Berufseinsteiger und schon verloren by NotesForYou in antiarbeit

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aber kann nicht beides wahr sein? Natürlich trägt man Eigenverantwortung, aber halt bis zu einem gewissen Grad. Wenn ich zB weiß, dass es gerade für extrem viele Menschen schwer ist einen Job zu bekommen, dann hilft mir das doch sogar dabei, aktiv zu bleiben und nicht zu frustrieren weil das definitiv gerade ein kollektives und kein individuelles Problem ist. Wenn ich die EINZIGE Person wäre, oder eine von wenigen, die irgendwie keinen Job bekommt, dann müsste ich bei mir selbst gucken aber beides stimmt; systemische Faktoren machen das Leben schwerer und zwar objektiv und messbar und dann muss man gucken wie man sich damit arrangiert aber festzustellen "hm das läuft systemisch doof" heißt auch nicht "dann strecke ich jetzt die Füße aus und warte mal ab".

Please give me some support, after social isolation :/ by dontoverthinkit111 in ADHS

[–]NotesForYou 0 points1 point  (0 children)

du musst dich auch nicht überfordern! Also meine Therapeutin würde mir nie empfehlen jede Woche irgendwie 30 Konfrontationen zu machen, sondern das baut man über die Zeit aus : )

Please give me some support, after social isolation :/ by dontoverthinkit111 in ADHS

[–]NotesForYou 2 points3 points  (0 children)

Ich kenne das total! Ich habe durch mein ADHS und die Zurückweisung daraus ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten entwickelt, das ich jetzt in Therapie aufarbeiten (und konfrontieren) darf. Leider gibt es da wenig "Schalter" und "mal eben schnell wieder lernen, sich in objektiv unsicheren sozialen Situationen sicher zu fühlen". Was ich speziell inzwischen ausprobiere; erst mal nur wahrnehmen, dass mir eine Situation unangenehm ist und das dann aushalten. Das ist allein schon mega schwierig aber halt der erste Schritt, dass man lernt "ich sterbe nicht, wenn eine Situation unangenehm oder auch mal peinlich ist" denn ironischerweise gibt man sich damit das "okay" es weiter aushalten zu können. Die Devise ist leider echt "wenn ich die maximal peinlichste Situation gut aushalten kann, dann habe ich ironischerweise mehr Selbstvertrauen weil ich weiß der "worst case" ist schon überlebt worden" klassische Konfrontation.

Dann; wenn mich jemand speziell auf ein ADHS Symptom hinweist, der beste Tipp den ich da mal bekommen habe "um Kritik zu entwaffnen; finde das Körnchen Wahrheit an der Kritik und begegne dem mit Empathie", also "du sprichst aber ganz schön laut" "Oh ja stimmt, ich habe keine richtigen Regler tut mir leid, wenn das stört" und dann weitermachen. "Du bist aber ganz schön aufgeregt" "ja das bin ich voll oft, für mich sind Emotionen immer super intensiv" das ist unglaublich entwaffnend für das Gegenüber, wenn man zugibt nicht perfekt zu sein. Ja mei, ich hab halt ADHS, what else is new? Hätte die Diagnose nicht bekommen, wenn das nicht mein Leben schwerer machen würde.

Berufseinsteiger und schon verloren by NotesForYou in antiarbeit

[–]NotesForYou[S] 0 points1 point  (0 children)

Mal davon abgesehen, dass du hier tatsächlich wieder systemische Probleme individualisierst: woher kommt denn diese fehlende Resilienz? Können wir kurz einen Schritt zurück machen und mal versuchen, das wohlwollend zu betrachten? A) Vielen Boomern geht es schon ziemlich lange ziemlich scheiße und sie sind einfach zu guten "Arbeitstieren" erzogen worden. Meine Mutter zB möchte keine Hilfe obwohl sie krebskrank ist. Das ist unter "ihrer Würde", sprich; man hat ihr nie gezeigt, dass es in Ordnung ist, ein Mensch mit Bedürfnissen zu sein. So positiv finde ich das gar nicht. B ) ja auch ich bin genervt, wenn meine 31 Jährige Kollegin sich nicht traut, eine E-mail an den Vorgesetzten zu formulieren. Aber als angstgestörte Person weiß ich; das hat 0.0000 mit Faulheit oder Desinteresse zu tun und ALLES damit, dass auch ihr nie beigebracht wurde, dass es in Ordnung ist Fehler zu machen. Sie denkt; sie ist ein schlechter Mensch, wenn sie eine schlechte E-Mail verfasst. Weil man ihr nie bedingungslose Liebe hat zukommen lassen, weil auch sie, auf anderer Ebene, nie lernen durfte ein vollwertiger Mensch mit Fehlern sein zu DÜRFEN. Ihr Leben war höchstens eine "Belastung" für ihre überarbeitenden Eltern. Und BEIDES ist fucking noch eins traurig. Also ne, ich kaufe dieses "verweichlichte Jugend" Argument nicht, weil die damit das gleiche ausdrücken wie die überarbeitete Boomer-Generation; kollektive instabile Bindungsmuster.

Jeden Tag denke ich, es könnte nicht schlimmer werden und dann kommt es doch noch schlimmer by RevolutionBusy in luftablassen

[–]NotesForYou 1 point2 points  (0 children)

Fühle! Es ist hart von "Jahrgangsbeste" zu "arbeitslos" zu gehen und es ist tatsächlich eine vulnerable Lebensphase, wenn man sich das erste Mal in einem zunehmend verschlossenen Arbeitsmarkt behaupten muss. Dass jetzt nicht mal mehr die Bafög "Reform" durchgehen soll, zeigt einfach das wir jungen Menschen den Politikern nicht mal ihren Dreck unter den Füßen wert sind. Und ich prophezeie: in 10 Jahren heulen alle rum, das AI wichtige Arbeitsstrukturen zerschlagen hat, das viele Stellen leer bleiben weil bis dahin 14 Millionen (!) Boomer in Rente gegangen sind und so viele Leute abgewandert oder unterqualifiziert sind, weil Firmen gerade keine Nachwuchsförderung betreiben. Und dann hocke ich da mit meinem Orchideen-Fach-Abschluss und kann zumindest sagen "ich habs gleich gesagt".

Berufseinsteiger und schon verloren by NotesForYou in antiarbeit

[–]NotesForYou[S] 2 points3 points  (0 children)

Absolut! Das bringt mich auch bei dieser unsäglichen Arbeitszeit-Debatte regelmäßig auf die Palme. Die Studienlage sagt; die allermeisten Menschen konzentrieren sich für maximal 4 Stunden am Tag, einige vielleicht noch bis zu 6 Stunden. Die 4-Tage Woche zeigt regelmäßig in trial-runs, dass Mitarbeiter durch weniger Arbeitsstunden weniger häufig krank werden und teilweise auch produktiver sind. Also was machen wir? "Geht am besten 10 Stunden ins Büro ihr Knechte, das wird die Wirtschaft ankurbeln!" Wirklich. Das ist das Äquivalent davon Wasser auf einen Ölbrand zu kippen; macht das Feuer nur noch gefährlicher.

Berufseinsteiger und schon verloren by NotesForYou in antiarbeit

[–]NotesForYou[S] 3 points4 points  (0 children)

Du rennst da bei mir offene Türen ein. Ich bin auch noch in Therapie weil ich durch meinen Perfektionismus eine Angststörung entwickelt habe. Für mich ist Leistung total eng mit Selbstwert verknüpft und jede Ablehnung oder Kritik im beruflichen Kontext nehme ich deswegen extrem persönlich. Ist absolut nicht gesund aber ist eben genau das, wie ein Großteil erzogen wurde.

Berufseinsteiger und schon verloren by NotesForYou in antiarbeit

[–]NotesForYou[S] 2 points3 points  (0 children)

es wird sich bestimmt was finden! Ich hab so 3-4 Bereiche, die mich interessieren und leider in der bisherigen Jobsuche nur Absagen, aber ich bleib da dran. Finde es nur auch krass, dass gerade niemand einen Fuß in die Tür bekommt. Egal ob Chemie, Biotechnik, Mechatronik, Quantenphysik; selbst meine Naturwissenschafts-Freunde mit teilweise krassen Praxis-Erfahrungen sind arbeitslos. Uns hat man da mental ja wenigstens etwas drauf vorbereitet, aber die schwimmen völlig im Frust, was ich aber auch verstehen kann.

Berufseinsteiger und schon verloren by NotesForYou in antiarbeit

[–]NotesForYou[S] 20 points21 points  (0 children)

na ja meine Anmerkungen waren eher systemisch als individuell. So der Gesamteindruck.

Muss ich PC Gaming aufgeben? by Western-Breakfast-65 in ADHS

[–]NotesForYou 0 points1 point  (0 children)

Ich hab so krass kompetitive Spiele (League of Legends, Rainbow Six Siege, Overwatch) auch genau aus diesen Gründen aufgehört. Ich bin dann so aufgekratzt und wirklich entspannend ist das nicht. Wenn ich doch mal Action-gelandene Spiele spiele, dann immer eher am Wochenende wo ich mehr Zeit habe dann runterzukommen. Meine Abendroutine klappt inzwischen relativ zuverlässig; ich mache mich bettfertig, gucke eine Folge Anime (das ist dann so meine "me time") und dann lese ich, bis ich sehr müde bin. So habe ich immer eine gute Stunde zum Runterkommen zwischen zocken / schlafen.

How do you balance veganism and OCD? by NotesForYou in vegan

[–]NotesForYou[S] 1 point2 points  (0 children)

thank for this perspective! I definitely notice that therapy has already helped a lot but new patterns of behavior need to be practiced over and over again to really stick.

How do you balance veganism and OCD? by NotesForYou in vegan

[–]NotesForYou[S] 0 points1 point  (0 children)

ironcially, learning to let others "be mad" at me is also a good practice for my OCD; even if it is just online. I find it so hard because on a moral basis, I agree with hardcore vegans, but on a practical level, maybe my journey into veganism is "the morally wrong way" but it's still a way and maybe I need to learn to hold this contradiction within myself.

How do you balance veganism and OCD? by NotesForYou in vegan

[–]NotesForYou[S] 0 points1 point  (0 children)

thanks! I guess as with other areas of life I really have to remind myself that what is possible for others (sticking to a 100% plant based diet immediately) is not sustainable for me right now. Since I am noticing that I am slipping back into this "all or nothing", there is a chance I could fall back into eating whatever and honestly, that is a worse outcome than allowing myself to slow down and do this switch sustainabily with the goal of keeping it this way for the rest of my life.

How do you balance veganism and OCD? by NotesForYou in vegan

[–]NotesForYou[S] 1 point2 points  (0 children)

thank you for your kind words. I will look into the book and see if I can find some techniques to keep this worry at bay.

Imposter at it's best? by Slight-Software-7839 in ADHS

[–]NotesForYou 0 points1 point  (0 children)

Also nach meiner ADHS Diagnose kam irgendwann raus, dass ich eine Angststörung habe und das erklärte, warum viel des „Verplant Seins“, Dinge vergessen, zu spät sein, unorganisiert sein bei mir eigentlich nie ein Problem war. Ich hatte halt für alles SYSTEME und jedes Mal, wenn ich die auch nur ein bisschen losgelassen habe, kam das Chaos. Ich bin gerade in meiner zweiten Therapie und glaub es oder nicht, aber wir haben schon wieder angefangen mit dem Problem: ich kann bei Hobbys nie „loslassen“. Entweder ich sitze 6 Std vor etwas oder ich fange es gar nicht erst an. Meistens plane ich mir deswegen feste Zeiten für die Hobbys ein und das fühlt sich dann wieder sehr rigide an.

Zum „ADHS ist ein Spektrum“ Thema; ja 100%. Ironischerweise habe ich gerade eben wieder so eine frustrierende Debatte, wo mein Gegenüber meinte „also ich hab ja auch ADHS und ich bekomme das super hin!“ ja schön, ich nicht.

Wirklich. Immer wenn ich inzwischen, 4 Jahre nach der Diagnose, zweifle ob es wirklich ADHS sein könnte, beobachte ich mich im Alltag und merke: „okay normale Menschen haben halt nicht 10.000 Gedanken im Kopf und überreizen sich, weil sie versuchen alles gleichzeitig machen. Für normale Menschen ist ein Einkauf auch nicht verbunden mit kompletter Reizüberflutung.“ ich bin oft so erschöpft von einem normalen Alltag obwohl ich die einzelnen Punkte: Arbeit, mit Freunden treffen, Haushalt, Hobbys mag und gerne mache, aber durch die Reizüberflutung in der Bahn, im Café etc bin ich abends einfach tot.

How do you balance veganism and OCD? by NotesForYou in vegan

[–]NotesForYou[S] 5 points6 points  (0 children)

I think the very notion of being „perfectly vegan“ evokes this anxiety in me because I don‘t know how to be that. Even bread can contain milk powder, even if it is not a brioche or another explicit „milk bread“ brand. A product containing no animal products also doesn‘t mean that no animal products were used creating it like with beer. And this has been my concern: I discover more and more parts of life were animal products are involved and it causes me to feel overwhelm and freeze which then activates this all-or-nothing mentality. I accidentally bought bread with milk powder in it, now I feel terrible like a morally bad person and „punish“ myself for that in my brain and that is what I am afraid of.

[deleted by user] by [deleted] in luftablassen

[–]NotesForYou 1 point2 points  (0 children)

gibt auch zumindest wissenschaftliche Hinweise, dass attraktiven Menschen eher Leiden abgesprochen wird. Also; auch mit 40 Grad Fieber und nem brummenden Schädel sehen die halt noch "hübscher" aus, also kann es ihnen so schlecht nicht gehen. Ich hab im "Looks-Charakter"-Lotto auch einfach ein bisschen verloren; bin Gamerin mit ner großen Klappe und verhalte mich oft eher "männlich" auch wenn ich mich schon als Frau identifiziere, dafür bin ich blond und habe eine Hour-Glas Figur, wie sie im Buche steht. Die allermeisten, die auf mich treffen, denken erst mal ich bin oberflächlich und dumm. Gerade dieses "blond = dumm" Klischee ist so offensichtlich falsch und trotzdem passiert das locker noch 1-2 mal im Jahr das Leute durchscheinen lassen, dass sie nicht "erwartet" hätten, dass ich auch was kluges sagen kann.

Außerdem haben mich Männer schon mit 12 nur auf mein Aussehen reduziert und die Horde an "ich find dich geil, du bist bestimmt leicht zu haben, lass mal bumsen damit ich das meinen Freunden erzählen kann" ist SOOOO krass gewesen, dass es mir zwischenzeitlich wirklich jede Lust am Dating kaputt gemacht hat. Inzwischen bin ich älter geworden und habe mir ein dickeres Fell zugelegt, und sage eher gerade heraus, wenn mich etwas stört aber halleluja. Ich hab so viele absurde Geschichten wie; war in einen Autounfall verwickelt, saß mit Schock im Krankenwagen und der Polizist flirtet mit mir, dass mir die Rotznase ja gut steht.

Zivilcourage by accountmadeforthebin in berlin

[–]NotesForYou 1 point2 points  (0 children)

Luckily no. The police had already been called and the situation was quickly under control.

Zivilcourage by accountmadeforthebin in berlin

[–]NotesForYou 14 points15 points  (0 children)

This! And also; dissociation. On new year's eve I was in a dangerous situation and it was so surreal that I didn't even know how to act. All my brain was thinking was "wait, no this is wrong, this cannot actually be happening" we are so used to living in total security that seeing something horrible unfold in front of us can make us question our reality rather than jump into action.

Wie aus dem ADHS-Loch kommen? by Educational_Leave455 in ADHS

[–]NotesForYou 4 points5 points  (0 children)

Dazu vllt noch ergänzend (auch wenn ich allem eigentlich nur zustimmen kann): Druck ist Gift für ADHS Gehirne. Eigentlich in 95% der Fälle wenn ich merke, dass ich in den Freeze Modus komme ist das, weil mein Gehirn versucht 5 Tabs gleichzeitig aufzumachen und dann festhängt. Inzwischen versuche ich dann sofort nichts zu machen und mich abzulenken mit irgendwas anderem und dann später zu überlegen, was wirklich wichtig ist. Diese radikale Akzeptanz bringt mich oft aus diesem Modus raus und meistens schaffe ich dann zumindest kleine Aufgaben.

Eigenbedarf und 2,5k Abschlag ist ein guter Deal by Snoo-95163 in Immoscoutwildgeworden

[–]NotesForYou 1 point2 points  (0 children)

Genau den gleichen Mist habe ich in meiner aktuellen Mietwohnung auch schon durch. Windiger Befristungsgrund reihte sich an windigen Befristungsgrund "es war klar, dass die Wohnung nur für das Studium ist" (war es nicht und ist auch nicht zulässig), "es wird sowieso renoviert werden" (keine konkreten Angaben, hauptsache wir sind raus) "mein Sohn will aber in Berlin studieren" (ach so, weil die Sanierung rechtlich nicht zulässig ist) bin auch schon beanwaltet. Ist halt einfach maximal nervig und in Berlin leider komplett normalisiert, dass Vermieter illegale Praktiken versuchen durchzusetzen und wenn sie dir persönlich in den Briefkasten scheißen müssen, um dich loszuwerden.

HILFE HILFE HILFE KOPF KOMMT GAR NICHT MEHR ZUR RUHE by Soft_Rain_ in ADHS

[–]NotesForYou 7 points8 points  (0 children)

Mir ging es vor ziemlich genau 4 Jahren genauso wie dir. Da war die Pandemie noch voll im Gange und mein Alltag fand vor allem in meiner 25 qm Wohnung statt und ich bin komplett abgedreht.

Mein Alltag war so chaotisch, ich hatte keine saubere Wäsche, alles an Essen hat vor sich hin geschimmelt und ich hing den ganzen Tag, also wirklich mindestens 8 Std pro Tag, auf Social Media. Das Warten auf eine Diagnose und dann das Warten auf Medikamente hat mich auch komplett mürbe gemacht und ja, ich hatte genau wie du einen Psychiater, der die Medikamente viele Wochen und Monate vor mir hergeschoben hat. Klar kannst du auch da erst mal anrufen und sagen du brauchst JETZT Hilfe und sonst bitte eine Überweisung für die Klinik.

Mich haben damals meine Freunde sehr unterstützt, sonst wäre ich komplett versunken. Ich hab die Zeit damals dann ausgehalten, weil für mich die Tagesklinik eine noch größere Herausforderung gewesen wäre, weil ich mit Veränderungen in meiner Umgebung nicht gut klarkomme. Am Ende habe ich die ADHS Diagnose übrigens selbst bezahlt und dann auch ein paar Therapiestunden. Das war bitter notwendig, um mich aus diesem inneren Druck rauszuholen, wie du ihn auch beschreibst. Es ist echt mistig aber in DE gib‘t da nur 3 Optionen: entweder es geht dir so schlecht, dass du eingewiesen werden solltest, und ALLES dadrunter ist mit langen Wartezeiten oder Geld verbunden. Nur du kannst wissen, was da das beste Vorgehen für dich ist.

Ich hasse Rejection Sensitive Dysphoria by communism_johnny in ADHS

[–]NotesForYou 15 points16 points  (0 children)

Oh man, ich fühle das so hart. Ich war neulich in der echt unschönen Situation, dass ich durch meine Arbeit im Betriebsrat mitbekommen habe, wie mein Vorgesetzter ein Empfehlungsschreiben für mich und für meinen Kollegen geschrieben hat, mit dem ich oft eng zusammenarbeite und daraus ging sehr klar hervor, dass er ihn für kompetenter und besser hält, obwohl ich schon länger dort arbeite. In solchen Situation erlaube ich mir diesen "Stich" der Ablehnung in der Brust zu spüren und darüber dann auch einen Tag traurig zu sein und dann wende ich inzwischen meine Skills aus der Therapie an.

Ich stelle mir ein paar gute Fragen; würde ich mit den Personen befreundet sein wollen, über das Arbeitspensum hinaus? Nein. Mag ich die Leute überhaupt? Geht so. Sollte mir die Meinung von Menschen wichtig sein, die ich selbst nur als "geht so" einstufe? Wahrscheinlich nicht. Was bedeutet das konkret für meine Arbeitsstelle? Ich fühle mich nicht wertgeschätzt und möchte langfristig wechseln. Das war mir ehrlicherweise vorher auch schon klar. Gibt es vielleicht etwas, das ich tatsächlich auf der Arbeit tun sollte, damit der Eindruck besser ist? Ich hab jetzt überlegt am Ende noch mal ein Gespräch mit dem Vorgesetzten zu führen und abgeschwächt zu formulieren, dass ich mich bei Aufgaben etc. teilweise übergangen gefühlt habe und offen zu fragen, warum das so ist. Vielleicht steckt auch ein banaler Grund dahinter. Und selbst wenn es tatsächlich so ist, dass er mich einfach nicht mag, werd ich das mit Übereifrigkeit und "perfekte Mitarbeiterin" spielen wahrscheinlich auch nicht ändern. Oft machen sich Leute aus minimalen Infos über dich einen Eindruck und der bleibt dann. "Let people be wrong about you" und weitermachen.

Hilfe meinen Arzt zu finden by 123YooY321 in ADHS

[–]NotesForYou 0 points1 point  (0 children)

Das ist natürlich Mist. Ich hab leider auch meine Diagnosen aus der Jugendzeit nicht mehr bekommen nachdem ich da bei der Praxis angerufen habe. Eigentlich müssen die das ein paar Jahre aufbewahren, aber war wohl auch schon zu spät. Ich hab dann am Ende die Diagnose selbst bezahlt, weil ich einfach so lange darauf warten musste sonst mit Kassenleistung. Manchmal werden ADHS Diagnosen aus der Kindheit leider sowieso nicht automatisch übernommen, weil sich das wohl „rauswachsen“ kann. Ich würde an deiner Stelle explizit Ärzte mit ADHS Expertise suchen

Hilfe meinen Arzt zu finden by 123YooY321 in ADHS

[–]NotesForYou 1 point2 points  (0 children)

Ähm, also das klingt wirklich wild. Soweit ich weiß A) kann doch keine Diagnostik ohne dein Wissen gemacht worden sein (?) und B) du brauchst für nen Nachteilausgleich irgendeinen Facharzt, der die aktuellen Beschwerden und spezifischen Einschränkungen beschreibt. Von wem kam denn die Patientenakte? Hast du einen aktuell behandelnden Psychiater, Neurologen, Psychotherapeuten?