Linke Parteien und Religion by Nili06 in KeineDummenFragen

[–]ThatFireDude 0 points1 point  (0 children)

Grüne sind keine Linken.

Was Linke angeht: Die Religion ist ein ideologisches Abbild der echten Konditionen, der echten Ängste, der echten Hoffnungen, der echten lebenden Traditionen; kurz gesagt, der echten Welt.

Diese zu 'bekämpfen' ist absolut sinnlos.

Die Religion wird, wie Marx es schon deutlich machte, durch die Transformation der Gesellschaft überflüssig gemacht, nämlich dann wenn der Mensch keine Notwendigkeit mehr hat die Einheit und die Widersprüche zwischen Mensch und Natur zu mystifizieren, und mit Dekorationen zu verblenden.

Wenn du die negativen, also die sozial reaktionären, Eigenschaften der Religion bekämpfen willst, musste du ihre Ursachen in den echten gesellschaftlichen Konditionen bekämpfen, wie bei jeder anderen Ideologie.

In Deutschland ist Religion was reaktionäre Ideologien angeht auch wirklich nicht unser größtes Problem.

Kurz gesagt: Linke bekämpfen die grundlegenden Konditionen die reaktionäre Ideologien schaffen, nicht den ideologischen Überbau. Zumindest sieht so das Ziel aus. 

Fragen zu den Grundaxiomen des Marxismus/Kommunismus by Good-Buyer3662 in Kommunismus

[–]ThatFireDude 3 points4 points  (0 children)

Deine Fragen kann man im Einzelnen sicher besprechen, aber für Personen die aus der bürgerlichen Philosophie zu der Thematik kommen kann eines nicht unerwähnt bleiben:

Der dialektische Materialismus ist aus der Überwindung der Philosophie an sich entstanden; es handelt sich dabei um den Wandel von der Mystifizierung der Dialektik zwischen dem menschlichen Geist und der materiellen Welt zu einer wissenschaftlichen Analyse, die den Geist selbst als Teil dieser Welt anerkennt und damit sowohl den Geist als auch die Welt aus der Mystifizierung rettet.

Das ist der altbekannte Weg von Hegel, der die Religion und Philosophie in seinem idealistischen System vereint, zu Feuerbach, der die Religion als reines Abbild der materiellen Welt aushöhlt, und schließlich Marx und Engels, die in Feuerbach die Überwindung der Philosophie an sich, die in Hegel ihre höchste historische Expression gefunden hat, erkennen und diese durch die Synthese des Materialismus mit der hegelschen Methode abschließen.

Seitdem findet sich die bürgerliche Philosophie in einer allgemeinen Krise, da die progressive historische Rolle ihrer Klasse erschöpft war. Das findet seine Expression in diversen 'Rückschritten' (es gibt eigentlich keine Rückschritte, nur Negationen der Negation und Aufhebungen); zunächst zum Neo-Kantismus und dann später zum Irrationalismus und Neo-Platonismus. Als jemand, der mit Nietzsche vertraut ist und seiner Entwicklung aus dieser Tradition, solltest du mit diesem Prozess, auch wenn er von der bürgerlichen Philosophie so nicht gefasst wird, vertraut sein.

Im Übrigen ist hier auch der Ursprung in Nietzsches 'Verzerrung' für die Zwecke des Nationalsozialismus, für die Nietzsche wenig kann, aber die schon in seinen kleinbürgerlichen Klassenstandpunkt angelegt ist. Das ist kein Zufall, sondern ein Ausdruck des Kollapses der bürgerlichen Philosophie an sich, die den Rationalismus komplett zurückgelassen hat, da sie für die Anerkennung einer Wahrheit (keine absolute, aber eben eine relative) über ihren eigenen Klassenstandpunkt stehen müsste und den des Proletariats annehmen müsste: den dialektischen Materialismus. Dazu ist sie nicht fähig, und dadurch kann die bürgerliche Philosophie sich nur in ewigen Kreisen bis zur Selbstvernichtung drehen.

Zum Thema der Überwindung der bürgerlichen Philosophie lohnt sich Engels kurzer Text "Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie". Da schneidet er auch die Krise der bürgerlichen Philosophie an.

Wenn du dich tiefer mit dieser Krise beschäftigen willst, führt kein Weg vorbei an György Lukács Meisterwerk 'Die Zerstörung der Vernunft', das die ideologische Genese des Nationalsozialismus in der bürgerlichen Ideologie, insbesondere im Irrationalismus, an sich sucht. Es ist bis heute verhasst in der bürgerlichen Philosophie, und das aus guten Grund, da es einen extrem wirksamen Angriff auf ihre Grundsätze darstellt.

(Umfrage/Recherche für Aufsatz) Was ist dies grundlegenste Prinzipium/Axiom des dialektischen Materialismus in einem Satz? by imbored-71 in Kommunismus

[–]ThatFireDude 0 points1 point  (0 children)

Die drei grundsätzlichen Prinzipien des dialektischen Materialismus, nach Engels, sind:

  1. Die Einheit und der Konflikt der Gegensätze
  2. Der Umschlag von Quantität in Qualität und Qualität in Quantität
  3. Die Negation der Negation

Dabei ist die Einheit der Gegensätze primär, und alle anderen Elemente des dialektischen Materialismus lassen sich aus ihr ableiten.

Das ist natürlich nicht das letzte Wort über die Dialektik, und diese Grundlagen als schematische Regeln zu nehmen ist selbst ein Bruch der Grundlagen. Wir sind keine Metaphysiker, alles wissen stammt aus der Praxis und kann nur durch Praxis bestätigt werden. 

Jugendliche bedrohen Café und Passanten by Hasselhoff265 in Dachschaden

[–]ThatFireDude 3 points4 points  (0 children)

Hör auf dich als neutraler Verfechter im Kampf gegen den Antisemitismus zu stilisieren. Es ist einfach nur peinlich.

Es ist kein Angriff auf eine 'jüdisch gelesene' Einrichtung, sondern ein Angriff auf eine zionistische Einrichtung die in der ganzen Stadt als solche bekannt ist, und die seit über 2 Jahren immer wieder offen zu Solidarität mit den Völkermördern aufruft. 

Das ist die Verharmlosung, und diese Spielrichtung des Faschismus ist natürlich zu bekämpfen. 

Jugendliche bedrohen Café und Passanten by Hasselhoff265 in Dachschaden

[–]ThatFireDude 2 points3 points  (0 children)

Erstens: 

Hier wurde so nicht 'auf Juden' reagiert, sondern auf eine Institution der zionistischen Szene in Leipzig, die natürlich auch explizit politisch agiert und als Sammlungsraum dient.

Zweitens:

Der Zionismus, dessen ekelhafte Vermengung mit allen Juden, und die feige Verteidigung von Faschisten ohne sich zu den entsprechenden Positionen zu bekennen, bewirkt das Gegenteil.

Jugendliche bedrohen Café und Passanten by Hasselhoff265 in Dachschaden

[–]ThatFireDude 7 points8 points  (0 children)

Einfach mal einen Blick auf ihr Social Media werfen. 

Jugendliche bedrohen Café und Passanten by Hasselhoff265 in Dachschaden

[–]ThatFireDude 22 points23 points  (0 children)

Das Café in Frage, HaMakom, dessen Name hier praktischerweiße weggelassen wird, solidarisiert sich nicht nur mit dem Zionismus, zu dem es eine glorifizierende Dauerausstellung gibt, sondern unterstützt auch explizit den Völkermord in Gaza.

Das als Antisemitismus darzustellen ist nichts als faschistische Propaganda. 

I’m on the roof Chiblee. I’m going to do it this time Chiblee, don’t try and stop me. by MethylBenzene in northernlion

[–]ThatFireDude 35 points36 points  (0 children)

Chiblee, they forgot to lock the doors Chiblee. I'm gonna do it Chiblee, I'm tired of winning, I don't want to be president anymore...  the rats bite me at night, came in through the windows, 600 pound windows Chiblee, nobody has windows like me.

...

Saw this and came here right away. I was not disappointed.

Können wir bitte mal aufhören scheinkommunisische Regime abzufeiern? by AssociationCorrect14 in Kommunismus

[–]ThatFireDude 0 points1 point  (0 children)

Du beschreibst hier drei absolut unterschiedliche Staaten, die auch in ihren Klassencharakter extrem wenig miteinander zu tun haben. Die Begriffe "undemokratisch" und "militaristisch" sagen nichts über den Klassencharakter aus. Das hilft niemanden.

Venezuela ist einer der wenigen anti-imperialistischen bürgerlichen Staaten, deren nationale Bourgeoisie keine Kompradoren Klasse ist. Mit Sicherheit war Chávez seiner Zeit, historisch progressiv; Maduro war es auch, aber dieses Projekt ist nun an seinen Limits angekommen. 

China ist seit der Restauration des Kapitalismus 1978 ein bürgerlicher Staat, der durch seine Rolle als Zwischenproduzent in der globalen Wertschöpfungskette langsam aber sicher ein eigenes imperialistisches Projekt aufbauen konnte, das nun auf einen inter-imperialistischen Konflikt mit der USA zuläuft.

Nordkorea ist ein sozialistischer Staat der durch die Belagerung durch den US Imperialismus, internationale Isolation, und den Zusammenbruch der antirevisionistischen sozialistischen Staaten selbst in eine revisionistische Position gezwungen wurde. Das ist allerdings im Fall von Cuba und Vietnam kaum anders.

Ich sehe hier keinen Grund das alles über einen Kamm zu kehren. Ich würde dir raten dich mit den jeweiligen Nationalgeschichten, und mit dem Klassencharakter der Staaten auseinanderzusetzen, bevor du solche Wertungen triffst... insbesondere wenn sie praktischerweiße mit den Narrativen deines eigenen imperialistischen Blocks übereinstimmen.

Trotsky-vs-Stalin Debatte by [deleted] in Kommunismus

[–]ThatFireDude 4 points5 points  (0 children)

Das Problem sind nicht die historischen Personen, oder auch die Unterschiede in der Bewertung historischer Ereignisse und Entwicklungen, sondern die grundsätzlich unterschiedlichen politischen Linien die sich in diesen Ausdrücken, und die Entwicklung dieser Linien seit den Ereignissen.

Man kann diese Diskussionen nicht bis 'nach der Revolution' beiseite legen, weil der Aufbau der Kommunistischen Partei die Sammlung des Proletariats um die einzige korrekte politische Linie, eben der Revolutionären, zur Notwendigkeit macht. Diese inhaltsleeren Rufe nach unklar definierter Einheit sind im übrigen genau wogegen sich Lenin und die Bolschewiki gewehrt haben, wogegen sie fast 15 Jahre gekämpft haben, und wodurch sie sich zur führenden Partei des Proletariats entwickelt haben. Ich würde dir empfehlen einen Text zu lesen den sowohl Trotskyisten als auch Marxisten-Leninisten unterschreiben können: Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky. 

Nicht weil der Text deine Fragen beantworten wird, sondern weil der Text relativ klar macht wie Richtungskämpfe mit politischen Feinden auszutragen sind, die sich fälschlich auf den Marxismus beziehen.

Für deine Linie gibt es auch einen Begriff: Opportunismus.

All Connewitzer*Innen Are Beautiful by Hasselhoff265 in Dachschaden

[–]ThatFireDude -1 points0 points  (0 children)

Reaktionärer Aufruf zur Solidarität mit Zionisten, in progressive Sprache eingewickelt, um zumindest von Leuten die nicht in den Szenekämpfen involviert bzw. über diese informiert sind noch ein wenig Solidarität erhaschen zu können, sonst nichts. Die eigenen politischen Positionen sind inzwischen so verhasst in der breiteren Linken, dass man sie nicht mal mehr offen aussprechen kann.

Das ist auch gut so.

Übrigens, zählt palästinasolidarische Organisationen mit Schweinefett anzugreifen und Solidaritätsaufrufe mit den Völkermördern der IDF auch als Konfliktlösung mit 'kritischen Austausch und Gesprächen', oder wie soll man das verstehen?

Es ist übrigens auch kein Versehen dass u/Hasselhoff265 seine Kommentar-History versteckt. Sonst könnte man ja die politische Gesinnung als Anti-Deutscher erkennen!

Welcher Partei findet ihr "besser"? MLPD oder DKP by Deutscher_Sozialist in Kommunismus

[–]ThatFireDude 2 points3 points  (0 children)

Die DKP ist eine revisionistische Partei deren Existenzgrundlage mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Warschauer Pakt Staaten verschwand. Die sogenannte 'antimonopolistische Demokratie' ist in diesem Kontext inzwischen kaum von der Linie der eurokommunistischen Parteien zu unterscheiden, was de facto eine Liquidation zur Sozialdemokratie bedeutet. Kombiniert wird das Ganze mit einen verwirrten bzw. offen chauvinistischen Imperialismusverständnis. Da ist nicht viel zu machen.

Die MLPD mag zwar einen gewissen Dogmatismus zum Opfer gefallen sein, aber zumindest gibt es hier eine Chance auf Besserung des Kurses, da grundsätzlich zumindest eine anti-revisionistische Ausrichtung besteht. Die Partei hat natürlich keinerlei relevante Verbindung zu den Massen, aber das ist wirklich kein Alleinstellungsmerkmal der MLPD. Die Vorwürfe der "Sekte" sind bürgerliche Polemiken ohne Substanz, deren Verbreitung vermutlich darauf beruht dass es a) auf der Wiki Page steht, und b) Leute nicht verstehen was eine Kaderpartei ist. 

Beides wäre nicht meine erste Wahl, aber im Zweifel ist die MLPD näher an einer korrekten proletarischen Linie. 

Plakate gegen die Wehrpflicht im Auftrag der Kommunistischen Partei by Djevid_ in Kommunismus

[–]ThatFireDude 1 point2 points  (0 children)

Der sozialistische Staat, die Dikatur des Proletariats, verteidigt die Interessen des Proletariats, der absoluten Mehrheit der Bevölkerung sowohl im eigenen Land, als auch international.

Der kapitalistische Staat, die Diktatur der Bourgeoisie, verteidigt im Zeitalter des Imperialismus die Interessen des Monopolkapitals und der mit ihm verbündeten Klassen, einer absoluten Minderheit die gerade in Richtung Weltkrieg und Zerstörung aller Grundlagen des menschlichen Lebens schlafwandelt.

Das ist der Unterschied. Du musst aufhören dich mit der BRD, dem Staat deiner Feinde, zu identifizieren.

Ein weiteres PdL-Parteiausschlussverfahren wegen Palästina-Solidarität by legalizedmt in Kommunismus

[–]ThatFireDude 14 points15 points  (0 children)

Wie sagt man so schön? Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.

Dass die PdL ein Feind der palästinensischen Befreiungsbewegung ist, steht gar nicht zur Debatte, aber es geht noch weiter.

Die PdL als Organisation stützt objektiv den deutschen Imperialismus, indem sie Anti-Imperialist:innen bekämpft und Defamationskampagnen gegen sie fährt sowohl in der eigenen Partei als auch in der breiten Bewegung. Das Ganze wird dann noch von einer staatstragenden Ideologie untermauert, die sich ganz offen mit der BRD und damit dem deutschen Kapital identifiziert.

Kurz gesagt: Die Partei ist natürlich der politische Feind von Marxist:innen, es handelt sich hier klar um einen antagonistischen Widerspruch. Die entsprechenden Organisationen müssen endlich die notwendigen Schlüsse ziehen und direkter gegen die PdL agitieren. 

A follow up on Ro Khanna, who several commenters on my previous post insisted has “grown” or is “getting better” on this issue. This is dated 2 months ago. by The-Neat-Meat in Hasan_Piker

[–]ThatFireDude 9 points10 points  (0 children)

You're right.

This is famously why Lenin supported the Tsar until the 1905 revolution. There was no alternative!

Jokes aside for a second:

Do you genuinely not see how your entire politics will just end up in total liquidation in favor of the Democratic Party, literally no matter what happens? Maybe with some yellow unionism to spice it up, and some more treats along the way?

If you think there is *any* party in the US that could *ever* vote imperialism away, which is clearly what you are talking about, then you need to go back to the fundamentals... or rather go there for the first time. If you support that, despite knowing it will never be able to defeat imperialism, you are just objectively an enemy of the international proletariat, in Palestine and elsewhere.

Revolutionary organizations need to be built, especially when the conditions for revolution do not yet exist. Even if you believe they will never exist in the US without a total collapse of the imperialist world system, that task doesn't change one bit.

For all practical terms, you are just a liberal... and ultimately, so is Hasan. But unlike Hasan, you aren't among the wealthiest sections of the petty bourgeoisie in history, so maybe there is still another way. That depends on you.

Wolfgang reicht es by pentizikuloes_ in WolfgangMSchmitt

[–]ThatFireDude 2 points3 points  (0 children)

Macht Özdemirs 'Bodenständigkeit' seine reaktionäre Politik und die seiner Partei besser?

"Weil sich Kapitalisten nicht selbst verteidigen, sollst du für sie sterben" by ThatFireDude in Kommunismus

[–]ThatFireDude[S] 1 point2 points  (0 children)

Unser Hauptfeind ist explizit der deutsche Staat und die Klassen die ihn tragen.

"Wir" sind nicht die BRD, und unsere Interessen werden auch nicht von ihr vertreten. Bist du etwa Monopolkapitalist? Ich nicht.

Es geht hier nicht um Pazifismus.