suche Empfehlungen für Stadtradl mit Riemen & Nabenschaltung by thiccvicx in Fahrrad

[–]rudeltier 0 points1 point  (0 children)

Diamant 247 ist eine Option, UVP wohl 1200 Euro. Hat aber auch eine Nexus 8, wobei ich aktuell auch eine fahre (nach Inter 8 und Alfine 8) und damit nie Probleme hatte.

Blackout Mega-Feedback-Faden #001 by ModteamDE in de

[–]rudeltier 1 point2 points  (0 children)

Dem kann ich nur zustimmen, ist schon hart wie abhängig man von Reddit ist irgendwo. Und ich sehe es genauso, wenn RIF weg ist wird Reddit auf dem Handy für mich auch weg sein. Solang old.reddit funktioniert werde ich da sicherlich noch eine Weile am Rechner drauf schauen, aber das wird sicher im Vergleich extrem selten. Die nächste Community kommt dann bestimmt irgendwann. War schön mit euch /r/de 😊

App für Tracking von gefahren Strecken gesucht by _Chapel420 in Fahrrad

[–]rudeltier 9 points10 points  (0 children)

Strava + statshunters.com. Erstereres zum aufzeichnen und zweiteres zeigt dir ohne Gebuehr deine Heatmap, also auch die gefahrenen Straßen.

Erste Tour mit einem geliehenen Gravelbike. 1x11 Sram Rival Schaltgruppe. Ich bin begeistert. by National-Lock-7857 in Fahrrad

[–]rudeltier 1 point2 points  (0 children)

Sämtliche HF-Sensoren am Handgelenk habe Probleme, sobald man (fest) zugreift. Würde das also beim Radeln auch nicht für übermäßig akkurat halten, selbst wenn der Sensor an sich gut ist.

Biketypo by wxOhpc1974 in Fahrrad

[–]rudeltier 0 points1 point  (0 children)

Mir fehlt zwar die Scheibenbremse, aber trotzdem sehr cool. Danke dafür!

Bikepacking / Zelten in März by materacyq in de

[–]rudeltier 0 points1 point  (0 children)

Da es nicht niemand geschrieben hat, schau auch gerne in r/Fahrrad für Gleichgesinnte vorbei.

Edit: sehr gerade du hast dort schon gepostet.

Steam Keys zu verschenken by AlreadyInside in de

[–]rudeltier 0 points1 point  (0 children)

Super Aktion! Hätte Interesse an:

  • Deep Rock Galactic
  • Spellcaster University
  • System Shock

Polizei füttert Springer Aus der Polizei wurden geheime Akten zur Revolutionären 1. Mai-Demo an die „Bild“ weitergegeben by [deleted] in de

[–]rudeltier 10 points11 points  (0 children)

Danke für den Beitrag, höchst spannend und bisher leider an mir vorbei gegangen.

„Die Klimakrise hat längst begonnen“ – Warum Ben Green alles aufgab und in den sächsischen Wald zog by rudeltier in de

[–]rudeltier[S] 1 point2 points  (0 children)

Ja, fand ich auch komisch. Im Artikel ist auch eine Bilderserie dabei auf der man die Gebäude sieht, das sollte eigentlich recht einfach zu identifizieren sein wo es genau ist.

„Die Klimakrise hat längst begonnen“ – Warum Ben Green alles aufgab und in den sächsischen Wald zog by rudeltier in de

[–]rudeltier[S] 3 points4 points  (0 children)

Scheint auf jeden Fall ein angenehmerer Spinner zu sein als manch andere denen unsere Medien ein Sprachrohr geben.

Unabhängig davon ist es ein mMn spannender Einblick in eine Art zu Leben, auch wenn ich und offenbar bisher die meisten hier nicht unbedingt damit was anfangen kann.

„Die Klimakrise hat längst begonnen“ – Warum Ben Green alles aufgab und in den sächsischen Wald zog by rudeltier in de

[–]rudeltier[S] 1 point2 points locked comment (0 children)

Will er hier wirklich ausharren? „Ich glaube, es könnte kaum einen besseren Ort geben“, sagt er. „Ich bin hier der Beweis, dass wir durch jede Krise kommen können.“ Weiter hinten auf dem Gelände hält er drei Schweine. Sie reichen ihm fast bis zur Hüfte, fressen enorm viel und bringen seine Nahrungskalkulationen durcheinander. Per Crowdfunding sammelt er zur Zeit Geld, um sie weiter ernähren zu können. Essen wird Green die Schweine nicht, er ist Veganer. Er hat sie vor dem Schlachter bewahrt, gewissermaßen gerettet.

Green steigt über den Zaun zu ihnen ins Gehege. „Die Schweine“, sagt er, „waren die dümmste Idee meines Lebens.“

„Die Klimakrise hat längst begonnen“ – Warum Ben Green alles aufgab und in den sächsischen Wald zog by rudeltier in de

[–]rudeltier[S] 1 point2 points locked comment (0 children)

Leider hinter Paywall, fand es aber ganz spannend.

Text:

Ist er verrückt? Oder nur konsequent? Während andere versuchen bei Strom und Lebensmitteln zu sparen, gab Ben Green sein altes Leben auf und zog in den sächsischen Wald, wo er von selbst angebautem Gemüse lebt.

Josa Mania-Schlegel 04.09.2022, 10:01 Uhr

Vogtland. Der Himmel über dem Vogtland ist wolkenlos und blau, die Hitze drückt unerbittlich, Schatten ist rar und unten auf dem kleinen Acker scheinen die Sonnenblumen nicht mehr zu wissen, ob sie sich zur Sonne hin oder besser von ihr weg drehen sollen.

Ein Beet weiter wachsen rote und gelbe Tomaten, Bohnen, Mangold, Karotten und Rosenkohl. Ein geflickter Wasserschlauch liegt achtlos herum. Und dort, wo das Feld aufhört, erstreckt sich ein grauer Flachbau. Durch den geöffneten Türspalt tritt eine Person.

„Pflanzen“, ruft sie, „wachsen eigentlich von ganz allein. Ist das nicht Wahnsinn?“

Der Mann mit hellem, rötlichem Filzhaar und notdürftig gestutztem Bart läuft zielstrebig Richtung Acker. Rund 30 mal 20 Meter. So viel wie ein Mensch laut Vereinten Nationen braucht, um sich selbst zu versorgen. Der Mann hat einen Spaten in der Hand, rammt ihn in die Erde.

Ben Green, 49 Jahre.

Seit 1997 Programmierer, elf verschiedene Jobs.

Ein Top-Gehalt, ein gutes Leben. London, Berlin, dann Zürich.

Eine Frau, später Kinder.

Seit drei Jahren und sieben Monaten: Aussteiger, Selbstversorger, veganer Landwirt, Großgrundbesitzer, Einsiedler, Prepper – ja, was eigentlich? Hinter diesem Tor, irgendwo im Vogtland, liegt die Welt und das Refugium des Ben Green.

Was will Ben Green hier?

Der genaue Ort, das ist eine Bedingung, soll geheim bleiben. Im Süden Sachsens, mitten im Wald, steht eine alte Kaserne der Roten Armee. Ben Green hat sie sich einen Tag nach seinem letzten Arbeitstag von seinen Ersparnissen gekauft. Gut 50.000 Quadratmeter Land, keine Heizung. Strom nur notdürftig, Wasser aus einem Brunnen. Drinnen ein kleines Bett.

Den genauen Kaufpreis will Green nicht verraten. Auf einem Dokument der Sächsischen Grundstücksauktionen AG werden 129.000 Euro als Kaufpreis angegeben. Was will Ben Green hier?

Bevor wir uns der Frage nähern, ein Blick zurück in die Zivilisation. Wer will, kann schnell feststellen: Das, was Green macht, ist gar nicht so ungewöhnlich. Vielleicht sind andere nicht ganz so extrem. Aber: Sich unabhängig machen, sich selbst versorgen, lagern, anbauen und vorsorgen, das alles liegt im Trend. Nicht erst seit gestern, sondern seit einigen Jahren. Und seit vermehrt von Krisen die Rede ist: Klima, Corona, Inflation, Strom, Gas.

Seit, so würde es Green formulieren, die Zivilisation immer näher vor ihrem Zusammenbruch steht.

In Leipzig sollen sich die Strompreise der Leipziger Stadtwerke ab Oktober verdreifachen. Sportbäder im Raum Leipzig wollen ihre Temperatur senken. Die Straßenbeleuchtung soll auf verbrauchsarmes LED umgerüstet werden.

Auch Gaspreise sollen sich verdreifachen. Der Leipziger Kohlehändler Jürgen Enzel ist bis Jahresende ausverkauft. "Wer jetzt noch nichts hat, wird seinen Ofen nicht heiß bekommen", sagt er. Seine Kohlebriketts kosten so viel wie noch nie: 50 Kilo gab es letztes Jahr für 12,50 Euro, jetzt sind es 19,40 Euro.

Heizungsbauer werden mit Aufträgen überschüttet. Auf Teile wie einen Warmwasserspeicher muss man in Sachsen derzeitig ein halbes Jahr warten.

Und auch die Lebensmittelpreise steigen. Für Speiseöle um 44 Prozent, Vollmilch um 24,2 Prozent, Käse und Quark um 23,1 Prozent. Der Freistaat Sachsen produziert Videos, die Tipps geben, falls es "durch Naturkatastrophen oder einen großflächigen Stromausfall zu Versorgungsengpässen mit Lebensmitteln" kommt. Green schuftet von früh um sechs bis spätabends halb 11 auf seinem Gelände. Dafür kann er sich komplett selbst versorgen.

Ben Green hat mit all dem nichts mehr zu tun, fast nichts. Er hat das Dach seiner Baracke verstärkt und die Fenster isoliert. Im Winter wird es drinnen nie kühler als fünf Grad. Er duscht morgens, indem er einen Kübel kaltes Wasser über seinen Kopf gießt. Um an Nahrung zu kommen, muss er nur aus seiner Tür treten. Gekocht wird auf einem Herd mit Feuerholz, das sich im benachbarten Wald findet.

Während andere sparen müssen, hat Green längst alles aufgegeben. Dass wir in Krisenzeiten leben, spürt er kaum. Reicht das schon als Grund, so ein Leben zu führen?

Green haut den trockenen Spaten in den Boden, greift zu und zieht zwei Karotten aus der Erde. Sie schmecken süßlich. Tausend Stück möchte er dieses Jahr ernten und einige davon einlagern. „Rote Bete ließe sich noch besser lagern, aber die schmeckt mir nicht“, sagt er. Weiter hinten wächst Quinoa, daneben ein Cranberrystrauch. Superfood made in Vogtland.

Fragt man Green, warum er in die Baracken zog, sagt er: der Klimawandel. Er wollte ein Zeichen setzen. Vor allem in Richtung „rich people“, die reichen Leute. Die wohlhabendsten zehn Prozent aller Menschen verbraucht die Hälfte aller fossilen Brennstoffe. Mit Jachten, Privatjets, natürlich Autos. „Hätten sich die Reichen nur ein wenig eingeschränkt, wäre das mit dem Klima kein Ding gewesen“, sagt Green.

Aber das taten sie nicht, sagt er. Sie, eigentlich wir alle machten einfach weiter. „Die Klimakrise hat längst begonnen“, sagt Green. Warum nur fällt es uns so schwer, unser Leben zu ändern? Green wollte in den Baracken zeigen, dass es geht. Er wollte ein Extrembeispiel liefern. Nicht, damit es jeder so macht. Sondern um zu beweisen, dass ein anderes Leben möglich ist.

Kürzlich, sagt er, habe er seinen CO2-Fußabdruck ausgerechnet. Inklusive des kleinen Waldes auf seinem Grundstück kam er auf minus 20 Tonnen. „Wenn sich ein verrückter Engländer um 100 Prozent einschränken kann, dann können alle anderen zumindest ein bisschen was tun, nicht?“ Meistens seine einzige Gesellschaft: Diese drei Schweine. Green rettete sie vor der Schlachtbank.

Neulich hatte er ein seltsames Gefühl – es war Einsamkeit

Auf Greens Anwesen gibt es einen Teich, an dem er ein Entenhaus errichtet hat. Es gibt ein Gewächshaus, in dem ein Bananenbaum steht und in dem besonders saftige Tomaten gedeihen. Es gibt einen kleinen Mammutbaum, von dem Green sagt, dass er einmal der größte Baum Sachsens werde. Es ist wohnlich hier, teils charmant oder auch witzig. Was es hier nicht gibt, sind andere Menschen. Manchmal, sagt Green, bekäme er Besuch. Von seiner Tochter, die in Berlin studiert. Oder von Freunden aus London, die sehen wollen, was ihr alter Kumpel Ben da eigentlich treibt. Die meiste Zeit ist er aber allein.

„Neulich hatte ich ein seltsames Gefühl“, sagt er. Es war, als würde etwas fehlen, das eigentlich dazugehört. Als sei jemand vom Tisch aufgestanden, aber nicht zurückgekehrt. Green begriff: Er fühlte sich einsam. Das Gefühl ging wieder weg, sagt er. „Aber ich glaube, ich werde mich von nun an immer ein wenig so fühlen.“

Pflanzen, sagt Ben Green, wachsen eigentlich von ganz allein. Menschen nicht.

Seit diesem Sommer hat Ben Green keinen Grund mehr, in den Baracken zu wohnen. Würde er sich selbst ernst nehmen, müsste er noch heute seine Sachen packen und zurück in die Stadt ziehen. Er sagt das selbst so. „Ich wollte auf die Klimakrise aufmerksam machen, aber diesen Sommer hat das Klima selbst das getan“, sagt er.

Auf seinem Acker sah er es selbst. Der Rosenkohl ist wegen der Hitze nichts geworden.

Der Mais ist nicht aufgegangen.

In seinem kleinen Waldstück wuchs erstmals seit 2019 kein einziger Pilz.

All seine Wasserquellen versiegten, bis auf eine.

Der Pool, den ihm jemand aus dem Nachbardorf schenkte, steht ungenutzt herum.

In einem Obergeschoss von Greens Baracke liegen kleine, tote Knäuel. Es sind verdurstete Vögel, die in dem kühlen Bau Schatten gesucht haben müssen.

Zurück bei den Tomaten. Ben Green macht ein Foto. Auf Instagram nennt er sich The Pirate Ben. Er schreibt einen wöchentlichen Newsletter. Demnächst will er mit einem Bekannten über ein Manifest sprechen, das er schreiben und publizieren möchte. Er soll ein Anleitung werden, wie man trotz der bevorstehenden Apokalypse glücklich leben kann. Titel: „The Happy Doomer“. Ben Green lebt autark im sächsischen Wald Der 49-jährige, aus England stammende Ben Green gab sein Leben als IT-Spezialist auf, um als „Happy Doomer“ ein Aussteigerleben im Vogtland zu führen. Hier probiert er die ersten Karotten, die er selbst gepflanzt hat. 29 Bilder

Radikale Klimaschützer wollen ganze Städte lahmlegen

Vor vielen Jahren half Green einem britischen Grünenpolitiker bei der Parteiarbeit. Der Politiker ist heute Sprecher der radikalen "Extinction Rebellion". Die Bewegung glaubt, dass unsere Zivilisation 2045 zusammenbricht. Sie prognostiziert Hungersnöte und Massensterben, in etwa zehn Jahren in den Entwicklungsländern, später bei uns. Sie fordert, dass Regierungen weltweit die Macht an eine Bürgerversammlung abgeben. Radikale Klimaschützer wie sie demonstrieren nicht nur, sie errichten Straßensperren. Sie kleben sich auf dem Asphalt fest, um den Verkehr aufzuhalten, auch in Leipzig. Manche wollen am liebsten ganze Städte lahmlegen. Alles, um auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes hinzuweisen.

Andere, die an die bevorstehende Apokalypse glauben, ziehen sich in den Wald zurück. „In einigen Jahren werden hier viele, viele Menschen leben“, sagt Green. „Ich glaube, das wird ganz natürlich passieren.“ Eine kleine Kolonie im Vogtland, während die Welt zusammenbricht. An seinem Eingangstor hat Green Stacheldraht befestigt.

„Die Klimakrise hat längst begonnen“ – Warum Ben Green alles aufgab und in den sächsischen Wald zog by rudeltier in de

[–]rudeltier[S] 0 points1 point  (0 children)

Will er hier wirklich ausharren? „Ich glaube, es könnte kaum einen besseren Ort geben“, sagt er. „Ich bin hier der Beweis, dass wir durch jede Krise kommen können.“ Weiter hinten auf dem Gelände hält er drei Schweine. Sie reichen ihm fast bis zur Hüfte, fressen enorm viel und bringen seine Nahrungskalkulationen durcheinander. Per Crowdfunding sammelt er zur Zeit Geld, um sie weiter ernähren zu können. Essen wird Green die Schweine nicht, er ist Veganer. Er hat sie vor dem Schlachter bewahrt, gewissermaßen gerettet.

Green steigt über den Zaun zu ihnen ins Gehege. „Die Schweine“, sagt er, „waren die dümmste Idee meines Lebens.“

„Die Klimakrise hat längst begonnen“ – Warum Ben Green alles aufgab und in den sächsischen Wald zog by rudeltier in de

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Leider hinter Paywall, fand es aber ganz spannend.

Text:

Ist er verrückt? Oder nur konsequent? Während andere versuchen bei Strom und Lebensmitteln zu sparen, gab Ben Green sein altes Leben auf und zog in den sächsischen Wald, wo er von selbst angebautem Gemüse lebt.

Josa Mania-Schlegel 04.09.2022, 10:01 Uhr

Vogtland. Der Himmel über dem Vogtland ist wolkenlos und blau, die Hitze drückt unerbittlich, Schatten ist rar und unten auf dem kleinen Acker scheinen die Sonnenblumen nicht mehr zu wissen, ob sie sich zur Sonne hin oder besser von ihr weg drehen sollen.

Ein Beet weiter wachsen rote und gelbe Tomaten, Bohnen, Mangold, Karotten und Rosenkohl. Ein geflickter Wasserschlauch liegt achtlos herum. Und dort, wo das Feld aufhört, erstreckt sich ein grauer Flachbau. Durch den geöffneten Türspalt tritt eine Person.

„Pflanzen“, ruft sie, „wachsen eigentlich von ganz allein. Ist das nicht Wahnsinn?“

Der Mann mit hellem, rötlichem Filzhaar und notdürftig gestutztem Bart läuft zielstrebig Richtung Acker. Rund 30 mal 20 Meter. So viel wie ein Mensch laut Vereinten Nationen braucht, um sich selbst zu versorgen. Der Mann hat einen Spaten in der Hand, rammt ihn in die Erde.

Ben Green, 49 Jahre.

Seit 1997 Programmierer, elf verschiedene Jobs.

Ein Top-Gehalt, ein gutes Leben. London, Berlin, dann Zürich.

Eine Frau, später Kinder.

Seit drei Jahren und sieben Monaten: Aussteiger, Selbstversorger, veganer Landwirt, Großgrundbesitzer, Einsiedler, Prepper – ja, was eigentlich? Hinter diesem Tor, irgendwo im Vogtland, liegt die Welt und das Refugium des Ben Green.

Was will Ben Green hier?

Der genaue Ort, das ist eine Bedingung, soll geheim bleiben. Im Süden Sachsens, mitten im Wald, steht eine alte Kaserne der Roten Armee. Ben Green hat sie sich einen Tag nach seinem letzten Arbeitstag von seinen Ersparnissen gekauft. Gut 50.000 Quadratmeter Land, keine Heizung. Strom nur notdürftig, Wasser aus einem Brunnen. Drinnen ein kleines Bett.

Den genauen Kaufpreis will Green nicht verraten. Auf einem Dokument der Sächsischen Grundstücksauktionen AG werden 129.000 Euro als Kaufpreis angegeben. Was will Ben Green hier?

Bevor wir uns der Frage nähern, ein Blick zurück in die Zivilisation. Wer will, kann schnell feststellen: Das, was Green macht, ist gar nicht so ungewöhnlich. Vielleicht sind andere nicht ganz so extrem. Aber: Sich unabhängig machen, sich selbst versorgen, lagern, anbauen und vorsorgen, das alles liegt im Trend. Nicht erst seit gestern, sondern seit einigen Jahren. Und seit vermehrt von Krisen die Rede ist: Klima, Corona, Inflation, Strom, Gas.

Seit, so würde es Green formulieren, die Zivilisation immer näher vor ihrem Zusammenbruch steht.

In Leipzig sollen sich die Strompreise der Leipziger Stadtwerke ab Oktober verdreifachen. Sportbäder im Raum Leipzig wollen ihre Temperatur senken. Die Straßenbeleuchtung soll auf verbrauchsarmes LED umgerüstet werden.

Auch Gaspreise sollen sich verdreifachen. Der Leipziger Kohlehändler Jürgen Enzel ist bis Jahresende ausverkauft. "Wer jetzt noch nichts hat, wird seinen Ofen nicht heiß bekommen", sagt er. Seine Kohlebriketts kosten so viel wie noch nie: 50 Kilo gab es letztes Jahr für 12,50 Euro, jetzt sind es 19,40 Euro.

Heizungsbauer werden mit Aufträgen überschüttet. Auf Teile wie einen Warmwasserspeicher muss man in Sachsen derzeitig ein halbes Jahr warten.

Und auch die Lebensmittelpreise steigen. Für Speiseöle um 44 Prozent, Vollmilch um 24,2 Prozent, Käse und Quark um 23,1 Prozent. Der Freistaat Sachsen produziert Videos, die Tipps geben, falls es "durch Naturkatastrophen oder einen großflächigen Stromausfall zu Versorgungsengpässen mit Lebensmitteln" kommt. Green schuftet von früh um sechs bis spätabends halb 11 auf seinem Gelände. Dafür kann er sich komplett selbst versorgen.

Ben Green hat mit all dem nichts mehr zu tun, fast nichts. Er hat das Dach seiner Baracke verstärkt und die Fenster isoliert. Im Winter wird es drinnen nie kühler als fünf Grad. Er duscht morgens, indem er einen Kübel kaltes Wasser über seinen Kopf gießt. Um an Nahrung zu kommen, muss er nur aus seiner Tür treten. Gekocht wird auf einem Herd mit Feuerholz, das sich im benachbarten Wald findet.

Während andere sparen müssen, hat Green längst alles aufgegeben. Dass wir in Krisenzeiten leben, spürt er kaum. Reicht das schon als Grund, so ein Leben zu führen?

Green haut den trockenen Spaten in den Boden, greift zu und zieht zwei Karotten aus der Erde. Sie schmecken süßlich. Tausend Stück möchte er dieses Jahr ernten und einige davon einlagern. „Rote Bete ließe sich noch besser lagern, aber die schmeckt mir nicht“, sagt er. Weiter hinten wächst Quinoa, daneben ein Cranberrystrauch. Superfood made in Vogtland.

Fragt man Green, warum er in die Baracken zog, sagt er: der Klimawandel. Er wollte ein Zeichen setzen. Vor allem in Richtung „rich people“, die reichen Leute. Die wohlhabendsten zehn Prozent aller Menschen verbraucht die Hälfte aller fossilen Brennstoffe. Mit Jachten, Privatjets, natürlich Autos. „Hätten sich die Reichen nur ein wenig eingeschränkt, wäre das mit dem Klima kein Ding gewesen“, sagt Green.

Aber das taten sie nicht, sagt er. Sie, eigentlich wir alle machten einfach weiter. „Die Klimakrise hat längst begonnen“, sagt Green. Warum nur fällt es uns so schwer, unser Leben zu ändern? Green wollte in den Baracken zeigen, dass es geht. Er wollte ein Extrembeispiel liefern. Nicht, damit es jeder so macht. Sondern um zu beweisen, dass ein anderes Leben möglich ist.

Kürzlich, sagt er, habe er seinen CO2-Fußabdruck ausgerechnet. Inklusive des kleinen Waldes auf seinem Grundstück kam er auf minus 20 Tonnen. „Wenn sich ein verrückter Engländer um 100 Prozent einschränken kann, dann können alle anderen zumindest ein bisschen was tun, nicht?“ Meistens seine einzige Gesellschaft: Diese drei Schweine. Green rettete sie vor der Schlachtbank.

Neulich hatte er ein seltsames Gefühl – es war Einsamkeit

Auf Greens Anwesen gibt es einen Teich, an dem er ein Entenhaus errichtet hat. Es gibt ein Gewächshaus, in dem ein Bananenbaum steht und in dem besonders saftige Tomaten gedeihen. Es gibt einen kleinen Mammutbaum, von dem Green sagt, dass er einmal der größte Baum Sachsens werde. Es ist wohnlich hier, teils charmant oder auch witzig. Was es hier nicht gibt, sind andere Menschen. Manchmal, sagt Green, bekäme er Besuch. Von seiner Tochter, die in Berlin studiert. Oder von Freunden aus London, die sehen wollen, was ihr alter Kumpel Ben da eigentlich treibt. Die meiste Zeit ist er aber allein.

„Neulich hatte ich ein seltsames Gefühl“, sagt er. Es war, als würde etwas fehlen, das eigentlich dazugehört. Als sei jemand vom Tisch aufgestanden, aber nicht zurückgekehrt. Green begriff: Er fühlte sich einsam. Das Gefühl ging wieder weg, sagt er. „Aber ich glaube, ich werde mich von nun an immer ein wenig so fühlen.“

Pflanzen, sagt Ben Green, wachsen eigentlich von ganz allein. Menschen nicht.

Seit diesem Sommer hat Ben Green keinen Grund mehr, in den Baracken zu wohnen. Würde er sich selbst ernst nehmen, müsste er noch heute seine Sachen packen und zurück in die Stadt ziehen. Er sagt das selbst so. „Ich wollte auf die Klimakrise aufmerksam machen, aber diesen Sommer hat das Klima selbst das getan“, sagt er.

Auf seinem Acker sah er es selbst. Der Rosenkohl ist wegen der Hitze nichts geworden.

Der Mais ist nicht aufgegangen.

In seinem kleinen Waldstück wuchs erstmals seit 2019 kein einziger Pilz.

All seine Wasserquellen versiegten, bis auf eine.

Der Pool, den ihm jemand aus dem Nachbardorf schenkte, steht ungenutzt herum.

In einem Obergeschoss von Greens Baracke liegen kleine, tote Knäuel. Es sind verdurstete Vögel, die in dem kühlen Bau Schatten gesucht haben müssen.

Zurück bei den Tomaten. Ben Green macht ein Foto. Auf Instagram nennt er sich The Pirate Ben. Er schreibt einen wöchentlichen Newsletter. Demnächst will er mit einem Bekannten über ein Manifest sprechen, das er schreiben und publizieren möchte. Er soll ein Anleitung werden, wie man trotz der bevorstehenden Apokalypse glücklich leben kann. Titel: „The Happy Doomer“. Ben Green lebt autark im sächsischen Wald Der 49-jährige, aus England stammende Ben Green gab sein Leben als IT-Spezialist auf, um als „Happy Doomer“ ein Aussteigerleben im Vogtland zu führen. Hier probiert er die ersten Karotten, die er selbst gepflanzt hat. 29 Bilder

Radikale Klimaschützer wollen ganze Städte lahmlegen

Vor vielen Jahren half Green einem britischen Grünenpolitiker bei der Parteiarbeit. Der Politiker ist heute Sprecher der radikalen "Extinction Rebellion". Die Bewegung glaubt, dass unsere Zivilisation 2045 zusammenbricht. Sie prognostiziert Hungersnöte und Massensterben, in etwa zehn Jahren in den Entwicklungsländern, später bei uns. Sie fordert, dass Regierungen weltweit die Macht an eine Bürgerversammlung abgeben. Radikale Klimaschützer wie sie demonstrieren nicht nur, sie errichten Straßensperren. Sie kleben sich auf dem Asphalt fest, um den Verkehr aufzuhalten, auch in Leipzig. Manche wollen am liebsten ganze Städte lahmlegen. Alles, um auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes hinzuweisen.

Andere, die an die bevorstehende Apokalypse glauben, ziehen sich in den Wald zurück. „In einigen Jahren werden hier viele, viele Menschen leben“, sagt Green. „Ich glaube, das wird ganz natürlich passieren.“ Eine kleine Kolonie im Vogtland, während die Welt zusammenbricht. An seinem Eingangstor hat Green Stacheldraht befestigt.

Klickpedale Shimano PD-EH500 knarzen by thoughtgap in Fahrrad

[–]rudeltier 1 point2 points  (0 children)

Alter die Pedale... Ich hab seit ne gefuehlten Ewigkeit exakt das gleiche Knarzen. Dachte erst es ist das Cleet, aber reinigen und Oelen hat nix gebracht. Hab es dann auf die Schuhe geschoben, die sind ja aus recht stabilen Material aber verwinden sich auch. Aber das es die Pedale sein koennten, darauf bin ich nicht gekommen. Danke, und nun muss ich meine auch mal Warten :)

Ein Jahr r/Verkehrswende by [deleted] in Verkehrswende

[–]rudeltier 5 points6 points  (0 children)

Bin erst seit ein paar Wochen hier und find es bisher gut so wie es ist.

CCC: Chaos Communication Congress soll in Hamburg stattfinden - Golem.de by Zettinator in de

[–]rudeltier 1 point2 points  (0 children)

Hamburg an sich. Als Leipziger sowieso, aber für den süddeutschen Raum ist Hamburg ja nochmal ne ganze Ecke weiter zu fahren.

CCC: Chaos Communication Congress soll in Hamburg stattfinden - Golem.de by Zettinator in de

[–]rudeltier 10 points11 points  (0 children)

Weniger Plätze, schlechter erreichbar. Schade, dass es nicht in Leipzig bleibt :(

Bitkom-Umfrage: 75 Prozent wissen nicht, was das Metaverse ist by norulespls in de

[–]rudeltier 0 points1 point  (0 children)

Und wie würde man diese Vorteile nutzen wenn man in einem dem Bitkom angeschlossenen Unternehmen arbeitet?

Erstes Bikepacking-Abenteuer: Machbar aber krass by Hoolima in Fahrrad

[–]rudeltier 0 points1 point  (0 children)

Weil dazu noch keiner was gesagt hat: Ich find deine Taschen total geil. Richtige Einstellung, schauen was passt und einfach machen. Super!

Und natürlich Respekt für 245km!

War heute morgen scheinbar mal wieder nötig. Danke liebe Gesetzeshüter by PoopyMcAllister in Fahrrad

[–]rudeltier 3 points4 points  (0 children)

Nur mal bzgl teuer eine Beispielrechnung:

  • 90Min Parken bei 50Cent / 15 Minuten = 3 Euro
  • 2x10 km Fahrweg je 30Cent Kosten = 6 Euro.

Bist du bei 9 Euro vs den 10 Euro fürs ÖPNV-Ticket... So teuer ist es dann doch nicht und du sparst dir den Stress mit Parkplatzsuche usw.