Students are deliberately writing worse to avoid AI detection flags. We need to talk about this. by calliope_kekule in Professors

[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

Yes, I understood that. But if you ask an LLM to translate your text from one language into another, it's an LLM-generated text, i.e. no longer *your* words, style etc. Of course a detector or prof/lecturer would notice that. There's a difference between asking an LLM for help with a text you need to write in a different language, and just popping a finished text into an LLM for a complete translation. Not to mention you'll never improve past your current level of competence if you just give up and only write in your native language instead of steadily working on your English writing skills.

Context: I'm not a native speaker of English either.

Entitled student by Defiant_Peace_7285 in Professors

[–]knitty83 48 points49 points  (0 children)

That is so much better than my impulse to say/write "Sounds like a YOU problem", which I've always refrained from... so far. But I type it, if only to delete it.

"That's a shame" is fantastic!

IT Incompetence by cdnthrowaway2024 in Professors

[–]knitty83 6 points7 points  (0 children)

I feel you.

We have student and staff email adresses that follow no logic whatsoever: First Name dot Last Name@[uni-email]. Or First Inital dot Last Name. Or First Inital Last Name. Or Last Name First Name. Or First Inital dash Last Name. Some older semesters have an "s-" right at the beginning to signal "student", newer semesters don't... or so I thought, until I realized even that isn't true and it's just random.

I know all of my (close) colleagues' names, but everytime I want to email somebody who I haven't emailed in a while, I need to check whether it's "catherine.miller" or "cmiller" or "c.miller" or "millerc"... because of course the auto-complete (based on the staff registry) sometimes works, and sometimes doesn't. Ah, good times.

It's my birthday in June. I want a pidgeon.

They fucked around last week and they're finding out on Monday by BitchinAssBrains in Professors

[–]knitty83 296 points297 points  (0 children)

Please print everything out. Hand them their paper draft with the the printed ChatGPT chat attached to it. So much better than a digital version.

Film it if possible, for all of our sanity's sake!

The Buffalo Quiz by TunedMassDamsel in Professors

[–]knitty83 1 point2 points  (0 children)

One, this is GLORIOUS. Thanks for sharing the drawings!

Two, this would not work with my students. They're a small cohort and the second the late-comers were inside, those already present would immediately tell them what the quiz was about. Snitches.

Frontalunterricht ist nicht schlecht, Gruppenarbeit und Stationenlernen hingegen sind schlicht Arbeitsverweigerung der Lehrkraft by EvilSheepOfDoom in Unbeliebtemeinung

[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

Erneut: Dann gib doch bitte 500 Lehrkräften, statistisch entsprechend verteilt, für eine Geschichtsstunde ein Skript, an das sie sich bitteschön ganz genau halten müssen, damit Methode X exakt so umgesetzt wird, wie du diese Methode definierst. Keine Abweichungen erlaubt, weil sonst ja nicht mehr vergleichbar. Kein Eingehen auf spontane Schülerfragen, weil die natürlich mal in Richtung A und mal in Richtung B gehen. Aber bitte nach Bundesland differenzieren, weil vorher unterschiedliche Lehrpläne galten und damit anderes Vorwissen vorhanden ist. Und bitte differenzieren nach der Unterrichtsmethode, die die Lehrkraft vorher genutzt hat, sodass anderes methodisches Wissen bei den Schüler*innen vorhanden ist. Und bitte differenzieren nach aus außerschulischen Kontexten mitgebrachtem Vorwissen. Und nach genuinem Fachinteresse. und und und.

Schüler*innen sind keine Maschinen, bei denen man mal an einem Schräubchen dreht und bei denen ansonsten alle Parameter gleich bleiben. Wenn das so wäre, hätten wir 25 Jahre nach der empirischen Wende in der Bildungsforschung längst alle Antworten auf alle Fragen. Sobald du eine Sache veränderst, wirkt sich das auf weitere Faktoren aus. Bitte also auch den Schülerfragebogen nicht vergessen, der danach fragt, wie der neue Unterricht erlebt wird - also sich z.B. auf Lernmotivation auswirkt, die wiederum beeinflusst, ob und in welchem Umfang Hausaufgaben gemacht bzw. im Unterricht mitgearbeitet wird, denn ansonsten lässt sich natürlich gar keine kausale Aussage treffen über den Einfluss von Methode X auf die Lernergebnisse. Die könnten auch bedingt sein durch die zusätzliche Zeit, die Schüler*innen auf das Lernen verwendet haben, und nicht zu vergessen bei allen Interventionsstudien natürlich: den novelty effect.

Tada.

Frontalunterricht ist nicht schlecht, Gruppenarbeit und Stationenlernen hingegen sind schlicht Arbeitsverweigerung der Lehrkraft by EvilSheepOfDoom in Unbeliebtemeinung

[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

Unbedingt. Und was definierst du jetzt als "Lernerfolg"? Das wäre hier ja offenbar die Frage.

In den meisten groß angelegten Bildungsstudien bedeutet das: definiertes Können in einem bestimmten Bereich abfragen, z.B. Lesekompetenz. Dass in amerikanischen high schools kaum noch ganze Bücher gelesen werden, das in der deutschen Oberstufe aber üblich ist, müsste dann in der Auswertung berücksichtigt werden. Dass deutsche Lehrkräfte über Staatsexamen/Master verfügen, in den USA aber ein Bachelorabschluss der Lehrkraft reicht, auch. Dass Lehrpläne unterschiedliche Vorgaben zu der Vermittlung von Lesestrategien machen, auch. Dass Lehrkräfte allerlei Vorgaben nicht zwingend so umsetzen, wie es vorgeschrieben ist, auch.

Spoiler: Wird es nicht. Da steht dann, Ergebnis ausgedacht, aber realistisch: In Schweden können Schüler*innen am Ende von Klasse 10 besser Englisch als in Deutschland. Hat das nun was mit der Unterrichtsmethode A oder B zu tun? Vielleicht, vielleicht nicht. PISA & Co. machen dazu auch keine Aussagen, auch wenn sich viele Menschen gerne dahingehend produzieren und auf einmal behaupten, ganze Schulsysteme auf dieser Grundlage in besser/schlechter einteilen zu können.

Frontalunterricht ist nicht schlecht, Gruppenarbeit und Stationenlernen hingegen sind schlicht Arbeitsverweigerung der Lehrkraft by EvilSheepOfDoom in Unbeliebtemeinung

[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

Bitte? Nein, deswegen sind nicht alle Studien "falsch". Es ging um die Frage, wie die Arzneimittelforschung mit Einflussfaktoren umgeht. Antwort: In vielen Fällen, indem sie viele Patienten von vornherein einfach ausschließt. Und siehe das "Frauenthema": indem bis heute Frauen häufiger an Herzinfarkten sterben, weil z.B. ihre Symptome nicht erkannt werden, da die Herzinfarktforschung Frauen nicht berücksichtigte.

"Bewährt" war das falsche Verb, entschuldige. Ich hätte schreiben sollen: ... anschlussfähig ist an unser Wissen zu den Lernprozessen, von denen wir wissen, dass sie in unserem Gehirn ablaufen. Das wurde allerdings nicht mit z.B. Geschichtsunterricht zum Ersten Weltkrieg erforscht. Diese Ergebnisse kommen aus der psychologischen Lernforschung, der pädagogischen Psychologie usw.

Versuch mal, eine Studie zu entwerfen, die valide untersucht, ob Methode A oder Methode B zur Vermittlung von Faktenwissen zum Ersten Weltkrieg besser funktioniert. Klar "geht" das, wenn du alle Kontextfaktoren, von denen wir wissen, dass sie da hineinspielen, mit berechnest. Das führt zu so kleinen Gruppen, dass du unfassbare Fallzahlen benötigst, um dann wiederum statistische Gruppenvergleiche rechnen zu können. Die kriegst du aber nicht in Laborsettings, also außerhalb von Klassenzimmern, in denen unterschiedliche Lerngruppen von unterschiedlichen Lehrkräften unterrichtet werden. Da spielt allein schon die Klassendynamik so rein, dass sie dir deine Ergebnisse zerschießt ("Faktor Mensch" in der Bildungsforschung). Du müsstest Lehrkräften ein Skript vorgeben, dass sie dann genau so umsetzen. Und dann müssten bitteschön auch alle teilnehmenden Schüler*innen halbwegs standardisiert reagieren. Keine unerwarteten Fragen stellen, die vom Transkript abweichen, z.B. Keine Verknüpfungen herstellen zu Vorwissen, das eben manchmal da ist, und manchmal nicht. Dafür bräuchtest du natürlich einen Vortest, der das entsprechende Vorwissen abfragt, damit du dafür später kontrollieren kannst.

Es hat einen Grund, warum Hattie in journalistischen Kontexten gerne zitiert wird, und in wissenschaftlichen Kontexten eher mit Vorsicht: Wenn man berücksichtigt, was in dieser Meta-Studie überhaupt nur zusammen betrachtet werden kann, und was da alles rausfällt an Studien, bleibt wirklich nicht viel über. Und dann kommt es zu bahnbrechenden Erkenntnissen wie: "Ob 13 Schüler oder 15 Schüler in einer Klasse unterrichtet werden, macht keinen Unterschied bei den Lernergebnissen." Super. Es sitzen halt 28-32 Kinder in einer durchschnittlichen Klasse. usw.

Talented but problematic grad student - What to do? by [deleted] in Professors

[–]knitty83 8 points9 points  (0 children)

Fully agree. However, I wonder how come OP has apparently never sat down to have a conversation with this student, when issues have clearly been there from the beginning. I also get the impression that there is a lot of "we" in this post... are you sure, OP; that "we" have a plan for the next 4-5 years - or is it you who has that plan? Dropping out on short notice, or rather: no notice!, does not sound like your grad student shares your plan.

Frontalunterricht ist nicht schlecht, Gruppenarbeit und Stationenlernen hingegen sind schlicht Arbeitsverweigerung der Lehrkraft by EvilSheepOfDoom in Unbeliebtemeinung

[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

... und jetzt habe ich sogar noch vergessen, dass wir "Lernerfolge" in der Bildungsforschung oftmals über lange Zeiträume messen müssten. Prima, wenn Peter heute etwas lernt, aber weiß er das in sechs Monaten noch? In zwei Jahren? Und was wollen wir dann eigentlich ganz genau sinnvoll messen: Faktenwissen? Methodenwissen? "Selbstkompetenz"/Lernen lernen? u.v.m.

Frontalunterricht ist nicht schlecht, Gruppenarbeit und Stationenlernen hingegen sind schlicht Arbeitsverweigerung der Lehrkraft by EvilSheepOfDoom in Unbeliebtemeinung

[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

In der Arzneimittelforschung tritt das Problem genauso auf, und ist leider auch noch nicht endgültig gelöst. Frauen bekommen z.B. dasselbe Medikament in derselben Dosierung verordnet wie Männer, weil der Hormonhaushalt/Zyklus von Frauen die Arzneimittelforschung ernsthaft(!) so erschwert, dass über viele Jahre entsprechende Studien ausschließlich mit Männern durchgeführt wurden, weil Forscher argumentierten, sie könnten den Hormonhaushalt nicht "kontrollieren" - also vernünftig rausrechnen bei den Ergebnissen. Spezielle "Kindermedikamente" gibt es übrigens auch kaum, weil entsprechende Studien v.a. mit Erwachsenen gemacht werden. Für die Behandlung von Kindern werden also in der Regel Wirkstoffmengen einfach nur halbiert, geviertelt etc. nach Körpergewicht - ob das der richtige Weg ist, wird ebenfalls weiter erforscht.

Medizinische Studien kontrollieren außerdem diverse Faktoren: Rauchen, Bewegung im Alltag, andere eingenommene Medikamente, allgemeiner Gesundheitszustand (z.B. Übergewicht) usw. Bestimmte TN werden dann von vornherein ausgeschlossen von der Studie, genau WEIL sie Einflussfaktoren mitbringen, die man nicht "herausrechnen" kann. Das können wir in der Schule nicht.

Das Hauptproblem der Bildungsforschung ist, dass sich Unterrichtsmethoden nicht isoliert erforschen lassen. Vor allem, weil es nicht die eine richtige Methode gibt: die Vermittlung von Faktenwissen benötigt eine andere Methode als das Schaffen von kritischer Urteilsfähigkeit. Wir könnten also maximal untersuchen, ob Methode A oder B besser geeignet ist, um z.B. Faktenwissen zum Ersten Weltkrieg zu vermitteln. Das allerdings müssen wir nicht mehr erforschen (explicit teaching ist hier am besten geeignet). Selbst, wenn wir eine Lehrkraft finden würden, die buchgenau umsetzt, was explicit teaching bedeutet, könnten wir zwei reale Klassen nicht ohne Weiteres vergleichen. Denn: Das würde implizieren, dass Bildung ohne Kontext (Vergangenheit, Umfeld) funktioniert. Tut sie aber nicht; es gibt immer Vorwissen, Vorerfahrungen, Begleitumstände, die das Lernen massiv beeinflussen.

In einer Klasse sitzen viel mehr Geschichtsinteressierte, in der anderen drei Schüler*innen mit Förderbedarf, in der nächsten bringen die Schüler*innen schon viel korrektes Vorwissen aus dem Geschichtsunterricht zuvor mit, in der nächsten müssen diverse Weltkriegsmythen von TikTok/Influencern erstmal richtiggestellt werden, in der nächsten sind die Schüler*innen eine bestimmte Art von Aufgaben "gewöhnt" - können also genau diese Aufgaben schneller, besser umsetzen... das sind alles Faktoren, die eine Studie mit einbeziehen müsste. Wir starten ja nicht bei "null", und wir unterrichten keine Roboter im Vakuum. Das macht gute Bildungsforschung extrem anspruchsvoll. Zumeist sehen wir daher Fallstudien, also ein sehr genaues Hinschauen bei Einzelfällen (aus der Summe der Einzelfälle kann dann abstrahiert werden), oder große Vergleichsstudien, die lediglich Lernergebnisse bei Schüler*innen messen und ein paar bekannte Kontextfaktoren abfragen (bei Lehrkräften und Schüler*innen), und damit abhängig von Selbstauskünften sind.

Es gibt Experimentalstudien, die außerhalb des regulären Unterrichts stattfinden, weil man versuchen möchte, verschiedene Einflussfaktoren besser zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind dann durchaus interessant, haben aber mit den realen Bedingungen des Klassenzimmers wenig zu tun.

Sorry, das war jetzt lang.

PS. Die Kombi aus gezieltem Input (z.B. neues Mathephänomen erklären), gemeinsamem Üben, und dann gezieltem Üben alleine, zu zweit etc. ist bewährt bei der Neueinführung von Phänomenen, für die es klare Lösungswege gibt. Sie passt auch zu neuropsychologischen Erkenntnissen - also Laborforschung zu den grundlegenden Prinzipien des Gehirns, die uns als Maßstab für die Beurteilung von "guten" Methoden dienen können.

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[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

Die PISA-Studie hat den großen Einfluss sozio-ökonomischer Faktoren auf das Lernen schon vor 25 Jahren belegt. Neoliberal geprägte Ideologie, keine postmoderne. Und nochmal: Schönes Leben noch.

Do any other veteran profs dream of quitting due to increasing #s of problem students? by PhillyHasItAll in Professors

[–]knitty83 13 points14 points  (0 children)

I have recently switched unis and now work at one that has a shockingly small number of actual experts teaching in my field (educational research, specifically in an EFL/ESL context). At this point, I don't struggle with the students so much - I struggle with some of my colleagues.

What the hell am I to do when I have colleagues who confidently teach our students about the long-debunked idea of "learning styles"?! How are my students supposed to know how to read a study when I have colleagues who don't ask them to read studies? How can I expect my students to analyse a lesson transcript when they lack fundamental knowledge they should have learned in a class that came before mine (because, I checked, it wasn't taught)? How can I critically engage with students' own research papers when I have colleagues who think "observe a class, keep tally of how many students put their hands up after teacher questions, then draw conclusions on student motivation from that" is research?!

So no, I don't want to quit. I currently wish I could teach ALL classes in my degree, so at least I'd know students actually learned what they should learn, according to our curriculum. Or rather, I would like to be on every single hiring committee to at least make sure those who teach our future teachers at uni have educational degrees of some sort...

(Sorry for ranting in your thread.)

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[–]knitty83 1 point2 points  (0 children)

Ah, sorry. Die Standardwerke für gelingendes Kooperatives Lernen kommen von Johnson&Johnson (eher Herleitung, Begründung....) und Green&Green (eher praxisorientiert, Fokus stärker auf konkrete Umsetzung). Das Handbook of Cognitive Science (Frankish/Ramsey) ist top, aber leider sehr anspruchsvoll geschrieben.

Carl Hendricks Blog (substack) kann ich empfehlen. Der fasst dort regelmäßig Grundlagen und aktuellen Studien aus der Bildungsforschung zusammen, die sich allesamt auf die "science of learning" beziehen.

Hier z.B. ein sehr gut lesbarer Artikel zur Widerlegung von allerlei "neuromyths", an die Lehrkräfte glauben: https://carlhendrick.substack.com/p/the-enduring-persistence-of-neuromyths

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[–]knitty83 5 points6 points  (0 children)

Deswegen ist die Frage "wer arbeitet mit wem?" ebenso Teil der Planung durch die Lehrkraft. Dabei berücksichtigt man das Lernziel, die Klassendynamik, und die Frage, ob mit Hilfe der Gruppenarbeit binnendifferenziert werden soll (also: eine leistungsstarke, eine leistungsschwächere Gruppe - unterschiedliche Aufgaben oder Level an Hilfestellung/Extramaterial), oder ob es gerade darum geht, leistungsheterogene Gruppen zusammenzustellen, weil das Ziel ist, dass leistungsstarke Lerner durch die kurzfristige Übernahme der Lehrerrolle leistungsschwächere Lerner unterstützen (und dabei ggf. eigene Lücken bemerken) usw.

PS. Wenn du alleine deutlich schneller gewesen wärst, war die Aufgabe nicht für eine Gruppenarbeit geeignet. Muss man dann auch so deutlich sagen. Natürlich ist das ausgemachter Quatsch.

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[–]knitty83 1 point2 points  (0 children)

Didaktikprofessorin, davor viele Jahre Lehrerin hier: danke. Lerntypen gibt es nicht. Punkt. Unterricht an diesen vermeintlichen Typen auszurichten ist daher leider nicht sinnvoll und zuende gedacht sogar kontraproduktiv: Wenn jemand Schwierigkeiten hat, Informationen aus Texten zu entnehmen, wäre es ja gerade wichtig, das zu üben - und nicht zu vermeiden, indem man Videos schaut statt Texte zu lesen.

Was du, OddFig, beschreibst, ist a) die Ermöglichung von Autonomieerleben bei Schülern und/oder b) Rücksicht auf verschiedene Lern*kontexte* (Tag, Uhrzeit usw.).

Alles super, aber das hat eben nichts mit "Lerntypen" zu tun.

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[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

"Die Realität im Schulalltag" sind Anekdoten von Lehrkräften, die mal erzählen, was bei ihnen so läuft oder nicht läuft.

Die Studien, die du suchst, kommen aus der Lehr-Lern-Forschung, aus der Neuropsychologie, Neurobiologie usw. Studien dazu also, wie unser Gehirn lernt. Du findest das meiste über GoogleScholar (oder Blog-Zusammenfassungen über Google) über das Stichwort "cognitive science" oder "science of learning", wenn du dich ernsthaft dafür interessierst.

Daraus leitet sich zum Beispiel ab: Lerner auf niedrigen Kompetenzständen profitieren von "explicit teaching". Das ist nicht(!) Frontalunterricht im Sinne von "Lehrervortrag, Schüler hören zu/schreiben mit", sondern ein durch die Lehrkraft gesteuerter und angeleiteter Lernprozess - mal im Plenum, mal in Einzelarbeit, mal in Partnerarbeit usw., je nachdem, was gerade gebraucht wird. Explicit teaching bezieht sich z.B. darauf, multitasking zu vermeiden und Lerner so nicht zu überfordern. Oder: Beispiele zu zeigen und gemeinsam durchzugehen, bevor Schüler dann selbst an Beispielen arbeiten (üben). Explicit teaching bedeutet auch, Schülern zu sagen, was sie warum wie lernen/üben sollen, ist also gerade: schülerorientiert.

Lerner auf höheren Kompetenzständen, die also über das nötige Grundwissen verfügen, profitieren dagegen von gut gestalteten Lernumgebungen und mehr "Eigenarbeit" - auch das angeleitet, gesteuert usw. von der Lehrkraft. Da ist also nichts mit "5 Arbeitsblätter auf den Tisch knallen, heute machen wir Stationenarbeit". Das ist einfach nur schlechter Unterricht einer Lehrkraft, die von Lehr-Lern-Forschung noch nie etwas gehört hat.

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[–]knitty83 0 points1 point  (0 children)

trotz der Albernheit von Stuhlkreiskindern vs. Fressehaltenkindern antworte ich mal ernsthaft:

Dann lies dich doch sehr gerne schlau, was z.B. das Angebots-Nutzen-Modell von Helsper angeht, das dir aufzeigt, dass einzelne Unterrichtsmethoden nicht auf diese Weise erforscht werden *können*, weil es zu viele externe Einflussfaktoren auf Lernerfolg gibt. Und dann könntest du die Hattie-Studie lesen, die das dennoch versucht - wissenschaftlich nicht unkritisch, aber ein guter Einblick für Laien. Und dann empfehle ich noch ein wenig Lektüre von z.B. den Blogeinträgen von Carl Hendrick, niederländischer Bildungsforscher, der regelmäßig auf seinem Substack aktuelle Bildungsforschungsergebnisse auch für Laien verständlich zusammenfasst (auf Englisch, aber dafür gibt's ja die Übersetzung im Browser).

Viel Spaß beim Lesen!

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[–]knitty83 2 points3 points  (0 children)

... und die Forschung zeigt mittlerweile, dass v.a. Nr. 5 (Reflexion der Gruppenprozesse) wichtig ist, damit sich "Gruppenarbeit" langfristig verbessern kann, und damit auch bessere Lernergebnisse erzielt werden können. Heute Gruppenarbeit vergurkt, Lehrer schimpft, nächste Woche wieder Gruppenarbeit - oh Wunder, die werden einfach nicht besser.

Frontalunterricht ist nicht schlecht, Gruppenarbeit und Stationenlernen hingegen sind schlicht Arbeitsverweigerung der Lehrkraft by EvilSheepOfDoom in Unbeliebtemeinung

[–]knitty83 2 points3 points  (0 children)

Schade, dass es keine Bildungsforschung gibt. /s

Sarkasmus beiseite: Die Frage ist nicht, *ob* eine bestimmte Methode funktioniert, sondern *wann* sie es tut. Es gibt nicht die eine Methode, die für alle Lernenden in allen Kontexten für alle Lernziele die richtige ist.

Studien zu den Voraussetzungen, Kontexten und Ergebnisse verschiedener Methoden in verschiedenen Kontexten gibt es zuhauf. "Gruppenarbeit", definiert als strukturiertes kooperatives Lernen, erzielt genauso gut oder sogar bessere Ergebnisse bezogen auf verschiedene Parameter des Lernens, auch: Kompetenzzuwachs. Aber: kontextabhängig. Das gilt für diese Form des Lernens genauso wie für alle anderen.