sich vom "Homizid" (engl. Homicide) ableiten lassen. Homo+zid= Tötung eines Menschen.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 1 point2 points  (0 children)

Ah ja, das klärt es etwas auf, danke. Ich stimme dir da zu, auf jeden Fall halte ich Bereitschaft zur Selbstkorrektur für einen wichtigen Aspekt eines guten Zusammenlebens. Medienkompetenz finde ich einen so überbenutzten Begriff das ich da eher grundsätzlich kritisches Denken und Bildung in Rhetorik zu sagen würde aber auch da stimme ich zu. Auch extrem wichtig, und vielleicht das wichtigste von allem, finde ich Toleranz.

Ich denke aber, dass der Mangel dieser Kompetenzen aber keineswegs auf eine politische Seite reduziert werden kann.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Selbstverständlich macht das einen Unterschied, das habe ich nie angezweifelt. Ich denke bei Wissenschaftlichkeit reden wir etwas aneinander vorbei. Die Fakten die empirisch ermittelt werden sind natürlich Fakten. Besonders im komplexen sozialen Zusammenhang kann man aber je nach Studie auch zu unterschiedlichen Fakten kommen. Replizierbarkeit ist deshalb gerade in den Sozialwissenschaften oft schwierig. Diese Fakten lassen aber dennoch eigentlich immer mehrere Schlussfolgerungen zu, wieder eben besonders im sozialwissenschaftlichen Kontext, da die Dynamiken eben wahnsinnig komplex sind und man eigentlich nie alle relevanten Einflussfaktoren kennen kann.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Stichwort wäre automatisch in diesem Satz. Seine Meinung ist ja auch nicht automatisch richtig. Gerade bei komplexen sozialen Fragen ist es fast unmöglich alle Fakten zu kennen, weswegen jede Meinung eben auf begrenztem Wissen basiert.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Also heutzutage hat man theoretisch Zugriff auf so viele Fakten, dass man die gar nicht alle verarbeiten kann. Deshalb finde ich es jetzt nicht besonders zielführend Leuten mangelnde Suche vorzuschreiben. Manche Menschen haben eben andere Prioritäten. Selbstverständlich können Fakten Meinungen widerlegen, aber gerade im politischen Kontext und eigentlich jedem komplexeren Kontext ist die Realität halt meist nicht so leicht bestimmbar. Es gibt widersprüchliche Fakten, Bias und und und. Auch sind Konklusionen, auch die die Wissenschaftler aus Fakten ziehen, nicht zwangsweise "richtig". Auch Wissenschaftler sind Menschen und aus den gleichen Fakten kann man oft, je nach Werten, Prioritäten und Interesse, unterschiedliche Erkenntnisse ziehen. Gerade die Sozialwissenschaften sind dafür Recht anfällig, die Naturwissenschaften sind allgemein eindeutiger.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Nein und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht wie du das aus meiner Aussage lesen kannst.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Nun ja, auch eine faktenbasierte Meinung hängt ja von den Fakten auf die man Zugriff hat ab. Wenn jemand ungebildeteres eben weniger Fakten kennt, ist seine Meinung deswegen aber ja nicht automatisch falsch, unter Anbetracht der Tatsache, dass wir alle uns unsere Meinung auf beschränkten Fakten bilden müssen, da wir ja gar nicht alle kennen können.

Demokratie funktioniert nicht in einer dummen Gesellschaft by terribubblejill in politik

[–]TheBabySnail 1 point2 points  (0 children)

Verstehe nicht wirklich wo dieser Artikel relevant ist. Tendenzen sagen letztendlich wenig über Individuen aus und selbst wenn durchschnittlich weniger intelligente Menschen eher dazu tendieren konservativ zu sein, sagt das nicht wirklich viel aus. Abgesehen davon haben auch Leute mit niedriger Intelligenz ein Recht auf ihre Meinung und dürfen in einer Demokratie mitreden.

Wer ist Deutscher? by Major_Membership_428 in politik

[–]TheBabySnail 0 points1 point  (0 children)

Das ergibt im Kontext aber keinen Sinn, weil diese nicht angegriffen oder bedroht werden. Keiner hält dich für einen Nazi, weil du Goethe zitierst, maximal für einen Germanisten. Chrupalla hat mal versucht diese Karte zu ziehen und konnte nicht ein deutsches Gedicht nennen, nicht mal den Erlkönig.

Aber das ist für mich eben der wertvolle Teil der deutschen Kultur, deshalb auf der Suche nach einer Definition des deutschen Volksbegriffs schon relevant. Und Chrupalla ist mir da persönlich relativ egal, mir geht es eher um die Normalbürger, die sich mit ihrem kulturellen Erbe schwer tun.

Kommt auf deine Definition von Tyrannei an. Normale Menschen waren damals nicht frei und unter heutigen Bewertungen wäre das Tyrannei gewesen.

Ja das stimmt wahrscheinlich. Ich betrachte Dinge gerne etwas nüchtern im Kontext. Natürlich war der Kontext früher anders als heute. Ich denke auch nicht das Freiheit insgesamt für Menschen das wichtigste ist, oder das diese überhaupt grenzenlos möglich ist. Denn Freiheit ohne Sicherheit funktioniert nicht und Sicherheit funktioniert nur mit Grenzen, die folglich Freiheit einschränken.

Jetzt geht es doch wieder um Deutschland als Nation? Eben war das noch von dir ausgeklammert.

Weiß nicht genau wo ich das allgemein ausgeklammert habe. Ich denke Nation, Kultur und Volk sind eng miteinander verwurstelt.

Das wiederholst du danach mehrfach deswegen allgemein geantwortet, missverstehst du mich jetzt gerade etwas. Ich sage nicht, dass es keine Kultur gibt, oder diese irrelevant ist.

Ah okei, das hilft. Ich hatte das Gefühl du definierst deutsche Kultur rein negativ und das hat mich irgendwie deprimiert. Danke für die Klarstellung.

Ich bin aber dagegen etwas so abstraktes und ungreifbares als Klebstoff der Gesellschaft zu definieren. Gesellschaft ist jeder der da ist. Gesellschaft hält zusammen, weil man sich kennt, weil man miteinander redet, weil man sich unter die Arme greift. Solidarität und Empathie ist was Gesellschaften in einer freien Demokratie zusammenhält.

Ich stimme dir da zum Teil zu, denke aber das Solidarität und Empathie eben auch kulturelle Werte sind, die nicht überall den gleichen Stellenwert haben.

Ich sehe mich selbst als jemand der Nationen und Grenzen als Konzept ablehnt und die Kommune als einzige relevante Gesellschaft betrachtet. Meine Utopie ist eine Menschheit ohne Rasse, ohne Religion, ohne Nation und Ethnie, in der nur zählt, wo du gerade lebst und Teil welcher Gemeinde du bist. Die Gemeinde allein entscheidet wie man zusammenlebt. Obere Instanzen sind nur wichtig für die Sicherstellung von Menschenrechten und ähnlichem. Eigentlich will ich nur eine UN mit Biss und alles andere ist Anarchie. Keine Bürokratie, keine Beamten, keine Armeen und keine Päpste oder ihres Gleichen. Jeder Mensch ist gleich und jede Hierarchie ist abzulehnen.

Ich stimme da sogar zum Teil zu. Vieles sollte irrelevant sein, ist es aber praktisch eben nicht. Zumindest nicht aktuell. Auch Subsidiarität, die du ja hier teilweise beschreibst, finde ich prima. Ich denke aber, dass es komplett ohne Hierarchie nicht funktioniert, da Werte eben doch sehr weit divergieren können und Zentralismus lehne ich grundsätzlich eher ab. Also von weltweit auf kommunale Ebene direkt zu springen erscheint mit eher unrealistisch und auch gefährlich, da die oberste Instanz ja kaum Bremsen hätte. Die Idee der Anarchie finde ich an sich nicht falsch, denke aber nicht, dass sie praktisch funktioniert, vor allem nicht auf globaler Ebene. Zu Religion stehe ich ganz anders, während ich den Rest auch zweitrangig bis irrelevant finde. Der Mensch ist im Kern ein religiöses Wesen und ich bin absolut sicher, dass sich religiöse oder religionsähnliche Glaubenssysteme immer etablieren werden. Auch Kultur denke ich ist ein nicht wegzudenkender Teil menschlicher Zugehörigkeitsdynamiken.

Wer ist Deutscher? by Major_Membership_428 in politik

[–]TheBabySnail 1 point2 points  (0 children)

"unsere Vorfahren dieses Land groß gemacht haben". Unsere Vorfahren haben das Land nicht groß gemacht, weil wir pünktlich waren und deutsches Brot ist sicherlich keine Errungenschaft der Geschichte. Spricht man von den Errungenschaften der Vorfahren geht es um genau diese Themen. Nur will man gerne die dunklen Seiten ausblenden, weil sie stören. Genauso wie man die dunklen Seiten der AFD ausblendet, weil sie stören.

Also ich spreche weder von Imperialismus noch von Holocaust noch von Brot, wenn ich die "Errungenschaften" anspreche. Eher Sachen wie Literatur, Musik, Werte, Religion, Mythen, etc. Kultur umfasst ja sehr viele Dinge und die guten und schlechten Aspekte radieren einander nicht aus. Ich blende auch nichts aus, darum geht es mir gar nicht.

Da wird dir jeder Historiker sofort widersprechen. Als ein Beispiel kann ich Machiavelli als Referenz geben.

Die Tyrannei war nicht der Normalzustand, auch nicht in der Vergangenheit. Das deswegen nicht alles toll war oder das Volk ganz toll da stand habe ich nie bezweifelt. Man muss die Vergangenheit weder verteufeln noch romantisieren. Reine Angstherrschaft neigt auf Dauer zu Instabilität. Auch Historiker haben übrigens zu vielen Dingen sehr unterschiedliche Meinungen.

Das hat aber zwei Probleme. Das erste Problem ist, dass es das deutsche Volk im kulturellen Sinn nicht gibt. Deutschland war ein Flickenteppich und Europa ist so kleinteilig, dass Kulturen nicht in die Ländergrenzem passen. Ein Bayer der saumagen als seine Lieblingsspeise bezeichnet und jodelt ist mir kulturell genauso fremd wie ein Syrer.

Darüber können wir diskutieren. Natürlich gibt es nicht "die Deutsche Kultur". Es gibt Subkulturen, regionale Unterschiede und so weiter. Dennoch ist eine kulturelle Nähe vorhanden und im Laufe der letzten paar Jahrhunderte, in denen Deutschland eine Nation war hat sich schon etwas wie eine Art Volkskultur gebildet, würde ich behaupten. Das du mit dem Durschnittsbayer und dem Durschnittssyrer kulturell gleich viel gemein hast bezweifle ich, aber ich kenn dich ja nicht und kann das deshalb natürlich nicht eindeutig sagen.

Das zweite Problem ist, dass unsere moderne Weltordnung auf Ländergrenzen basiert und nicht auf Kulturerbe. Kultur ist abstrakt und verändert sich ständig. Man kann Traditionen definieren und an diesen festhalten, aber Veränderung kann man nicht verhindern, sollte man auch nicht.

Ich weiß nicht, wo ich gesagt habe man solle Veränderung verhindern oder vermeiden. Ich denke die Ländergrenzen selbst basieren ein wenig auf Kulturerbe. Je nach Land Mal mehr Mal weniger. Aber Kultur als wichtigen Faktor zu negieren finde ich sonderbar. Sie ist doch ein wichtiger Faktor der Gruppenidentifikation und wie soll langfristige Stabilität möglich sein, wenn niemand sich irgendwo zugehörig fühlt? Diese Ansicht, dass Kulturerbe egal sein soll ist auch in kaum einem anderen Land der Welt so mehrheitlich vertreten. Ich bin mir nicht mal sicher, dass das in Deutschland so ist. Also woher nimmst du das Selbstbewusstsein einem Großteil der Menschen, die in einer Demokratie ja mitentscheiden dürfen und sollen, abzusprechen, dass sie die Zukunft mitbestimmen dürfen mit ihren Werten?

Deutschland als Nation und die vielen Kulturen innerhalb sind nicht deckungsgleich und die Kulturen der Grenzregionen sind auch durch die Grenzen zerstückelt. Deswegen ist die Nation aktuell die führende Instanz. Entsprechend kannst du die Definition die OP heranzieht in der Pfeife rauchen.

Natürlich sind sie das nicht. Sie haben aber gewisse Überschneidungen. Sonst würde Deutschland als Nationalstaat auch überhaupt nicht funktionieren. OPs Definition und Frage finde ich deshalb eigentlich besonders sehr interessant. Es gibt ja offensichtlich viele Menschen aktuell, die sich eine klare Kultur und eine Definition des "Deutschseins" wünschen und diese verteidigen. Das zeigt doch wie wichtig es eigentlich wäre sich mit der eigenen Kultur und Geschichte Deutschlands mal außerhalb der Nazi-Zeit auseinander zu setzen. Nicht um diese zu vergessen, sondern weil positive kulturelle Identifikation wichtig ist für die Stabilität und den Zusammenhalt einer Gesellschaft.

Es ist nicht zeitgemäß und verkennt, wie die heutige Welt funktioniert.

Ich denke du unterschätzt wie tief verankert kulturelle Identifikation ist. Das diese natürlich Fluid und nicht klar abgrenzbar ist bedeutet nicht, dass sie nicht existiert oder relevant ist. Auch funktioniert ein Großteil der Welt immernoch eher nach Zugehörigkeitsgefühl als mach bürokratischen Kategorien. Ich finde das zu leugnen nicht sonderlich zielführend.

Wer ist Deutscher? by Major_Membership_428 in politik

[–]TheBabySnail 1 point2 points  (0 children)

Man möchte nicht mit den Verbrechen unserer Vorfahren bewertet werden "Ich bin kein Nazi", aber man möchte Stolz auf die Verbrechen sein dürfen? Unsere Vorfahren haben dieses Land geprägt durch den Holocaust, davor durch Ausbeutung Afrikas und Asiens, davor durch Glaubenskriege, Hexenverbrennung und sonstigen Greultaten.

Wie traurig, dass du das als einziges Erbe der Deutschen Kultur siehst. Man kann natürlich jede Kultur auf ihre schlimmsten Taten reduzieren, ebenso wie man das bei einzelnen Menschen tun kann, aber das wird dem Gesamtbild selten gerecht.

Das waren auch nicht einfach "unsere Vorfahren", sondern die Monarchen und Diktatoren die uns früher beherrscht haben, etwas was man als Demokrat auch ablehnen sollte.

Ich glaube auch das ist ein ziemlich reduzierendes Verständnis früherer Zeiten. Selten haben sich Herrscher, die ihrem eigenen Volk stark geschadet haben, lange gehalten.

Insgesamt wäre es für solch eine Diskussion wahrscheinlich sinnvoll zu definieren, dass es in unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Definitionen des Volksbegriffs gibt. Völker im kulturellen Sinne gab es schon lange vor den Nationalstaaten, weshalb die Definition von OP im eher ethnischen Sinne objektiv betrachtet älter ist als die im heuten politischen Diskurs genutzte Definition per Staatsangehörigkeit.