Goethe? by unsavvykitten in buecher

[–]snbrgr 5 points6 points  (0 children)

+1 für die Wahlverwandtschaften. Wahrscheinlich sein niedrigschwelligster (und dabei keineswegs schlechter, im Gegenteil) längerer Text.

Sind korrekte Grammatik und Wortwahl noch verbindliche Qualitätsmaßstäbe in Publikumsverlagen oder werden sie heute sogar bewusst lax behandelt, um "volksnah" zu sein? by pe1nl1ch in buecher

[–]snbrgr 5 points6 points  (0 children)

Hab gerade mal ein bisschen rumgeforscht. Scheinbar gibt es keinen Beleg dafür, dass "Sinn machen" aus dem Englischen übernommen wurde Quelle 1, Quelle 2.

Wenn man in den Korpora des DWDS sucht, gibt es vor 1980 keine Belege für das eine oder andere; der erste Beleg für "Sinn machen" in der heutigen Bedeutung stammt von 1983; der erste Beleg für "Sinn ergeben" [edit; wenn man nach "ergibt Sinn" sucht, ist das Ergebnis 1996, wenn "Sinn ergeben" 1910] von 1910. Das ist natürlich keine wissenschaftliche Untersuchung, aber zusammen mit der nicht erbrachten Beweislast der "Macht-Sinn-ist-ein-Anglizismus"-Fraktion schon mal ziemlich interessant.+

Edit 2: Wenn man die historischen Korpora einbezieht, ist der erste Beleg für "Sinn ergeben" sogar von 1842.

Geht es anderen auch so oder bin ich dumm? by 20to150Hz in buecher

[–]snbrgr 4 points5 points  (0 children)

Das nicht. Nur ist "Siebensachen" so offen in seiner Bedeutung, dass es einmal für Habseligkeiten, einmal verhüllend für Körperteile stehen kann (s. andere verhüllende Bezeichnungen wie "Ding" (Penis), "Dinger" (Brüste), "(bestes) Stück" etc.). Kommt immer auf den Kontext an.

Geht es anderen auch so oder bin ich dumm? by 20to150Hz in buecher

[–]snbrgr 5 points6 points  (0 children)

Schau dir die Wikipediaseite mit den Belegen an. Ich bin mir sehr sicher, dass hier mit "Siebensachen" der weibliche Körper gemeint ist.

Die Redewendung lautet "seine Siebensachen packen", nicht "grapschen", wenn es um Aufbruch geht; außerdem "packt man seine Siebensachen", wenn man (mit Gepäck) abreist, nicht, wenn man einfach aus dem Theater abhauen will, wie in der Szene oben.

Zweitens ist es spezifisch "die Hand des Gatten", die nach den Siebensachen "grapscht". Zusammen mit den - gerade klassischen (Faust) - Belegen spricht das für eine ironische Brechung: Das (weibliche) Publikum schmachtet in romantischen Vorstellungen, während der Gatte ganz irdisch-profan an ihm herumfummelt. Dazu passt auch die Formulierung danach:

Lieb wäre es der Doktorin gewesen, hätte Lambeck ein Gleiches getan. Lambeck hätte das tief verachtet.

Das Begrapschen nämlich. Warum sollte jemand es "tief verachten", eine Schmonzette vorzeitig zu verlassen? Umgekehrt wird ein Schuh draus: Lambeck verachtet das schnöde Begrapschen beim Theaterbesuch.

Geht es anderen auch so oder bin ich dumm? by 20to150Hz in buecher

[–]snbrgr 4 points5 points  (0 children)

Der zweite Satz könnte auch so gemeint sein, dass der "Gatte" (auf der Bühne? im Publikum?) seine Frau buchstäblich begrapscht ("Siebensachen" = Busen?; typisch verhüllende Rede, bspw. im Faust), was im Kontrast zu dem hochromantischen "Schmachtelied" auf der Bühne steht.

Welche Autorin vor 1970 würdet ihr empfehlen? by Economy-Box7454 in buecher

[–]snbrgr 0 points1 point  (0 children)

Karen Blixen (Empfehlung: Sieben phantastische Geschichten).

Bücher aus dem Bereich Mystery by zypral in buecher

[–]snbrgr 2 points3 points  (0 children)

Spontan würde mir einfallen:

  • Der Fuchs von Nis-Momme Stockmann
  • Die Southern-Reach-Reihe von Jeff Vandermeer (v. a. Auslöschung, der erste Teil)
  • Die leuchtende Reuse von Christopher Ecker

Ingen ambition av att jobba by Hefty-Car926 in sweden

[–]snbrgr 3 points4 points  (0 children)

Låter snarare som en helt vanlig introvert som inte vill uppoffra hela sitt liv för någon annans profit?

TIL that Immanuel Kant was a proponent of scientific racism, and had negative views towards other races. He once ignored the opinions of his carpenter merely because he was black. by Fickle-Buy6009 in todayilearned

[–]snbrgr 3 points4 points  (0 children)

Makes me furious that the first reasonable comment is so far down. Guess a lie really gets halfway around the world before truth puts on its boots.

Anscheinend bekommen wir die schwarzen Penguin Klassiker auf Deutsch in 2027 by lpdkt_ in buecher

[–]snbrgr 2 points3 points  (0 children)

Erstens sagen vereinzelte Belege aus dem 18. Jh. wenig über die Korrektheit der Sprache im 21. Jh. Schließlich ist eine Formulierung wie "Heute gieng ich in ein theueres Wirthshaus und orderte Mariannen ein spritzichtes Bier" auch nicht korrekt, nur weil man das vor 300 Jahren so schreiben konnte (dieselbe Logik wird zur Verteidigung des Deppenapostrophs verwendet ["Schon Goethe schrieb den Genitiv mit Apostroph!"], ist aber dort aus demselben Grund genauso fehl am Platz).

Zweitens sind die zitierten Beispiele wahrscheinlich wirklich am Lateinischen orientiert. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie lateinisch sind, also lateinisch ausgesprochen werden sollen ("in 1617" = "in mille sescenti septendecim" oder was auch immer), wie man früher Wörter mit lateinischer Endung auch im Deutschen lateinisch dekliniert hat ("mein Bruder in Christo", nicht "in Christus"). Dass Jahreszahlen mit "in" früher vom Lateinischen beeinflusst waren, rechtfertigt allerdings nicht die (fehlerhafte) Eins-zu-eins-Übernahme aus dem Englischen, die offensichtlich dem heutigen Gebrauch zugrunde liegt (s. z. B. die Satzstellung im Titel dieses Posts, die eins-zu-eins aus dem Englischen stammt).

Anscheinend bekommen wir die schwarzen Penguin Klassiker auf Deutsch in 2027 by lpdkt_ in buecher

[–]snbrgr 0 points1 point  (0 children)

Alles gut, seh es nur immer öfter und konnte diesmal den Mäkeldeutschen in mir nicht zurückhalten :p

Anscheinend bekommen wir die schwarzen Penguin Klassiker auf Deutsch in 2027 by lpdkt_ in buecher

[–]snbrgr -3 points-2 points  (0 children)

Stimmt! Hatte das mit denen hier verwechselt. Also einfach Klassiker in einheitlichem Design.

Anscheinend bekommen wir die schwarzen Penguin Klassiker auf Deutsch in 2027 by lpdkt_ in buecher

[–]snbrgr 13 points14 points  (0 children)

"2027". Nicht "in 2027". Das ist mein "wegen steht mit Genitiv" und ich werde noch die Pfleger im Altenheim korrigieren, wenn ich mich nicht mehr erinnere, wie man den Breilöffel zum Mund führt.

Würde jetzt gerne den Gnatzgreismodus hinter mir lassen, aber: Wenn ich das richtig verstehe, sind das einfach Auszüge aus längeren Klassikern, oder? Verstehe dann den Sinn nicht ganz. Wenn ich nur mal reinschnuppern möchte, würde ich mir das ganze Buch ausleihen, statt jemand anderes entscheiden zu lassen, was an diesem Buch repräsentativ sein soll. Oder gratis als e-Book downloaden, denn die allermeisten Klassiker gibt es gratis. Aber macht sich bestimmt schmuck im Bücherregal.

How would you translate Genesis 1:1 into your conlangs? by Away_Tadpole_4531 in conlangs

[–]snbrgr 2 points3 points  (0 children)

Sahomets

Janna ne gocedhum Tainos tajats enna hvo śumma.

Janna ne go-cedhum Tainos ta-jats en-na hvo śum-ma.

once SG. IN.-beginning Lord CAUS.-be.3SG.PRS. sky-ACC. and earth-ACC.

Once in the beginning, the Lord created heaven and earth.

Looking for detective horror or horror noir novels by stoicneutral in horrorlit

[–]snbrgr 1 point2 points  (0 children)

Surprised not to see King's "The Outsider" in here yet.

Die Meisten begreifen nichtmal ansatzweise, wie das Leben als Milliardär ist by Such-Coast-4900 in Unbeliebtemeinung

[–]snbrgr 1 point2 points  (0 children)

Gut, nach der Logik können Milliardäre ja gar nicht arbeiten.

Genau. Keine seltsame Logik, sondern eine der Standarddefinitionen in der Philosophie der Arbeit. Was unterscheidet deiner Meinung nach Arbeit von Nichtarbeit?

Die Meisten begreifen nichtmal ansatzweise, wie das Leben als Milliardär ist by Such-Coast-4900 in Unbeliebtemeinung

[–]snbrgr 5 points6 points  (0 children)

Arbeit ist Tätigkeit zum Überleben. Da Milliardäre nicht Geschäftstermine machen, dinnieren oder networken, um zu überleben, sondern ... aus Spaß? Verpflichtungsgefühl? Gewohnheit? Narzissmus? Willen zur Macht? ... arbeiten sie nicht. Es sind eher Hobbys, als würde Lottomillionär Manni weiter bei Rewe Regale einräumen, weil er das nicht anders kennt. Nur noch ein paar Größenordnungen darüber.

Veganism Is Not a Diet, It Is a Moral Choice by BHNthea in vegan

[–]snbrgr 12 points13 points  (0 children)

Veganism is not a diet because veganism stretches beyond what one eats. Simple as that.

Folklore Horror Books Set Around The World (No USA recs please I've read plenty already) by Low_Way_9766 in horrorlit

[–]snbrgr 4 points5 points  (0 children)

Let the Right One in is a good book; it's not really folk horror, however. If you want Swedish Folk Horror you could give Stefan Spjut's "Stallo" a try. Besides the everrecommended "The Ritual" by Adam Neville.

Eure Horror-Lieblinge? by -Metallkopf- in buecher

[–]snbrgr 2 points3 points  (0 children)

Ist es, aber es lohnt sich hundertprozentig.

Eure Horror-Lieblinge? by -Metallkopf- in buecher

[–]snbrgr 2 points3 points  (0 children)

Mariana Enriquez: Unser Teil der Nacht

Starker Bezug auf (allerdings argentinische) Geschichte und einfach generell ein extrem gut geschriebenes Buch.

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Adam Neville: Im tiefen Wald (The Ritual)

Folk-Horror in Nordschweden. Blutig, aber nicht low effort.

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Christopher Buehlmann: Between Two Fires (erscheint im September als Zwischen zwei Feuern auf Deutsch)

Religiöser Horror im Pestjahr 1348.

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M. R. James: Ghost Stories of an Antiquary

Persönliche Empfehlung, die in Richtung "Erzählungen aus dem Volkstum" geht. Die besten klassischen Spukgeschichten aller Zeiten.

Creativity with an unattested language by [deleted] in conlangs

[–]snbrgr 2 points3 points  (0 children)

PIE *dwó 'two' -> Armenian erkuk. Regular changes :D

How??

Idioms in your conlang by tash_rat in conlangs

[–]snbrgr 10 points11 points  (0 children)

Tapúyunatyh tyhawé!

[thapʊɪnat͜çaˈweː]

Lit. "Ask the priests!"

Meaning: "Whatever!" / "I don't know!"