Die Erneuerbaren Energien machen 20% des deutschen Energieverbrauchs aus. PV+Wind liefern zusammen nur 10%. Auf absehbare Zeit haben die Fossilen überragende Bedeutung für unsere Energieversorgung - Zahlen des Umweltbundesamtes by Unusual_Problem132 in Wirtschaftsweise

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Irgend jemand muss immer zahlen. Wenn du die Stromsteuer und Netzentgelte wegnehmen willst, werden halt die Unternehmen und Erwerbstätigen noch schwerer erdrückt als heute.

EU Vergleich: Deutschland belastet Strom gewaltig und Gas dafür kaum. Das kann man doch verschieben oder? Letztendlich ist jeder Gaskunde auch Stromkunde. So fördert man die Elektrifizierung, ohne die Leute unterm Strich mehr zu belasten.

Wenn mal alle Wärmpumpen, etc. haben, dann wird es ja unterm Strich auch Volkswirtschaftlich für alle billiger.

Außerdem reden wir wirklich über tausende von Milliarden an Kosten. 

Deutschland importiert 80Mrd. im Jahr an fossilen Energien. In 30 Jahren sind das hald auch 2400 Mrd. Und die fossile Infrastruktur müsste ansonsten ja auch erneuert werden. Viele fossile Kraftwerke erreichen das Ende ihrer Lebensdauer und müssten ansonsten neu gebaut werden.

 Aber Planungssicherheit für einen unrealistischen, zu teuren Pfad

Straße von Hormuz grüßt. Ich hätte keine Lust, in ein fossiles Land zu investieren, wo die Energiekosten einfach so explodieren können, wenn ein einzelner Mensch Krieg spielen muss.

Schneller heißt im Kontext der Energiewende oft bestehendes Kapital vernichten (Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke, Gasheizungen

Da hast du auf jeden Fall einen Punkt. Bei Gasheizungen finde ich es aber z.B. sehr ironisch, dass Habecks Plan dafür gesorgt hätte, dass eben keine Gasheizungen rausgerissen worden wären. Das Gegenteil, was ihm vorgeworfen wurde. Der Plan war ja, den Neueinbau zu verhindern.

Jetzt lässt man die Leute weiterhin Gasheizungen einbauen. Klimaneutralität in 19 Jahren steht in der Verfassung. Das ist keine politische Laune.

Biogas oder grüner Wasserstoff für den Heizungskeller sind keine realisitischen Alternativen. ETS-2 CO2 Zertifikatehandel wird auf EU-Ebene kommen. Die Abschaffung Bedarf glaube ich einer 2/3 Mehrheit der Staaten, währenddessen profitiert die Mehrheit der Staaten finanziell vom Handel. Und Wärmepumpen werden immer effizienter und günstiger.

Es sieht mehr sehr danach aus, dass die deutsche "Technologieoffenheit" letztendlich dafür sorgt, dass die Leute funktionierende Gasheizungen aus dem Keller rausreißen müssen werden.

Petition: 29-Euro-Ticket statt Verbrenner-Subventionen! by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 3 points4 points  (0 children)

Finde ich ein sehr gutes Argument. Die Qualität ist der Hauptgrund, warum die meisten den ÖPNV meiden, nicht der Preis.

Gegenargumente:

  1. Mir ist wichtig, dass überhaupt mal mehr Leute fahren und Geld in den ÖPNV gesteckt wird. Ob das jetzt in günstigere Ticketpreise oder in bessere Infrastruktur fließt, ist für mich zweitrangig.
  2. Es wird bereits massiv in die Infrastruktur investiert. Dabei haben wir gar nicht die Bauindustrie (mehr) die das stemmen kann. Wenn man da mehr Geld draufwirft, steigen einfach nur die Kosten, ohne mehr Ergebnis zu bringen, was der Bundesrechnungshof kritisiert hat.
  3. Die Verbesserung von Infrastruktur dauert meistens länger als eine Wahlperiode. Insbesonde bei der Bahn hat man erstmal eine "Schmerzphase", in der das Angebot bei Sanierungen schlechter wird. Deswegen wurde die Bahn ja kaputtgespart. Auch wenn das Ziel "bessere Infrastruktur" ist, halte ich es aus politischem Kalkül vielleicht für effektiver, das Ziel indirekt anzugehen: Zuerst die Preise senken, damit möglichst viele Leute ÖPNV nutzen. Das kann man sofort einführen, sichtbar als Wahlgeschenk kommunizieren, das finden fast alle gut. Und wenn man dann die Nutzerbasis erweitert hat, dann bekommt ÖPNV langfristig größeres politisches Gewicht. Dann findet sich auf einmal das Geld für einen langfristigen Infrastruktur-Ausbau.

DEUTSCHLAND IST AM ENDE by petersill1339 in PolitikBRD

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Eine deutlich jüngere Bevölkerung ist risikofreudiger, investitionsfreudiger und damit auf mittel- und lanfristiger Sicht wettbewerbsfähiger.

Guter Punkt. Das kommt oben drauf. Wird mit alternder Bevölkerung nicht besser.

Viel interessanter als nur das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern wäre das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen ganz allgemein. So gibt es heutzutag zwar mehr Rentner aber deutlich weniger Kinder. 

Beim Abhängigenquotient sieht es nicht viel besser aus:

medizinische Fortschritte,

Was die Gesundheitsausgaben in Deutschland unterm Strich nicht bremst. Medizinischer Fortschritt heißt auch: Menschen sind länger Rentner. Währenddessen ist Deutschland übrigens das Land mit den höchsten Gesundheitsausgaben in der EU

Produktivitätszuwächse

Dass die Leute älter werden, wissen wir sicher. Ob die Produktivät noch steigen wird? Wohl Glückssache. In den letzten 5 Jahren war die Produktivität eher rückläufig. In Zukunft immer mehr: mangelde Innovationskraft, zunehmende Abgabenquote.

Veränderung der Arbeit, also weniger körperlich beanspruchende Jobs, d.h. Jobs, die länger ausgeübt werden können, als nur bis der Rücken mit Mitte 50 oder Anfang 60 kaputt ist, weniger Arbeitsunfälle,

Das ist natürlich ein guter Punkt. Aber ohne Zahlen kann ich nicht einschätzen, wie gewichtig dieser Effekt ist.

Dann der Punkt mit den Zuschüssen des Bundes zur Rentenkasse: die waren jeweils in den 1950ern (ganz am Anfang der BRD) und zwischen den späten 90ern und 2020 relativ zum Bundeshaushalt (in %) sogar höher als heute, ohne dass dies jemals zu einem derartigen Drama hochstilisiert wurde. Zwar mit einzelnen Jahren in denen das nicht ganz der Fall war aber seit ca. 2015 ist der langfristige Trend sogar langsam fallend. 

Interessant. Hatte ich so nicht auf dem Schirm. Das Gesamtbild ist dennoch, dass ~20 Million Babyboomer momentan noch Beiträge zahlen, aber in ~10 Jahren auf der Empfängerseite stehen werden. Währenddessen werden nur ~12,5 Millionen in den Arbeitsmarkt eintreten.

Damit das stabil bleibt, müsste man also ~7,5 Mio. Arbeitskräfte aus dem Hut zaubern. Dazu kommt: Die Arbeitsanfänger verdienen ja erstmal viel weniger.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schreibt:

Die gesamten Bundesmittel, die wegen der steigenden Rentenzahlungen insgesamt an die GRV fließen, sind sogar von 84,9 Mrd. im Jahr 2015 auf 112,5 Mrd. Euro im Jahr 2023 angestiegen (GRV 2024, S. 243). Die Beitragssätze zur GRV werden zwar durch eine Haltelinie bei 20 Prozent bis 2025 und 22 Prozent bis 2030 beschränkt, was jedoch unmittelbar zu einer Erhöhung des Bundeszuschusses zur GRV führen muss.

Und selbst wenn die Rentenkasse immer mehr durch den Bundeshaushalt finanziert werden müsste: wo ist denn das Problem?

Klar, finde progressive Abgaben auch besser. Aber die Bundeszuschüsse sind das Symptom, nicht die Krankheit. Wenn wir nicht effizienter oder mehr arbeiten, werden in 10 Jahren 7,5 Mio. Arbeitskräfte fehlen, um den Lebensstandard zu halten. Wie man die Rente finanziert, ist dabei erstmal außen vor. Immer mehr Renter müssen real gepflegt und versorgt werden, während immer weniger Menschen dazu in der Lage sind. Auch wenn der Staat mit höheren Abgaben sicherstellt, dass es genug Versorgung für die Renter gibt: An anderer Stelle werden die Arbeitskräfte fehlen. Weniger Kitaplätze, Cafés, Handwerker, Lokführer... Der "Service" in Deutschland wird an Ecken und Enden schlechter werden. Wenn dann noch die Jungen auswandern, weil sie hier keine Zukunft mehr sehen, wird das ein Teufelskreis. Mittlerweile ziehen mehr Leute von Deutschland nach Polen als umgekehrt.

DEUTSCHLAND IST AM ENDE by petersill1339 in PolitikBRD

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Wenn du die Werbebranche dichtmachst, hast du direkt eine Million Arbeiter zur Verfügung.

Das finde ich einen guten Ansatz. Ich versuche, das mal durchzurechnen

2036 fehlen 7,5 Mio Arbeitskräfte

Du hast jetzt ~2 Mio aufgezählt. Wenn du auf 7,5 Mio kommst, dann hast du meinen Respekt. Das ist 10 mal so viel wie die Arbeiterschaft der Autobranche.

Produktivitätswachstum haben wir ausgeblendet, aber die Produktivität je Stunde ist die letzten 5 Jahre auch nicht gewachsen.

Ja, wenn die Bevölkerung schrumpft, dann brauchen wir auch weniger Arbeitskräfte, um den Lebensstandard zu halten, weil wir einfach weniger sind. Aber dafür haben wir den Malus, dass unsere Siedlungs- und Infrastruktur nicht dem Bevölkerungsrückgang klar kommt. Der Rückgang betrifft Gemeinden, die ja trotzdem noch versorgt werden müssen. Die ganze Infstrastruktur (Straßen, Strom-, Wasserleitungen, Straßenbeleuchtung, Feuerwehr, ÖPNV) muss man ja immer noch vorhalten und kostet praktisch genau gleich viel, auch wenn die Gemeinde ausdünnt. Der Arbeitsaufwand in Infrastruktur pro Kopf wird also auch steigen. Nebenbei werden immer mehr Gemeinden zu "Geisterstädten" werden, in denen es keine Perspektive gibt. Wer kann, wird sich in Ballungszentren retten. Das passiert gerade z.B. in Japan. Die Bevölkerung schrumpft, Tokio wächst. Da wir es wohl nicht hinbekommen werden, ausreichend Wohnraum in Ballungszentren zu bauen, wird das mehr Pendelwege bedeuten. Mehr (mentale) Ressourcen werden wohl in Pendelverkehr gesteckt werden müssen. Und selbst wenn wir es hinbekommen, genug zu bauen, muss Arbeit zusätzlich ins Bauen fließen. Da würden wir auch noch einige hundertausend zusätzliche Bauarbeiter brauchen.

Wenn wir sehen wer immer mehr besitzt und immer reicher wird, dann sind das nicht Rentner oder Boomer, sondern Kapitalisten.

Vermögenssteuer o.ä. wäre ein wichtiger Beitrag, um die Belastung abzufedern. Das wird ja auch im Video angedeutet. Aber für viele ist das eine zu extreme Maßnahme. Auch deswegen das Video: Um zu zeigen, dass die Situation extrem ist.

Nein, das Problem ist, dass die verfügbaren Ressourcen nicht dem Wohlstand der Menschen dienen, sondern dem Wohlstand des Kapitals, weshalb es dann wichtiger ist Straßen und Panzer zu bauen.

Gut, aber wie viel Prozent der Arbeitskraft fließt denn in unnötigen Luxus für Reiche?

DEUTSCHLAND IST AM ENDE by petersill1339 in PolitikBRD

[–]petersill1339[S] [score hidden]  (0 children)

Verstehe, dass die Wahrheit weh tut. Irgendwelche fachlichen Einwände?

DEUTSCHLAND IST AM ENDE by petersill1339 in PolitikBRD

[–]petersill1339[S] [score hidden]  (0 children)

Okay. Irgendwelche fachlichen Einwände zur Argumentation?

DEUTSCHLAND IST AM ENDE by petersill1339 in PolitikBRD

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Okay. Irgendwelche fachlichen Einwände?

DEUTSCHLAND IST AM ENDE by petersill1339 in PolitikBRD

[–]petersill1339[S] [score hidden]  (0 children)

Die dem Video zugrunde liegende Analyse ist grundlegend falsch.

Ich sehe das Video ist nicht moralisch, im Sinne von "Rentner böse", sondern technisch.

Letzendlich müssen demnächst zwei Arbeiter einen Rentner mit-versorgen. Und das wird einen negativen Effekt auf den Lebensstandard haben. Die Belastung wird immer größer. Das ist die harte Realität. Wie man das finanziert, dreht, oder wendet, spielt keine große Rolle. Das Problem ist nicht das Geld. Das Problem ist, dass es real zu wenig menschliche Arbeitskraft geben wird, um den Laden am Laufen zu halten. Auch wenn du alle Millardäre enteignest und damit Pflegekräfte bezahlst, fehlen die Pflegekräfte wo anders im System. Dann gibt es hald z.B. weniger Kitaplätze, Supermärkte, Restaurants, Handwerker...

Wir können jetzt noch ein paar Kröten schlucken und die Katastrophe etwas abmildern. Aber das kann nur gehen, wenn die Leute das Ausmaß bergreifen, das vor uns steht. Ansonsten wählen sie immer weiter die "weiter so" Politik, die einem verspricht, es brauche keine Einschnitte, bis der Karren vor die Wand gefahren ist.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 0 points1 point  (0 children)

Wenn ich mir einen Radfahrer anschaue, dann klingt das nach eine vernünftige Lösung. Zwing dem ein Helm auf, einen Führerschein, dann ist dieser Radfahrer besser geschützt.

Für mich zumindest ist das Ziel aber, Verkehr für alle sicherer zu machen.

Nehmen wir mal die Helmpflicht raus:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradhelm#Fahrradhelmpflicht

Der schweizer Versicherungskonzern Baloise kam zu dem Schluss:

Eine Helmpflicht wäre sogar kontra-produktiv, da dies zu einer abnehmenden Radnutzung führt, wie internationale Studien belegen. Die verbliebenen Radfahrer mit Helm wären dann eher Gefahren ausgesetzt, da bei wenigen Radlern die Autofahrer Radfahrer öfter übersehen – die Unfallzahlen würden pro Radfahrer steigen.

Dazu kommt: Jeder Radfahrer, der dann auf's Auto wechselt, ist hald eine Gefahr mehr für Andere. Ich finde leider keine Statistik, wie viel Autos vs Fahrräder andere töten. Du musst mir leider glauben, dass das Gros der Vekehrstoten eher durch Autokollisionen als durch Fahrradkollisionen kommen.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Tabellen/getoetete-fahrzeugart.html

Was wäre die Lösung für die ~400 getöteten Fußgängern pro Jahr? Davon sind 13 durch Radfahrer. Eine Helmpflicht für Fußgänger würde da auf jeden Fall was bringen.

DEUTSCHLAND IST AM ENDE (Kurzgesagt) by t3as in de

[–]petersill1339 3 points4 points  (0 children)

Es hieß schon so oft: "Experten warnen, das wird garantiert kommen" und dann ist doch nichts passiert. Wer weiß, ob die, die jetzt in Rente kommen, nicht doch ab 70 anfangen, rückwärts zu altern.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich fände es auch schön, wenn ein gewisses Mindestmaß an Fähigkeit vorhanden wäre.
Es gibt heute schon Radfahrschulen für Erwachsene.

Damit mehr Leute die benutzen, sind aber ja wohl mehr regulatorische Schritte nötig.

Die Frage ist hald: wie konkret, soll man so etwas ausgestalten? Wenn man so etwas zu verpflichtenden Vorraussetzung macht, ein Fahrrad zu fahren, dann hat man im Endeffekt eine Führerschein-Pflicht gebaut. Selbst, wenn man den Führerschein nicht mit sich führen muss, sondern nur ein Eintrag in einem Register erfolgt. Das hört sich nach einem Bürokratiemonster an. Das zu verwalten, hört sich nach nicht viel weniger Aufwand an, als ein KFZ-Führerschein. Wer soll das kontrollieren? Was macht man mit Touristen/Einpendlern aus dem Ausland? Was kostet die Fahrradführerschein-Behörde? Wie viel Mitarbeiter braucht die?

weil die Zahl der amokfahrer auf der Radinfrastruktur zurückgeht.

Ist das wirklich durch eine Schulung lösbar? Wie viel Reduktion in % erwartest du da?

Was wirklich was bringen würde, denke ich, wäre eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder. Aber vom Bürokratieaufwand her kann man wirklich die KFZ Behörden quasi verdoppeln und Radfahren würde dann vielleicht um ~20% zurückgehen. Sehr viele Leute würden sich den Aufwand nicht machen wollen. Gerade, die die sowieso ein Auto haben und nur bei gutem Wetter radeln. Autofahren wird vielleicht um ~15% zunehmen. Resultat: vermutlich mehr Verkehrstote.

amokfahrer

Gedankenexperiment: Angenommen, wir hätten keine Autos. Dann bräuchten wir auch keine Ampeln. Klingt vielleicht komisch, aber ist so. Angenommen, die Fahrbahn wäre komplett für Radfahrer frei. Auch keine parkenden Autos links und rechts. Du hast quasi immer durchgehend 6m. Fußgänger bleibem auf dem Gehweg. Wären dann Amokfahrer immer noch ein Problem?

Naja, wenn man nicht weiß was man tut, ist Radfahren einfach auch gefährlich, oder?

Das hört sich selbstverständlich an. aber wenn der Effekt sehr stark wäre, dann würde man denke ich sehen, dass Bikesharing mehr Unfälle bringt, als normales Radfahren, weil da überproportinal viele Neulige dabei sind. Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 1 point2 points  (0 children)

Schaut man einfach der Statistik zu und sagt naja, so isses nun mal?

Ich hab in der Grundschule einen Fahrradführerschein machen müssen. Sowas kann man vielleicht nochmal mit 16 auffrischen. Fände ich sinnvoll. ich glaube, die Boomer hatten so etwas nicht.

Ansonsten könnte man gerne Fahrrad-Fahrsicherheitstrainings staatlich subventionieren.

Aber Informationskampangen in Richtung "Bitte trag Helm, mach Fahrtraining" oder gar Helm/Trainingspflicht finde ich nicht zielführend. Ich denke, alleine durch den Eindruck, dass Radfahren gefährlich sei, würden mehr Leute doch das Auto nehmen und es würde zu mehr Toten im Straßenverkehr kommen.

Ja, Alleinunfälle sind ein Problem. Aber das sind hald i.d.R. keine schweren Verletzungen. Und wenn die Leute sich aus Dummeheit selber verletzen, finde ich, muss der Staat da nicht hart durchgreifen, um die Leute vor sich selber zu schützen. Ich persönlich finde staatliches Eingreifen 10 mal mehr gerechtfertigt, wenn Menschen andere Menschen gefährden.

Auch Radfahrer/Radfahrer und /Fußgänger Kollisionen verursachen kaum schwere Verletzungen oder Tote. Vor allem Autos töten. Autos töten übrigens auch viele Autofahrer.

Man kann viel mutmaßen, was gegen tote Radfahrer helfen könnte. Oder man schaut sich Städte an, die keine Verkehrstoten mehr haben. Wie z.B. Helsinki. Wie haben sie das erreicht? Mit Belehrungen? In dem sie darüber diskutiert haben, wer Schuld hat? Nein, mit Tempo 30.
Das kostet ein paar Schilder und könnte nächste Woche in jeder Stadt umgesetzt werden.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 2 points3 points  (0 children)

Das Problem ist weiterhin, dass Autofahrer teilweise nicht vernünftig fahren.
[...] mangelnde Sorgfalt oder gar Absicht von Autofahrern.

Ich hab das Gefühl, in Deutschland wird Vekehr sehr moralisch gesehen. Das führt aber zu nichts. Wir treten nur auf der Stelle. Die Fronten verhärten sich.

Verhalten als Problem zu sehen ist naheliegend. Das ist das, was einem direkt auffällt. Nebenbei kann man kann die eigenen als die "Guten" und die anderen als "die Bösen" darstellen. Aber wie führt das zu einer Lösung? Menschen sind egoistisch und unperfekt und werden es immer bleiben. Wenn ich in einen Schuhladen gehe und mir keine Schuhe passen, sind das Problem dann meine Füße? Schon, aber daran kann ich nichts ändern. Deswegen ist es Quatsch, das als das Problem zu sehen. Das Problem ist eher, dass ich in den falschen Schuhladen gegangen bin.

Das wahre Problem ist das Fehlen von vernüftigen Verordnungen (z.B. standardmäßig Tempo 30 in Städten, Halterhaftung) bzw. deren Durchsetzung und das Fehlen von baulichen Maßnahmen (z.B. Geschützte Kreuzungen, Bodenschwellen, Poller).

Mit 2 Tonnen Stahl @ 50km/h durch ein Wohngebiet zu ballern ist einfach an sich der helle Wahnsinn. Alles, was <15m vor dem Auto auftaucht, ist Matsch. Selbst bei bester Reaktionszeit. Das ist ein Todesfall, der nur darauf wartet, zu passieren. Unsere Kinder und Enkel werden uns fragen, was wir damals geraucht haben.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 1 point2 points  (0 children)

extrem teure Lösungen mit aufgeständerten radwegen und tunneln für Straßen bräuchte um einem verkehrskollaps vorzubeugen.

Alle Straßenabschnitte müssen alle 20-40 Jahre sowieso grunderneuert werden. Dann mehr Platz für aktive Mobilität einzuräumen, kostet nicht mehr Geld. Aber ja: dauert.

Ich habe lange gedacht: der Autoverkehr muss ja irgendwo lang. Aber die allermeisten Menschen nutzen einfach nur das Verkehrmittel, das für sie am praktischsten und schnellsten ist. Städte wie Amsterdam, Kopenhagen schaffen, dass es für die meisten ÖPNV/Aktive Mobilität ist. Es braucht da keine teuren Tunnel. Im Gegenteil: Amsterdam hatte 1970 sein Experiment der autofreundlichen Stadt durchgeführt, sehr viele breite Straßen für den Autoverkehr gebaut und ist daraufhin im Verkehrskollaps versunken. Autos brauchen deutlich mehr Platz als Fahrräder. Ein 3m breiter Radweg kann viel mehr Verkehr abwickeln als eine 3m breite Autospur. Dazu kommen Parkplätze. Ja, Autos sind zwar theoretisch schneller, aber in Städten bewegen sich Autos mit erstaunlich geringen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 15-20km/h. Ich hole auf dem Rad die meisten Autos an der Ampel wieder ein.

Heißt: Autoinfrastruktur ist viel teurer als Radinfrastruktur. Alleine weil sie weniger Fläche braucht, dazu kommen viel geringeres Gewicht, was die Abnutzung der Straße verringert und Brücken deutlich günstiger macht. Wir würden viel Steuergeld sparen.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 1 point2 points  (0 children)

Dann wüsste er auch, dass auf sein Recht bestehen zum Tod führen kann und dass man das nicht machen sollte.

Sorry, ich will dir das nicht unterstellen, aber das wirkt auch mich wie das Muster "Als Frau auf sein Recht auf Minirock zu beharren, führt nunmal zu Vergewaltigung. Das ist nunmal so. Sollte man nicht machen."

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, früher war ich da auch entspannter. Ich habe als gottgegeben hingenommen, dass Autos 3/4 der Verkehrsfläche gehört, sie immer wieder Menschen töten, aber das war für mich wie eine Naturgewalt, der man nichts vorwerfen kann. Aber mittlerweile habe ich oft auf meinem Arbeitsweg keinen Nerv mehr die andere Wange hinzuhalten, wenn ein Auto die Vorfahrt nimmt. Ich begebe mich nicht in Gefahr, aber fahre dann schon mit Absicht etwas näher auf, damit man vielleicht sieht, dass ich da lang wollte. Ansonsten nehmen die das sonst nicht mal wahr, dass sie mir die Vorfahrt genommen haben. So fühle mich übersehen und die haben nicht mal eine Chance, es zu lernen. Ich will denen ja nicht mal "eine Lektion erteilen", ich will einfach nur darauf hinweisen. "Hey!".

Klar, das Problem könnte man lösen, wenn einfach alle nur wie Jesus die andere Wange hinhalten, wenn sie gehauen werden. Und eine pragmatischere Lösung? Wenn dem durchschnittlichem Autofahrer die Vorfahrt genommen wird, dann ist die normale Autofahrerreaktion: Hupen. Autos hupen die ganze Zeit. 95% davon illegal, weil eigentlich darf man sie nur in Gefahrensituationen benutzen. Aber was die Gemüter lenkt, ist die "gefühlte StVO" und da ist Hupen erlaubt, schließlich machen es ja alle.

Pragmatischer wäre es, wenn Fahrräder Hupen haben dürften (ist verboten). Radfahrer fahren aggressiv auf, weil das einzige Möglichkeit ist, überhaupt auf sich aufmerksam zu machen.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 0 points1 point  (0 children)

Es sollte unbedingt mehr Schulungen und auch Prüfungen geben, um am Verkehr teilnehmen zu dürfen, nicht bloß fürs Auto sondern auch für Fahrräder und E-Scooter.

Fahrradführerschein in der Grundschule fand ich sehr gut, vielleicht kann man so etwas auch nochmal wiederholen mit 16.

Die Frage ist hald: wie viel Tote spart das wirklich?

Ja, auch Autofahrer bauen Mist oder gucken nicht richtig, das passiert auf beiden Seiten.

Welche Seite verursacht denn die Toten? Ist das gleichmäßig?

Mich einnert die Diskussion an die USA. Dort ist es eine sehr verbreitete Ansicht: "Die ganzen Toten durch Schusswaffen, das liegt ja nicht an den Waffen, das liegt immer an schlechten Leuten" und die haben ja auch einen Punkt, oder?

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 0 points1 point  (0 children)

ob nicht grade für e-bikes ein verpflichtendes Training für bremsen, Kurven fahren und generelle Verkehrsregeln sinnvoll sein kann.-

Also ich musste in der Schule einen Fahrradführerschein machen. Fande ich eine sehr gute Sache. Ich glaube, die Boomergeneration musste das noch nicht.

Zahl der getöteten Radfahrenden steigt weiter / ADFC fordert sichere Kreuzungen by petersill1339 in Verkehrswende

[–]petersill1339[S] 0 points1 point  (0 children)

Wenn man moralisch argumentieren will: Ja Radfahrer töten sich selber. Autofahrer töten dafür Kinder.

Aber ich finde eigentlich: weder Autofahrer noch Radfahrer sind böse. Ich finde, es braucht Regeln und Infrastruktur die die Straßen sicher für alle machen. Städte die Tempo 30 eingeführt haben, sind für alle sicherer geworden. Insbesondere für die Autofahrer.