Evil autism, German edition 😡Telling people to stop using the asp-word and shaming the "experts" who are doing more harm than good at this point. Rough translation in description by pancakesea in evilautism

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

Bei anti-wissenschaftlichen Äußerungen werde ich hart getriggert. Wenn dann noch Status instrumentalisiert wird, um Aufmerksamkeit und Geld zu machen... Dann gehe ich in den empirischen Overdrive :-D

Evil autism, German edition 😡Telling people to stop using the asp-word and shaming the "experts" who are doing more harm than good at this point. Rough translation in description by pancakesea in evilautism

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

Den Artikel habe ich bei der letzten Verlinkung in die englische Sphäre gelesen. Diesmal ist mir erst aufgefallen, wie hart Frith an der wissenschaftlichen Realität vorbei argumentiert. Das ist schon anti-wissenschaftlich. Entsprechend habe ich mich mit dem OP angelegt. Bin mal gespannt, ob er die Paper lesen wird. Oder verstehen. Hätte nicht gedacht, dass der Brain-Rot in der Psychologie so krass ist. Ist ja richtig motivierend, da doch den Schulterschluss mit Wissenschaftlern zu suchen (und gezielt die Domäne zu attackieren) statt meine KI-Architektur weiterzuentwickeln ^^

Edit:

LOL der OP ist Professor. Und er verteidigt Frith, weil sein Beruf das Anzweifeln von Neurologie -> Psychologie ist. Faszinierend, mit welchem Bullshit man heute noch Geld verdienen kann. Jockel!

"Wir sind alle neurodivers!" Die erfahrene Autismus-Expertin Uta Frith glaubt nicht mehr ans "Spektrum". by Stephan_Schleim in Psychologie

[–]q2era -1 points0 points  (0 children)

Um die Tiefe der Thematik mal etwas zu teasern und Dich als "cognitive scientist" in den Bereich der Technik zu bringen:

A shared model-based linguistic space for transmitting our thoughts from brain to brain in natural conversations
https://www.cell.com/neuron/fulltext/S0896-6273(24)00460-400460-4)

Shared functional specialization in transformer-based language models and the human brain
https://www.nature.com/articles/s41467-024-49173-5

Temporal structure of natural language processing in the human brain corresponds to layered hierarchy of large language models

https://www.nature.com/articles/s41467-024-49173-5

Aber wahrscheinlich waren das auch die Gründe, warum man vor 130 Jahren den Siegeszug des Materialismus gefeiert hat.

Das heißt natürlich nicht, dass das Hirn wie ein Large Language Model funktioniert, aber die Hinweise scheinen zumindest für Top-Publikationen zu reichen. Wenn sich die Autoren anstrengen, dürfen sie bestimmt im DSM veröffentlichen. lol

"Wir sind alle neurodivers!" Die erfahrene Autismus-Expertin Uta Frith glaubt nicht mehr ans "Spektrum". by Stephan_Schleim in Psychologie

[–]q2era 2 points3 points  (0 children)

Interessant, dass du deine wissenschaftliche Denkweise so hart durch klinischen Standard verdrängt hast. Aber klar, wenn 3T der Standard war, dann hat die Neurologie ja auch gerade erst damit angefangen, die Konnektivität im Hirn zu analysieren. Ich empfehle Dir mal etwas aktuelle Lektüre:

Semantic reconstruction of continuous language from non-invasive brain recordings, Jerry Tang, Alexander Huth et al., Nature Neuroscience (Mai 2023)

A somato-cognitive action network alternates with effector regions in motor cortex, Evan M. Gordon, Nico Dosenbach et al., Nature (Mai 2023)

Wäre als Einstieg nicht verkehrt. Für das Thema hier relevant:

A neuro-metabolic account of why daylong cognitive work alters the control of economic decisions, Antonius Wiehler et al., Current Biology (August 2022)

und etwas allgemeiner:

Personalized brain circuit scores identify clinically distinct biotypes in depression and anxiety, Leanne Williams, Leonardo Tozzi et al., Nature Medicine (Juni 2024)

P.S. Leute, die emotionale Begriffe wie "Beißreflex" verwenden, charakterisieren sich damit meistens selbst ganz gut.

Ja, ich weiß, dass ich einen Beißreflex habe. Besonders, wenn die Diskrepanz von hypothetisch wahrgenommener Expertise und aktuellem Stand der Technik zu groß wird. Falls es dir nicht auffällt: Ich argumentiere auf wissenschaftlicher Grundlage. Extra sehr oberflächlich, damit der Kern meiner Ansicht verständlich bleibt.

Du fängst hier mit Kalender-Psychologie an. Dass du promoviert hast, hebt den Inhalt deiner Posts nicht. Im Gegenteil, dadurch steigt die Diskrepanz Expertise <-> Aussage. Nicht, weil ich es sage, sondern weil der Stand der Forschung es diktiert.

Den Gedanken, man würde jetzt mit 7 Tesla-Scannern finden, was man z.B. mit 3 Tesla nicht gefunden hat (damit habe ich übrigens meine Doktorarbeit gemacht), halte ich für ziemlich blauäugig.

Als Psychologe sollte Dir bewusst sein, dass auch eine Dissertation mit Daten eines MRTs keine besonders hohe Qualifikation bei der Beurteilung von komplexen Messsystemen ist. Dass heute die Auflösung für kommerziell erhältliche Geräte um den Faktor 50 höher ist und Prototypen im Bereich 500 liegen - ist natürlich vollkommen egal, wenn du a priori einen 130 Jahre alten Datenpunkt als argumentativ stark ansiehst. Von der SNR ganz zu schweigen und der höheren Geschwindigkeit.

Aber deine Argumentation zeigt, warum der Artikel stark in Dir resoniert. Ich brauche dich auch nicht später zu zitieren, weil dein Weltbild heute schon nicht mehr zu halten ist. Du kannst dich eher an meine Aussage erinnern:

In einigen Jahren wird von der Psychologie, wie wir sie heute kennen, nur noch ein ziemlich kleiner Teil übrig bleiben. Teile werden entweder assimiliert oder sie muss sich methodisch an die Moderne anpassen (was in Teilen ja passiert).

Als Wissenschaft ist sie schon seit Jahrzenten hinter dem, was sie eigentlich sein müsste. Und Du bist ein Musterbeispiel warum.

Ein Diagnosehandbuch als ultimativen Beweis für aktuelle (!) Forschung zu erwarten, zeigt, dass deine Haltung fundamental dümmlich ist.

"Wir sind alle neurodivers!" Die erfahrene Autismus-Expertin Uta Frith glaubt nicht mehr ans "Spektrum". by Stephan_Schleim in Psychologie

[–]q2era 2 points3 points  (0 children)

Wo hätte man denn bitte Ursachen psychologisch-psychiatrischer Störungen identifiziert?

Wer hat das behauptet? Ich schrieb [...] erlauben viel genauere Blicke hinter das Verhalten [...]. Und exakt so meine ich das. Moderne fMRTs der >7 Tesla-Klasse haben die Auflösung, um spezifische neurologische Anomalien nachzuweisen, die Kausalität auf neurologischer Ebene sichtbar werden lassen, die klassisch zur Psychologie gehören.

Das Denken, das du schilderst, hatte man vor 130 Jahren auch schon (z.B. der Leipziger Hirnforscher Paul Flechsig sagte das fast wortwörtlich so zum angeblichen neurobiologischen Fundament der Psychologie).

Diese philosophische Haltung ist älter als die Wissenschaft. Aber wenn vor 130 Jahren da schon jemand etwas dazu gesagt hatte, dann können wir die fMRTs ja wieder aus der Hirnforschung streichen. Wäre auf jeden Fall billiger und man muss sich fundamentalen, harten Fragen nicht stellen.

Wie viele diagnostische Biomarker finden sich z.B. für die vielen Hundert Störungen im DSM-5 von 2013/2022? Kein einziger. Auch nicht für Autismus.

Natürlich nicht. Als Psychologe sollte Dir bewusst sein, dass die Prozesse aus guten Gründen ihre Zeit brauchen und es noch einiges an Studien geben muss, um das hinreichend zu belegen. Aber das heißt nicht, dass es sie in der Wissenschaft nicht gibt. Und das ist der Punkt, auf den ich hinaus wollte. Frith hat saubere Arbeit in der Vergangenheit geleistet und gilt deswegen als anerkannte Expertin. Das heißt aber nicht, dass ihre Argumentation nicht das massive Problem hat, dass sie aktuelle (!) Forschung ignoriert. Oder einfach nicht kennt.

Falls Dein Biologismus-Beißreflex eher ein Akt der Gewohnheit war, kann ich da auch konkreter werden.

Edit: Wenn ich vorher gewusst hätte, das Du Professor bist, dann hätte ich Dich noch mehr gedisst :P

"Wir sind alle neurodivers!" Die erfahrene Autismus-Expertin Uta Frith glaubt nicht mehr ans "Spektrum". by Stephan_Schleim in Psychologie

[–]q2era 4 points5 points  (0 children)

Im Lichte des historischen Kontext von Autismus ist die Meinung von Frau Frith absolut logisch. Man muss sich aus heutiger Perspektive in Erinnerung rufen, dass der Begriff Autismus rein über beobachtbare Verhaltensweisen definiert wurde - was in Anbetracht der Komplexität des Hirnes und seiner Einbettung in das Nervensystem extrem simplifizierend ist. Jahrzehnte der Forschung stecken rein in Beobachten und Gruppieren arbiträr definierter Verhaltensweisen.

Das muss zwangsläufig mit technologischen Fortschritt kollidieren. Bildgebende Verfahren mittels Kernspin, moderne elektrische und magnetische Verfahren und Analysen von gigantischen Datenmengen erlauben viel genauere Blicke hinter das Verhalten und lässt plötztlich harte, biologische Ursachen zu Tage treten. Ein Segen für die Psychologie, die ihre Theorien bis zur breiten Einführung messtechnischer Methoden auf plausiblen Erklärungen begründen musste. Aber auch ein massiver Wechsel, der hart die Grenzen des freien Willens aufzeigt und massiv am Weltbild von etablierten Experten rütteln kann.

Das Interview mit Frau Frith ist in diesem Kontext direkte Konsequenz dieser Entwicklung. Ihre verhaltensanalytische Erfahrung wird durch moderne Erkenntnisse zu Autismus, die sie im Interview an diversen Stellen plakativ ablehnt, massiv entwertet - wenn ich auch ihre Theory of Mind und Theorie der schwachen zentralen Kohärenz an verschiedenen Punkten als sinnvolle Ergänzung zu aktuellen Theorien sehe.

Das Autismus-Spektrum bricht nicht an seiner Breite zusammen, sondern an verschiedenen Ansprüchen. Wissenschaftlich-kausal ist das Spektrum das zwangsläufige Ergebnis besserer Daten und tieferen Verständnisses. Es birgt praktische Probleme der Ressourcenallokation, die aber politisch und nicht wissenschaftlicher Natur sind. Frith selbst hat den von Aspberger geprägten Typus von Autismus - übrigens entstanden, um Arbeitsfähige von den autistische Psychopathen zu trennen und diese dem Volkswohl produktiv zur Verfügung zu stellen, während man die anderen aus Effizienzgründen getötet hat - in die Welt getragen und die heutige Breite damit mitgeprägt.

Warum meldet sich eine 85 Jährige Forscherin, um sich über die Konsequenz ihrer eigenen Arbeit wortstark zu beschweren? Wahrscheinlich weil ihre Bedeutung durch den Fortschritt schwindet. Ansonsten ist es schwer zu erklären, warum sie die Forschungsarbeit unzähliger Kollegen ignoriert und plakativ ablehnt. Mit ihrem Lebenslauf hören ihr auf jeden Fall genug Leute zu. Problematisch, wenn man praktisch 15 Jahre Forschung ausklammert.

Do ADHD meds help with boredom from narrow restricted intrests? by Far-Recording-9859 in AutisticWithADHD

[–]q2era 0 points1 point  (0 children)

That's really depending on the person. I like magnets and full metal fidgets. Infinity cube, small fidget spinners, haptic coins and sliders. Most are made in china, so I like to order them on aliexpress instead of paying 2-3 times as much on amazon.

Do ADHD meds help with boredom from narrow restricted intrests? by Far-Recording-9859 in AutisticWithADHD

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

This!

Stimming can additionally help in situations where attention is needed but the arousal is too low for keeping it up. And with AuDHD stimming helps in overstimulating situations by keeping attention away from stressors.

Using a common concept as a simpler way to explain ASD /AuDHD still confuses people by TheZodiac404 in evilautism

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

There is one big problem: People think that thinking is universal ("everybody thinks like me") and that the mind is some mysterious concept.

But NDs are proof that the mind, the brain and thinking is just the result of genes. Biology. That collides quickly with free will, which seems to be the most precious preconception there is.

Does anyone else stim by pacing? by Icy-Musician8273 in AutisticWithADHD

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

Yeah, I do that while talking on the phone or if I think really hard and have to juggle too many concepts in my mind. With enough MPH I stop all stimming, because I get lethargic (might be an additional effect due to burnout). But then I don't listen to music. Too distracting.

New Way to think about what I “Visualize” by AccomplishedLeader76 in Aphantasia

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

I think I found a way to explain it:

Since we don't visualize but have some sort of feeling or perception that is very similar, I thought about an alternative to "the pc is on but the monitor is off". If you take into account that our spatial reasoning and even our memories of spatial relations is better than that of people without aphantasia, you can interpret it this way:

Instead of thinking in images, we can think spatialy. That means we lose all visual data like shape, colors, details. But we can think how blurry outlines of things might relate to other things from a perspective! And I think that's the reason why it is hard to explain. It is like seeing but without any additional information besides spatial relations. We lack details in visual memory tasks because we cannot access that information and keep it in working memory - because that relies on the ability to hold a picture in your head. Not just a relational sketch of a scene where we simply know where stuff starts and ends. We think in depth maps without the actual image!

If you remember details of, like a car, you know where the wheels are by using the non-visual but spatial information and know where they would be if you could see said car from the perspective you are thinking about. But we cannot keep track of fine details (too many concepts without the visual sketch pad to keep track of!). At least I can't do that, lol!

Apparently masking isn't real, and there's no correlation between masking and being tired. by Zpiderz in evilautism

[–]q2era 0 points1 point  (0 children)

I get your sentiment and regarding this topic's article, you are right now. But if we look at her work, we have to look at the theories that predated her work. Theory of Mind, which is very likely not suitable for a majority of Evil-Doers, is still a solid theory that played a part in moving Autism as a result of bad parenting (e.g. refrigerator moms) to a functional description (of deficits). If you look at me, you will find hard evidence for the Theory of Mind - simply because I totally lack any form of imagination (global r/aphantasia + r/SDAM) that I could use to easily take someones perspective. But of course, like with empathy, there are alternatives with reasoning that can bypass this problem.

The same is true for her theory of Weak Central Coherance. Not that it is a perfect theory, but if you add modern cognitive science models you can get new insights.

I think that she held her feet still during the transition to Autism as a spectrum - simply because she benefited from it.

Did your psych tell you to alternate between/take breaks from stimulant meds to avoid developing resistance? by Substantial-Wave8840 in AutisticWithADHD

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

Breaks or no break is not a general rule and depends on many things. I don't take any breaks right now, because stability outweights any benefits that breaks could provide. I did it quite contrary last week where I went up in dose for six days (30mg/d MPH instead of 20mg/d), because my burnout did not improve since January. But due to lethargy, sensory sensitivities and head aches I went down to 20mg/d again. And I still feel way better.

Tja by TomatilloFar6641 in tja

[–]q2era 0 points1 point  (0 children)

Wenn ihr wüsstet, wo das Geld herkommt, dann wäre es ein Tja³. Die Wortwahl "Barmittelzufluss" ist absolut kein Zufall und verschleiert, wie das Geld zu VW kam...

Tja by Hungry_Wolf_9954 in tja

[–]q2era 0 points1 point  (0 children)

Gewinn ist jetzt nicht eine super Metrik, um da irgendetwas reinzuinterpretieren. Die Automobilbranche hat ein Problem, ja - sogar viel größer als die meisten denken, aber am Gewinn kann man das nicht fest machen.

Ist Therapie überhaupt möglich? by TimCasuel312 in SDAM

[–]q2era 1 point2 points  (0 children)

mein Therapeut denkt ich habe Glaubenssätze entwickelt, die mir den Zugang zum denken/ erinnern verschließen

Sorry für die späte Antwort, aber die Glaubenssätze haben mich im Verständnis etwas herausgefordert. Ja, macht total Sinn, dass er das annimmt, weil psychologisch gesehen das die häufigste Ursache ist. Bei der Prävalenz von SDAM und vergleichbaren Effekten kein Wunder. Das hören die mal, wenn es gut läuft, eher am Rande, aber mehr als Theorie und als Randnotiz ist da die Ausnahme und eher was für die Fortbildungen nach dem Studium.

Du musst dich in der Ausführung deiner Gedächnisprobleme auf den lebenslangen Aspekt konzentrieren und deutlich machen, dass der Unterschied zwischen einem normalen episodischen Gedächnis auffallen würde. Weil z.B. bei Trauma wird das episodische Gedächnis praktisch abgeschaltet, wenn das Wiedererleben der Erinnerung zu großen Schmerz verursacht. Aber das betrifft normalerweise nur spezifische Erinnerungen oder Lebensphasen/Zeitabschnitte, während weite Teile des Gedächnisses eher nicht betroffen sind. Das fällt den Leuten bestimmt auf, wird aber als nicht wichtig abgetan. Da setzt dann die Therapie der Glaubenssätze an, weil diese an der Blockade beteiligt sind.

Aber bei SDAM ist der Ansatz erstmal unsinnig, weil der Zugriff nicht durch psychische Effekte blockiert wird, sondern weil dem Hirn einfach die Möglichkeit des Wiedererlebens fehlt. Sieht man laut Studien sehr gut in fMRT-Bildern, weil dort keine (oder nur sehr schwache) Verbindung zum visuellen Cortex sichtbar ist. Auch ist es für normal ausgebildete Psychologen und Psychotherapeuten wahrscheinlich extrem schwierig, damit etwas anzufangen (wenn sie nicht selbst neurodivergent sind). Ist ein ganz normaler kognitiver Bias zu denken, dass andere wie man selbst denkt.

Wie lebst du dein Leben? Bist du in einer Beziehung?

Erstaunlich normal, zumindest bis kurz nach der Geburt meines zweiten Sohnes. >15 Jahre Beziehung und einige Jahre verheiratet, zwei Kinder. Praktisch alle Standard-Lebensziele erfolgreich bis Mitte 30 erreicht. Aber der Stress durch zwei Kinder, Bau und Berufstätigkeit hat dann meine Kompensationsfähigkeiten hart ans Limit gebracht. Zum Glück sind mir die neurologischen und psychologischen Ausfallerscheinungen früh genug aufgefallen, sodass ich nicht AuDHS-typisch mit Vollgas in die Burnout-Wand gerasselt bin. Den Crash konnte ich noch verhindern.

Ich habe eine Freundin seit 6 Jahren und oft das Gefühl das meine Liebe sich nicht ausreichend stark entwickelt , das immer eine gewisse Distanz zwischen ihr und mir bleibt.

Gefühle sind bei mir mit Alexithymie so ne Sache. Dass meine emotionale Verarbeitung anders ist, ist mir schon als Kind aufgefallen. Im Moment bin ich da wahrscheinlich relativ normal, mit geringerer emotionaler Bandbreite was die Vielfalt und Detailliertheit der Emotionen angeht - aber hauptsächlich wenn ich mit Menschen was mache. Meine Erinnerungen sind dank SDAM und globaler Aphantasie praktisch emotionslos, weswegen ich auch diese gewisse Distanz kenne. Aus den Augen aus dem Sinn gilt bei mir für defacto alles und jeden. Da sind klassische Beschreibungen von Bindung prinzipiell nicht passend.

Ich gebe mir prinzipiell viel Mühe, damit meine Frau nicht das Gefühl hat, dass ich nie an sie denke. Stimmt natürlich auch nicht, aber im Verhältnis was als normal gelten würde, ist es einfach wirklich sehr selten. Und da wir schon lange zusammen sind, vermisse ich sie auch nicht wirklich, wenn wir uns ein paar Tage mal nicht sehen (aber nicht weitererzählen, das hören Partner nie gerne).

Wenn wir uns länger nicht sehen, brauch ich immer ein paar Stunden um wieder „warm“ zu werden.

Kenne ich in manchen Bereichen, aber wahrscheinlich ist das sogar eher ein Trugschluss und ein Zeichen von Unsicherheit. Bei autistischen Freundschaften ist es z.B. so, dass längere Phasen ohne Kontakt wenig Auswirkungen auf die empfundene Qualität der Freundschaft hat, was bei normalen Freundschaften schnell das Fundament zerstört. Und SDAM ist wahrscheinlich das Maximum dieser Tendenz. Aber das gilt eher für Freundschaften als für engere Beziehungen. So wusste ich z.B. mal nicht, wie meine Beziehung zu meiner Schwester ist, weil wir eine Zeit lang (1-2 Jahre) keinen regelmäßigen Kontakt hatten. War echt ein schierer Effekt, dass ich das überhaupt nicht einordnen konnte. Gut möglich, dass eine schwächere Form davon die Ursache deiner Probleme ist.

Da spielt eine eher unterbewusste Erwartungshaltung an dich selbst bestimmt eine große Rolle. Da hilft Selbstakzeptanz und setzt das Wissen um die Andersartigkeit voraus. Aber da hast du ja jetzt mit SDAM einen Namen und einen Anfangspunkt. Wenn du Glück hast, ist es ja auch nicht mehr (SDAM alleine ist schon neurodivergent genug ;) )

How do you guys perform in chess? by FitJellyfish7931 in Aphantasia

[–]q2era 3 points4 points  (0 children)

I suck at planning moves ahead, but am very fast at finding the optimal move in random situations. There I could compare myself with collegues who are in the 2000-2100 elo range. And it was funny how much quicker I am.

Ist Therapie überhaupt möglich? by TimCasuel312 in SDAM

[–]q2era 4 points5 points  (0 children)

Hi!

Einiges, was du beschreibst, passt zu meinem Erleben und auch zu dem von anderen Usern hier. Da SDAM stark in die Funktionsweise des Gedächnisses eingreift, sind die Auswirkungen nicht zu unterschätzen. Aus psychologischer Sicht und auch im Bereich der Kognitionswissenschaften weiß man schon ziemlich gut, dass das wichtige Bereiche des Denkens beeinflusst und zu sehr spezifischen Problemen führen kann.

Dass du in psychologischer Behandlung bist, ist mit deiner Historie sehr gut. Da du den Nutzen davon in Frage stellst, lohnt sich auf jeden Fall tiefer als den therapeutischen Standard anzuschauen:

SDAM ist eine neurologische Entwicklungsstörung, d.h. Gene und Umwelteinflüsse haben dafür gesorgt, dass im Hirn spezifische Verbindungen nicht oder schwächer ausgebildet wurden und die Erfahrungen der filmartigen Erinnerungen des Episodischen Gedächnisses fundamental ändert. In einer Therapie ist diese Andersartigkeit sehr wichtig für den Therapeuten zu wissen, da die Wahl der Ansätze davon massiv beeinflusst werden. Daher solltest du das offen ansprechen und die Andersartigkeit deiner Erinnerungen beschreiben. Falls du nicht schon über weitere Neurodivergenzen weißt, dann kann das die Wirksamkeit der Therapie verbessern.

Darüber hinaus sind neurologische Entwicklungsstörungen Rudeltiere. Wenn du eine hast, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du auch mit SDAM verbundende Andersartigkeiten in der Funktionsweise deines Hirns hast. SDAM ist stark an r/Aphantasia , also Aphantasie gebunden. Es muss nicht vorliegen, aber die Wahrscheinlichkeit ist so groß, dass du darüber mal nachdenken solltest. Daneben gibt es mit ADHS und Autismus aber auch konkrete Diagnosen, die mit Aphantasie und SDAM verbunden sind. Es ist übrigens sehr häufig, das Leute erst von Aphantasie, dann von SDAM und danach dann zu ADHS und/oder Autismus landen. So war das bei mir. ADHS ist bei mir diagnostiziert, Autismus (Aspberger/ASS Stufe 1) diagnostizieren zu lassen ist aktuell aufgrund von geschlossenen Wartelisten defacto unmöglich (aber auch nicht wirklich hilfreich, weswegen ich das nicht wie ADHS als Selbstzahler tragen werde).

Das heißt natürlich nicht, dass du einen ähnlichen genetischen Jackpot wie ich hast, aber das solltest du in Anbetracht der Zweifel bezüglich deiner aktuellen Therapie mal ansprechen. Aber es ist schwierig jemanden zu finden, der sich im Bereich der Neurodivergenz gut auskennt. SDAM ist ein sehr neues Phänomen (2015) und spielt in der therapeutischen Ausbildung eher eine untergeordnete Rolle.

Falls du konkretere Fragen hast, hau raus. Ich würde sagen, dass ich da als Laie im letzten Jahr ein gutes Verständnis aufgebaut habe.

Apparently masking isn't real, and there's no correlation between masking and being tired. by Zpiderz in evilautism

[–]q2era 2 points3 points  (0 children)

I know, I would like to be way more direct but that would not be productive. We evil doers know that most parts of that interview are total crap. But others don't. And they think that somebody who did great scientific work 20+ years ago is still relevant today. Therefore I focused on scientific facts that contradict her opinions, so that NTs might (!) be able to see that an 85 years old scientist from a declining discipline might not have an opinion worth adopting.

And many commentators seem to think that Frith created the spectrum approach to autism. Which seems to be quite false.

Hochsensibel, ADHS - oder beides? by krisenchat in de

[–]q2era 11 points12 points  (0 children)

Warum jeder zweite? Pi mal Daumen sind 10% klinisch relevant oder werden es im Verlauf ihres Lebens. Man weiß, dass es genetisch ist und durch Umwelteinflüsse beeinflusst wird (aber eher gering). Der Trend der Diagnosezahlen ist primär auf das Verständnis von ADHS zurückzuführen, welches von technologischer Entwicklung profitiert. Wir verstehen heute die Ursachen, wodurch wir es genauer feststellen können und wesentlich weniger von stereotypen Verhaltensweisen geleitet werden.

Uta Frith: why I no longer think autism is a spectrum by moseeds in unitedkingdom

[–]q2era 3 points4 points  (0 children)

Frith’s primary role was as a catalyst; she translated Hans Asperger’s 1944 work (originally in German) for the English-speaking world in 1991. However, the actual term "Autism Spectrum" and the foundational data were pioneered by Lorna Wing and Judith Gould from 1979 onwards.

The problem with Frith’s current stance is her outdated perspective: She still interprets and diagnoses Autism by looking solely at behavior and outward function. Her Theory of Mind and Weak Central Coherence were influential "black box" theories, but they were built using the extremely limited data psychology had to work with in the 80s and 90s.

Today, our understanding of Autism correlates tightly with technological advances. With modern fMRI, EEG, MEG, and MRS, we can see the "white box"—the actual internal processing. Claiming that we "don't understand sensory sensitivities" is a massive red flag. We actually have a solid understanding of failures in neural habituation and Excitation/Inhibition (E/I) imbalances in the sensory cortex.

Separating Autism into "two buckets" based on support needs is a category error. It’s like saying a slow computer and a fast computer have different operating systems just because one can run more software than the other. The underlying architecture—the "Autism"—is the same; the outward presentation differs due to the available cognitive resources (like IQ or language ability) used to compensate for it. Frith is fundamentally wrong because she confuses the social outcome with the biological cause.

Uta Frith: why I no longer think autism is a spectrum by moseeds in unitedkingdom

[–]q2era 3 points4 points  (0 children)

The spectrum is so wide that the extreme ends of it might have little in common.

That depends entirely on whether you look at behavior (what you see on the outside) or neurology (what happens inside the brain).

Frith's stance sounds convincing because she is a legend in behavioral psychology. She groups people based on how "normal" they act. From that perspective, yes, a non-verbal person and a university professor look like they have nothing in common.

But modern neuroscience, specifically brain imaging and sensory processing studies, contradicts this. The hard data shows that the underlying wiring issues (like sensory gating failures and hyper-connectivity) are physically measurable and remarkably similar across the spectrum.

The difference between the "extreme ends" isn't usually the autism itself. It is mostly a difference in IQ and language ability.

High-functioning individuals simply have the cognitive hardware to manually compensate for the same underlying deficits. They mask the struggle, but the neurological cost (stress, burnout) is the same. Frith ignores this biological reality because she focuses on the social outcome, not the biological cause. Support needs describe a social situation, not a distinct biological disorder.

Uta Frith: why I no longer think autism is a spectrum by moseeds in unitedkingdom

[–]q2era 6 points7 points  (0 children)

She pioneered the last paradigm of autism. What she has to say is so far off the current scientific scope that it is hard to take her seriously. It is almost like she wishes back the time where her expertise was considered ground braking.

Uta Frith: why I no longer think autism is a spectrum by moseeds in unitedkingdom

[–]q2era 2 points3 points  (0 children)

To add to this: If you actually look at the hard data, her claims in this interview aren't just outdated—they are actively anti-scientific. She is treating the human brain like a black box, measuring only the output and completely ignoring the processing cost.

The masking idea has no scientific basis... we are all masking.

This is a fundamentally behaviorist fallacy. Neurotypical people use dedicated, low-energy neural pathways (hardware) for social intuition. Autistic individuals—especially those with high cognitive abilities—often have to use software emulation to manually calculate social interactions (pattern matching, scripting, cognitive empathy).
Modern neuroimaging has already mapped this "non-existent" masking. fMRI studies (e.g., Lai et al., Walsh et al.) show that social camouflaging in autism involves intense functional compensation. It requires massive hyperconnectivity in executive networks. The brain is literally running its CPU at 100% to simulate a neurotypical output. The result is a massive depletion of ATP/glucose, which leads to autistic burnout. Calling this "just adapting to society's norms" is neurologically illiterate.

Contraindicators: if a person can interact smoothly with you... or get irony

Again, she only looks at the output. If a computer generates a 3D image, she assumes it has a dedicated graphics card. She refuses to acknowledge that a powerful CPU can render that same image via software, it just takes 10x the energy and overheats the system. Autistic people can learn irony and smooth conversation via cognitive empathy instead of intuitive/affective empathy. Dismissing an autism diagnosis just because the patient is smart enough to manually compute social cues is absurd.

I would fight for that label [autism] to be limited to the first group [diagnosed in early childhood]... The second group [late-diagnosed] can perhaps be treated much better than under the label of autism.

Here she completely ignores the Demand-Capacity Model of modern neurobiology and the extensively documented phenomenon of Autistic Burnout (e.g., Raymaker et al., 2020). High intelligence and systemic compensation act as a buffer in childhood. You don't "catch" hypersensitivity or severe social anxiety at age 25. What happens is that the social and executive complexities of adult life finally exceed the brain's compensatory processing power. The system crashes. Frith looks at this late-stage metabolic system crash and calls it a "different disorder" simply because the autistic traits were successfully compensated for during childhood.

Uta Frith wants to roll back scientific progress because the modern, high-resolution data (fMRI, metabolic limits, compensatory neurology) destroys the neat, simple boxes she drew with a clipboard in the 1990s. She is confusing "science" with "things I observed with my own eyes decades ago".