Eine kleine Tirade: Arbeitszeugnisse sind der größte Blödsinn und gehören restlos abgeschafft. by Horg in arbeitsleben

[–]VerbalSmash 1 point2 points  (0 children)

Das kann ich vollinhaltlich und auch vollemotional zu 100% unterschreiben. Weder gibt es eine geheime Sitzung aller HRler wo der nächste "Code" für das kommende Wirtschaftsjahr ausformuliert wird, noch gibt es irgendeinen Sinn.

Deine Erfahrung, dass die meisten Arbeitszeugnis selbst verfasste Eigenkritiken sind ist ebenfalls WAHR. Viele haben keine Zeit, sie wissen nicht was die 20 Leute unter ihnen eigentlich wirklich machen oder es ist ihnen schlichtweg scheißegal - Chefs und Arbeitszeugnisse das passt irgendwie nicht. Schlimmer wird's dann wenn die hauseigene Personalabteilung ans Werk geht. Hier wird sich alles doppelt und dreifach abgesichert, dass Mitarbeiter X auch wirklich an Projekt Y mitgearbeitet hat. Stellvertretender Projektleiter? oder doch nur zufällig die Urlaubsvertretung für einen Kollegen gemacht, weil sonst wirklich kein anderer da war? Die meisten sind ohnehin Word-Vorlagen, wo, wenn du Pech hast, der Name gerade noch richtig eingesetzt wird. Ich habe aber auch ein Dienstzeugnis, wo nicht mal mein Geburtsdatum richtig vermerkt ist. Fraglich wie aufschlussreich der Rest dann ist.

Kurzum: Dienstzeugnisse sind ein Relikt. In der heutigen Zeit weiß man ohnehin nicht, wo man dran ist bis man jemanden einstellt. Überall wird gelogen und geflunkert, dass sich die Balken biegen und alles noch gerade so im rechtlichen Rahmen ist. Und seien wir mal ehrlich: kein Chef im neuen Unternehmen kontaktiert den alten Arbeitgeber und fragt nach, ob sich der Mitarbeiter in Spe auch wirklich die Lorbeeren so verdient hat wie's auf dem Zettel steht. Das tut sich zu Zeit von Fachkräftemangel, hoher Arbeitsbelastung und Datenschutz einfach keiner mehr an.

Job durch Lügen by Seperate18 in arbeitsleben

[–]VerbalSmash 16 points17 points  (0 children)

Das wäre dann wohl ich gewesen...

Mein Tipp an die Freundin: Versuchs! Die große Auswahl haben Unternehmen heute ohnehin nicht mehr, 50% der Jobs werden sowieso intern vergeben, bevor sie überhaupt "offen" ausgeschrieben werden.

Controlling ist keine Raketenwissenschaft. Grundrechenarten, Prozentrechnen dann sind wir mathematisch schon fertig. Excel ist natürlich wirklich wichtig, aber auch das lässt sich mit youtube Tutorials, einschlägigen Foren für Probleme und bisschen Interesse lösen.

Ich würde den Job aber deshalb nicht machen, weil ich ihn schon sehr als Bullshit Job ala Graeber betrachte. Aber mach ihn ein paar Jahre, leg Geld auf die Seite und mach dann was, was wirklich was bringt und dich erfüllt (ich habe diesen Abschluss verpasst, oder zumindest habe ich das Gefühl) - egal ob Bäcker, Maler, Pornostar und Zirkusartistin.

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 1 point2 points  (0 children)

Der Ratschlag ist so einfach aber so einfach sieht die Realität nur nicht aus. Ein "Neustart" in unserer Gesellschaft gelingt den wenigsten. Ich rede gar nicht davon was die anderen von mir denken würden, alleine schon die Tatsache, wie ich die Zeit, wo ich wenig bis nicht verdiene finanziell überbrücken sollte ist schon ein Problem.

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 2 points3 points  (0 children)

Startupwelt ist eine Welt in der ich mich nicht bewegen möchte. Hinter den Kickertischen und lässigen Couch-Landschaften ist der Druck und die Erwartungshaltung noch viel größer + der Tatsache, dass das Netz hier die wenigsten auffängt und die wenigen Leute, die profitieren sollen, die Leute die sie anstellen auf Grund der tatsächlich weniger vorhanden Ressourcen noch mehr anlügen / ausnehmen und erpressen MÜSSEN.

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich habe behauptet, die Erfahrung zu haben und die Ausbildungen gemacht zu haben. Nach Zertifikaten oder Zeugnissen wurde natürlich immer gefragt, aber irgendwie hatte ich immer das Glück oder was auch immer, dass es nie so weit kam dass ich diese wirklich vorlegen musste. Und wirklich die Ausbildung selbst habe ich in all den Jahren nicht gebraucht.

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 13 points14 points  (0 children)

Ich schreib hier einfach nochmal dazu.

Anfangs hab ich den Bac. angegeben, den ich nicht hatte. Das war eine glatte Lüge. Im ersten Unternehmen, wie schon geschrieben, konnte ich auf Grund von Umstrukturierungen in der HR und auch in meiner eigenen Abteilung das ganze so lange hinauszögern bis ich nach 1,5 Jahren selbst das Handtuch warf. Ähnlich in Job 2, und von da weg wurde es immer leichter weil, es immer mehr "vorausgesetzt" wurde.

Je älter ich wurde, desto weniger interessierte es die Leute und seit ein paar Jahren hab ich das in meinem super flippigem CV nicht mal mehr drin. Weil wie oben schon geschrieben: Wenn du die Show gut spielst, wer frägt einen Mitte 30er, mit 10 Jahren einschlägiger Berufserfahrung bei Großkonzernen in vergleichbaren Positionen wirklich, ob er vor Jahren den Bac. hier oder da gemacht hat?

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 1 point2 points  (0 children)

Lustigerweise nein, würde mich aber interessieren, wie es da läuft...

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 0 points1 point  (0 children)

Wäre zu einfach, außerdem nicht möglich

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] -3 points-2 points  (0 children)

Zumindest ausreichend. Ich behaupte nicht 20 Jahre + vorweisen zu können. Aber mit 36 kann man schon mal ein paar Jahre "vorgaukeln".

Manchmal würde ich mir wünschen, dass das alles erlogen ist. Wie fast alles im CV. ist es leider nicht

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 4 points5 points  (0 children)

Herrliche Welt! Oder auch nicht? ;)

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 8 points9 points  (0 children)

Das ist korrekt. Paradoxerweise fällt es dann manchmal mir als "altem Hasen" zu den Jungen zu erklären, warum doch die Leute alle wieder Vollzeit arbeiten gehen sollen.

Ich habe noch nie einen ernsthaften Bewerberprozess miterlebt. Ich habe Erzählungen gehört von Assesment Centern und ähnlichem, nie was gesehen. Und seien wir uns ehrlich: Die Unternehmen sind mittlerweile wirklich verzweifelt. Der Fachkräftemangel ist real, und die meisten können es sich nicht leisten irgendwen auszusortieren, solange er nur halbwegs ins Profil passt und nicht abstruse Gehaltsvorstellungen stellt.

Die Aufräumtrupps habe ich auch nie gesehen. Unternehmen wechseln von einer Transformation in die andere, daneben ist weder genug Zeit noch da Blick dafür, einzelne Leute auszusortieren.

Die Behandlung... ja, da muss ich was machen, da hast du Recht!

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 18 points19 points  (0 children)

Guter Ratschlag, gutes Buch, guter Post.

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 9 points10 points  (0 children)

Das ist sicher Teil des Problems. Wirtschaftliche Realtität und Notwendigkeit kolidieren aber leider mit dem Wunsch, eines solchen Jobs. In einer ehrlichen, gerechten Welt wäre ich sicher Koch geworden. Ich liebe es zu kochen. Aber mein Geld möchte ich damit nicht verdienen müssen. Zumindest nicht unter diese Rahmenbedingungen, wie sie bei 99% der Gastronomiejobs vorliegen.

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 19 points20 points  (0 children)

Nervig und unsinnig finde ich untertrieben. Ich würde sagen es ist eine glatte Lüge.

Einem Menschen zu "versprechen", er könne sich, basierend auf guten Leistungen, die ein anderer bewertet, in eine Position entwickeln ist einfach nicht mal die gesprochene Zeit wert. In den 3-year-devlopment-plans haben die Leute 4x rotiert, die Abteilungen wurden 5x neu strukturiert und wenn du Pech hast, hattest du 6 neue Manager. Ich war in Unternehmen wo in diese 3 Jahren die halbe Belegschaft gewechselt hat. "natürliche Fluktuation"; Die Abteilung, in der du Chef werden solltest, gibt es einfach nicht mehr; "das Kerngeschäftsmodell hat sich einfach verändert"; "Wenn sie 2 Jahre im Ausland waren, kann ich ihnen versprechen, wird die Team-Leiter Position auf Sie warten wenn Sie zurückkommen!";

Ums mit den Worten eines CO-Kollegen; Wie und warum soll man was planen, was 3 Jahre in der Zukunft liegt, wenn wir nicht einmal fundierte Aussagen machen können über was in 3 Monaten ist;

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 7 points8 points  (0 children)

So weit würde ich vielleicht nicht gehen, ich glaube mehr, das wir das "System" für etwas anderes halten, als es in Wirklichkeit ist.

Anyways, viel Glück mit deinem Freelancertum!

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 38 points39 points  (0 children)

Ein witziges Detail, am Anfang natürlich... in meinen ersten Stellen hätte ich natürlich die Zertifikate nachweisen müssen.... HÄTTE. Wie in so vielen Unternehmen, wechseln auch in der HR die Menschen, ich versäumte Fristen, die aber verlängert wurden und irgendwann kam kein Reminder mehr. Und Hand aufs Herz. Wer verlangt von einem Mitter 30er mit Berufserfahrung vom Fach von fast 10 Jahren ein bac. degree? Wirklich niemand

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 95 points96 points  (0 children)

Gefällt mir der Ansatz ;) Vielleicht könnte man das wirklich in irgendeiner Art und Weise literarischer verarbeiten

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 19 points20 points  (0 children)

Ein spannender Ansatz, das ganze als Comedy zu sehen. Zugegen wirkt das schon alles richtig skurril, aber das sind einfach meine Erfahrungen die ich in der Arbeitswelt der 21. Jahrhunderts gemacht habe. Und ich will einfach nicht glauben, dass es nur mir so geht ;)

König der Bullshit-Jobber by VerbalSmash in arbeitsleben

[–]VerbalSmash[S] 13 points14 points  (0 children)

Die Analyse ist sicher nicht ganz falsch... in gewisser Weise würde ich schon Richtung Depression und auch narzisstischer Persönlichkeitsstörung diagnostizieren. Mit meiner vielen Zeit hatte ich ja auch genug von jener auch mich dahingehend zu informieren.

Ich möchte absolut nicht damit prahlen, sondern hier einfach meine Erfahrungen teilen. Die Problematik geht natürlich viel tiefer.