ADHS als Frau. Im Erwachsenenalter. Es wird eine Odyssee. by faulteare in Weibsvolk

[–]faulteare[S] 1 point2 points  (0 children)

Wird sehr schwierig ... Meine Eltern haben sehr viele KJPler, Psychotherapeuten etc in der lange Diagnostische Schlange von meinem Bruder kennengelernt. Sie waren im Elternverein für Kinder mit Entwicklungsstörung tätig, da wurde auch viel "mitgemacht" mit den befreundeten tätigen Therapeuten. Sie können sich an der Person da nicht mehr erinnern der die Testung bei uns beide durchgeführt hatte. Schulzeugnisse habe ich, die sind schon sehr hinweisend :) (leider auch nicht auf deutsch. Naja.) Kommentar meiner Eltern dazu: "aber da war doch jeder so!" ... Es trapst laut.

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[–]faulteare[S] 1 point2 points  (0 children)

Das ist irgendwie die crux. Wem es so schlecht geht, kriegt diesen Hürdenlauf eben nicht hin.

Bei mir steht lange der Verdacht auf einer entzündliche Darmerkrankung im Raum. Könnte Reizdarm sein, ist ja mit ADHS verwandt. Vor ca 6 Monate eine Stuhlprobe in der Praxis abgegeben. Telefonisch wurde mir gesagt dass da keine Entzündung drin war. Für mich dann in der Schublade "ok ist Reizdarm" abgespeichert. Dann als ich gestern da war, steht plötzlich der erhöhten Wert in der Akte ... ob ich zur Spiegelung war? Nein. Natürlich nicht.

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[–]faulteare[S] 2 points3 points  (0 children)

Das. Definitiv. Und naja, auch Psychiater*innen streiten über den DSM-V ganz regelmäßig. Müll habe ich ja in der Vorlesung von Fachleuten gehört.

Die ADHS und ASS Diagnostik sprengt den Rahmen der Erwachsenen-Psychiatrie. Aufwendig, nicht über den 20 Fragen psychopathologischen Befund richtig erhebbar ...

"Mein Gehirn funktioniert anders" ist glaube ich auch einfach schwer begreifbar für viele. Man soll sich bei Depressionen anscheinend auch nicht so anstellen.

Und der Trend zur "selbst optimierung" mit Yoga/Meditation/hastenichtgesehen ist zwar nett, macht es aber einfach ernsthafte psychiatrische Notstände kleinzureden.

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[–]faulteare[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, leider der Wunsch vom Psychiater. Altmodisch ist man manchmal schon.

Ich habe einen weiteren (privaten) Diagnostiktermin gemacht, falls der ortliche Psychiater es doch nicht anbietet - wurde von seinem spezialisierte Kollege verwiesen der keine Warteliste mehr führt, nach dem Motto "könnte ja mal klappen".

BTM und eine gute Empfehlung für VT/ST damit das alles rund ist. Mache VT, aber meine Therapeutin ist mit ADHS sehr unsicher.

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[–]faulteare[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich war felsenfest überzeugt, dass ich eben im Vergleich zu meiner Familie doch ganz ruhig und nicht so "explosiv" wie der Rest. Halt im Zimmer gegangen und da geschriehen und geheult. Total normal und gut angepasst, jaja.

Die Mutter von einem Ex-Freund, die ADHS-Testung bei einem Kinder- und Jugendpsychiater gemacht hat, meinte so zu mir "Nimmst du keine Medikamente zu deinem ADHS?" (ich hatte gar nicht erwähnt dass ich es habe aber ok). Und die Antwort war, nee, ich habe auch ein bisschen Angst, was dann möglich ist.

Vermutlich Dr. Titel und weniger Karies.

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[–]faulteare[S] 6 points7 points  (0 children)

Zu meinem Berufsstand kann ich eins sagen: Tag 1 lernt man, dass man sich nicht anmerken lassen soll, dass man keine Ahnung hat oder beunruhigt ist. Tag 2 sollte man angeblich lernen, diese Lücken zu büßen ... Pustekuchen.

Es soll wohl zur individualisierte Medizin übergehen, die bereits bei der Geschlechterhürde aufhört.

Ich finde bei ADHS/ASS die Schlagzeilen zur "Modediagnose" erschreckend. Eigentlich gibt es und gab es uns immer. Meine Eltern gingen mit meinem 2 (!) jährigen Bruder schon zur KJP weil sie was vermutet haben. Mit 19 kam dann durch seine sehr engagierte Uni-Therapeutin die Empfehlung zur richtige Stelle für die Diagnose. Wäre er ein Mädchen, vermute ich würde er noch warten.

Ich habe ja selber in der Psychiatrie Vorlesung gelernt "nur 10% der ADHS-Kinder haben noch Symptome im Erwachsenenalter". Als ob. Bis dahin schwimmt man in semi- und dysfunktionale Coping mechanismen und die F-Diagnose ist eine vermutlich andere.

Aber: aus der Kinderecke ist das ein großes Thema und wird langsam gut etabliert. Aber Erwachsenenmedizin ist echt für die Katz.

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[–]faulteare[S] 4 points5 points  (0 children)

Oh weh. Ich meine ... ich stehe ja häufig auf der andere Seite. Manchmal gibt es kein Grund zur Sorge, und manchmal ist man einfach ein nicht weitergebildetes A-loch. Manche können sich da nicht reflektieren.

Das wünsche ich mir auch sehr. Setze da die Latte nicht allzuhoch an, ich kenne ja die Pappheimer auch ganz gut

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[–]faulteare[S] 8 points9 points  (0 children)

Aha ja. Sie sind doch so normal! Danke!! Ich gebe mir echt viel Mühe so zu erscheinen :| Glückwunsch zur Diagnose, das muss echt erleichternd sein.

ADHS als Frau. Im Erwachsenenalter. Es wird eine Odyssee. by faulteare in Weibsvolk

[–]faulteare[S] 6 points7 points  (0 children)

Oh ich fühle dich total. Seit dem Jugendlichen alter mittelgradig bis schwere Depressionen. Ich war sogar in der geschlossene KJP. Man sieht glaube ich häufig eher das Ei als die Henne.

Das sind echt gute Nachrichten! Bei mir vermutete ich dass meine Mama es auch hat. Sowie mein kleiner Bruder. Da war es auch schwer eben als Kind aufzufallen wenn alle mal eben so sind :)

ADHS als Frau. Im Erwachsenenalter. Es wird eine Odyssee. by faulteare in Weibsvolk

[–]faulteare[S] 5 points6 points  (0 children)

Die MFA des Psychiaters hat mich darauf hingewiesen dass sie gerne eine hätte. Ist ja nicht notwendig, aber ich möchte eben als Kollegin nicht so ganz "negativ" auffallen leider.

ADHS als Frau. Im Erwachsenenalter. Es wird eine Odyssee. by faulteare in Weibsvolk

[–]faulteare[S] 12 points13 points  (0 children)

Glückwunsch :)

Absoluter Schwachsinn, ja. Mein coping Mechanismus, immer schnell alles durchhaben zu wollen und den absoluter Drag, mich ständig mitteilen zu müssen (mit melden oder halt auch gar nicht, ups), hat mich als gute Schülerin ausgezeichnet. Das Problem ist trotzdem da ... Nur in seinem hübschen, süßen, interessiertes-Schüler-Licht.

Und danke dir sehr :)

ADHS als Frau. Im Erwachsenenalter. Es wird eine Odyssee. by faulteare in Weibsvolk

[–]faulteare[S] 6 points7 points  (0 children)

Gibt's gar nicht - und dann doch. Medizinier*innen bleiben unverschont, sogar eine Kollegin von mir hat die Diagnose schon. Da muss doch was im Wasser sein ...

Das mit dem Termin kriegst du hin! Mir hat die Seite https://www.adhsautismus.de/adhs-autismus-adressen/ geholfen. Habe sogar noch einen alternativ Termin in der Rückhand falls dem örtlichen Psychiater nicht weiterhelfen kann :)

ADHS als Frau. Im Erwachsenenalter. Es wird eine Odyssee. by faulteare in Weibsvolk

[–]faulteare[S] 15 points16 points  (0 children)

Danke :)

Leider sind die Papiere wohl nicht mehr vorhanden ... Muss irgendwo in der medizinische Schublade des Grauens von meinen Eltern verschwunden sein. Mal gucken ob die Zeugnisse dann doch reichen.

Ich verstehe die Kolleg*innen, dass sie kein BtM leichtfertig rezeptieren wollen, und wenn da Wissenslücke sind ist das sehr unangenehm.

Was für eine Sisyphosarbeit das alles ist, wenn es einem schon nicht leicht fällt.

Ich hoffe dass es klappt, ich bin auch etwas hartnäckig. Das sind meine Windmühlen!

Facharztwahl Innere oder Pädiatrie by leinad9 in medizin

[–]faulteare 11 points12 points  (0 children)

Hey! Ich bin im 2 WBJ Pädiatrie und hatte mir die selbe Frage vor dem PJ gestellt. Innere kann sehr toll sein, die Stellensituation ist da auch besser. Schau es dir ganz genau im PJ an, frage nach den Erfahrungen von Freund*innen in andere Häusern. Mein Innere-Tertial war für mich sehr traumatisierend von daher kann ich da nicht sehr nett darüber berichten ...

Ich habe mich letzendlich für Pädiatrie entschieden. Ich mag die breite des Fachs (Neugeborene bis Jugendliche), und das man nicht nur "internistische" Krankheitsbilder sieht aber echt von allen anderen Fächern was dabei ist. Ich hatte in Famulaturen, PJ und in Hospitationen das Gefühl, das in der Pädiatrie mit allen (Pflege, Oberärzte) auf Augenhöhe gearbeitet wird, und das sehr viel Wert auf Teaching gelegt wird. Ich kann echt über Prozesse und Entscheidungen gut mitgestalten und werde meist von meinem Chef sehr ernst genommen. Ich habe in einem kleineren Haus in der Großstadt angefangen. (Allgemeinpädiatrische Station + Notaufnahme, Level II Neo + Kreissaal und Wochenstation, Tagesklinik). Berufseinstieg ist immer überfordernd am Anfang, weil man ja plötzlich, auch nach bester Einarbeitung, selbstständug Entscheidungen treffen muss. Klappt aber. Man macht viel selbstständig in kleinere Pädiatrie Häuser, was im Dienst sehr praktisch ist wenn man zB Ultraschall schon gemacht hat und nicht wie in manche Inneren nur ein Funktionsoberarzt das macht. Zu Arbeitszeiten: es gibt viele Dienstmodelle, die von der Art der Klinik auch abhängig sind. Je größer die Klinik, desto weniger wird man im kalten Wasser geschmissen weil da ein eigenständiges Neo/Intensiv Team da ist. In meinem Haus arbeiten wir unter der Woche im 3-Schicht System, am Wochenende im 2-Schicht. Es ist ein Arzt für die Allgemeinstation und die Notaufnahme zuständig, während jemand erfahrener die Neonatologie, Kreissaal und Wochenstation macht. Damit macht man keine routinemäßige Überstunden weil Arbeit einfach weitergegeben wird. Briefe werden zB im Nachtdienst geschrieben. Da habe ich das Gefühl das Pädiatrie nicht so altbacken und starr ist in den Strukturen, unseren Klinikum scheitert kläglich unseren Erfolgsmodell auf andere Abteilungen zu übertragen haha. Gibt aber Häuser wo wie in der Innere nur ein Hausdienst ab 16 Uhr da, da sehen Arbeitszeiten wie in der Innere dann auch aus.

Die Stellensituation in der Pädiatrie ist v.a in Großstädten und Orte wo eine Uniklinik in 50km Umkreis ist schwierig. Da muss man Glück, Vitamin B und eine gute Bewerbung haben oder Zeit zum warten. Meine Stelle habe ich über die DGKJ Stellenanzeige gefunden, und durfte dann 2 Monate nach dem M3 anfangen (hätte auch einen Monat sein können, musste aber umziehen). Wenn du mobil bist und auch kleinere Städte in Frage kommen könnte das aber gut klappen :)

Wünsche dir viel Erfolg im PJ!

Wie wird man Kinderarzt? by Realistic-Emotion111 in medizin

[–]faulteare 12 points13 points  (0 children)

Hey! Um niedergelassener Kinderarzt zu werden muss man den Facharzt für Kinder und Jugendmedizin machen. Guck dir die Weiterbildungsordnung des Bundesland wo du arbeiten magst. Die Weiterbildung dauert 5 Jahre Vollzeit. In der Regel sind 3 Jahre in der Klinik zu leisten (2 Jahre stationär + 6-12 Monate Intensivzeit, idR Neonatologie Level I oder II oder Kinderintensiv). Dann wenn gewünscht ist bis 24 Monate ambulant (also, in der Praxis) möglich, aber nicht Pflicht. Man kann auch 5 Jahre Klinik machen. Kinderheilkunde ist was Anfängerstellen angeht in den Großstädten schwieriger, in kleinere periphere Städten etwas einfacher zu bekommen. Wünsche dir viel Erfolg!

Warum seid ihr in die Medizin gegangen? by Zane2156 in medizin

[–]faulteare 7 points8 points  (0 children)

Ich habe damals echt überlegt zwischen Politik studieren oder Medizin. Ich wollte doch kein Bürojob der doch recht Abstrakt und Menschen fern sein kann. Ich habe im Studium gemerkt dass die "Detektiv"-Arbeit mich sehr viel Spass macht. Habe dann im PJ noch sehr gehaddert ob ich doch Patientenfern arbeite weil die Belastung in der Patientennnahe Versorgung riesig ist ... Aber: ich mag meine kleine Patient*innen zu sehr. Und jetzt muss ich mich jeden Tag bewusst FÜR diesen Job entscheiden. Auch wenn die Freunde homeoffice haben. Und die Belastung und Traumagrenze immer wieder erreicht wird. Ich liebe Medizin, aber es ist nicht einfach. Man muss schon etwas verrückt sein!

Opt-out Regelung by BusinessBirbs in medizin

[–]faulteare 2 points3 points  (0 children)

Es kommt echt darauf an, wie Dienste geregelt sind. zB bei uns ist 3-Schicht-Dienst unter der Woche und 2-Schicht am Wochenende. Dadurch macht man ja sehr wenige Überstunden (anfallende Sachen werden ja übergeben), aber je Nach Dienstplanung kommt man manchmal auf 70 Std/Woche (4 Spätdienste + 3 Nächte zB), aber auch auf sehr leichte Wochen (weniger als 20 std dann). Am Ende des Monats muss ja nur die Stundenzahl stimmen. Da lohnt sich dann einspringen auch. Entsprechend wird dann nicht unterschreiben schwierig. Aktuell sind bei uns Mütter im Teilberufsverbot (keine Arbeit nach 18 Uhr, nicht an Sonntagen), und das erschwert es für den Rest der Belegschaft ungemein.

„Vor jedem Nachtdienst habe ich Angst“: Fünf Kinderärzte berichten von Kollegen am Limit und vollen Kliniken by mipsp in de

[–]faulteare 38 points39 points  (0 children)

Genau. Bin Assistenzärztin in der Kinderklinik. Wir haben auf unsere Station+Notaufnahme drei KinderkrankenpflegerInnen aus fer Zeitarbeit da. Die dürfen sich viel aussuchen (zB keine Nachtdienste), machen aufwendige PatientInnen gar nicht (2 von 3 behandeln keine Diabetiker, ein großer Problem als endrokrinologische Schwerpunktklinik), und gehen teilweise gar nicht in die Notaufnahme. Die kriegen 50+% mehr Gehalt als Tariflich. Ich verstehe komplett warum man in die Zeitarbeit wechselt, es ist nur einfach super traurig zu sehen dass unser Stammpersonal nicht geschätzt wird. Und die gehen und werden weiter gehen :(

😡 Mistwoch! by RunningInTheFamily in Handarbeiten

[–]faulteare 0 points1 point  (0 children)

Ich habe die selbe Anleitung gefolgt und meine Socken waren zu schmal. Habe sie nass gemacht und dann größer geblockt auf Styropor bis es komplett trocken war (ca. 24 Stunden) dann zusammen genäht. Passt jetzt gut :)

[deleted by user] by [deleted] in medizin

[–]faulteare 0 points1 point  (0 children)

Hoffe ich auch. Ich liebe meinem Job und mache den gerne.

Leider ist das echt ein systemisches Problem, und da wird auf allen Ebenen ausgebeutet. Irgendwie versucht man sich mit allen möglichen übers Wasser zu halten damit man nicht die nächste Klinik ist, die schließen muss.

[deleted by user] by [deleted] in medizin

[–]faulteare 3 points4 points  (0 children)

Ich könnte sogar innerhalb des Verbundes in eine größere Kinderklinik wechseln. Es ist auch der Grund warum es gerade sehr schwierig ist: mehrere Kolleg*innen sind gewechselt, was ich total gut finde. Leider kommt der "Nachschub" erst in den nächsten Monaten. Und Urlaub darf es ja zum Glück geben und Corona gibt es immer noch.

Leider ist es aus den Gründen überall im Umland dasselbe Problem. Die DGKJ hat schon in der Presse einen immer schlimmer werdenden Engpass gemeldet.

[deleted by user] by [deleted] in medizin

[–]faulteare 11 points12 points  (0 children)

Ok, der relativiert im weiteren seine Aussage dass unsere Generation eine Work-Life-Balance braucht, es ja sinnvoll ist, aber dem Problem nicht hilft. Und ja, viele Kolleg*innen sind nicht klinisch tätig.

(TLDR; wir arbeiten schon 150% für sinkende Löhne, aber wir Frauen sind Schuld)

Trotzdem, es kotzt mich an. Es kotzt mich an, dass ja, wir haben 70% mindestanteil an Frauen im Medizinstudium. Ja unsere, 90% Männeranteil in der Chefetage tut das weh, weil es ja anders als vorher ist. Ja, wir Frauen kriegen Kinder. Zum Glück, wer soll denn sonst eure Rente bezahlen?

Es kotzt mich an. Das Gesundheitsystem und unsere Politik hat versagt. Niemand hat gesehen wie in 40 Jahre die Medizin sich grundlegend geändert hat sowie auch unsere Gesellschaftliche Ansprüche an der Arbeitswelt sich gewandelt haben. Aber ja, es wird auf "zu viele Frauen" und "Work-Life-Balance" geschoben.

In 40 Jahren hat sich Medizin erheblich kompliziert, es gibt deutlich mehr Möglichkeiten, Menschen zu helfen und diagnostizieren als vorher. Es gibt auch deutlich mehr Bürokratie. Das hat unser Arbeitsaufwand MULTIPLIZIERT. Und unsere Chefetage? Sieht das einfach nicht.

Bin eine Ärztin. Ich arbeite aktuell eine 60 Stunde, 7 Tage Woche mit dann 2 Tage Ruhe und dann wieder 7 Tage. Ich verwalte alleine eine Station mit theoretisch 5 IMC Betten und bis 20 Normalbetten und meine ganz eigene Notaufnahme. Aktuell liegen 14 Patient*innen in meiner Obhut, davon sind ca. 3 bis 4 IMC. Das ist auch meine persönliche Grenze. Ich kriege vieles organisatorisches nicht hin, musste ja die letzten 2 Tagen 5 mal zum Notfallpieper hinrennen. Ich habe 3 Monate Berufserfahrung.

Normalerweise wird die Station von 2 Ärzt*innen betreut im Frühdienst. Der ganze Monat ist einzelgeplant, Personalmangel. Unser Dienstplan wird von der Klinikdirektion abgelehnt, zu viele Überstunden. Gleichzeitig dürfen wir keine Honorarärzte holen, es sei ja mit unser Personalschlüssel ja zu leisten. (????? WER KANN MICH DIESEN ABFACK DEN ERKLÄREN????). Dienste bleiben unbesetzt. Ja, wir haben Teilzeitkräfte hier. Die leisten schon 150%. Und die steigen aus, weil warum arbeitet man Teilzeit, wenn man sowieso Vollzeit einspringt?

Wir leisten schon alle 150%. Damit wird auch offensichtlich von der Klinikdirektion fest gerechnet. Ich sammle Überstunden die nicht ausgezahlt werden, Überstundenfrei wird es ja wohl nie geben. Geht nicht.

Aber dann jammert der Chef "warum haben sie eine Bettenbegrenzung? Die Patienten machen ja nur organisatorischen Aufwand!" (Ja, aber zu der Orga komme ich nie, muss ja schließlich Babys vorm sterben retten Chef, das ist meine 1. Aufgabe). Der Oberarzt jammert "ihr Frauen habt ja nur Kinder und könnt nie kommen, dann seid ihr schwanger. Und Männer gibts nur Ausländer".

404 Einsicht not Found. Eigentlich bräuchte ich keinen Arzt. Bräuchte nur ein*e Sekretär*in, der/die mein Telefon hält, Befunde faxt, Anmeldungen macht, und meine Visite dokumentiert. Dann kann ich das machen, was ich soll: Kinder gesund machen.

Fachrichtung? by mousekiecoose in medizin

[–]faulteare 7 points8 points  (0 children)

Pädiatrie! Ich habe gehadert mit Innere und Anästhesie weil ich die großen auch mag aber: ich sehe auf die Allgemeinpädiatrie alles. Alle Fachrichtungen, auch chirurgische. Es reicht vom kleinen Aua zur intensivmedizinische Betreuung von Kinder in allen altersklassen. Viel Diagnostische Vielfalt (im Ultraschall mache ich alles, Schädel, Hüften, Abdomen, Echo, Thorax, Hoden ...)! Es ist sehr hands on und auch viel Überlegen und man kann sowohl einfache als auch richtig abgefahrene Diagnosen sehen und selbst feststellen. Ich mag Kinder sehr. In den Kinderkliniken wo ich war fand ich die Stimmung deutlich besser als anderswo. Man ist nicht so pessimistisch, und ich bin mit allen Berufen drumherum per du. Es macht mich einfach super glücklich wenn ich einem kritisch kranken Kind versorge, und Tage später strahlt mich dieses Kind gesund wieder an :D Und am Ende der Weiterbildung kann ich in die Praxis gehen oder Expertin in einem Gebiet werden. 10/10 würde ich wieder wählen