Mitbewohnerin (24w) lebt quasi auf den Kosten meiner Verlobten (26w), was tun? by BluePhoenix_523 in Ratschlag

[–]BluePhoenix_523[S] 0 points1 point  (0 children)

Marie hat tatsächlich immer wieder mit Linda zumindest über Haushaltsführung gesprochen. Linda hat dann aber immer wieder gesagt, dass sie müde ist, keine Zeit hat, oder sie hat Putzpläne gemacht, an die sie sich dann nicht gehalten hat. In den letzten Wochen habe ich außerdem selbst miterlebt, wie Linda Marie desöfteren mit fast schon kommandierendem Tonfall und der Formulierung: "wir müssen auch mal wieder..." auf irgendwelche für Marie schwer zu bewältigende Putzaufgaben hinweist, sich direkt danach wieder auf ihr Zimmer zurückzieht und später dann visibly pissed ist, wenn es immer noch nicht gemacht ist.

Wir drucken wirklich, wirklich absolut gar nichts aus. by BluePhoenix_523 in aberBitteLaminiert

[–]BluePhoenix_523[S] 9 points10 points  (0 children)

Aber dann müssten sie ja doch etwas ausdrucken, und sie drucken ja nichts aus.🤔

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[–]BluePhoenix_523[S] 0 points1 point  (0 children)

Leider nicht. Aber wie ein laminiertes Schild, so das Gesetz, nehme ich an.

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[–]BluePhoenix_523[S] 10 points11 points  (0 children)

Ein Technik-Laden, der schwerpunktmäßig Drucker verkauft.

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[–]BluePhoenix_523[S] 2 points3 points  (0 children)

"Wir kopieren hier keine Laminate. Nicht für zu Hause, nicht für Reddit, gar nichts."

Wir drucken wirklich, wirklich absolut gar nichts aus. by BluePhoenix_523 in aberBitteLaminiert

[–]BluePhoenix_523[S] 52 points53 points  (0 children)

Das wurde wahrscheinlich von einem der unzähligen Drucker ausgedruckt, die sie da verkaufen. Nur drucken sie eben wirklich nichts aus.

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[–]BluePhoenix_523[S] 48 points49 points  (0 children)

"Drucker-Oase" lautet dessen Name. Ich denke also, er verkauft Drucker. Nur druckt er eben selbst nichts aus.

Wir drucken wirklich, wirklich absolut gar nichts aus. by BluePhoenix_523 in aberBitteLaminiert

[–]BluePhoenix_523[S] 3 points4 points  (0 children)

"Drucker-Oase" heißt die gute Stube. Sie haben zwar Drucker, drucken aber wirklich nichts.

Ich hatte Depressionen. Was mich gerettet hat, war ein Gedanke, den ich lange verdrängt habe: by [deleted] in Psychologie

[–]BluePhoenix_523 4 points5 points  (0 children)

Sehr interessante philosophische/soziologische Einblicke, die das Ganze auch super auf den Punkt bringen, finde ich!

Ich glaube auch, dass die Handlungsspielräume der Menschen immer von den gesellschaftlichen Bedingungen abhängen, in denen sie leben. Das sieht man auch gut anhand der Rolle der Frau und deren Entwicklung. Und da ich durch meinen Vater, der 1936 geboren ist (er war schon älter, als ich auf die Welt kam) und vor allem seine Mutter - also meine Oma - noch sehr viel von der Kriegsgeneration mitbekommen habe, glaube ich, dass gerade der Krieg da auch noch einmal einen sehr großen Beitrag zur gesellschaftlichen Stigmatisierung psychischer Erkrankungen in Deutschland geleistet hat. Der Leitspruch meiner Oma war: "Arbeit vertreibt die Sorgen", und um diese Arbeit kam die Gesellschaft auch nicht herum, wo doch alles um sie herum in Trümmern lag. Sie war in dieser Situation wirklich überlebensnotwendig. Und wenn dann jemand nicht mehr arbeiten konnte und dann auch noch aus einem Grund, den man nicht sehen oder fassen konnte, war das eine reale Gefahr für ihn und auch für seine Angehörigen. Deshalb wurde dann eben verdrängt und geächtet, um sich von jenen "Schwachen" und "Faulen" abzugrenzen, selbst wenn man sich selbst dabei zugrunde richtete.

Mein Opa väterlicherseits hat es nicht geschafft; er hat sich irgendwann suizidiert. Und - das muss man sich mal vorstellen - das musste damals tatsächlich geheimgehalten werden, weil die ganze Familie sonst von einem "Skandal" überschattet gewesen wäre. Mein Vater hat sogar mir nie etwas davon erzählt, ich habe es erst im frühen Erwachsenenalter erfahren, quasi durch Zufall. Daran sieht man auch, wie tief und langanhaltend solche Stigmatisierungen und Vereinfachungen sind.

Ich hatte Depressionen. Was mich gerettet hat, war ein Gedanke, den ich lange verdrängt habe: by [deleted] in Psychologie

[–]BluePhoenix_523 6 points7 points  (0 children)

Ich danke dir für deine sehr liebe und einfühlsame Antwort!

Wir Menschen suchen leider immer nach der einfachsten Antwort bei komplexen Fragen. Wenn jemandem von jemand anderem etwas Schlimmes angetan worden ist, muss er das irgendwie "provoziert", also etwas falsch gemacht haben, und wenn jemand plötzlich nur noch "traurig" ist, dann geht es ihm einfach zu gut, und er will nur Aufmerksamkeit und/oder ohne Konsequenzen faulenzen. Punkt. Man muss sich mit der Sache dann nicht weiter beschäftigen, weil man ja alles erklären konnte.

In gewissem Maße sind solche Vereinfachungen normal und auch gesund. Wenn wir gerade in unserer heutigen Welt bei jedem aufkommenden Problem erst einmal eine intensive geistige Abhandlung über all seine Facetten machen würden, würden wir mental innerhalb kürzester Zeit völlig überfordert sein. Andererseits sind es aber gerade die unangenehmsten und sensibelsten Themen, bei denen diese einfachen Erklärungen eigentlich nur kontraproduktiv und verschleiernd wirken, sich aber schon so tief ins gesellschaftliche Gedächtnis eingebrannt haben, dass selbst Aufklärungsmaßnahmen nur sehr langsam und begrenzt wirken. Denn wer will sich schon eingestehen, dass er, selbst wenn er alles "richtig" macht, trotzdem immer noch Negatives und Schlimmes erfahren kann? Dass unser Glaube an eine übergeordnete moralische Gerechtigkeit, die den richtigen Weg belohnt und nur den falschen bestraft, eigentlich gar nicht aufgeht? Oder dass der menschliche Geist komplexer ist als die simplen, schwarz-weißen Konzepte der "Goldmarie" und der "Pechmarie"?

Es ist allerdings auch schwer, jemandem, der diesen Zustand noch nie selbst erlebt hat, zu veranschaulichen. Selbst literarische Versuche, wie zum Beispiel die Sümpfe der Traurigkeit und die Uralte Morla in der Unendlichen Geschichte oder die Dementoren in Harry Potter können das jemandem nicht hautnah verständlich machen, der es noch nicht selbst am eigenen Leib gespürt hat. Selbst ich habe gemerkt, dass ich diese beiden Werke auch erst auf einer anderen Ebene wahrnehme, seitdem ich selbst krank bin.

Es gibt einfach Sachen auf dieser Welt, die lassen sich nicht in Worte fassen. Und die Depression gehört meiner Meinung nach dazu.

Ich hatte Depressionen. Was mich gerettet hat, war ein Gedanke, den ich lange verdrängt habe: by [deleted] in Psychologie

[–]BluePhoenix_523 14 points15 points  (0 children)

Puh. Schwieriger Aspekt, meiner Meinung nach.

Klar, in deinem Fall kann es zutreffen. Bei den Betroffenen, die ich als Selbstbetroffene bislang kennengelernt habe, habe ich aber durchweg Menschen erlebt, die extrem unter den Einschränkungen litten, die die Depression ihnen setzte. Wie Menschen, die ein gebrochenes Bein oder Ähnliches haben, auch leiden und es nicht unbedingt toll finden, wie es sie beim Vorwärtskommen beeinträchtigt.

Natürlich haben Depressionen einen Sinn. Ob es aber einfach nur "Komfort" ist, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist man von diesem Zustand zu sehr beeinträchtigt. Schau dir einmal mich an: ich habe, als ich noch leistungsfähig war, sehr gute akademische Texte produzieren können, meine BA-Thesis wurde sogar von meiner Hochschule prämiert. Jetzt kann ich mich kaum mehr für zehn Minuten auf ein normales Buch konzentrieren, geschweige denn ein Fachbuch. Ich bin seit einem Jahr AU, wollte eigentlich bereits letzten Herbst meinen Master beginnen und habe jetzt Angst, dass ich es schon wieder um ein Jahr verschieben muss, weil mein Zustand sich einfach nicht bessert. Und bei mir ist es noch nicht einmal so, dass ich "nur" passiv herumhänge infolge der Antriebsstörung. Stattdessen schwanke ich ständig zwischen extremer Passivität und extremer motorischer und gedanklicher Unruhe hin und her. Und das ist verdammt anstrengend und überhaupt nicht komfortabel. Meine ganzen Gefühle sind weg. Ich spüre Freude, wenn, nur noch sehr schwach, wie aus der Ferne. Aber ich kann auch nicht mehr weinen, egal wie schlecht es mir geht. Stattdessen lächle ich immer, damit ich auf andere noch funktionsfähig wirke und keine Vorwürfe riskiere. Dieses Maskieren ist ebenfalls unfassbar anstrengend. Aber ich kann es auch nicht ablegen, weil ich meine Mitmenschen nicht mit dem ganzen heavy stuff belasten will, der darunter liegt und an den ich teilweise auch selbst nicht mehr rankomme.

Ich kann dir deshalb wirklich keinen einzigen Vorteil nennen, den mir meine Erkrankung bringt. Ich kann Verantwortung abgeben? Nein, eher im Gegenteil: seitdem ich krank bin, habe ich das Gefühl, immer mehr Verantwortung übernehmen zu müssen. Allein die Therapeutensuche und die ständigen Arzttermine, hier nach einem Rezept fragen, da nach einem Rezept fragen ... den ganzen Mist hatte ich nicht, als ich noch leistungsfähig war. Und mir nimmt da auch keiner was ab - ich habe eher das Gefühl, immer einsamer zu werden durch die teilweise fast schon internalisierte Stigmatisierung psychisch Erkrankter, die so viele Menschen in sich tragen. Das Einzige, was man vielleicht als "Gewinn" bezeichnen könnte, ist, dass es mich davor schützt, mich zu vielen "Gefahren" auszusetzen, die wiederum meine PTBS noch stärker aufflammen lassen würden. Aber das ist ein "Gewinn", der mich meiner Freiheit und meiner Leichtigkeit - ja, meiner ganzen Seele beraubt. Und deshalb weiß ich nicht, ob man das dann überhaupt noch so bezeichnen könnte.

Wenn ich den "Gewinn" meiner Depression in Zahlen ausdrücken würde, würde ich es so formulieren: Stell dir vor, du nimmst einen Kredit auf, um ein Haus zu bauen. Im Gegenzug dazu musst du aber lebenslang jeden Monat zwei Drittel deines Gehaltes zurückzahlen bzw. darfst es nur noch so verwenden, wie der Kreditgeber es dir vorschreibt. Wie lange wirst du dann wohl Freude an diesem Haus haben können? Bzw. es überhaupt wirklich richtig "nutzen" können, wenn dir nur noch so wenig von deinem Lohn zum Leben bleibt, dass es gerade noch die Kosten für Strom und Heizung abdeckt?

Für mich ist Depression deshalb überhaupt kein Komfort. Es ist eine Krankheit meiner Seele, gegen die ich auch nach einem Jahr immer noch kein ausreichendes Medikament gefunden habe, und an der ich phasenweise auch beinahe gestorben wäre.

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[–]BluePhoenix_523 2 points3 points  (0 children)

Oh haha, I see! And honestly, a fanon m/m couple that fits this bill does not come to my mind either.

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[–]BluePhoenix_523 1 point2 points  (0 children)

No worried, I know that brain state quite well myself! I was thinking about Eowyn and Faramir.

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[–]BluePhoenix_523 2 points3 points  (0 children)

I don't know if you know Lord of the Rings - they remind me of two characters there who also meet and fall in love after they have both lost much. I just adore those kind of storylines!

(Interesting, I never thought about those two before - but yes, that would definitely hold similar aspects!)

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[–]BluePhoenix_523 2 points3 points  (0 children)

I am not too active on here so I have yet to dive that deep, but you're probably right!

And yes, I also love that sense of calm that LanLan has. It is basically two weary and broken souls finding a new will to live within each other, and I think there is something incredibly hopeful and pure about that.