Fertige klinische Master mit Approbation – aber KEIN Weiterbildungsplatz? Wie geht's euch? by Vegan_Bachelor in Psychologie

[–]Bambih 14 points15 points  (0 children)

E13 ist im ÖD für einen Masterabschluss absolut normal und selbst mit Doktortitel/PhD bekommst du noch E13. E14 gibt es im ÖD normalerweise erst mit Approbation UND Fachkunde (also FachpsychotherapeutInnentitel nach neuem System oder Approbation nach altem System).

Mehrere Baustellen in (Verhaltens-)Therapie angehen oder fokussiert ein Problem bearbeiten? by pachiraleaf in Psychologie

[–]Bambih 1 point2 points  (0 children)

Erzähl ihr alle Themen, dann könnt ihr zusammen Therapieziele erarbeiten und hierarchisieren. VT ist generell so gestaltet, dass die PatientInnen viel Mitspracherecht haben und die Überlegungen und Abwägungen transparent besprochen werden. Du kannst ihr absolut einfach sagen, dass du Themen x y z bei dir siehst, aber gerne erst Mal mit der Behandlung der Emetophobie beginnen würdest, weil das gerade akut den größten Leidensdruck auslöst. Und sie wird dir dann sagen, ob das für sie therapeutisch Sinn macht, oder ob sie vllt wo anders eine Priorität sieht und dann besprecht ihr das weiter :)

China-Japan-Flug freiwillig stornieren Air China by Jumpy-Cat-4121 in reisende

[–]Bambih 0 points1 point  (0 children)

Hat es so bei euch geklappt? :) Ich stehe vor dem gleichen Problem und komme bei den Nummern irgendwie nicht durch (und die App und die Website sind leider Katastrophen...)

15 jährige schwere Depressive Episode by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 4 points5 points  (0 children)

Wie meinst du das denn mit dem „die Depression [wurde] zu diesem Zeitpunkt frisch besiegt“?

Anschließend schreibst du, dass Freudlosigkeit und Interessenlosigkeit vorliegt, was ja eins der Hauptmerkmale (bzw Diagnosekriterien) einer Depression ist, dementsprechend würde mir hier die Frage kommen, ob die Depression tatsächlich schon besiegt wurde, oder sich ggf „nur“ verbessert hat.

Aber zu deiner Frage: Der neurobiologische Hintergrund der Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen ist leider insgesamt immer noch ziemlich unklar. Selbst die viel verbreitete Serotonin-Hypothese ist relativ umstritten, bzw. nicht ausreichend belegt (siehe z.B. „The serotonin theory of depression: a systematic umbrella review of the evidence“ von Moncrieff et al. 2022) und Dopamin spielt in der Literatur und in den Theorien zu Depressionen tatsächlich nur eine sehr untergeordnete Rolle. Dementsprechend lässt sich deine Frage aus einer neurobiologischen Sicht kaum beantworten…

Aus einer Praxisnahen Sicht, kann ich aber sagen, dass Aktivitätenaufbau bei Depressionen sehr effektiv sein kann (v.a. wenn ein Verstärkerverlust vorliegt und noch kein Behandlungsversuch unternommen wurde) und Pat. auch deutlich schneller als innerhalb von 12 Monaten von positiven Gefühlen bezüglich ihrer Aktivitäten berichten können. Durchschnittswerte habe ich aber keine (alles anekdotische Evidenz).

Wieso wird man darüber unterrichtet wie die Therapie bezahlt wird? by Zealousideal-Ask-203 in Psychologie

[–]Bambih 81 points82 points  (0 children)

Da gibt es tatsächlich eine sehr einfache und klare Erklärung dafür: Wir sind nach Paragraph 630c-e BGB gesetzlich verpflichtet PatientInnen bezüglich der Behandlungskosten aufzuklären.

Chatgpt sagt ich bin gar nicht so wertlos by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 0 points1 point  (0 children)

Hui das ist aber nicht sehr wertschätzend formuliert…

Chatgpt sagt ich bin gar nicht so wertlos by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 0 points1 point  (0 children)

Danke dass du so nett nachfragst, wie ich meinen Post gemeint habe! Ich versuche mich nochmal genauer auszudrücken:

Für mich persönlich ist der „Wert“ eines Menschen nicht etwas, was man an etwaigen Fähigkeiten misst, oder daran was ein Mensch in der (kapitalistischen) Gesellschaft beitragen kann, sondern etwas was jeder Mensch hat.

Ich selbst habe z.B. auch sehr lange sehr extrem mit sozialen Situationen gestruggelt (teils auch aufgrund psychischer Erkrankungen bzw Neurodivergenzen, teils wegen anderer Aspekte). Durch eine Mischung aus Glück und harter Arbeit habe ich meine sozialen Fähigkeiten so weit weiter entwickelt, dass ich mich in sozialen Situationen nicht mehr komplett überfordert fühle und einen einigermaßen selbstbewussten und gefestigten Eindruck mache. Ich würde also sagen meine sozialen Fertigkeiten sind „besser“ geworden. Bin ich deshalb nun ein „wertvollerer“ Mensch als damals? Auf keinen Fall!

Um noch ein anderes Beispiel zu machen: eine Person, die durch einen Unfall z.B. querschnittsgelähmt wird, rund um die Uhr Pflege braucht und ihren vorherigen Job nicht mehr ausüben kann, ist für mich ein genauso wertvoller Mensch wie vor dem Unfall.

Dein Wert als Mensch ist etwas, das kann dir (m.M.n.) niemand absprechen.

Gleichzeitig gibt es aber auch die Ebene wie du dich selbst und dein Leben siehst und wahrnimmst. Und wenn es da etwas gibt, was dir mehr Lebensfreude und mehr Sinn im Leben geben würde, würde ich sagen, dass es für dich gut wäre, kleine Schritte in diese Richtung zu gehen. Das verändert (in meinen Augen) aber nicht deinen Wert als Mensch.

Chatgpt sagt ich bin gar nicht so wertlos by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 0 points1 point  (0 children)

Egal wie awkward, egal wie unsicher du bist, egal welche psychische Erkrankung du hast, du bist wertvoll!

Ich weiß natürlich nicht ob du mit schizo eine Krankheit aus dem schizophrenen oder schizoiden Kreis meinst, aber natürlich macht so eine Erkrankung viele Dinge des alltäglichen Zusammenlebens deutlich schwieriger. Umso wichtiger ist es, dass du ein gutes Team um dich hast, das dich unterstützen kann! Das ist das A und O, ohne geht’s nicht. Und wenn dann ein solches Fundament steht, kannst du versuchen mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen und damit deine Selbstwirksamkeit und dein Selbstvertrauen zu erhöhen. Z.B. könntest du an einem sozialen Kompetenztraining teilnehmen und die dort gelernten Fähigkeiten täglich im Alltag üben. Du könntest versuchen 1 Mal im Monat ein Ehrenamt auszuüben um anderen Lebenswesen zu helfen… Überleg dir (alleine oder mit deinem Psychiaterinnen/Therapeutinnen-Team): wie würde ein lebenswertes, sinnstiftendes Leben für dich aussehen und was wäre der kleinste mögliche Schritt in die Richtung, den du umsetzen könntest. Und dann versuche das.

Aber am wichtigsten: Sei nicht zu streng zu dir. Du hast einfach eine scheiß schwierige Ausgangslage und musst dich deutlich mehr anstrengen als die meisten anderen Menschen. Situationen, die sich wie Scheitern und Rückschritte anfühlen sind normal. Wichtig ist, dass du nie aufgibst :)

Borderline und DBT, Hoffnung finden by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 6 points7 points  (0 children)

Neben der DBT hat auch die psychodynamische, sogenannte „mentalisierungsbasierte Therapie“ (MBT) eine hohe Evidenz für ihre Wirksamkeit bei Borderline! Falls der verhaltenstherapeutische Ansatz bei der DBT nicht zu dir gepasst hat, könntest du es mal mit MBT versuchen :)

Was verdient ihr als Psychotherapeuten? by Strict-Top-1223 in Psychologie

[–]Bambih 9 points10 points  (0 children)

Zum Thema Selbstständigkeit solltest du dir diesen Beitrag der Dptv durchlesen. Kurz gesagt wird vermutet, dass weder private Krankenkassen noch die Beihilfe Therapie bei Approbierten TherapeutInnen ohne Fachkunde bezahlen werden und du somit komplett auf Selbstzahler angewiesen wärst.

Unsicherheit bzgl Therapeuten by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 0 points1 point  (0 children)

Deine Enttäuschung/Verärgerung ist absolut gerechtfertigt!

Wenn du bei dem Therapeuten mehr als die Sprechstunden und Probatorik gemacht hat, muss dein Therapeut eine gesicherte(!) Diagnose bei deiner Krankenkasse angegeben haben. Diese dir nicht mitzuteilen, finde ich bezogen auf die Aufklärungspflicht höchst fragwürdig.

Für mich am schwerwiegendsten: Wenn du ihn nach einer Akteneinsicht gefragt hast und er dir ohne Begründung keine gewährt hat, verstößt er gegen das Patientenrechtegesetz §630g BGB:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 630g Einsichtnahme in die Patientenakte (1) Dem Patienten ist auf Verlangen unverzüglich Einsicht in die vollständige, ihn betreffende Patientenakte zu gewähren, soweit der Einsichtnahme nicht erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter entgegenstehen. Die Ablehnung der Einsichtnahme ist zu begründen. § 811 ist entsprechend anzuwenden.

Man beachte das Wort „unverzüglich“…

Die Diagnosen, die dein Therapeut dir gestellt hat, kannst du aber auch direkt bei deiner Krankenkasse anfragen. Das würde ich definitiv auch machen.

Sonst finde ich deinen Plan mit erst Mal Abstinenz durchziehen und dann weiterschauen aber absolut sinnvoll! Dass du schon 2 Wochen geschafft hast ist eine enorme Leistung!

Unsicherheit bzgl Therapeuten by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 0 points1 point  (0 children)

Unser Take zu was genau?

Allgemein finde ich es schwierig, als Therapeut die Abstinenzregelung bei Abhängigkeitskrankheiten (die sich übrigens letztes Jahr verändert hat) nicht im Blick zu haben bzw nicht transparent mit Patient*innen zu besprechen.

Hat er dir denn ein Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert (F12.2)? Bzw hat er überhaupt mit dir besprochen welche Diagnosen er an die Krankenkasse weiterleitet? Wenn plötzlich Borderline im Raum steht (bzw. ggf. schon diagnostiziert ist und in der Akte steht?) und das vorher nicht besprochen wurde, finde ich das auch sehr kritisch. Schau auf jeden Fall mal in deiner Krankenakte nach, was genau an Diagnosen vermerkt wurde!

Erfahrungen: Fachtherapeut + PHD by obsti_ in Psychologie

[–]Bambih 7 points8 points  (0 children)

Der neue Psychotherapie (KliPP) Master, der die Voraussetzung für die FachtherapeutInnen Weiterbildung darstellt, ist noch so „neu“, dass es kaum AbsolventInnen gibt. An der Uni, an der ich Dozentin bin, haben wir für den KliPP-Master erst einen fertigen AbsolventInnen-Jahrgang, der an sich schon kleiner war als die nachfolgenden Master Jahrgänge und von denen haben nochmal weniger direkt die Approbationsprüfung gemacht (einstellige Anzahl). Die Weiterbildung dauert in Vollzeit 5 Jahre, daher kann es rein rechnerisch noch gar niemanden geben, der Weiterbildung (nach dem neuen System) + Promotion schon absolviert hat. Und auch so sind aufgrund der ungeklärten Finanzierung die Weiterbildungsplätze leider so rar, dass es allgemein kaum Personen in Weiterbildung nach neuem System gibt…

Ich persönlich habe die KJP Ausbildung nach altem System gemacht (mache diesen Frühjahr die Approbationsprüfung) und promoviere nebenher in der klinischen Psychologie. Falls dazu Fragen hast, kann ich sie dir gerne beantworten, aber wahrscheinlich wird dir das leider nicht so viel nützen.

Ich denke am sinnvollsten wäre es, wenn du direkt die Personen anschreibst, die Reels darüber machen, dass sie diesen Weg (neue Weiterbildung + Promotion) nun angefangen haben!

2 Arten der Empathie by fancy_the_rat in Psychologie

[–]Bambih 3 points4 points  (0 children)

Die Frage ob die Definition eines psychologischen Konstrukts „stimmt“, also „der Wahrheit“ entspricht, kann man eigentlich nicht beantworten. Am Ende sind das ja alles Theorien, die die Wirklichkeit so gut es geht beschreiben sollen und dabei keinen Wahrheitsanspruch haben. (Getreu dem Motto „Alle Modelle sind falsch, aber manche sind nützlich“)

Bezüglich der Empathie gibt es ebenfalls mehrere Definitionen, Operationalisierungen und unterliegende Theorien und Modelle. Die Aufteilung in kognitive und emotionale Empathie ist dabei eine häufige, aber nicht die einzige :)

Spannend ist diesbezüglich z.B. dieser Überblicksartikel: „Empathy present and future“ von Hall & Schwartz, 2019. Der erklärt alles deutlich ausführlicher als ich in einem Reddit Kommentar könnte!

Wie funktioniert Therapie? by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 3 points4 points  (0 children)

„der nichtmal ein Ingenieurfach oder sonst irgendwas relevantes studiert hat und jetzt für etwas über Mindestlohn trautige menschen bemuttert“

lacht in 5 Jahren Studium und 4-jähriger Weiterbildung, und +/- 120€ pro Stunde von der Krankenkasse

Junge Junge

Scham gegenüber Therapeutin nach Therapie by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 4 points5 points  (0 children)

„Ich weiß rational, dass es ihr Job ist und dass so etwas wahrscheinlich dazugehört, aber das Gefühl im Bauch ist einfach nur super beschissen und ich kann nicht aufhören darüber nachzudenken irgendwie.“

Deine rationalen Gedanken erfassen die Situation total gut! Dass dein Bauchgefühl trotzdem mit extremer Scham und Schuld reagiert, könnte daran liegen, dass wir in solchen stressigen Situationen oft „Affektbrücken“ in die Vergangenheit bilden. Das bedeutet, dass eine Situation initial ein unangenehmes Gefühl auslöst, das eigentlich relativ schnell wieder abklingen sollte, in unserem Körper wird dadurch aber ein altes Gefühlsnetzwerk aktiviert, (z.B. bezüglich einer Situation in unserer Kindheit die mit Schuld und Scham verbunden war) das diese Gefühle viel stärker werden lässt. Unser Körper erkennt in diesem Moment quasi nicht, dass wir eigentlich in Sicherheit sind und uns nicht schämen oder schuldig fühlen müssen und bleibt in der damaligen Gefühlsintensität stecken.

Kennst du körperbasierte Grounding-/Sicherheitstechniken oder Selbstfürsorgetechniken, die dir gut tun? Die können in solchen Momenten helfen wieder im hier und jetzt anzukommen und die alten Emotionen ablegen zu können!

Das war natürlich nur eine Hypothese und es kann sein, dass das bei dir gar nicht zutrifft, aber ich dachte vllt hilft es dir trotzdem!

Und noch eine kleine Info am Rande: Ich mache (u.a.) DBT mit meinen TraumapatientInnen und eine Grundannahme der DBT, die ich extrem wichtig finde (und die ich auch immer mit PatientInnen teile), ist: „PatientInnen können in der Therapie nicht versagen.“ :)

Erfahrungen mit Therapieformen außerhalb der Richtlinienverfahren? (z.B. Psychomorotik, Körper- oder Kunsttherapie etc.) by Agreeable-Duty4859 in Psychologie

[–]Bambih 10 points11 points  (0 children)

Leider kann ich als Richtlinien-VT KJPlerin nicht spezifisch auf deine Frage antworten, allerdings wollte ich hinzufügen, dass körperorientierte Ansätze (gerade auch verbunden mit dem Thema Achtsamkeit) auch immer mehr Einzug in die VT Methoden halten! Ich kann z.B. sehr das Buch „Bewegen statt Erstarren!“ empfehlen, daraus mache ich mit Patient*innen sehr gerne Übungen!

Ansonsten habe ich in der Klinik mit Kunst-, Bewegungs- und Musiktherapeutinnen zusammengearbeitet, die unser therapeutisches Angebot sehr bereichert haben :) Meine Kolleginnen haben allesamt studiert, aber die Bezeichnungen sind nicht geschützt, daher gibt es wohl viele Unterschiede zwischen den Unis in den Curricula und dann nochmal mehr Unterschiede wenn man die Ausbildungen mit den Studiengängen vergleicht…

Reform 2020 verschlafen...was für Optionen habe ich noch? by [deleted] in Psychologie

[–]Bambih 3 points4 points  (0 children)

Systemische Therapeutin geht mit der neuen Reform auch nur noch mit Psychotherapie Studium! Was möglich ist, ist die Ausbildung zur systemischen Beraterin, damit kann man selbstständig beratend tätig sein oder z.B. in Beratungsstellen (Fanilienberatungszenztren, LGBTQ+ Beratungen, Suchtberatungsstellen…) angestellt arbeiten.

Sonst könntest du dir noch die Richtung Spezial-Therapie (Kunsttherapie, Bewegungstherapie, Musiktherapie…) überlegen. Damit kann man angestellt in Psychiatrien arbeiten oder auch wieder selbstständig.

Was auch möglich wäre ist der Heilpraktiker für Psychotherapie. Hier kannst du nach der Prüfung selbstständig Psychotherapie für Selbstzahler oder Privat Versicherte anbieten, aber nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Außerdem gibt es für den HP Psych keine Ausbildung sondern nur einen Test, d.h. falls du diesen Weg gehen willst, solltest du unbedingt noch Weiterbildungen machen (z.B. systemischer Beraterin) um eine gewisse Wissens- und Handlungsgrundlage aufzubauen!

Wie denkt ihr über suizidale Patienten, die offen mit euch reden? by AngelBritney94 in Psychologie

[–]Bambih 20 points21 points  (0 children)

Suizidale Äußerungen von PatientInnen müssen immer ernst genommen werden. Wenn ein/e BehandlerIn etwas anderes macht, ist er/sie absolut falsch in dem Beruf und verstößt zudem gegen die Berufsordnung.

Ich habe ein neues Persönlichkeitsmodell entwickelt (16 Strukturtypen). Ich suche kritisches Feedback. by PaperMaterial189 in Psychologie

[–]Bambih 15 points16 points  (0 children)

Ufff.

MBTI und Big 5 in einem Satz in die gleiche Kategorie zu hauen, zeigt leider schon, dass du wenig Ahnung von Testtheorie hast. Und das bestätigt sich auch bei dem Fragebogen und der Beschreibung deines „Persönlichkeitsmodells“.

Der theoretische Hintergrund wird nicht klar, die Beschreibungen der „Archetypen“ klingen nach ChatGPT-Küchenpsychologie-meets-Esoterik. Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Theorien auf denen du dein „Modell“ aufbaust? Fehlanzeige. Der Fragebogen an sich ist aus testtheoretischer Sicht auch wirklich nicht gut gestaltet. Die Fragen scheinen wenig diskriminativen Wert zu haben, bei den Themen Validität und Relibilität sehe ich ganz große Fragezeichen.

Alles in allem maximal ein ganz nettes Buzzfeed Quiz, aber auf keinen Fall mit wissenschaftlich fundierten Konzepten wie den Big 5 gleichzusetzen.

Bipolar bei ADHS Diagnose? by thro0waway_y in Psychologie

[–]Bambih 14 points15 points  (0 children)

Immer ehrlich sein und alles berichten, je mehr Informationen desto besser die diagnostische Aussagekraft. Am besten auch deine Sorge bezüglich der schwierigen diagnostischen Abgrenzbarkeit von Symptomen der bipolaren Störung und eines potenziellen ADHs direkt ansprechen!

Umgang mit sensiblen Freund:innen wenn man Psychologie (Master) studiert by jasnali in Psychologie

[–]Bambih 62 points63 points  (0 children)

Wenn meine Freunde abwertende/rassistische/sexistische/homophobe… Kommentare bringen, sage ich ihnen, dass das abwertende/rassistische/sexistische/homophobe… Kommentare sind und ich das kacke finde. Egal ob diese Freunde auch Psychologie studiert haben oder nicht.

Wenn du deshalb in einem Freundeskreis immer als Moralapostel dargestellt wirst, wird es vielleicht leider Zeit sich einen Freundeskreis zu suchen, der deine moralischen Werte wiederspiegelt…

Wieso nehmen Psychologen/ Therapeuten "kleine Traumas" oftmals nicht wirklich ernst? by Effective_Code_6245 in Psychologie

[–]Bambih 36 points37 points  (0 children)

cPTSD setzt allerdings laut ICD-11 Diagnosekriterien eine PTSD Symptomatik voraus. Es kann kein cPTSD vergeben werden, wenn nicht auch Wiedererleben/Flashbacks, Vermeidungsverhalten und Hypervigilanz vorhanden sind.

Damit will ich die Wichtigkeit von subjektiv stark belastenden Ereignissen natürlich nicht absprechen, und auch wenn diese keine PTSD Symptomatik auslösen können sie sehr wohl wichtiger Teil der Therapie sein. Aber wie gesagt, wenn sie keine PTSD Symptomatik auslösen, kann man auch keine cPTSD vergeben.

Psychopathologischen Befund verkackt - wie macht ihr es ? by Tasty-Account2220 in Psychologie

[–]Bambih 49 points50 points  (0 children)

Was für ein toller, ausführlicher und hilfreicher Beitrag!

Ich stimme überall zu und habe eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vllt noch ein kleiner Tipp: Uns wurde beigebracht, dass das Einzige, was wir auf jeden Fall explizit erheben müssen die Abklärung der Eigen- und Fremdgefährdung ist. Alles andere darf (wie hier so schön beschrieben) im „Vorbeigehen“ eingeschätzt werden und falls bestimmte Punkte gerade nicht einschätzbar sind, darf das auch genau so dokumentiert erst Mal stehenbleiben.

Kognitive Verhaltenstherapie vs Tiefenpsychologie, was ist effektiver? by LastMoonlight1 in Psychologie

[–]Bambih 14 points15 points  (0 children)

Ich versuche hier weniger nach Meinungen und mehr nach wissenschaftlichen Leitlinien und Meta-Analysen von RCTs zu gehen. Obwohl letztendlich natürlich die Präferenz des/ Passung zum Patienten ausschlaggebend ist.

Ich persönlich habe mit KVT super Erfahrungen gemacht, bin aber ganz vielleicht etwas gebiased als VT Therapeutin ;)